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Archive for 09.2009

Überarbeitete AGB: Twitter rüstet sich für die Vermarktung11.09.09

twitter-logoIch sage euch: hiermit biegt Twitter in die heiße Phase ein. Mitgründer Biz Stone hatte im Mai bereits angekündigt, bei dem Microblogging-Dienst spätestens zum Ende des Jahres die Ernte einzufahren und endlich mit der Vermarktung zu beginnen. Dank der neuen Änderungen an den AGB, die heute Nacht gemacht wurden, wurde der Plattform nun ein klares Regelsystem zur Seite gestellt, das sowohl Twitter, den Nutzern als auch künftigen Werbern mehr Sicherheit bieten soll.

Vier Themenkomplexe hat Stone dabei besonders in den Mittelpunkt gerückt:

1. Werbung
Twitter behält sich jedes Recht vor, Werbung schalten zu dürfen. Diese Tatsache wurde noch einmal tiefer in den AGB verankert: “Der Dienst darf Werbung beinhalten, die auf die (Nutzer-)Inhalte, die Informationen des Dienstes, Suchanfragen, die durch den Dienst gemacht werden, oder andere Informationen abgestimmt ist.” Dass Stone den Punkt “Werbung” an oberste Stelle rückt, erstaunt ein wenig, hatte er doch früher immer gesagt, dass Werbung nicht interessant genug sei, die Nutzer nerven könnte und darüber hinaus kein Twitter-Angestellter Ahnung davon hätte, wie so etwas zu bewerkstelligen sei. Zusätzliche Premium-Dienste für kommerzielle Nutzer sollten stattdessen für den Geldfluss sorgen. Anscheinend wird dieser Strategie jetzt doch wieder weniger Gewicht zugeteilt.

2. Besitztum
Nachdem Facebook in diesem Jahr die eigenen AGB um die Ohren geflogen sind, als hunderttausende Nutzer protestierend gegen Änderungen vorgingen, nach denen sämtliche selbst produzierten Inhalte der Plattform gehören sollten, hat Twitter hier leisere Töne angeschlagen. Eine kleine Einschränkung gibt es aber auch hier: Laut den überarbeiteten Regeln gehören die Tweets zwar den Nutzern, jedoch sichert sich Twitter das Recht, sie jederzeit “benutzen, kopieren, verarbeiten, übernehmen, verändern, veröffentlichen, übermitteln und vertreiben” zu können. Für Targeted Marketing wäre dies eine weitere Voraussetzung. Im Umkehrschluss stellt Twitter klar, dass jeder Nutzer also auch selbst für die Inhalte verantwortlich ist, die er online stellt.

3. Schnittstellen
Die Twitter-API bleibt offen für alle. Die Schnittstelle des Dienstes ist einer der Gründe für den Erfolg der Plattform: Tausende Entwickler haben mittlerweile ebenso viele Dienste, Clients und andere Programme für Twitter geschrieben, über die sich Tweets, Follower und Themen verwalten lassen. Da die derzeitigen Regeln für die API noch ein wenig mau aussehen, will der Betreiber hier bald noch einmal nachbessern. Bislang müssen Nutzer, die APIs nutzen, klar identifizierbar sein und ihre Erlaubnis gegeben haben, dass über den jeweiligen Dienst Tweets verschickt werden dürfen. Zu den Bestimmungen zählt ebenfalls, dass sich einmal abgeschickte Tweets nachträglich nicht mehr ändern lassen.

4. Spam
Tweet-Müll ist zu einem großen Problem auf Twitter geworden: Wer sich darüber freut, dass er eine bestimmte Marke an Followern geknackt hat, sollte einmal den Verfolgerbaum schütteln – es fallen garantiert viele werbende Fake-Accounts heraus. Was Nutzer nervt, ist gleichzeitig teures Gift für Werber, die ihre Botschaften an tote Spam-Bots aussenden würden. Also, Schluss damit! Spam ist offiziell – und nun noch einmal mit Nachdruck – verboten. Nach den neuen Grundsätzen gibt es eine Reihe von Sanktionen gegen Spammer. Übrigens zählen dazu auch solche, die sich einen Account unter dem Namen eines anderen – vielleicht sogar eines Promis anlegen. Ebenso dürfen Follower auch nicht mehr “verkauft” werden. Twitter hat eine interessante Liste von Kriterien aufgestellt, anhand derer sich Spam identifizieren lässt. Jeglicher Verstoß wird mit “permanentem Bann” geahnent. Wie man das durchsetzen will, ist mir allerdings schleierhaft. Derjenige legt sich einfach eine neue Mail-Adresse an und beginnt von vorne.

