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Archive for 07.2009

Jackie Chans Segway-Ausflug in Kasperskys “Cyberworld”29.07.09

Bevor wir zum WTF kommen, lasst mich zu allererst gestehen, dass die Nachricht tatsächlich völlig an mir vorbei gegangen ist – aber: Jackie Chan ist Vertriebspartner für den Segway in China. Und allem Anschein nach verkauft er die Balance-Roller auch in Ländern wie Macau, Süd-Korea, Malaysia und Singapur. Der lieben Umwelt zuliebe, wie er beteuert. Leider macht der Segway-Mutterkonzern ihm dabei aber einen Strich durch die Rechnung. Chan darf die Dinger artig in den Staaten kaufen – eine eigene Fabrik in China soll es aber niemals geben. “Die haben Angst, dass die Technologie geklaut wird”, sagte ein völlig geknickter Chang der Associated Press.

Und jetzt das WTF?! Wie es aussieht, kann sich Chan von seinem Segway heute nicht mehr trennen, anders ist es nicht zu erklären, dass er ihn in den neuen Werbeclip für Kaspersky 2010 schleppt, in dem er einen verstörenden Kungfu-Trip nach “Cyberworld” unternimmt, wo er wie auf Droge vermeintliche Viren und Trojaner mit einem Schild zerschmettert. Auf dem Kopf trägt er dabei ein Kaspersky-Helmchen, wie es Florentiner Vespa-Fahrer dabei haben würden. Schaut’s euch mal an und lest euch auch die Kommentare zum Spot durch. Hier meine Top-3 dazu:

Top 3: This man is my hero. So much in fact, that when I was a sperm, I bent the cosmos in such a way so that I may be produced in the testicles of a Chan.

Top 2: I wish my firewall was Jackie Chan.

Top 1: I want a segway add-on for firefox

Via: Gizmodo

(André Vatter)

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Michael Rotert (eco): “Sperrlisten werden innerhalb kürzester Zeit im Netz zu finden sein.”28.07.09

michael-rotertAlle Blicke der Zensursula-Kritiker sind derzeit hoffnungsvoll auf Horst Köhler gerichtet. Unterschreibt der Bundespräsident bis Ende der Woche das umstrittene Netzsperren-Gesetz? Ruft er beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe an, um sich Klarheit (sprich Rechtssicherheit) zu verschaffen? Ich habe leider keine Glaskugel zur Hand. Fest steht aber: Wenn Köhler bis Ende der Woche das Gesetz ebenfalls durchwinkt, tritt es am kommenden Samstag in Kraft. Ben Schwan von der taz hat den Stichtag zum Anlass genommen und sich bei Michael Rotert, dem Vorsitzenden des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft eco, nach dem aktuellen Stand der Dinge erkundigt – da der Interessenverband ja schließlich zahlreiche Internet-Dienstleister vertrete.

Demnach musste das Bundeskriminalamt fast schon dazu überredet werden, die Sperrliste “nicht als Excel-Datei” an die Internet-Provider zu schicken, sondern in einem verschlüsselten Format. Außerdem geht Rotert davon aus, dass die Liste innerhalb kürzester Zeit im Netz zu finden sein wird – trotz der angedrohten Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro. Zudem könnten die Domain-Blockaden technisch sehr einfach umgangen werden. Den missbrauchten Kindern sei damit nicht gedient, dass eine Frau von der Leyen sich hinstellt und erzählt, “wie wunderbar die Sperren funktionieren”. Das Problem: Viele Politiker wüssten mit dem Internet nichts anzufangen, deshalb hoffe er auf junge Abgeordnete, die der gesamten Materie offener gegenüber stehen.

Darüber hinaus teile er die Befürchtungen vieler Internetnutzer, dass die einmal errichtete Sperr-Infrastruktur missbraucht werden könnte. Erste Forderungen zum Beispiel von Rechteinhabern seien bereits laut geworden, obwohl sich das Gesetz ausschließlich gegen Kinderpornografie richte. Die Vergangenheit (Stichwort: Autobahnmaut) habe gezeigt, dass die Politik auf dem Standpunkt stehe, “was interessiert mich mein Geschwätz von gestern”. Dies gelte insbesondere für die Zeit nach der Wahl.

