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Archive for 08.2009

Erzbischof Nichols: MySpace und Facebook “entmenschlichen” die Jugend03.08.09

facebookNormalerweise würde die seriöse Presse solche Stimmen niemals aufschnappen – doch es gähnt nun einmal das Sommerloch und deshalb bekam wieder mal ein Geistlicher die Gelegenheit, sich öffentlich und ausführlich über sein Verständnis eines christlichen Internet zu äußern. Aufgrund seines munteren Unterhaltungspotentials will ich ausnahmsweise die Worte des Erzbischofs von Westminster, Vincent Nichols, im Folgenden wiedergeben.

Seite Kritik trifft in erster Linie die jungen Nutzer von Social Communities. Ihr Antrieb sei die Suche nach “flüchtigen” Freundschaften – je mehr, desto besser: auf die Qualität der zwischenmenschlichen Bindungen werde kaum mehr Wert gelegt. “Freundschaft ist keine Massenware”, sagte er der Times. “Freundschaft ist harte Arbeit und beständig.” Durch E-Mails und SMS würden die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen verkümmern. Der “entmenschlichende” Einfluss der Communities mache es ihnen immer schwerer, die Stimmung und Körpersprache von anderen einzuschätzen. “Vielleicht tragen Facebook und MySpace bei der Community-Bildung bei – doch ich bleibe misstrauisch.”

Letztlich wäre es ja so: Unter jungen Leuten sei das “Trauma flüchtiger Beziehungen” der Schlüsselfaktor für den Selbstmord. “Sie werfen sich in eine Freundschaft oder ein Netzwerk voller Freundschaften, dann bricht dieses zusammen und sie sind am Boden zerstört.” Damit nimmt Nichols Bezug auf den Suizid der 15-jährigen Megan Gillan, die zuvor im Bebo-Netzwerk heftig gemobbt wurde. Der Streit zwischen ihr und den Mitschülern hatte übrigens seinen Ursprung im Klassenzimmer gehabt.

Da es leicht ist, auf die konservativen Moralvorstellungen der Katholiken zu schimpfen (wobei: jetzt wo sie dick im Tabak-, Rüstungs- und Verhütungsmittelgeschäft sind…) will ich versuchen, ein paar sachliche Gegenargumente zu bringen. (weiterlesen…)

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Das THX-Soundlogo: 2.000 Zeilen Code, die das Fürchten lehren03.08.09

thx

Bitte nehmen Sie Ihre Plätze ein, stellen Sie den Sitz gerade und klappen Sie die Tabletts hoch: Wir spielen jetzt den THX-Logo-Sound (mp3). Ich bin gerade bei Metafilter über einen kleinen Info-Eintrag zum Thema gestolpert und dachte, ich teile das Wissen mit euch, damit ihr beim nächsten Klugscheißen nicht den Kürzeren zieht.

Also: Das Qualitätssiegel THX gibt es seit der Premiere von “Die Rückkehr der Jedi-Ritter” im Jahr 1983. Was viele verwechseln: Bei THX handelt es sich um kein Tonsystem (wie meinetwegen Dolby Surround), sondern vielmehr um die Definition eines bestimmten Raumklangs in Kinosälen – die Technik ist da erst einmal zweitrangig. Übrigens ist auch die Herkunft des Kürzels “THX” nicht ganz gewiss: einige sagen, es stammt von “THX 1138“, dem ersten (ziemlich durchgedrehten) Spielfilm von George Lucas. Es könnte aber auch für “Tomlinson Holman’s Experiences” stehen. Tomlinson Holman war maßgeblich an der Entwicklung des THX-Normensystems für den Sound beteiligt.