Das sind die überarbeiteten AGB. Man merkt, dass Twitter langsam erwachsen wird. Für den braven Nutzer wird sich dadurch nicht viel ändern, doch das Unternehmen hat ein wenig mehr Rechtssicherheit für das Kommende gewonnen. Wie die Regel-Tweaks von der Community aufgenommen werden, könnt ihr hier sehen.

(André Vatter)

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Der Tag, an dem eine Taube gegen das Breitbandnetz gewann10.09.09

winstonDas Wettrennen trug sich in Durban, Südafrika zu. Die dort ansässige Firma Unlimited IT betreibt mehrere Callcenter in der Gegend, mehrmals in der Woche ist es da nötig, größere Datenpakete zwischen den einzelnen Standorten auszutauschen. Die bisherige Lösung, nämlich sich dafür auf die ADSL-Leitung des Marktführers Telkom zu verlassen, frustrierte die Firma jedoch zusehends. Die Leitung gab nicht viel her, die Datenübertragung brauchte jedes Mal Stunden. Das veranlasste einen Mitarbeiter zum wütenden Schimpfen: “Da wäre ja sogar ne Brieftaube schneller!” Als die Unternehmensführung von dem Wutausbruch Wind bekam, war man begeistert: “Wir halten uns für recht innovativ – also haben wir beschlossen, dieses Statement einem Test zu unterziehen”, sagte ein Firmensprecher später im Interview.

Man machte sich also daran, einen kleinen Regelkatalog für das Rennen auszuarbeiten, in dem unter anderem die Punkte “Keine Katzen” und “Vogelkörner dürften keine leistungssteigernden Stoffe enthalten” aufgenommen wurden. Gestern war es dann soweit. Als Flugtransporter wurde die elf Monate alte Taube Winston ausgewählt. Dem Täuberich wurde ein Speicher-Stick mit vier Gigabyte umgehängt, der Startpunkt war eine vom Hauptquartier etwa 80 Kilometer entfernen Filiale. Als Winston abhob, wurde gleichzeitig der Upload gestartet.

Der Vogel brauchte eine Stunde und acht Minuten, um sein Ziel zu erreichen. Dann dauerte es noch einmal eine knappe Stunde, bis die Daten auf die entsprechenden Rechner aufgespielt waren. Der Upload war zu diesem Zeitpunkt bei mageren vier Prozent der Gesamtdatenmenge angekommen.

Südafrika ist seitdem im Freudentaumel, Winston wird als absoluter Überflieger gefeiert. Auch eine eigene Facebook-Gruppe hat er bereits. Für den Anbieter Telkom sieht die Sache nicht ganz so rosig aus; der zugefügte Image-Dämpfer dürfte schmerzen. Umso heftiger hat ein Unternehmenssprecher nun gegen den Ausgang des Wettrennens protestiert. Es sei nicht die Schuld des Anbieters, dass Unlimited IT mit geringer Bandbreite zu kämpfen habe. Man habe bereits mehrere Vorschläge gemacht, wie eine Besserung herbeizuführen sei. Doch habe man diese nicht umgesetzt.

(André Vatter)

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Google macht die Suche größer10.09.09

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Wie viele von euch haben heute nach einer Suchanfrage zurückgeblättert und sich dann das Eingabefeld noch einmal genauer angesehen, um danach zu stutzen und unter den Browser-Einstellungen den Schriftgrad wieder auf “normal” zu setzen – ohne Ergebnis? So ging es mir jedenfalls am Morgen und jetzt weiß ich auch, was sich da verändert hat:

Now S-U-P-E-R-sized nennt Google den jüngsten Tweak auf seinen Seiten. Das Unternehmen hat tatsächlich das Kerngeschäft wieder in den Blick genommen und fand es an der Zeit, die Suche prominenter in Szene zu setzen. Dazu wurden die Eingabefelder und Buttons sowohl auf der Homepage als auch auf den Ergebnisseiten deutlich vergrößert (iGoogle ist übrigens nicht davon betroffen). Also nicht wundern…

(André Vatter)

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Chicken Nugget Lemon Tooty: Kinder-Bilder werden neu interpretiert10.09.09