(Michael Friedrichs)

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Angst vor den Hardcore-Picknickern: Braunschweig verbietet Flashmob28.07.09

picknickWir ihr alle wisst, sind wir hier bei Basic Thinking ausgewiesene Fans jeglicher friedlicher Flashmob-Aktionen: Gemeinsamer Spontantanz, kollektives Stehenbleiben, Gruppensingen oder rührendes Fremdkuscheln – das alles gehört meiner Meinung nach unterstützt, gehypt oder sonstwie begeistert gepreist! Allem Anschein nach denken jedoch nicht alle so. Zum Beispiel das Ordnungsamt in Braunschweig, das sich nun ritterlich zwischen einem geplanten sommerlichen Get-Together und der kompletten Verwüstung der Stadt geworfen hat.

Aber von Anfang an: Dirk Schadt aus Niedersachsen ruft bereits seit Jahren erfolgreich zum Picknick auf dem dortigen Schlossplatz auf (der übrigens erst kürzlich wieder Schauplatz einer netten Freeze-Aktion wurde). Auch 2009 sollte es nicht anders sein und so trommelte der Mann auf StudiVZ für ein Treffen am 8. August von 16 bis 18 Uhr: schön klassisch mit Deckchen, Stullen und Getränken. Es dauerte nicht lange, bis er Besuch vom Ordnungsamt bekam – seine Adresse habe man sich über Umwege beschafft, in dem unter anderem eine VZ-Gruppenmoderatorin ausgequetscht wurde. Der Mann von der Stadt war allerdings nur der Vorbote, danach machte auch noch ein gewisser Herr Paschen seine Aufwartung: vom Fachbereich Bürgerservice, Öffentliche Sicherheit – zentraler Ordnungsdienst. Das klingt ernst… (weiterlesen …)

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Vorbild Apple: Microsoft will mit eigenen Retail-Stores angestaubtes Image aufpolieren28.07.09

microsoft-retail-store

Der Softwareriese aus Redmond ist auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Dazu will Microsoft in ein paar Monaten pünktlich zum Verkaufsstart von Windows 7 erstmals mit eigenen Ladengeschäften in Erscheinung treten – um die bisherigen Vertriebswege mit einem neuen Kanal zu erweitern und um den Kunden die Produkte aus der schönen Microsoft-Welt näher zu bringen. Auch konkrete Vorstellungen, wie die neuen Konsumtempel aussehen sollen, gibt es bereits. Und welche Überraschung: Das gesamte Konzept ähnelt ziemlich stark den erfolgreichen Retail-Stores von Konkurrent Apple.

Woher die Informationen kommen? Dem US-Portal Gizmodo sind zahlreiche Folien einer Powerpoint-Präsentation zugespielt worden, die ein renommiertes Beratungsunternehmen im Auftrag von Microsoft erstellt hat. Obwohl es sich bei den durchgesickerten Infos lediglich um Studien handeln soll, dürfte das angestrebte Ziel klar sein: Das bestehende Konzept von Apple kopieren und gegebenenfalls noch weiter optimieren.

Ein wichtiger Bestandteil des künftigen Microsoft-Stores soll den Plänen zufolge eine so genannte “Answer-Bar” werden, an der Probleme von Nutzern gelösten werden sollen. Die Idee ist nicht neu. So gibt es in den Apple-Stores mit der “Genius-Bar” bereits ähnliche Anlaufstelle für Kunden, die hier Fragen zu ihren gekauften Apple-Produkten loswerden können. Ebenfalls interessant ist auch die Tatsache, dass Microsoft mit seinen Stores die direkte Nähe zu den Apfel-Läden sucht. Entsprechende Immobilien seien im Vorfeld bereits sondiert worden. Auf Deutschland bezogen könnte es demnach Windows-Shops in München, Hamburg und Frankfurt am Main geben.

