Amazon Blogs?

Robert Basic

lese nun schon zum wiederholten Male im Netz, dass Amazon Blogs eingeführt habe, genauergesagt sollen die Kundenrezensionen wie ein Blog daherkommen. Hab mir dazu ein Beispiel geschnappt, Star Wars. Nun sehe ich außer dem Inhalt und einigen Links nix, was mich dazu veranlassen würde, von Blogs zu parlieren. Ok, es gibt einen Link namens „Permalink“, so what? Hat ein Forenposting auch. Es ist ja ok, dass man Teiltechniken aus Blogs übernehmen würde, so zB Trackbacks der Vernetzungsförderung wegen, RSS Feeds, eigene Layout, etcpp… all das, was Menschen im Netz ausmacht und eben vernetzt. Nur, was Amazon nun jetzt hat, das ist mehr oder minder ein kleine, seichte Verbesserung, die kaum Unterschiede zu der vorherigen Version aufweist. Rezensionen as usual. Update: Siehe Hinweis von Pauline

Amazon ist eh bei der Adaption der neuartigeren Lösungen typisch für einen Großmufti mehr als lahm. Macht ja auch nix, kann man sagen, die machen Kohle und weiten ihre Services gechickt aus. Wie aber Amazon mit einer echten API, eigenen Userprofilen, guten Vernetzungsmöglichkeiten, twitteresquen Kommunikationsmöglichkeiten, gesammelten Kundenrezensionen aussehe, weiß ich nicht, spannender wärs allemal. Hin und wieder kommt Amazon mit einer Neuigkeit raus, so zB Widgets. Die Versuche bisher waren allesamt sowas von mainstream… zumal man mit Neuigkeiten auch in der E-Commerce Branche Signale setzen könnte, um sein Geschäft womöglich zu verbessern (reine Theorie, dass das besser liefe). Nein, das Risiko wird Amazon im Gegensatz zu eBay nicht eingehen, denn dazu geht es denen noch zu gut. Dennoch enttäuschend, dass die nicht mal „Labs“ haben, wo man das gemeinsam austesten kann. Hier handelt Google wesentlich smarter meiner Meinung nach.

Zurück zum vermeintlichen „Amazon-Blog“: So und nicht anders sieht ein kümmerliches Profil auf Amazon aus. Ganz so, als hätte Amazon noch nie was von der Natur der Blogs, von Profilseiten wie MySpace und der Entwicklerschnittstelle von Facebook gehört (in diese Richtung geht mein Amazon Next). Nein, Amazon ist kein innovatives Unternehmen bei der Adaption und Weiterentwicklung von Ideen. So bleiben die Rezension ein ganz nettes Beiwerk, imho zu Unrecht hochgelobtes Merkmal von Amazon, für mich aber bedeutungslos, da ich dem User per se nicht vorab traue. Und das ist gut so, denn Amazon ist fett, groß und lahm. Das ist gut, da demnach Platz für Konkurrenten bleibt. Die ECommerce auf ihre Art definieren werden. Und so hoffentlich Amazon vermehrt Konkurrenz machen. Immerhin ist Amazon ein US-Unternehmen, keine deutsche Klitsche. Warum sollte ich denen die Daumen drücken? Je länger Amazon herumscharwenzelt umso besser ist das.

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Web 2.0 heilt nix, wenn der Shopanbieter in seinen Urdisziplinen sch.. baut (lange Lieferzeiten, schlechte Übersichten, gute Auswahl…). Aber wer sagt denn, dass zB Alternate schlechter fahren würde, wenn User in der Lage wären, PC-Systeme auf eigenen Seiten innerhalb von Alternate zusammenzustellen? Did i hear Polyvore? Wer sagt, dass Alternate schlechte fahren würde, wenn es zu Hardware-Übersichten auch YouTube-artige Darstellungen gäbe, die man nach verschiedenen Kriterien sortieren kann? Da ist noch soviel drin, so viele Ideen, die im Netz herumliegen, aus denen man schöpfen kann, die auf den ersten Blick nix mit ECommerce zu tun haben. Es muss nicht immer das lahmarschige OSCommerce sein… Amazon ist nicht gleich ECommerce.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.