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Isaac ist zehn Jahre alt, Grace ist neun und Lili – die Jüngste – ist gerade einmal sechs. Doch was die drei gemeinsam mit ihrem Papa auf die Beine gestellt haben, ist für ihr Alter schlichtweg phänomenal. Sie haben ihr eigenes Blog, es heißt “Chicken Nugget Lemon Tooty“. Seit 2006 zeigen die drei hier mit ein wenig Hilfe des Vaters ihre künstlerischen Ergüsse: Zeichnungen, Skizzen, kleine Gemälde oder Scherenschnitte, die sie in der Schule, zuhause oder im Rahmen des Illustration Friday (jeden Freitag ein neues Thema) angefertigt haben. Ich gebe mal ein Beispiel: Gracie hat in der Schule etwas über Bartenwale gelernt: Dass sie keine Zähen haben und ihnen dafür lange Barten von der Oberlippe hängen. Und dass sie ihre Nase oben auf dem Kopf haben. “Das wäre komisch, wenn ich eine Nase auf dem Kopf hätte”, stellte Gracie in ihrem Schulheft fest und malte ein Bild, wie so etwas aussehen könnte. Übrigens: Wenn die jungen Künstler Zeit haben, lassen sie sich auch einmal zu einer Buchbesprechung hinreißen, doch das kommt nicht zu häufig vor.

Da Chicken Nugget Lemon Tooty nun sein dreijähriges Jubiläum feiert, kam der Papa (der selbst ein Comic-Zeichner ist) auf die Idee, die mittlerweile riesige Fanbase zu mobilisieren: Die Aufgabe bestand darin, Bilder der drei Kinder durch eigene Illustrationen neu zu interpretieren. Hammer kann ich da nur sagen. Die Ergebnisse seht ihr in diesem Blog-Post.

Via: Metafilter

(André Vatter)

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Internetzensur: Anonymous erklärt Australien den Krieg10.09.09

anonymousEs herrscht Cyberwar in Down Under. Alles begann damit, dass die Science Fiction-Sekte Scientology öffentlich eine angebliche Diffamierungskampagne gegen ihre “Kirche” scharf kritisierte. Mit einem mehrseitigen Schreiben an die australische Menschenrechtskommission forderte Scientology die Regierung auf, geeignete Off- und Online-Maßnahmen zu treffen, um einen Image-Absturz zu verhindern. Dafür müsse ein umfassender Zensurapparat im Internet etabliert werden. Zu den genannten Vorschlägen zählt das Verbot von Anonymisierungs-Tools für die Registrierung von Domain-Namen, auch soll die “Herabwürdigung von Religion” mit Haftstrafen belegt werden. Außerdem soll nach den Plänen jede Form von Religionskritik verboten werden, die von Leuten verübt wird, die mittels Masken ihre Identität verbergen: sämtliche “Hass-Gruppen” mit “Cyberterroristen” gehörten verfolgt, die “böse Hasskampagnen” gegen die Organisation fahren, die “der Demokratie widersprechen”.

Bei der letzten Forderung hatte Scientology vor allem eine Gruppe im Visier. Die Netzaktivisten von Anonymous machen seit Monaten Stimmung gegen den L. Ron Hubbard-Verein. Anonymous formierte sich Anfang 2008 als globaler Gegenspieler von Scientology, nachdem die Sekte ein unliebsames Video des Vorzeige-Mitglieds Tom Cruise aus dem Netz entfernen wollte. Anonymous reagierte umgehend auf die Zensurversuche und kündigte nichts Geringeres als die “Vernichtung” von Scientology an. Seitdem schwelt der Streit zwischen beiden Parteien – auf Veranstaltungen und Demonstrationen. Vor allem aber auch im Internet.

Der jüngste Vorstoß der Scientologen traf bei der australischen Regierung wider Erwarten nicht auf reflexartige Empörung. Im Gegenteil: Das Kabinett des Premierministers Kevin Rudd tüftelt bereits seit einiger Zeit an einem ausgeklügelten Netzsperrensystem. Die Scientology-Forderung brachte bei Anonymous das Fass zum Überlaufen. Innerhalb weniger Stunden, nachdem das Schreiben bei der Menschenrechtskommission eingegangen war, meldeten sich die Aktivisten zu Wort: (weiterlesen…)

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Rechtsstreit beigelegt: VZ erkauft sich Freundschaft mit Facebook10.09.09