Für die gravierenden Ähnlichkeiten spricht zudem, dass Microsoft kürzlich George Blankenship an Land gezogen hat. Der gute Mann war vorher bei Apple unter Vertrag und dort als Vizepräsident für die Flagship-Stores zuständig. Jetzt arbeitet er für die Konkurrenz und berät den Softwarekonzern – drei Mal dürft ihr raten, in welchem Bereich: in Sachen Microsoft-Store.

(Michael Friedrichs)

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Rettung durch die Krake? Google Books und der Datenschutz28.07.09

gogle_booksReden wir ein wenig über Google und die Printkrise: Vor einigen Tagen erschienen auf mehreren Plattformen überschäumende Loblieder auf die Leistung der Suchmaschine – mit einer einhergehenden Verdammung des starrköpfigen bis ruinösen Konservativismus deutscher Verleger und Journalistenverbände. Obwohl in der Sache unstreitbar richtig, fiel im Rahmen der Debatte eine Sache immer wieder unter dem Tisch: Ist Google wirklich die richtige Lösung, um die katastrophale Entwicklung deutscher Printmedien in eine wunderbare Chance für den modernen Journalismus zu verwandeln?

Kritik kam in erster Linie von den Datenschützern, denen die halbherzigen Einräumungen der Befürworter nicht weit genug gingen. Man könne ja auch alles mies reden, schnauzten diese zurück. Dass Google die Sache mit Daten- und Urheberrechtsschutz nicht so ernst nehme, sei schließlich nichts Neues. Das Bild von der bösen Datenkrake wäre aber nur hinderlich bei der Ideenentwicklung und hemme das kreative Sondieren neuer Monetarisierungsstrategien für den Zeitungsmarkt.

Richtig ist: Es gibt keinen Weg an der Suchmaschine vorbei. Doch nur weil die Verlagshäuser vehement an überkommenden Strategien festhalten und sich mehr und mehr ins Abseits manövrieren, bedeutet das nicht gleichzeitig, dass Google im strahlenden Sonnenlicht steht. Es ist bezeichnend, dass zeitgleich zur deutschen Debatte zum Urheberrechtsschutz im Internet amerikanische Bürgerrechtsorganisationen gegen Google auf die Barrikaden gegangen sind. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) fomulierte ein Schreiben (PDF) an Google-Chef Eric Schmidt und forderte ihn auf, geeignete Maßnahmen zu treffen, um den Schutz der Nutzerdaten zu gewährleisten. Konkret geht es um die Digitalisierung von Büchern, von der eine nicht zu unterschätzende Gefahr ausginge. Die EFF gibt mehrere konkrete Beispiele:

Wenn Sie befürchten, ernsthaft erkrankt zu sein, können Sie in einen Buchladen gehen und nach Büchern suchen, die diese Krankheit thematisieren. Erweist es sich als nützlich, kaufen sie es und bezahlen bar. Sie können also davon ausgehen, dass die Krankenversicherungsbeiträge deswegen nicht steigen werden – für Versicherungen gibt es keinen Weg herauszufinden, was sie da eben gelesen haben. (weiterlesen …)

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44.000 Dollar und ein MacBook: So viel ist das Leben eines Apple-Fabrikarbeiters wert28.07.09

foxconnIn der vergangenen Woche sorgte der tragische Tod eines chinesischen Fabrikarbeiters weltweit für Schlagzeilen. Normalerweise wäre dies lediglich eine Meldung für die lokale Tageszeitung gewesen, wenn der 25-jährige Angestellte nicht für Foxconn gearbeitet hätte. Eben jenem Unternehmen, das im Auftrag von Apple jede Menge aktuelle iPod- und iPhone-Modelle produziert. Gerüchten zufolge hatte der Fabrikarbeiter den Auftrag, insgesamt 16 Prototypen eines neuen iPhone an Apple zu übergeben. Der Auftrag nahm eine fatale Wendung, als bei der Auslieferung ein Gerät spurlos verschwand.

