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Archive for 09.2009

Ausgelaufener Vertrag: Künstler veranlasst Polizeirazzia bei Sony Music08.09.09

dsc_5589-smallUiuiui, jetzt legen sich die Lables schon mit ihren eigenen Musikern an. Der Vorfall geschah in Mexiko Stadt, wo Sony Music einige Büros unterhält. In Südamerika ist Alejandro Fernández ein Popstar, 15 Millionen Platten hat er verkauft, zwei Latin Grammys hat er schon eingeheimst und seine Fans nennen ihn (warum auch immer) “kleines Hengstfohlen”. Bis 2008 stand er bei Sony unter Vertrag, dann beschloss er, dass es Zeit für einen Wechsel sei und zog bei Universal ein. Die Vereinbarung wurde also entsprechend aufgelöst, doch offenbar kann sich Sony heute nicht mehr daran erinnern – und arbeitet munter an der Veröffentlichung des kommenden Fernández-Albums “Diferente”.

“Sony nimmt an, dass sie einfach die Tracks nehmen können, die beim letzten Album übriggeblieben sind. Sie wollen sie als neues Album veröffentlichen, so als sei es neues Material, für das sie noch die Rechte haben”, ärgert sich der Anwalt des Künstlers. “Doch es ist sonnenklar, dass der Vertrag mit dem Unternehmen auf nur sieben Alben beschränkt war.” Als Sony auf die juristische Unterlassungsanordnung nicht reagierte, zog der Anwalt vor den Richter. Dieser veranlasste dann die Razzia, bei der die Polizei insgesamt 6.300 CDs, Master-Aufnahmen unveröffentlichter Tracks und weiteres Material für “Diferente” sicherstellte.

Sony weist alle Schuld von sich, man sei “überrascht und enttäuscht” von der Razzia und versicherte, dass die Aufnahmen “völlig autorisiert” waren. “Wir vertrauen darauf, dass die mexikanischen Gerichte unser Recht so bald wie möglich bestätigen”, sagte eine Sprecherin.

Vielleicht ist damit ja für einige Künstler die Zeit gekommen, ihre Bindung an Lables erneut zu überdenken. Immerhin: Es gibt schon länger alternative Vertriebsmodelle.

(André Vatter / Bild: http://www.alejandrofernandez.com)

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Monopoly City Streets: Google Maps wird zum größten Spielbrett der Welt08.09.09

monopoly

Ich muss gestehen, dass ich diesen ganzen Besitzplattformen für virtuelle Grundstücke (zum Beispiel WhatsYourPlace.de) nicht viel abgewinnen kann. Ich kaufe ein Haus oder eine Straße, bekomme eine Besitzurkunde und dann? Ah, richtig: Ich kann es wieder verkaufen. Ähnlich verhält es sich ja mit den ganzen Hektaren poröser Mondlandschaften, die mir in den Neunzigern via PDF-Grundbucheintrag zugesichert wurden.

Jetzt aber wird es ernst – oder zumindest spaßig. Google hat gemeinsam mit der Brettspielschmiede Hasbro Monopoly City Streets ins Leben gerufen: Als 1:1-Übersetzung auf den gesamten Globus bietet diese Online-Version von Monopoly kapitalistische Unterhaltung mit gigantischen Ausmaßen. Google Maps wird das neue Spielbrett.

Der Startschuss wird im Laufe des Mittwochs fallen, wer sich als neuer Spieler anmeldet, erhält zunächst drei Millionen Monopoly Dollar, die er für Plätze und Straßenzüge ausgeben kann. Wie im traditionellen Spiel bekommt auch hier der Schnellere den Zuschlag, andernfalls können aktuelle Besitzer durch Angebote zum Verkauf bewegt werden. Damit das Spielgeschehen nicht an Geschwindigkeit verliert, hat der Besitzer sieben Tage Bedenkzeit, in denen er annehmen oder ablehnen kann. Lässt er während dieser Zeit nichts von sich hören, bekommt der Interessent automatisch das Grundstück überschrieben. Teilnehmer sollten also mindestens einmal in der Woche vorbeisehen.