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Es ist kein Geheimnis, dass Facebook und die VZ-Netzwerke in der Vergangenheit nicht gerade die dicksten Freunde waren. Mehr als einmal donnerte Facebook-Chef Mark Zuckerberg sinngemäß über den Atlantik: “Die haben uns nur kopiert!” Um den Plagiatsvorwurf auch formal auf die Tagesordnung zu setzen, erhoben die Amerikaner Anklage gegen das Holtzbrinck-Projekt – mussten dabei jedoch den Kürzeren ziehen. Das Kölner Landgericht sah es nicht als erwiesen an, dass eine “unlautere Nachahmung” vorliege. “Wie denn auch?”, fragten sich die Richter: VZ war ja bereits etabliert, bevor Facebook den deutschen Markt in Angriff nahm. Eine zweifelsohne wackelige Argumentation, die aber immerhin VZ vor einem direkten Quellcode-Vergleich schonte und Facebook wieder abziehen ließ. Das letzte, was wir von den Amerikanern in dieser Sache hörten, war die Ankündigung, in Berufung zu gehen.

Doch es geht wohl auch anders. Wie beide Unternehmen nun in einer gemeinsamen Pressemitteilung unisono verkünden, habe man sich wieder lieb. Der Rechtsstreit sei gütlich beigelegt worden:

Beide Unternehmen kommen überein, ihre jeweiligen Forderungen in den USA beziehungsweise in Deutschland zurückzuziehen. Teil der Vereinbarung ist es, dass beide Unternehmen ihre Netzwerke unverändert weiter betreiben dürfen.

Nanu, vorher konnte man sich nicht ausstehen – nun sind die beiden Wettbewerber dicke Kumpel? Ach, da kommt noch mehr:

Facebook erhält im Zuge der Einigung eine Zahlung. Beide Parteien haben sich darauf verständigt, keine weiteren Einzelheiten offenzulegen.

(André Vatter)

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Apple-Event: Heute dreht sich alles um Musik09.09.09

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Es ist soweit. Wie schon in den vergangenen Septembern hat sich Apple auch in diesem Jahr wieder die Produktpalette der Musikspieler zur Brust genommen. Das Motto der Veranstaltung lautet “It’s only Rock’n'Roll, but we like it” – getreu dem gleichnamigen Songtitel der Rolling Stones. Ein klares Understatement, doch im Vorfeld wurde bereits kräftig spekuliert: Gibt es neue iPods? Welche Features wird iTunes künftig bieten? Kommt das MacBook Touch? Und die vielleicht wichtigste Frage: Führt Apple-Häuptling Steve Jobs auch höchstpersönlich durch die Keynote? Gute Vorboten haben wir bereits gesehen. So wurden heute die US-Preise für die bislang aktuellen iPods gesenkt, außerdem war der Online Apple Store einige Zeit offline.

Da es keinen Live-Stream von der Veranstaltung gibt, werde ich während der Keynote ab 19 Uhr die einschlägigen Seiten der Live-Berichterstatter abklopfen und die wichtigsten Informationen des Abends an dieser Stelle zusammenfassen. Also schaut rein… (weiterlesen…)

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Obama an Schüler: Lasst die Xbox aus, dann könnt ihr das nächste iPhone erfinden09.09.09

obama

Die gestrige Obama-Rede vor Schülern hat im politischen Amerika für allerlei Wirbel gesorgt: Die Konservativen warfen dem Präsidenten böswillige Soziparolen vor, offensichtlich mögen es auch die Eltern nicht, wenn ein fremder Mann im Fernsehen den Nachwuchs dazu auffordert, fleißig im Unterricht zu sein. Doch das soll nicht unser Thema sein, denn nicht nur bei den Republikanern schrillten die Alarmglocken – sondern auch bei Microsoft. Werfen wir also einen Blick in die transkribierte Rede:

Ich habe über die Verantwortung eurer Eltern gesprochen, dafür zu sorgen, dass ihr nicht vom Weg abkommt, eure Hausarbeiten macht und nicht jede Stunde des Tages vor dem Fernseher oder dieser Xbox abhängt.

Autsch! Ich sehe die erstarrten Redmonder Gesichter bei der Passage vor mir. Obama sagt den Kindern: stellt die Konsole weg! Ab in den Giftschrank damit. Als ob diese Ohrfeige nicht schon genüg wäre, referiert Obama über die Ziele, die sich junge Leute heute setzen müssten:

Vielleicht steckt ein guter Autor in dir – vielleicht nicht gut genug, um ein Buch oder Zeitungsartikel zu schreiben. Doch das wirst du niemals herausfinden, bis du einen Aufsatz für den Englischunterricht geschrieben hast. Vielleicht wirst du der nächste Erfinder – vielleicht bist du gut genug, um das nächste iPhone zu erfinden oder eine neue Medizin oder einen Impfstoff. Doch das wirst du nie herausfinden, bis du ein Projekt im Wissenschaftskurs angehst.