Um es kurz zu machen: Apple war verständlicherweise wenig begeistert über den Verlust, ebenso wenig wie der Foxconn-Chef. Interne Ermittlungen wurden aufgenommen und schnell geriet der eigene Mitarbeiter unter Tatverdacht. Seine Wohnung wurde durchsucht. Stundenlange Verhöre folgten. Nach Aussagen von Freunden wurde der Mitarbeiter auch misshandelt. Zu viel für den jungen Mann: Am nächsten Morgen sprang der 25-Jährige aus dem 12. Stockwerk seines Wohnhauses in den Tod.

Nachdem der Fall durch die Medien geisterte und Kritik an der IT-Fabrik laut wurde, meldete sich schließlich auch Apple zu Wort. Man bedauere den Selbstmord des Fabrikarbeiters. Zudem lege man sehr viel Wert darauf, dass Mitarbeiter mit Würde und Respekt behandelt werden. Diese Maßstäbe würden auch für Apple-Zulieferunternehmen gelten.

Auch ein Sprecher des chinesischen Unternehmens hat sich geäußert. Er betonte, dass der interne Sicherheitsdienst den Mitarbeiter nicht misshandelt habe. Natürlich bedauere Foxconn den Tod des jungen Mannes und wolle den Hinterbliebenen unbürokratisch und schnell unter die Arme greifen. Eigentlich eine noble Geste eines zufriedenen Arbeitgebers – in diesem Fall dürfte allerding die Verbesserung des eigenen Rufs im Vordergrund stehen. Mehreren Berichten zufolge sieht es mit den Arbeitsbedingungen in der Fabrik nicht besonders gut aus. Sogar von Menschenrechtsverletzungen ist die Rede.

Wie die New York Times jetzt erfahren hat, hat Foxconn sein Versprechen wahr gemacht und der trauernden Familie geholfen. Demnach hat der Bruder des toten Mitarbeiters umgerechnet 44.000 US-Dollar Schweigegeld erhalten. Für die Freundin gab es lediglich ein neues Apple MacBook. Rückfragen diesbezüglich wurden übrigens verhindert – vom Foxconn-Sicherheitsdienst.

Via: Valleywag

(Michael Friedrichs / Foto: China Labor Watch)

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BlackBerry App World startet am 31. Juli28.07.09

appworldEs gibt gute Nachrichten, denn in Kürze können auch BlackBerry-Nutzer ihren Kollegen und Freunden mit “Hey, guck mal meine neue App”-Sprüchen auf die Nerven gehen: Die BlackBerry App World ist (bald) da! Während RIM-Anhänger in den Vereinigten Staaten schon seit dem ersten April Miniprogramme auf ihre Telefone laden können, soll der Startschuss für das deutsche und österreichische Pendant offiziell am 31. Juli fallen. Mittlerweile wurde der Software-Bestand in der App World auf rund 2.000 Anwendungen aufgestockt, in der Pressemitteilung spricht RIM von einer “Vielzahl von kostenlosen und kostenpflichtigen Lifestyle- und Business-Applikationen”, darunter Helferlein von HRS, Sixt und XING.

Um den Einkaufsbummel zu beginnen, muss der BlackBerry zunächst mit einem Client gefüttert werden, der sich über die App World-Seite per Handy-Browser beziehen lässt. Der Shop selbst ist in kategorien unterteilt, zudem sollen Rankings nach Downloads und Beliebtheit für ein wenig Orientierung suchen. Kleiner Hinweis: Wer Applications kaufen möchte, muss sich zunächst ein PayPal-Konto besorgen. (weiterlesen …)