Um die Besucher richtig abzuzocken, können nicht nur Häuser oder Hotels gebaut werden, sondern auch Paläste, Wolkenkratzer und Kraftwerke – alle Gebäude präsentieren sich in 3D-Optik. Wer Lust hat, kann bis morgen auch noch eigene Design-Vorschläge einreichen, Hasbro hat einen kleinen Contest ausgeschrieben. Eine weitere Möglichkeit, die Wettstreiter zu ärgern, besteht im Einlösen von Chance-Karten: Ob es nach den Erfahrungen der Vergangenheit noch angebracht ist, bleibt eine andere Frage – aber warum durch die Straße des Nachbars nicht hin und wieder einen Tornado schicken…

Werdet ihr mitmachen? Und wenn ja, habt ihr die großen Boulevards der Städte im Blick – oder eher die Straße, in der ihr eure Kindheit verbracht habt?

Update, 15:43 Uhr

So, gerade kam die offizielle Pressemitteilung von Hasbro rein. Das Wichtigste in Kürze:

  • Gebäude werden bei Google Earth direkt ins reale Straßenbild eingebettet.
  • Insgesamt stehen 27 Häuser, Wolkenkratzer, Schlosstürme usw. zur Auswahl.
  • Hässliche Einrichtungen (Mülldeponien, Gefängnisse und Kohlekraftwerke) können eingesetzt werden, um den Wert umliegender, feindlicher Immobilien zu mindern.

Via: Metafilter

(André Vatter)

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Facebook-Investor geht auf Nummer sicher: Vkontakte.ru kurz vor globalem Launch07.09.09

vkontakteIch bin kein Betriebswirtschaftler, doch wenn ich lese, dass ein Investor gleichzeitig auf zwei im selben Sektor konkurrierende Unternehmen setzt, klingt das im ersten Moment befremdlich. Die Rede ist von der russischen Finanzgruppe Digital Sky Technologies (DST), die im Mai bei Facebook für 200 Millionen Dollar eingestiegen ist und nun noch einmal einen Betrag in der Hälfte der Höhe in die Plattform pumpen möchte. Der Investor hat sich auch Anteile beim russischen Pendant Vkontakte.ru gesichert, ein Portal, das Facebook bis auf die kyrillischen Zeichen zum Verwechseln ähnlich sieht. Die Russen sind große Anhänger des Netzwerkens, Vkontakte.ru zählt heute 42 Millionen registrierte Nutzer (zum Vergleich: das gesamte VZ-Netzwerk bringt es auf 15 Millionen) und wächst stetig weiter.

Heute wurde also bekannt, dass Vkontakte.ru global expandieren will: die Domain vk.com wurde bereits geschnappt, wenn alles nach Plan läuft, soll der weltweite Rollout der Plattform im Oktober in insgesamt zwölf Sprachen stattfinden.

Damit säße DST bei zwei großen Wettstreitern im Boot. Facebook kann mit 250 Millionen Mitgliedern (500 Millionen sollen es bis zum Jahresende werden) noch klar die Führung für sich beanspruchen, genaue Prognosen über die Performance von Vkontakte lassen sich allerdings erst treffen, wenn die anvisierten Märkte bekannt sind. Noch eine spannende Frage: Wird ein deutsches “Vkontakte.de” auch Anteile bei den VZlern abgraben? Doch haben wir in Deutschland nicht mittlerweile ein Überangebot an Netzwerken? Vielleicht gibt es ja durch den Marktstart eher einen neuen Impuls für eine längst überfällige Konsolidierung.

(André Vatter)

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Ein Tablet Mac? Den gibt es doch schon!07.09.09

mac_tablet_table_cover_flowWer nicht abwarten kann, bis Steve Jobs mit einer “One more thing…”-Geste den Vorhang vom MacBook Touch zieht, sollte sich einmal ansehen, was die Schweizer Case-Modder von Cosmikart auf die Beine gestellt haben: den Tablet Mac.