Der höchste Dienst an der Gesellschaft – er wird vollbracht von Literaten, Medizinern und… iPhone-Erfindern. Hat jemand die Apple-Kursentwicklung nach der Rede verfolgt? Ähnlich rührselig geht Obama das Social Media-Lobeslied an:

Es ist die Geschichte von Schülern, die vor 250 Jahren dort saßen, wo ihr jetzt sitzt. Die eine Revolution wagten und diese Nation gründeten. Schüler, die vor 75 Jahren dort saßen, wo ihr jetzt sitzt, die die große Depression überwanden und einen Krieg gewannen. Die für Bürgerrechte kämpften und einen Mann auf den Mond schickten. Studenten, die vor zwanzig Jahren dort saßen, wo ihr jetzt sitzt und Google, Twitter und Facebook erschufen und damit die Art verändert haben, wie wir heute miteinander kommunizieren.

Heute hat der US-Präsident zumindest das letzte Statement ein wenig abgeschwächt. In einer Frage-Antwort-Runde mit Teenagern gab Obama den Kids warnende Worte mit auf den Weg: “Lasst mich euch ein paar sehr praktische Tipps geben. Zunächst möchte ich, dass jeder hier vorsichtig mit dem ist, was er auf Facebook postet – denn im YouTube-Zeitalter wird alles was ihr tut, später im Leben wieder auftauchen.” Wer jung sei, würde einen Haufen Fehler und “dumme Sachen” anstellen. “Und ich habe eine Menge über junge Leute gehört, die ihren Kram bei Facebook posten und dann plötzlich zu einem Bewerbungsgespräch zu jemanden gehen mussten, der vorher im Internet recherchiert hatte”, so Obama.

(André Vatter)

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Netzkunst: Wenn Vögel den Ton angeben09.09.09

Dies ist eine kleine Story, die uns aus Brasilien erreicht hat. Die Zeitung “Estado” hatte das Bild des Fotografen Paulo Pinto abgedruckt: Es zeigte die Stromleitungen einer Straßenbeleuchtung, auf denen sich in eigenwilliger Symmetrie Vögel zum Ausruhen niedergelassen hatten – etwa so, wie man das Bild schon von Hitchcocks “The Birds” her kennen könnte. Der Leser Jarbas Agnelli aus São Paulo war von der Aufnahme so beeindruckt, dass er sie ausschnitt und sich Gedanken darüber machte. Die fünf Stromleitungen ähnelten Notenlinien und so begann er, das Bild unbearbeitet als Vorlage für eine kleine Intonierung via Apple Logic zu benutzen. Dazu tauschte er einfach jeden Vogel gegen eine Note aus.

Das Ergebnis schickte er dann an den Fotografen Pinto, der ziemlich baff war: “Ich konnte nicht glauben, dass er verstanden hatte, was ich in dem Moment sah, als ich das Foto schoss. Auch mir erschienen die Vögel wie Noten”, sagte er später im Interview (Google Translate). Als Dank schickte er Agnelli das Originalbild zu, auf dem noch mehr Vögel als bei der Zeitungsversion zu sehen waren. Insgesamt kamen so acht Tiere hinzu. Noten also, die Agnelli sehr gelegen kamen, um den Schluss der kleinen Melodie zu schreiben.

(André Vatter)

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Noch einmal nach zehn Jahren: Neues Spiel für die Sega Dreamcast kommt09.09.09

In Amerika ist es schon heute soweit – in Europa müssen sich die Fans noch einen Monat gedulden: Dann feiert die Sega Dreamcast auch hier ihr zehnjähriges Jubiläum! Und damit ist für die mittlerweile erwachsenen Kiddies von damals die Zeit gekommen, den Büroanzug mal im Schrank zu lassen und sich wieder mit dem Trinkpäckchen vor die Mattscheibe zu setzen. Es gibt nämlich noch einen guten Grund für die bevorstehende Nostalgieattacke: Rush Rush Rally Racing.