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Noch einmal billig: Windows 7 für 50 Euro bei Euronics27.07.09

windows7Von den onlinekosten.de-Kollegen schwappte gerade eine Info rüber, die manche von euch – namentlich PC-Nutzer – recht nützlich finden könnten: Nach der eher enttäuschenden Vorverkaufs-Aktion von Amazon, ist Windows 7 bald noch einmal als Schnäppchen zu haben. Diesmal startet Euronics eine neue Abverkaufskampagne: Dazu werden am 29. Juli bundesweit Werbebeilagen verteilt, in denen sich Coupons für das vergünstigte Angebot finden. Für 49,99 Euro ist Windows 7 in der Variante “Home Premium E” dann bei rund hundert teilnehmenden Euronics-Partnern zu bekommen. Auf Nachfrage wurde der Kollegin mitgeteilt, dass es sich zwar nur um ein “kleines Kontingent von Vorverkaufsgutscheinen” handelt – aber immerhin.

Also noch einmal: Ihr schneidet den Coupon aus und bringt ihn mit in den Euronics-Laden: Dort zahlt ihr die 49,99 Euro, wofür ihr Gegenzug eine Vorverkaufsbox inklusive Lizenzcoupon erhaltet. Damit (und der Kaufquittung) marschiert ihr am 22. Oktober wieder in die Filiale und holt euch euer Windows ab.

Wer nun genau das vorhat: Meldet euch mal, wie es gelaufen ist und wie die Verfügbarkeit war.

(André Vatter)

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Witziger werben: Sixt an Ulla Schmidt – “Uns gibts auch in Alicante!”27.07.09

sixt

Haha! Während das ein oder andere Unternehmen mit der Hilfe von Riesenbudgets und teuren Strategien auf der Suche nach pfiffigen viralen Marketingideen ist, hat Sixt sich gerade einmal wieder einen eleganten Werbe-Stunt geleistet. Der Autoverleiher hat sich mitten in die heiße Debatte um Ulla Schmidts (SPD) KFZ-Gau auf der Iberischen Halbinsel gemischt und wirbt fortan mit dem Konterfei der Gesundheitsministerin: “Es gibt Sixt doch auch in Alicante!”, prangt es nun auf der Sixt-Startseite. Angebote gebe es bereits ab 29 Euro am Tag – inklusive Diebstahlversicherung. Clevere Idee – schnell umgesetzt: Klasse! :-P

Via: @mediaDonis

(André Vatter)

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Ungesicherte WLAN-Signale: SEK stürmt falsche Wohnung27.07.09

sekWer noch einen guten Grund braucht, die Signale seines WLAN-Routers zu verschlüsseln – hier ist er: In Recklinghausen stürmte das Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei Münster die Wohnung eines Mannes, nachdem dieser vermeintlich eine Amokdrohung in einem Chat losgelassen hatte. Pech nur, dass der eigentliche Übeltäter der Typ von gegenüber war, der über den ungesicherten Zugang seines Nachbars surfte. Laut der “Allgemeinen Zeitung” haben die Jungs in Schwarz bei ihrem Fauxpas das Apartment des Mannes arg in Mitleidenschaft gezogen: Unter anderem hätte das SEK “dessen Wohnungstür gleich mitgenommen”, kommentierte später ein Polizeisprecher den Einsatz. Vom Schrecken, den der Mann davontrug, nicht zu sprechen.

Deshalb will er sich jetzt zur Wehr setzen, mit einer “umfangreichen Schadensersatzforderung”, die der Polizei Münster nun von seinem Anwalt zugestellt wurde. Die Behörde dachte zunächst nicht daran, zu zahlen: “Durch den Betrieb einer ungesicherten WLAN-Verbindung hat der Betroffene einen Schadensersatzanspruch verwirkt”, ließ die Behörde mitteilen. Das Verhalten des Mannes sei vergleichbar mit jemanden, “der in den Urlaub fährt, Fenster und Türen seines Hauses geöffnet lässt und sich dann wundert, dass in seinem Haus Straftaten begangen wurden”. Am Ende – vielleicht auf Druck des Zeitungsartikels – ist die Münsteraner Polizei dann doch eingeknickt und hat dem falschen Tatverdächtigen einen “angemessenen Betrag” angeboten – natürlich ohne dabei irgendeine Rechtspflicht anzuerkennen.