Die Zutatenliste: Man nehme einen alten Kaffeetisch, einen Flachbildfernseher (94 Zentimeter Diagonale), zwei Stereoboxen (je 30 Watt), eine Glasscheibe, vier Ventilatoren, ein Gamepad, einen Multimedia-Controller von Griffin und das Innenleben eines ausgedienten iBook G4 (1,2GHz). Cosmikart hat den Tisch so zusammengesetzt, dass er wie aus einem Guss wirkt. Das einzige, was dem flüchtigen Beobachter auffallen könnte, wäre der Stecker oder eine DVD, die aus dem Laufwerk herausragt.

tablet_mac

tablet_mac2

Der Fernseher ist nicht berührungsempfindlich, dafür wurde ein Game-Controller auseinandergenommen und dessen sechs Knöpfe am Rand des Bildschirms platziert. Über die Buttons lassen sich die Anwendungen des Tablet Mac Steuern. Allzu viel Interaktion sollte man allerdings nicht erwarten: nach dem Booten startet der Tischrechner vordefinierte Programme. Besonders schick ist die Integration von iTunes Coverflow gelungen. Aber schaut es euch selbst an, hier gibt es noch ein Video: (weiterlesen…)

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YouTube-Marketing: Loriot versucht Monty Pythons Geheimrezept07.09.09

loriotHabt ihr eigentlich das mit Monty Python mitbekommen? Im vergangenen November wurde von der Truppe beschlossen, den Kampf gegen das Netz aufzugeben – und stattdessen vom Netz zu profitieren. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Fans der Komiker massenweise Sketches auf YouTube hochgeladen – teils in brutal schlechter Qualität. Monty Python (die sicherlich zunächst nicht übermäßig erfreut waren) nahmen das als Anlass, um die Marketing- und Vertriebsstrategie für die DVD-Boxen grundlegend zu ändern: “Für euch alle, die grieselige, gestohlene Python-Schnipsel anglotzten und trotz des ergaunerten Mülls, der auf Youtube hochgeladen wurde, keinen Spaß daran hatten”, ließen die Komiker damals mitteilen – und eröffneten einen eigenen YouTube-Kanal, in dem großzügige HD-Auszüge aus der Filmographie zu finden sind. Wer mehr möchte, schaue doch bitte auf der offiziellen Website vorbei – oder bei Amazon und iTunes, wo die Sketche auf ihre Käufer warten, bat Monty Python.

Und nun, liebe Zweifler und sonstige Kritiker kostenloser Inhalte im Netz, aufgepasst: Seitdem der YouTube-Kanal seine Pforten öffnete, konnte der Umsatz bei Amazon mit DVD-Boxen von Monty Python um 23.000 Prozent (in Worten: dreiundzwanzigtausend) gesteigert werden.

Wie gerade bei Kress zu lesen ist, hat der Erfolg wohl auch in Deutschland einigen Eindruck gemacht. Dem Studio Hamburg Distribution & Marketing (SHDM) gehören die Rechte am Gesamtwerk von Loriot und nachdem erst kürzlich die Best-Of-Loriot-Sammlung ins Shop-Portfolio von iTunes aufgenommen wurde, ist nun YouTube dran. Der offiziellen Kanal von Vicco von Bülow ist offiziell gestartet. Auch hier finden wir den Hinweis: “Moooment! Alle Loriot-Sketche und Cartoons aus 40 Jahren Fernsehgeschichte sind in voller Länge jetzt auch bei iTunes erhältlich!”

Wollen wir hoffen, dass das Konzept genauso in Deutschland aufgehen wird. Euch zumindest kann ich ja fragen: Überzeugt euch das Angebot?