Um den Zuschauern zu zeigen, dass betreffende Kinos den Sound auch tatsächlich so abbilden können, wie es vom Regisseur beabsichtigt ist, wurde die bis heute bekannte Audio-Marke für den Filmvorspann entwickelt: ihr eigentlicher Name lautet “Deep Note“. “Das THX-Logothema besteht aus 30 Stimmen über sieben Takte, die in einem niedrigen Bereich von 200 bis 400 Hertz beginnen, und langsam auf vordefinierte Höhen über drei Oktaven ansteigen”, heißt es unter anderem in der damaligen Schrift für das Patentamt. Komponiert wurde der Sound übrigens von James A. Moorer, der später über sein Werk sagte: “Ich würde gerne behaupten, dass der THX-Sound das bekannteste Stück der computergenerierten Musik der Welt ist. Das kann stimmen – oder nicht, doch es klingt cool.” Moorer benötigte etwa 2.000 Zeilen Code, um den Zuschauern die Haare zu Berge stehen zu lassen. (weiterlesen…)

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Nach Bing-Deal: Yahoo! testet neue Ergebnisseiten03.08.09

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Der Deal mit Microsoft ist noch nicht in trockenen Tüchern (der US-Wettbewerbshüter muss noch zustimmen), da tauchen bereits erste Veränderungen im Yahoo!-Frontend auf. Laut Search Engine Land testet die Suchmaschine ein neues Redesign der Ergebnisseiten (hier als Vergleich die bisherige Version): strenger an das neue Design der Startseite – und Bing – angelehnt. Der obige Screenshot tauchte am Wochenende auf Flickr auf und zeigt eine deutlich aufgeräumte Ergebnisliste. Sowohl das Logo als auch das Search Pad sind auf die linke Seite gerutscht, zudem wurde das Suchfenster weiter in den Vordergrund gerückt.

Im Vorfeld der Kooperation war spekuliert worden, ob Yahoo! das Logo in der Suche weiterverwenden darf oder es durch den Bing-Schriftzug ersetzt wird. Eine definitive Antwort auf diese Frage liefert der Screenshot allerdings nicht: Es scheint sich zunächst um einen Testballon zu handeln, der auch noch nicht für alle Nutzer sichtbar ist.

Update
Kurze Info, die mir gerade Yahoo! hat zukommen lassen: Das Yahoo!-Signet wird in auch in der Suche weiter bestehen. Dafür wird am Ende jeder Ergebnisseite “powered bei Bing” stehen.

Via: Search Engine Land

(André Vatter)

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Basic Sunday: Die Geschichte des Stefan H.02.08.09

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Es ist ein grauer Sommertag. Irgendwie liegt heute etwas in der Luft. Ich kann nicht sagen, woran es liegt, aber irgend etwas ist heute anders als sonst. Vielleicht liegt es daran, dass heute weniger Menschen auf den Straßen sind. Aber es ist kein Sonntag. Einzelne Gestalten ziehen an mir vorüber – austauschbar wie jeder andere Mensch in den Gassen. In Gedanken versunken wandele ich zwischen den Häusern umher, blicke mich hier und da um und habe ein so merkwürdiges Gefühl im Bauch. Ich fühle mich beobachtet, aber so sehr ich mich auch drehe und wende entdecke ich niemanden, der es auf mich abgesehen hätte. In den Zeitungen vor einigen Wochen habe ich von der Zerstörung von Büchern gelesen, von einer staatlichen Überwachung, die auch vor Freunden und Familien keinen Halt macht. Mein Telefon, so heißt es, würde abgehört und vor einigen Tagen ist die Wohnung neben mir von einen Tag auf den anderen frei geworden. Etwas stimmt hier nicht und doch kann ich nicht sagen, was es ist.

Sicher – es gibt Gerüchte hier und da, aber diese kommen nur von einzelnen Menschen, die sich nicht scheuen, ihre Meinung zu sagen. Aber sie sind eindeutig in der Minderheit. Der Großteil scheint sich nicht dafür zu interessieren, was momentan vor sich geht. Ich gehe zum Marktplatz und kaufe mir eine neue Zeitung. 24 Seiten lang – scheint also doch noch eine Menge auf der Welt zu passieren. Ich blättere herum und entdecke einen Artikel, der meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Anscheinend wurde ein neues Gesetz verabschiedet. Um dem Verbrechen Einhalt zu gebieten, wurden der Polizei nun außerordentliche Rechte eingeräumt. Die Staatsdiener verfügten nun wohl über umfangreiche Vollmachten. Details gibt es keine. Und auch der Artikel selber ist erst auf Seite 21 zu finden, neben den Kreuzworträtseln. Ein so wichtiges Thema in neun Sätzen abgefrühstückt? Langsam zweifle ich an mir selbst. Noch einmal blättere ich die Zeitung durch. Nichts weiter zu finden. Was in Gottes Namen ist hier los?

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