Tatsächlich haben sich noch einmal zwei Entwickler-Teams an die Programmierung eines exklusiven Dreamcast-Spiels gemacht. Das Autorennen kommt völlig ohne blitzenden 3D-Spuk aus und bietet garantiert “keine realistischen Backgrounds und keine gesponsorten Autos” – dafür aber Retro satt. Ich zähle ein paar Features auf, um euch ein wenig einzustimmen:

  • Einzelspieler Grand Prix-Modus mit zehn Strecken und vier Schwierigkeitsgraden
  • Drei Multiplayer-Modi für insgesamt vier Spieler (mit neun zusätzlichen Strecken)
  • Fünf erstklassige Pixel-Rennwagen und animierte Zwischensequenzen
  • Erstklassige Retro-Mucke der (mir völlig unbekannten) Band Black Device
  • AutoSave (zwei Blocks werden benutzt) und RumblePack-Support
  • Das Game ist region free und verträgt sich mit PAL, NTSC und VGA

Rush Rush Rally Racing kommt im Oktober in den Handel und soll über den hauseigenen Shop, Amazon oder eBay für 15 Euro zu haben sein. Jetzt aber nix wie runter in den Keller und die Konsole entstaubt!

(André Vatter)

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Friendstorent.de gestartet: “Suche Abendbegleitung. Zahle 30 Euro die Stunde.”09.09.09

friendstorent

Sagen wir es so: Das Angebot der gerade gelaunchten Handelsplattform Friendstorent.de (Slogan: “Freunde kann man nicht kaufen — aber mieten!”) entstammt einem Startup-Gedanken, der irgendwo zwischen eBay, myHammer und xJuggler geboren wurde. Es geht um das Verkaufen von Lebenszeit gegen echte Kohle – alternativ können die Geschäfte auch wieder mit der eigenen Lebenszeit bezahlt werden. Klingt kompliziert? Okay, ein Beispiel:

Man plant den baldigen Besuch einer fremden Stadt und möchte dort ein wenig mit den Einheimischen in Kontakt kommen. Also wird ein Gesuch aufgegeben: “Wer zeigt mir das Nachtleben? Zahle 15 Euro die Stunde.” Wenn sich jemand meldet, kommt ein Vertrag zwischen beiden Parteien zustande. Einige Zeit später lehnen sie dann gemeinsam in einer mitternächtlichen Bar angetrunken gegen den schäbigen Tresen – und niemand der Außenstehenden würde auch nur entfernt auf den Gedanken kommen, dass wir es hier mit einer gekauften gemieteten Freundschaft zu tun haben.

Das Beispiel ist noch recht unschuldig gewählt. Zum Start von Friendstorent.de finden wir bereits Gesuche und Angebote wie “mit freiem Oberkörper für nette Mädels Rasen mähen” oder “helfe bei Liebeskummer für € 10/h”. Sehr nett auch diese Annonce: “Schicke Blondine, sehr gut aussehend und gar nicht dumm, geht mit Dir gerne als ansprechende Begleitung zu…” – man kann schon sehen, in welche Richtung das geht. Allerdings wehrt sich Friendstorent.de dagegen, in irgendeine Schmuddelschublade gesteckt zu werden: Partner- und Ehevermittlung sowie die Vermittlung von erotischen und sexuellen Dienstleistungen sind laut AGB explizit ausgeschlossen. Dennoch: Die Seriosität der Angebote lässt sich schlecht abschätzen; vor allem bei so vielsagenden Offerten wie “Unternehmensberatung”, die den Käufer immerhin 150 Euro die Stunde kosten.

Heute ist Friendstorent.de also in Deutschland gestartet und hat dabei in erster Linie die Berliner im Blick. In Kürze sollen weitere “fünf bis sieben Großtädte” in Europa folgen. Ganz wichtig für alle, die sich nun testweise da einmal anmelden wollen: Das Portal befindet sich derzeit in der Betaphase und ist während dieser Zeit kostenlos. Friendstorent.de wird später keine Provision bei abgeschlossenen Deals einbehalten, sondern pauschal eine Monatsgebühr von allen Mitgliedern erheben. Bevor dies geschieht, wollen die Betreiber alle Nutzer aber rechtzeitig informieren.

(André Vatter)

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Palm Pixi: Der kleine Bruder des Palm Pre ist da09.09.09

palm_pixIst der “süüüüüüß!”. Gemeint ist der neue Kollege des Palm Pre, den der Hersteller als sein bislang dünnstes webOS-Handy feiert. Der Kleine wurde speziell für Nutzer entworfen, die häufig in sozialen Netzwerken abhängen und Nachrichten schreiben – daher auch die Rückkehr zum physischen Keyboard à la BlackBerry. Gleichzeitig will Palm beim Pixi gleich von vornhinein ein elitäres Image verhindern: Das Smartphone würde “unerreichte Einfachheit und Nützlichkeit” einer “größeren Gruppe von Menschen” zugänglich machen. Zunächst aber einige Daten…