(André Vatter)

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Jugendschutzprogramm überwacht und verkauft die Jüngsten07.09.09

sentry

Bei aufgeklärten Internetnutzern dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass Behavioral Targeting ein zweischneidiges Schwert ist: Auf der einen Seite bekomme ich bei Streifzügen im Netz nur noch halbwegs relevante Werbung vorgesetzt. Auf der anderen Seite muss ich damit leben, dass irgendwo irgendwer sitzt, der meinen Pfad von Seite zu Seite überwacht, aufzeichnet und auswertet. Mittels anonymisierter Daten, hoffentlich.

Das Image der auf das Verhalten abgestimmten Tracking-Technologie hat in vergangener Zeit ordentlich an Image einbüßen müssen. Datenschützer drängen Google dazu, endlich eine globale Opt-Out-Funktion zu integrieren, damit die Entscheidung zur Überwachung wieder beim Nutzer liegt. Doch man kann dieses ganze Theater als Werber auch umgehen. Wie? Nun, man stürzt sich einfach auf die Schwächsten der Gesellschaft – die Kinder. Und deren Eltern, die aus Sorge um ihre Kleinen, offensichtlich heute alles unterschreiben.

Sentry Parental Control ist ein Jugendschutzprogramm, für das mit folgenden Argumenten geworben wird:

Eltern können mittels Total Family Protection jede Instant Message-Unterhaltung, besuchte Websites und aufgerufene Anwendung am Rechner des Kindes überwachen. Eltern können auch bestimmen, wie lange das Kind den Computer benutzen oder sich im Internet bewegen darf. Eltern können sogar das Keyboard und die Maus des Kindes kontrollieren, Dateien übertragen und den Rechner von jedem Ort aus sperren oder rebooten.

Während Frau von der Leyen und Herr Schäuble bei dieser Beschreibung vor Freude wohl vom Sitz aufspringen in lauten Jubel ausbrechen würden, frage ich mich, welche Eltern ihrem Kind so wenig zutrauen und stattdessen auf die totale Überwachung setzen. Immerhin, einen Vorteil hat die Sache: Da das Kind von Anfang das Internet mit einem schlechten Gewissen und dem Damokles-Schwert der Sanktion in Verbindung bringt, wird es sich später prächtig an das deutsche Netz mit Bundestrojaner, Vorratsdatenspeicherung und Seitensperren anpassen können. (weiterlesen…)

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Snow Leopard könnte weltweit 10 Millionen Dollar Energiekosten einsparen07.09.09

snowleopard1Ja, ich gebe es zu: Ich habe das Snow Leopard-Upgrade noch nicht geschafft. Meine ersten Bedenken aufgrund der diversen Inkompatibilitäten konntet ihr zwar zerstreuen, doch ich habe einfach noch keine Zeit gefunden. Außerdem wurde die zum Mac zugehörige Mighty Mouse durch einen eruptiven Wutanfall in Mitleidenschaft gezogen, nachdem der Scroll-Knubbel nun zum dritten Mal den Dienst gänzlich versagte. Naja, nicht umsonst sagte man mir damals bei Gravis: “Seien sie froh, wenn das Ding schon im ersten Jahr kaputt geht – dann bekommen Sie wenigstens eine Neue.”

Wie auch immer, heute ist ein weiterer guter Grund für ein schnelles Upgrade hinzugekommen. Cnet hat eine kleine, interessante Berechnung angestellt, die den Stromverbrauch des OS-Nachfolgers unter die Lupe nimmt. Von Windows 7 war bereits bekannt, dass der Akku um rund elf Prozent weniger belastet wird, als bei Windows Vista. Auf ähnliche Zahlen hat es nun auch der Snow Leopard im Praxistest gebracht: Cnet ermittelte zunächst die Messwerte bei einem 17-Zoll MacBook Pro, auf dem OS X 10.5.6 installiert war. Dann wurde dasselbe System noch einmal mit Snow Leopard getestet. Die Unterschiede in den Ergebnissen sind klein – aber überzeugend:

