Krise? Chance! Ja aber wo denn?

Eine Chance für die CeBIT?
Ich bin ja Telekommunikationsfreak, das wissen eigentlich alle, die mich kennen. Und genau deswegen halte ich mich auf der CeBIT in Hannover insbesondere gerne dort auf, wo es etwas zu Telefon, Internet und Co zu sehen gibt. Zum Beispiel beim Stand der Deutschen Telekom. Dort ist auch richtig was los: Menschenmassen, Vorträge mit (mal mehr mal weniger) prominenten Referenten und viele Showcases. Keine Frage: hier wird deutlich, dass die Krise, über die überall geredet wird, zumindest auf den ersten Blick nicht bei Telekom zu suchen ist.
Ganz anders sieht es aber in anderen Hallen aus. Richtig erschreckend sogar. Gähnende Leere auf den Gängen zwischen den einzelnen Ständen, zum Teil sogar halbleere Hallen oder notdürftig gefüllte Aktionsflächen. Ganz ehrlich: wenn ich mir anschaue, wie wenig hier in Hannover teilweise in den Messehallen los ist, bekomme ich Angst um die CeBIT in Deutschland. Und da kann ich auch nicht wirklich eine “Chance” erkennen, die laut eines großen Plakats an einem der Messe-Parkhäuser auf die Besucher und Aussteller warten soll.

Sieht so die Zukunft der CeBIT aus?
Ich bin schon jetzt gespannt, mit welchem Fazit die Messeleitung die CeBIT 2009 beurteilen wird. So richtig positiv dürfte die Stimmung eigentlich bei den wenigsten sein. Für mich persönlich war der Mobile World Congress in Barcelona jedenfalls um Welten interessanter. Das mag aber auch damit zusammenhängen, dass ich mich seit Montag mit einer fiesen Grippe über das Messegelände schleppe und in diesem Zusammenhang meine Stimme verloren habe. Wer sie findet, darf sie gerne zu mir zurückschicken.
(Hayo Lücke)
|
|
Tweet |
|
3. Artikelstatistik:
· read: 3399 · today: 3 · last: 25. May 2012





Ich war seit dem Start auf fast jeder CeBIT, zuerst als Schüler und Studierender, später dann 14 Jahre als Journalist. Bereits 2002/2003 wurde spürbar, dass das Wachstum nicht unendlich weitergehen konnte. Unternehmen erreichen auf solchen Riesenmessen, die thematisch sehr gestreut sind, nicht genügend relevante Kunden. Entsprechend wird jetzt auf Spezialmessen ausgewichen oder größere Unternehmen veranstalten eigene Hausmessen. Letztere kann man auch an die eigenen Produktzyklen anpassen und muss nicht zu einem bestimmten Messetermin ein fertig vorzeigbares Produkt präsentieren, das eigentlich mit der heißen Nadel gestrickt ist. Außerdem müssen sich Unternehmen auf eigenen Messen nicht die Aufmerksamkeit mit Konkurrenten und deren Produkten teilen. Es ist also nur konsequent, als Aussteller der (teuren) CeBIT fernzubleiben und auf andere Methoden der Kundenpflege und des Marketings zurückzugreifen.
Wer in diesem Jahr über die Messe schlendert, wird auch wenig Neuigkeiten sehen, denn fast alles ist bereits vorher über (digitale Medien publiziert worden. Die CeBIT scheint sich in dieser Form überlebt zu haben. Eine Erholung, selbst in besseren wirtschaftlichen Zeiten, wird es wohl nicht mehr geben.
Vielleicht wird in ein paar Jahren jemand, der sich nicht nur an Zahlen aufgeilt, feststellen, dass das sooooo dumm gar nicht war.
Die “Messeschwerpunkte” sind lächerlich. Ein paar Dutzend Stühle auf einer abgetrennten Fläche, auf der langweilige, weil vielfachgehörte Aussagen auf abwechselnden Podien wiederholt werden.
“Webciety” ist ein dunkles Loch, wo nur Lobo mit seinem Alarm-Haarschopf und dem schlecht sitzenden Anzug heraussticht.
In den Hallen, in denen sich Aussteller aus Asien aneinanderreihen, ist Totentanz angesagt. Gelangweilte junge Asiatinnen surfen auf den Ständen im Internet.
In einigen Hallen stehen soviele Stehtische als Flächenfüller, dass man meint, jeder Besucher kann mittags seinen eigenen belegen.
… und die armen Schweine bei Plusserver sitzen einsam auf ihrem Stand und ziehen sich Karnevallsmusik rein. Vielleicht sogar das beste, was man bei dieser Depri-Messe machen kann.
Die Messe hat sich in das Internet verlagert.
Habe ein netbook gesucht!
Von E-Discounter bis Hersteller im Internet durchgesurft. Und!
Bei einem rötlichen Discounter sein Austellungsstück erworben.
Ja was brauch ich mit meinen Plattfüssen die CEBIT oder die Systems.
Wehe Füsse und hast nix.
Die Messen waren das Produkt der Industriellen Revolution.
IM zeitalter der postindustrielle Revolution findet das Event im Internet statt.
Noch was: An vielen Ständen bekommt man nur dürftige Infos und darf seine E-Mail-Adresse in einen PC tippen, um mehr zu erhalten. Selbst bei Microsoft war der Ansprechpartner nicht in der Lage, detaillierte Infromationen zu geben (zu einem neuen Businessprodukt) und liess mich meine E-Mail-Adresse eingeben.
Was die Auswertung angeht: Das kann man doch schon jetzt sehen, bsp. im Artikel in der FAZ: “Computermesse wird zum Treff für Firmenkunden”. CeBIT war klasse. Viele Firmenkunden. Business-Orientierung war ein Erfolg. … aber dann der Riesenstand von Asus. Echte Produkte für den Unternehmenseinsatz… Microsoft hat die Standfläche um 10% erweitert – Erfolg! Warum? Weil die die Fläche wahrscheinlich geschenkt bekommen haben. Immer noch preiswerter, als weitere Stehtische aufzubauen.
Mich würde mal interessieren, wie die Eigentümer von “Basicthinking” die Messe bewerten.
Wir brauchen “Change”!!!!
Grüsse
ich hab auf der cebit immer nur gemerkt, dass ich an den ganzen highlights aus dem messefernsehen vorbeigelaufen bin. und das war schon immer so. sollte man mal auf ein highlight stoßen, so ist man oft nicht alleine und darf sich dran vorbeiquetschen.
Ich bin jahrelang zu cebit gepilgert, heute würde dort nicht mehr hinfahren. wirtschaft hin oder her.
heute glaube ich mich im netz besser informieren zu können.
[...] Soweit die offizielle Bilanz der CeBIT-Macher. Ich persönlich ziehe erst am Samstag mein Fazit über die diesjährige IT-Messe. Besonders rosig wird das Credo allerdings nicht ausfallen, soviel kann ich schon mal verraten. Hayo hat ja schon gestern dazu ein paar Zeilen gepostet. [...]