Interview mit LinkedIn-Boss Reid Hoffman: eine Million neue Mitglieder in 17 Tagen
Das deutsche Business-Netzwerk Xing darf sich auf einen spannenden harten Kampf einstellen. Seine Kontrahenten sind in diesem Fall aber nicht Facebook und StudiVZ, sondern die amerikanische Karriereplattform LinkedIn, die seit Anfang des Jahres auch hierzulande verstärkt auf Mitgliederfang geht. Auf der CeBIT hatte ich die Gelegenheit, mich kurz mit Reid Hoffman, dem Unternehmensgründer und Chef von LinkedIn, zu unterhalten. Der Manager kann sich nach eigenen Aussagen weltweit über rund eine Million (!!) neue Mitglieder innerhalb der letzten 17 Tage (!!) freuen. Das nenn ich mal Mitgliederwachstum …
Das Internet hat sich in den letzten Jahren komplett verändert. Aus Web 1.0 wurde in relativ kurzer Zeit Web 2.0. Heutzutage ist es modern, Mitglied in einem oder mehreren Sozialen Netzwerken zu sein, ein eigenes Blog zu haben und sich via Twitter mit Freunden und Bekannten auszutauschen. Kein Wunder also, dass mit dieser Entwicklung sich nicht nur die Gesellschaft verändert hat, sondern auch unser Geschäftsleben, betonte Hoffman in seiner Keynote im Rahmen der Global Conferences. Wohin diese Entwicklung aber gehen werde, könne niemand ernsthaft wissen. Ebenso wenig, wie das Internet in zehn Jahren aussehe. Nichtsdestotrotz sei die Gesellschaft ein Teil davon und suche nun Wege, sich im Zeitalter von Web 2.0 zu organisieren – und eine Möglichkeit sei eben das Business-Netzwerk LinkedIn.
Reid, was unternimmst du, um deine Karriere-Plattform in Deutschland noch populärer zu machen?
Eigentlich nicht viel. Klar machen wir Werbung und beteiligen uns an Events, die für unsere Zielgruppe interessant sind. Aber ich glaube, das beste Argument, auf LinkedIn einen Account zu haben und diesen auch aktiv zu nutzen, bietet unsere Konkurrenz selbst an. So seien die Funktionen, die Premium-Nutzer beispielsweise auf Xing zur Verfügung stehen, bereits kostenloser Bestandteil bei LinkedIn. Also, wenn das kein gutes Argument für einen Wechsel ist. Facebook dagegen sehe ich nicht als Konkurrent an, da das Angebot mit LinkedIn nicht vergleichbar ist und sich dort zudem fast nur Spieler (er meint die ganzen Anwendungen, die es bei Facebook so gibt) tummeln.
Was denkst du über die Zukunft der Sozialen Netzwerke?
Der Markt wird sich über kurz oder lang konsolidieren. Im Klartext: es wir nur noch ein paar große Plattformen geben – und ein paar kleinere Netzwerke, die aber weiter keine Rolle spielen werden.
Apropos Konsolidierung: Wäre Xing für dich ein geeigneter Übernahmekandidat?
Nein, derzeit gibt es keine Pläne in diese Richtung. Ich persönlich glaube auch nicht, dass es funktioniert, andere Netzwerke einfach zu übernehmen. Diesen Fehler haben andere Unternehmen in der Vergangenheit bereits gemacht.
Noch eine letzte Frage zum Schluss: Wie viel Zeit verbringst du täglich in sozialen Netzwerken?
Kann ich nicht genau sagen, aber allein mit meinen E-Mails bin ich jeden Tag ein bis zwei Stunden beschäftigt.
(Michael Friedrichs)
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Cool wäre es, beide Netzwerke miteinander verbinden zu können. Aber das ist utopisch. In beiden registriert zu sein, ist jedoch auch nervig.
mehrere, ähnlich große netzwerke mit gleicher zielgruppen machen für den user schlicht keinen sinn.
LinkedIn ist noch viel zu amerikanisch, um in Europa den Ton angeben zu wollen. Ich denke nur daran wie Viadeo (franz. Portal) großspurig getönt hat und dann wurde es leise…
Auch JobPilot dachte, man wäre unverzichtbar, dann wurde es von Monster geschluckt und mittlerweile suchen die meisten schon die Jobs in den social Networks.
Die schiere Größe hat die Amis schon immer beeindruckt und glauben gemacht, sie könnten die Welt kaufen. :-)
Wartet mal ab… es kommen noch mehr und interessantere Netzwerke und Ansätze auf den Markt. Das kann es nicht gewesen sein dieses Laberrabarber und vernetzen…
Respekt!
Wenn ich dann noch sehe, wie sich auf der Personensuchmaschine yasni.de lauter Networker tummeln, die mir gegen den Strich gehen, dann wächst in mir die Gewißheit, daß ein anständiger Domain-Name, relevante Inhalte und Webstandards nicht nur in den Neunzigern, sondern erst recht in den Zwanzigern das Rennen machen werden. Ich habe 2004 zwei Schnapsideen entwickelt: BioGuarana und VHS-Filme. Es brummt ohne Angestellte.
Die Kunst ist der Focus auf die Zielgruppe – egal, ob das 200 oder 200.000 Leute sind. Wer 200 Kunden jährlich bedient, die 1.000 Euro Gewinn überreichen, steht anders da, als jemand, der gleich hohen Gewinn von 200.000 Menschen erhält.
Letzterer muß mehr Traffic managen. Das walte Hugo.
Hans Kolpak
Corporate Blogger
das mit dem “amerikanisch daherkommen” hat aber aiuch schon bei sehr vielen diensten ausgezeichnet geklappt. ebay, amazon, skype und jüngst facebook zeigen doch dass es sehr gut geht.
Wir können ja fünf gerade sein lassen, also 2005 bis 2009.
Und das Argument, dass die Dienste, die bei xing Geld kosten und nur für Premium Mitglieder zugänglich sind, spricht absolut für sich. Denn warum für etwas zahlen, was ich woanders umsonst bekomme, warum durch geschlossene Türen gehen und Geld einwerfen, wenn sie woanders einem offen stehen?
Das soll nicht heißen, dass ich grundsätzlich nicht durchaus bereit bin auch für “gute” Zusatzdienste etwas zu bezahlen, aber xing verlangt erstens Geld für Dinge die selbstverständlich und unumgänglich für die Kommunikation in einem Netzwerk sind (z.b. Das verfassen einer simplen Nachricht. Somit handelt es sich nicht nur um nützliche Zusatzdienste, dieGels kosten, sondern um Grundbedingungen für die Kommunikation schlechthin.) und zweitens Funktionen, die ich woanders umsonst habe.
[...] Interview mit LinkedIn-Boss Reid Hoffman: eine Million neue Mitglieder in 17 Tagen (basicthinking.de) [...]
[...] zu interessanten Themen mit hochkarätigen Unternehmensvertretern (siehe auch mein Interview mit LinkedIn-Chef Reid Hoffman) erlebt man halt nicht alle Tage. Zudem habe ich Gelegenheit genutzt, ein paar Gesichter der [...]
[...] 9. März 2009 von bayernonline eine Million neue Mitglieder in 17 Tagen: Interview mit CEO: http://tr.im/h9EY [...]
Deswegen werde ich weite Xing nutzen und abwarten was linkedin für einen STart in Deutschland hinlegt