macstrom

Für den einzelnen US-Anwender bedeutet das, etwa 95 Cent pro Jahr einsparen zu können. Ich habe das gerade mal auf die aktuelle Preise unserer allseits geliebten Rheinenergie umgerechnet (21,30 ct/kWh): Der Unterschied beläuft sich hier auf 18,12 Euro zu 16,35 Euro – 1,77 Euro gespart! Zugegeben, die Summe ist nicht so hoch, dass man am nächsten Tag den Job an den Nagel hängen kann. Doch wie Treehugger richtig feststellt, die Masse macht es aus. Wird davon ausgegangen, dass Apple pro Jahr etwa zehn Millionen Rechner absetzt, kommen wir im Jahr auf etwas mehr als 80 Millionen Kilowattstunden. Bei dem von Cnet festgesetzten Strompreis bedeutet das, rund zehn Millionen Dollar könnten weltweit eingespart werden.

(André Vatter)

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Basic Sunday: Twitter für Unternehmen. Masse statt Klasse?06.09.09

twitter-logo

Spätestens seit der Revolution im Iran oder dem Flugzeugabsturz in den Hudson-River in New York ist auch dem Rest der Welt klar geworden, dass Twitter mehr ist, als nur eine kleine Spielerei, die einfach nur großgeredet wird. Twitter spielt insbesondere in den USA bei vielen Unternehmen mittlerweile eine sehr gewichtige Rolle. So nutzt die Kaffeehauskette Starbucks das Instrument Twitter, um sich mit seinen Kunden auszutauschen aber auch andere Unternehmen wie McDonalds, Pepsi und Co. setzen sich mit Twitter auseinander und haben die große Chancen entdeckt, die der Dienst bieten kann. Langsam setzt sich diese Erkenntnis auch bei immer mehr Unternehmen durch, die ihre Leser direkter, schneller und persönlicher greifen möchten, als es über E-Mail oder über normale RSS-Feeds bislang möglich war. Die Ersten waren natürlich die Medien-Unternehmen, die sehr schnell gesehen haben, dass sich durch Twitter ein neuer Vertriebskanal öffnen lässt, der weder andere Kanäle kanibalisiert noch horrende Kosten mit sich bringt.

Die Beurteilung, ob ein deutscher Twitter-Kanal wirklich gut und erfolgreich ist, erfolgt bis heute noch immer fast ausschließlich über die reine Zahl der Follower. Dabei ist der Großteil der Twitter-Nutzer auf der Welt nicht deutschsprachig und sitzen auch nicht in Deutschland. Dennoch scheinen sich die meisten dafür nicht zu interessieren. Hauptsache, die Masse stimmt. Das ist für Menschen, die einen virtuellen Schwanzvergleich starten möchten, natürlich eine tolle Sache, aber die Anzahl der für das Unternehmen wirklich bedeutsamen Follower ist prozentual natürlich sehr gering. Was bringt ein Account mit 30.000 Followern, wenn davon nur zwei Prozent meine Sprache verstehen? Gerade im englischsprachigen Raum geht es natürlich auch nur um Masse statt Klasse. Dort ist es aber um einiges schwieriger, wirklich interessante Follower zu generieren, da nicht jeder eine Ortsangabe in seinem Profil angegeben hat. Mit der deutschen Sprache erreicht man im Großen und Ganzen drei Länder und eröffnet sich die Möglichkeit, eine wirklich relevante Zielgruppe zu erreichen. Diese Gruppe versteht nicht nur das, was man twittert, sie interessiert sich auch dafür.