Der Palm Pixi bietet ein 2,63 Zoll großes Multitouch-Display mit einer Auflösung von 320×400 Pixeln. In der Pressemitteilung ist die Rede von einer “Gesture Area” – ein spezieller Bereich unter dem Display, über den ebenfalls per Finger das Menü bedient werden kann (Danke an Martin). Die Tastatur kommt im QWERTZ-Format, auf der Rückseite findet sich eine Kamera mit LED-Blitz, die es auf zwei Megapixel bringt. Im Inneren schlummert ein UMTS- und GPS-Modul. WLAN? Leider Fehlanzeige. Bluetooth 2.1 gibt es auch (mit Audio-Support), alternativ lassen sich Kopfhörer über die Klinken-Buchse anschließen. Zudem sind eine Reihe an Sensoren an Bord, wie der Beschleunigungssensor (dreht Websites und Bilder je nach Lage), ein Licht-Sensor (dimmt je nach Umgebungslicht das Display) und ein Nähe-Sensor (schaltet das Display beim Telefonieren aus). Der interne Speicher beträgt acht Gigabyte – sieben davon können auch benutzt werden, ein nachträgliches Aufstocken ist leider nicht möglich. Zur Akku-Laufzeit macht Palm keine Angaben. Das Pixi als Gesamtpaket hat eine Größe von 5,5×11,1×1,1 Zentimeter und wiegt knapp hundert Gramm. Achja, ein lustiges Detail habe ich noch gefunden: Offensichtlich ist die Synchronisierung mit iTunes weiterhin möglich: solange man sich ausschließlich in den Versionsbereichen von iTunes 8.1.1 bis 8.2.1 bewegt.

Wie man schon an den Spezifikationen erkennen kann, handelt es sich bei dem Nachfolger eher um einen Vertreter der Einsteigerklasse. Ähnlich wie beim gestern vorgestellten HTC Tattoo steht auch hier die Personalisierbarkeit im Vordergrund. Zum Start des Pixi wurde eine limitierte “Artist Series” für Gehäuse-Cover eingeführt.

Der Palm Pixi wird zum Weihnachtsgeschäft exklusiv in den Vereinigten Staaten von Sprint vertrieben. Der Preis steht noch nicht fest. Wann der Kleine auch in die deutschen Läden kommt, ist derzeit noch unklar.

(André Vatter)

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Google Trends als Echtzeit-Wahlbeobachter08.09.09

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Das Trendbarometer von Google ist nicht nur ein recht nützliches, sondern zuweilen auch überraschend unterhaltsames Tool. So konnten wir in der Vergangenheit bereits ermitteln, zu welchen Zeiten im Jahr die Deutschen den Höhepunkt ihrer romantischen Stimmung erleben. Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat Google nun ein paar Tweaks vorgenommen und eine neue Landing-Page erstellt, die auf einem Blick die aktuellen politischen Trends widerspiegeln soll.

Der Interessenindex listet die Häufigkeit der Suchanfragen zu allen größeren Parteien (und zur Piratenpartei) im Zeitraum von September 2008 bis heute auf. Die Skala lässt sich dabei bis auf die vergangenen Stunden herunterjustieren. Wer sich fragt, was die Spitzen da sollen: am 7. Juni hatten wir EU-Wahlen und am 30. August die ein oder andere Landtagswahl – schon interessant zu sehen, dass sich viele Bürger erst am Tag der eigentlichen Abstimmung über ihre Möglichkeiten informieren.

Der zweite Reiter bringt euch zur Übersicht bei den Spitzenkandidaten. Am 2. August konnten sich Merkel und Steinmeier zumindest einmal die Hände schütteln, dann stieg das Suchvolumen für das Keyword “Merkel” rapide an. Der dritte Reiter bringt euch zu den Wahlkampfthemen bei denen derzeit die Bildungspolitik hoch im Kurs steht, gefolgt von der Steuer- und Familienpolitik.

Die kompletten Google Trends zur Bundestagswahl lassen sich als Widget kinderleicht embedden, denkt aber daran, dass ihr mindestens 740 Pixel in der Breite frei habt, da sonst Teile des Diagramms abgeschnitten werden könnten. Google rundet das Angebot zudem mit einem kleinen News-Überblick zur Wahl ab, außerdem gibt es einen Link, der direkt zum “Open Reichstag” führt, der Kooperation zwischen YouTube und dem ZDF.