Ach ja, ihr wollt wissen, was aus dem Nachbar wurde, der im Netz die Amokdrohung tatsächlich vom Stapel gelassen hat: die Polizei hat ihn zunächst einkassiert. Musste ihn dann aber wieder laufen lassen, weil es keine Anhaltspunkte gab, dass an der Sache tatsächlich etwas dran war.

Wer von euch bis hierhin durchgehalten und noch nicht seine Router-Einstellungen gecheckt hat: tut dies jetzt. Eine zertrümmerte Eingangstür und einen Haufen Stiefelabdrücke auf dem Teppich sind das eine – die wilden Spekulationen der Nachbarn und die üble Nachrede der Frau vom Hausmeister das andere. Sichert eure WLAN-Verbindungen.

Via: Fefe

(André Vatter / Bild: Polizei Schleswig-Holstein)

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Bing soll diese Woche noch bei Yahoo! einziehen27.07.09

yahoobing

>> Update siehe unten

Glaubt man den Ankündigungen von “Advertising Age” und ihren Quellen (“executives with knowledge of the situation”), dürfen wir uns schon bald von einer Netzlegende verabschieden: nach 15 Jahren am Markt gibt Yahoo! das Suchgeschäft an Microsoft ab. Künftig sollen die Redmonder mit Bing die hauseigene Suchmaschine von Yahoo! ersetzen. Auf einen solchen Deal haben sich (halbwegs handfesten) Gerüchten zufolge beide Parteien heute geeinigt. Schon diese Woche könnte das Abkommen umgesetzt werden.

Lange Zeit sah es nicht so aus, als ob Yahoo! und Microsoft jemals in dasselbe Bett steigen würden: gescheiterte Übernahmen, allerlei üble PR und ein überzogenes Angebot seitens Yahoo! haben den Schritt zur Kooperation lange erschwert. Nun sollen aber beide Seiten von der Partnerschaft profitieren. Die Aufgaben der bisherigen Yahoo!-Suchmaschine werden demnach komplett von Bing übernommen, während Yahoo! weiterhin die komplette Vermarktung der Suchergebnisse übernimmt. Die Einnahmen würden dann fifty-fifty geteilt.

Was hat Yahoo! davon?
Yahoo! wäre das lästige und vor allem teure Suchgeschäft los und bräuchte sich um technische Angelegenheiten keine Sorgen zu machen. Das Portal würde mit seinen Diensten weiter bestehen, eventuell sogar die Marke “Yahoo!” bei den Suchergebnissen – sofern Chefin Carol Bartz von ihrer Forderung abweicht, einen dicken Scheck als Willkommensgruß von Microsoft überreicht zu bekommen. Yahoo! hat gerade ein Redesign der Startseite gemeistert. Ein “Bing”-Logo sähe da ein wenig schäbig aus.

Was hat Microsoft davon?
Die Redmonder haben sich mit dem Deal in erster Linie eines gesichert: Marktanteile. Trotz des fulminanten Starts hat Bing bisher erst gut fünf Prozent vom Kuchen erobern können. Yahoo! verfügt heute über einen Marktanteil von 9,2 Prozent. Microsoft hätte einen Konkurrenten ausgestochen und befände sich damit direkt hinter Google – das allerdings mit über 80 Prozent derzeit noch ziemlich unangreifbar scheint. Advertising Age spricht sogar von einem baldigen Microsoft-Anteil in Höhe von 30 Prozent (Wo sie aber die Zahlen her haben, kann ich nicht sagen. Meine stammen von Hitslink).

