Palm Pre und iTunes werden sich wohl nie mehr verstehen
Lange Gesichter bei den Palm Pre-Nutzern – und all denjenigen, die hier in Deutschland vielleicht am 13. Oktober zuschlagen wollen. Es geht um die Kompatibilität mit iTunes: Der Streit zwischen Palm und Apple schwelt ja schon seit einiger Zeit, Palm hatte seinen Kunden beim Marktstart des Pre versprochen, dass das Synchronisieren von Musik mit iTunes möglich sei. Apple war angesichts der (zugegeben frechen) Bedienungsmentalität irritiert, doch es bestand die berechtigte Hoffnung, dass man Palm gewähren ließe: immerhin verdient Apple ja auch an dem ein oder anderen MP3-Verkauf.
Doch es half alles nichts: Zuerst erschien ein warnender Support-Artikel, dann schmiss Apple bei einem neuen iTunes-Update (iTunes 8.2.1) sämtliche Fremdgeräte aus der Kompatibilitätsliste. Palm grübelte nur kurz und kam dann zu dem Schluss, dass man iTunes als ein überzeugendes Verkaufsargument nicht kampflos aufgeben wolle. Also besserte man wiederum selbst nach und veröffentlichte Palm WebOS 1.1 für den Pre. Die neue Firmware umging die Sperre, indem durch die Angabe eines Warencodes vorgegaukelt wurde, dass es sich bei dem angeschlossenen Gerät um ein iPhone oder einen iPod Touch handele. Die Nutzer waren damit wieder in der Lage, Musik zwischen iTunes und Handy hin- und herzuschaufeln.
“Das kann ja wohl nicht wahr sein!” polterte es daraufhin aus Cupertino und Apple schob mit iTunes 9 dem Pre endgültig einen wütenden Riegel vor. Palm reagierte knatschig und reichte beim USB Implementors Forum eine Beschwerde ein. Die obersten Schnittstellenwächter ließen sie allerdings nach kurzer Bedenkzeit abblitzen: Apple habe jedes Recht, Wettbewerbern den Zugang zur eigenen Software zu verwehren.
Nun, vor wenigen Tagen, hat Palm erneut eine neue Firmware (1.2) vorgelegt und Pre-Besitzer sehnten daumendrückend den Moment herbei, ihr Handy wieder per iTunes beladen zu können. Aber Pustekuchen… Wie der AppleInsider berichtet, würde der Musik-Client den Pre auch weiterhin nicht mehr erkennen. Stattdessen bringt Palm OS 1.2 Unterstützung für den Amazon MP3 Store. Auf der offiziellen Produktseite zum Pre steht weiterhin “Compatible with iTunes v8.2″ – nun allerdings mit dem Zusatz: “Compatibility with future versions not guaranteed.” Nach dem Hin und Her lässt sich vermuten, dass Palm den Kampf gegen Apple endgültig aufgegeben hat – in Sachen iTunes zumindest.
Update, 5. Oktober
Unglaublich – aber wahr! Palm hat gerade ein neues Update der Firmware (1.2.1) nachgeschoben, das laut den Release Notes wieder die Kommunikation mit iTunes ermöglichen soll. Sobald Apple reagiert hat, schauen wir uns die Sache noch einmal im Detail an.
# Resolves an issue preventing media sync from working with latest version of iTunes (9.0.1).
(André Vatter)
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Wann wird endlich Apple (wie Microsoft) von der EU gezwungen Schnittstellen freizugeben, sodaß man endlich iPod und iPhone auch ohne iTunes nutzen kann …
man kann nur von glück sprechen dass das pre nichts mit itunes zu tun haben wird.
aber diese restriktionspolitik zeigt apple mal von der tatsächlichen seite, fernab von imagekampagnen. vielleicht checken so langsam auch die langsamen dass apple nicht die good-company von einst ist und spätestens seitdem der letzte bwl-student mit seinem überteuerten macbook rumläuft dürfte der “coolness” faktor auch fott sein.
Während MS sich langsam zu öffnen scheint ist jeder Apple-Kauf leider ein totales Lock-In Geschäft…
1. Hersteller A kapert die proprietäre Software von Hersteller B.
2. Hersteller B wehrt sich.
3. Hersteller A umgeht die Sperre, mit der sich Hersteller B wehrt.
4. Hersteller B schließt die Lücke im Programm endgültig, die Hersteller A den Zugriff möglich macht.
5. Hersteller A beschwert sich bei einer unabhängigen Instanz.
6. Die Beschwerde wird abgewiesen.
Findet jemand das Fehlverhalten von Hersteller B? Ich jedenfalls nicht.
Palm hatte ja sogar öffentlich gemosert, dass es kein ordentliches “Synchronisationserlebnis” mehr ohne iTunes gäbe. Wäre nicht eher Palm in der Pflicht dieses seinen zahlenden Kunden zu ermöglichen? Palm hätte nicht nur die Möglichkeit eigene Software zu veröffentlichen, sondern könnte auch Open Source-Projekte, wie Songbird unterstützen oder einen entsprechenden Nutzungsvertrag mit Apple abschließen. Als ob iTunes die einzige Möglichkeit zur Synchronisierung wäre…
Aber gut, das ganze betrifft mich ohnehin nicht, insbesondere so lange mein Alt-Ipod problemlos mit Songbird synchronisiert.
@Teo: Nette Zusammenfassung. :)
Vielleicht hätte ich für die Übersicht auch eine Grafik oder so einfügen sollen – mit gaaanz vielen Pfeilen.
@Hendrik: MS lässt das wahrscheinlich zu, weil der hauseigene Player Zune weit weniger weit verbreitet ist, als der iPod. Ich halte iTunes übrigens ganz und gar nicht für ein Kaufargument für einen iPod, ganz im Gegenteil. MS kann ja gern so handeln, aber wenn sie das ohne Restriktionen Dritter tun, wieso soll anderen dieses Verhalten dann aufgezwungen werden? Das verstehe ich nicht so recht.
- Natürlich kann man das der Vorteil von iTunes in dem Fall ist meines wissens eigentlich nur das man so etwas wie ein Backup auf dem Rechner hat.
Aber bei Apple ist das eben einfach so. Das ist nicht so schlimm. Schließlich sind die sperrenden Fensterchen schick designed…
ok, ich hätte das vielleicht genauer schreiben sollen …
prinzipiell denke ich, dass es einem hersteller erlaubt sein sollte eine software nur für seine geräte zu erstellen und vertreiben – allerdings sollte die schnittstelle für das iPhone offen sein, dass man nicht gezwungen ist iTunes zu verwenden …noch dazu ein iTunes, über welches standardmäßig mal der safari installiert wird …
und das argument mit “microsoft hatte monopol und apple nicht” ist zumindest im bereich der mp3player eher nicht zu verwenden …
[...] dass das nächste Palm, das Palm Pre, nicht mit iTunes synchronisiert werden kann. Auch bei basicthinking.de ist man sich sicher, dass sich Apple und Palm nicht so schnell mehr anfreunden werden. [...]
http://www.phonenews.com/palm-.....sync-9159/
Wollen die Palmis den Äpfeln wirkich das Geld zwangsweise in den Hintern pusten?
Wenn die Äpfel die Kohle der Palm-Kunden nicht brauchen/wollen, dann sollte man ihnen das nicht aufzwingen, sondern jemanden suchen, der offen kooperiert und sich über neue Kunden freut.
Das ist ja grad wie mit den Leuten, die zwanghaft versuchen in einen Club mit Türsteher zu kommen, der sie abweist.