"Arbeit", "Essen", "Schlafen": Microblogger sind Langweiler

André Vatter

twitter

Na, ihr lieben Twitter-Hasser – dann wetzt mal die Kommentar-Feder! Das Helsinki Institute for Information Technology HIIT will in einer aktuellen Studie herausgefunden haben, dass Nutzer von Microblogging-Plattformen alle Mühe damit haben, ihre Follower zu unterhalten. Die Top-5 der dort am häufigsten verwendeten Vokabeln seien „arbeite“, „zuhause“, „Arbeit“, „Mittagessen“ und „Schlafen“. Für viele Nutzer sei es eine Gratwanderung: Auf der einen Seite erhalten die meisten von ihnen täglich Kommentare auf ihre Postings, was die Motivation zum Schreiben erhält. Auf der anderen Seite wissen sie aber genau, dass alles öffentlich ist und vermeiden daher allzu private Einträge. Die Forscher halten dies für die Gründe für die große Anzahl nichtssagender Posts.

Bevor ihr aber nun zustimmt oder protestiert, sollte ich noch erwähnen, dass die Microblogging-Studie nicht auf Twitter gemacht wurde, sondern auf Jaiku. Das Google-Projekt wurde Anfang des Jahres abgeschossen und zu Open Source erklärt. Die Entwickler der Suchmaschine kümmern sich heute nur noch sporadisch um das Projekt – nämlich in ihrer Freizeit. Das also ist eine Einschränkung, die wir machen müssten. Ingesamt wurden 400.000 Jaiku-Postings ausgewertet. Dabei wurde auch herausgefunden, dass sich Neulinge schnell entmutigen lassen: Wer frisch auf der Plattform ankam und es nicht in kürzester Zeit schaffte, sich eine Publikum zu erschreiben, meldete sich schnell wieder ab. Eine kleine Gruppe etablierter Nutzer schaffte es hingegen zeitweise, rund die Hälfte aller Kommentare für sich zu verbuchen.

Na, dann machen wir mal unsere eigene kleine Umfrage zum Thema:

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.