Für die SEM-Leute unter euch noch eine kleine Insider-Info zum Geschäft: Bislang ist noch unklar, ob die Anzeigenplatzierungen von Yahoo (Panama) oder Microsoft (AdCenter) entgegengenommen werden. Letztere Lösung dürfte allerdings bevorzugt werden, da Microsoft mehr Google-like operiert und näher an dem Erfolgsprodukt AdWords dran ist. (weiterlesen …)

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Jenseits 2.0: Neuer Dienst erlaubt post mortem Profillöschungen27.07.09

lmcEr klingt wie ein Kreis für auserwählte Eliten, dabei hat jeder (zahlende) Mensch die Berechtigung, dem “Last Messages Club” beizutreten. Die Idee dazu stammt aus England, wo derzeit eine Debatte über den Tod und das Weiterleben des virtuellen Alter Egos entbrannt ist. Ich meine – Recht haben sie ja: Verwaiste Netzwerkprofile bleiben weiter bestehen, erhalten Pinnwandeinträge, werden mit Spam überregnet, erhalten vielleicht automatisierte Geburtstagsglückwünsche. Die Hinterbliebenen könnten für Abhilfe sorgen, allerdings hat auch nicht jede Witwe eine Liste von Anmeldungen des Verstorbenen inklusiver der Passwörter parat.

The “Last Messages Club” soll es Internetnutzern künftig leichter machen, das digitale Erbe zu verwalten. Dazu können E-Mails hinterlegt werden, die im Todesfall an vordefinierte Adressen geschickt werden. “Sagen Sie ein letztes Mal ‘Auf Wiedersehen’ oder ‘Danke’”, wirbt der Betreiber, der 63-jährige Simon Gilligan aus Littleport. Auch Glückwünsche lassen sich bis ins unendliche Nachhinein verschicken: “Jetzt ist selbst der Tod keine Entschuldigung mehr, um den eigenen Hochzeitstag zu vergessen”, witzelt die “Sunday Times” mit bestem schwarzen Humor. Rechtlich bindend sind die Nachrichten nicht, es ist also nicht möglich, ein Testament post mortem zustellen zu lassen. Doch Informationen wie die Zugangsdaten zu Netzwerkprofilen, Kontodaten, Passwörter zu Mail-Accounts – kurz: alles, was Zeitgenossen einst nie in die Finger kriegen durften, lässt sich nun problemlos über den Äther verschicken.

Damit die Nachrichten auch wirklich erst dann an den Adressaten gehen, wenn der Absender das Zeitliche gesegnet hat (an dieser Stelle möchte ich meine Verwunderung über all die vielen Synonyme und Euphemismen zum Thema Tod zum Ausdruck bringen), wurde ein mehrstufiges Absicherungssystem ersonnen: Der Kunde benennt bei Vertragsabschluss eine Vertrauensperson, die den Dienst im Todesfall informieren soll. Der Last Messages Club sendet dann Mails an alle vorher angegebenen Hinterbliebenen und bittet um eine Bestätigung. Sofern mindestens zwei von ihnen ihr Okay geben, ist die Nachricht aus dem Jenseits frei geschaltet. Gleichzeitig wird auch der Verstorbene per SMS über die Aktivierung benachrichtigt – nur zur Vorsicht, vielleicht haben sich die Verwandten ja nur einen Scherz geleistet. (weiterlesen …)

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Matthias Güldner und die unerträgliche Leichtigkeit des Internet27.07.09

matthias-gueldnerDer Fraktionsvorsitzende der Grünen Bürgerschaft in Bremen hat sich gestern in der WELT als ausgezeichneter Kenner der Zensursula-Materie geoutet und damit nicht nur innerhalb seiner Partei für viel Beifall gesorgt. Ironie: Ende – obwohl das Thema eigentlich gar nicht zum Lachen ist. Matthias Gülder hat am Sonntag in der Springer-Tageszeitung einen Kommentar zum Thema Internetsperren veröffentlicht und darin kundgetan, was er von der ganze Sache – speziell von den Kritikern von Internetsperren – hält. Hier ein kleiner Auszug:

Die Auseinandersetzung um die Internetsperren dreht sich im Kern aber gar nicht um die – bisher konsensuale – Bekämpfung der Kinderpornographie. Es geht vielmehr knall hart um Definitionsmacht in Zeiten der Virtualisierung der Welt. Ihre Anhänger kämpfen mit hoch effektiven Mitteln für die Rechtsfreiheit ihres Raumes. Wer sich in ihre Scheinwelt einmischen will, wird mit Massenpetitionen per Mausklick weggebissen.