(André Vatter)

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Kids aktualisierten lieber das Facebook-Profil – anstatt die Feuerwehr zu rufen08.09.09

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Ich lasse das hier einfach nur einmal so stehen – ohne Kommentar. Aber mit ganz viel Kopfschütteln. In einem Vorort der australischen Stadt Adelaide im Süden des Landes, verirrten sich zwei Mädchen im Alter von zehn und zwölf Jahren in einem Wasserablaufsystem für Regenstürme. Sie hatten ein Handy dabei, hätten also ganz leicht 000 wählen können – das australische Äquivalent für 112. Doch was taten die beiden? Sie loggten sich über das Mobilfunknetz bei Facebook ein und änderten ihren Profilstatus: “Stecken im Gully fest – LOL!” wahrscheinlich. Glück im Unglück: Tatsächlich saß einer der Facebook-Freunde gerade vor dem Rechner und konnte dann die Behörden alarmieren.

Die lokale Feuerwehr ist aufgrund des Vorfalls verunsichert bis verärgert: “Es bereitet uns Sorgen, denn es verursachte Verzögerungen bei der Rettung der beiden Mädchen”, sagte Glenn Benham vom Metropolitan Fire Service dem Sender ABC. “Wenn sie schon in der Lage waren, Facebook vom Handy aus zu erreichen, hätten sie auch 000 anrufen können. Hätten sie uns direkt angerufen, wären wir schneller dort gewesen – stattdessen haben sie sich darauf verlassen, dass irgendjemand online ist, ihnen antwortet und uns vielleicht irgendwann per 000 kontaktiert.”

Himmel, vermittelt überhaupt noch jemand diesen Kindern – und ich bin mir sicher, dass der australische Nachwuchs da nicht die große Ausnahme bildet – ein wenig Medienkompetenz?

(André Vatter)

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HTC Tattoo: Ein neues Android-Handy für die junge Zielgruppe08.09.09

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So langsam verliere ich den Überblick über den Android-Markt, es kommen ja beinahe wöchentlich neue Geräte hinzu! So, wie dieses hier: Das HTC Tattoo soll neuen Schwung in das untere Segment des Smartphone-Geschäfts bringen. Für nur 339 Euro erhält der Nutzer ein voll ausgestattetes Handy mit HSDPA, GPS und Kamera. Aber der Reihe nach…

HTC hat das Tattoo vor wenigen Stunden im Rahmen der IFA vorgestellt; damit ist es das vierte Android-Exemplar nach dem HTC G1, HTC Magic und HTC Hero. Beim Tattoo geht es in erster Linie um die Anpassbarkeit an den persönlichen Geschmack – das gilt für innen und außen. Dafür wurde das Handy zum einen mit HTC Sense ausgestattet, was es erlaubt, die Home-Screens gemeinsam mit ihren Widgets und Feeds an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Für die äußere Hülle soll zudem eine Vielzahl an austauschbaren Gehäuse-Covern zur Verfügung stehen.

Das HTC Tattoo misst 106×55,2×14 Millimeter und ist etwa 108 Gramm schwer (nur zum Vergleich: Das HTC Hero wiegt etwa 30 Gramm mehr). Als Quadband-Handy kann es praktisch auf der ganzen Welt funken, dank HSPA-Modul sind im Datenverkehr Download-Raten von bis zu 7,2 Mbit/s möglich. Alternativ bleibt der Netzzugang via WLAN (Standards g und b werden unterstützt). Das Display ist 2,8 Zoll groß und verfügt über eine Auflösung von 320×240 Pixel. Zu den Schnittstellen zählt Bluetooth (2.0), Mini-USB und ein 3,5 Millimeter-Klinkeneingang. Die Kamera bringt es auf 3,2 Megapixel, wobei die geschossenen Fotos entweder auf dem internen Speicher (512 Megabyte ROM und 256 Megabyte RAM) oder auf einer externen microSD-Karte Platz finden können. HTC gibt die Akkulaufzeit mit 6,5 Stunden Gesprächszeit und 21 Tagen Standby an.

Bei dem Preis und der Ausstattung hatte HTC bei der Entwicklung in erster Linie die junge Zielgruppe im Blick. Ab Oktober wird es dann in Deutschland angeboten werden und zwar gleich bei drei Mobilfunkern: E-Plus, o2 und Vodafone – und natürlich ohne Vertrag beim Händler. Wer sich bis dahin die Zeit vertreiben will, findet weitere Pressebilder vom HTC Tattoo auf dieser Seite.

(André Vatter)

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