Interessant, wie ein gewählter Volksvertreter eines Länderparlaments ein demokratisches Instrument des Deutschen Bundestages bezeichnet. Ich möchte zu gerne wissen, wie er die mehr als 130.000 Mitzeichner bezeichnen würde. Als unmündige, realitätsfremde Bürger, die wie er von dem Thema keine Ahnung haben? Als potentielle Täter, die weiterhin ohne Stoppschild auf den entsprechenden Webseiten surfen möchten? (weiterlesen …)

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Basic Sunday: Lucasfilm Games – Benutze Hamster mit Mikrowelle26.07.09

lucasfilm

Ein junger Mann sitzt mit glasigen Augen vor seinem Rechner. Neben sich zwei weitere Personen, die ebenfalls gebannt auf den Bildschirm starren. Die Augenpaare wandern immer wieder hin und her, doch gesprochen wird in diesem Moment überhaupt nicht. Während sich der Tisch mit allerlei Essbarem gefüllt hat, wird in den letzten zwei Stunden fast nur noch Cola konsumiert. Viele Diskussionen hat es gegeben, Streit sogar. Doch auch nach so langer Zeit ist noch immer keine Hilfe in Sicht. Es wäre ja zu einfach, die letzte “Amiga Joker” heraus zu kramen und sich die Komplettlösung reinzuziehen. Nein, so tief sind wir noch nicht gesunken. Es muss doch eine Möglichkeit geben, diesen verfluchten Stan noch ein wenig mehr herunter zu handeln. Ich habe im echten Leben noch nie einen so penetranten (und auch hartnäckigen) Verkäufer gesehen. Im wahren Leben hätte ich ihm wahrscheinlich schon eine geknallt. Aber hier ist das nicht so einfach. Immer und immer wieder handeln und fluchen wir, bis es nach einer Stunde endlich geschafft ist. Das Schiff gehört uns. Auf nach Monkey Island!

(weiterlesen …)

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Das Sommerloch, der Tagesschau-Blog und die Kritik an dem neuen ZDF-Studio24.07.09

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Wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. In diesem Fall die Leser des Tagesschau-Blogs. Was ist passiert? Vor ein paar Tagen hat sich Kai Gniffke in seiner Funktion als Tagesschau Aktuell-Chefredakteur im hauseigenen Blog über die Ankunft des Sommerloches und dessen Auswirkungen ausgelassen.

Wir hatten gehofft, es würde uns in diesem Jahr verschonen. Schließlich sind in zwei Monaten Bundestagswahlen. Außerdem sorgten ja die Kieler Schmierenkomödianten dafür, dass wir in den letzten Tagen Politisches (bzw. das, was Carstensen und Stegner dafür halten) zu senden hatten. Doch heute öffnete das Sommerloch erstmals für diese Saison sein sonnendurchflutetes Maul. Natürlich gab auch heute wieder die Weltlage so viel her, dass man ohne aufzufallen eine Viertelstunde Tagesschau achtbar füllen konnte. Aber wenn wir ehrlich sind, hätte man jedes, ja wirklich jedes unserer heutigen Themen auch lassen können. Alles reine Kann-man-machen-Nummern. […] Da schaut man sich gerne mal an, was den Kollegen der anderen Nachrichtensendungen einfällt. Habe schon gewitzelt, ob wir im Erklärraum (gemeint ist das neue ZDF-Studio) heute ein 3D-Modell des Sommerlochs sehen. […] Für morgen sieht es nicht besser aus – das wird wieder ein zähes Ringen um brauchbare Themen. Übermorgen hingegen ist wieder die Kieler Laienspielschar an der Reihe. Dann haben alle den gleichen Aufmacher. (weiterlesen …)

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