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Flickr zensiert jetzt nur noch ein bisschen04.09.09

flickr2Das ist auch wieder so eine Geschichte, wie sie nur im Internet dieser Tage geschehen kann. Lasst mich ein wenig ausholen: In den vergangenen Monaten tauchten Plakate in der Innenstadt von Los Angeles auf, die Präsident Obama im Joker-Look à la “Batman” zeigten. Unter seinem Konterfei prangte jedes Mal das Wort “Socialism”. Die Bürger fragten sich, wer denn wohl dahinterstecke, bekamen es aber nicht raus. Dann endlich bekannte sich der Urheber des Bilder: Firas Alkhateeb, 20 Jahre alt und Student aus Chicago, hatte im Januar just for fun das Porträt des Präsidenten mit einer alten Ausgabe vom Time Magazine collagiert (es gibt ja genügend Tutorials im Netz) und es dann bei Flickr hochgeladen. Das Bild machte seine Runden durchs Netz, bis irgendein bis heute Unbekannter ein Poster daraus machte und es mit der genannten politischen Botschaft an die Häuserwände pappte. In dieser Beziehung war Alkhateeb also unschuldig.

Dennoch war die Geschichte für ihn nicht gegessen. Zum einen traf sein Scherz im Nachjubel der Obamania bei seinen Landsleuten auf Unverständnis, zum anderen bahnte sich aber auch ein Rechtsstreit an. Flickr hatte das Bild plötzlich gelöscht. Während draußen die Patrioten gegen den präsidialen Cartoon auf die Straße gingen, demonstrierte drinnen die Internetgemeinschaft gemeinsam gegen den Bilderdienst – allen voran Zooomr-Chef Thomas Hawk, dessen Laden in Konkurrenz zu Flickr läuft: Pfui, Spinne! Zensur!, schrieb er auf seinem Blog. Flickr entfernt Bilder von andersdenkenden Menschen, lautete der Vorwurf. (weiterlesen…)

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“Ach komm schon, mach mit!”: Schwarm-Shoppen soll den Absatz bei Dell ankurbeln04.09.09

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Das Konzept ist nicht neu: Eine kleine Gruppe von Käufern findet sich zusammen, um sich gemeinsam auf ein Produkt zu stürzen. Je mehr Leute mitmachen, desto günstiger wird am Ende der Preis. Diese visionäre Idee brachte Ende der Neunziger Letsbuyit (wer sich erinnert: das waren die mit der Ameise) auf den deutschen Markt. Doch schon kurze Zeit später kriselte das Geschäft, Kunden beklagten sich, dass wirkliche Schnäppchen immer seltener zu finden seien und auch den Gerichten war die Rabattstrategie des Kollektiv-Shoppens ein Dorn im Auge. Letsbuyit verschwand genauso schnell, wie es aufgebaut wurde. Nun wird gemunkelt, dass neue Investoren irgendwann einen Relaunch wagen wollen.

Ortswechsel. In Kanada hat der Schwarmkommerz wieder neue Anhänger gefunden. Gemeinsam mit seinem Partner Intel hat Dell eine Shoppingplattform aus dem Boden gestampft, die genau diesem Prinzip folgt. Dellswarm ist bislang als Pilotprojekt gedacht, sollte der Versuch klappen, werden ähnliche Angebote auch in anderen Ländern etabliert.

Also, wie funktioniert Dellswarm? Man sucht sich ein Angebot heraus und eröffnet einen Schwarm, um den Rechner zu erstehen. Alternativ können Schwarmangebote auch vorgeschlagen werden, sollte die gewünschte Konfiguration nicht im Angebot sein. Je mehr Leute sich nun der Kaufentscheidung anschließen, desto billiger wird das Produkt. Wie ich sehe, geht das Dell Studio 15 beispielsweise über die normale Dell-Seite für 1.548 Dollar über den Ladentisch. Als Schwarmkauf mit 29 Teilnehmern, zahlt jeder einzelne hingegen nur 1.099 Dollar. Ein nettes Schnäppchen. Wenn die Aktion abgelaufen ist, bekommt jeder Teilnehmer eine E-Mail mit Link, über den dann die individuelle Konfiguration vorgenommen werden kann.

Dell verfolgt mit dem Projekt gleich zwei Absichten: Erstens kurbelt der Gemeinschaftsverkauf ordentlich den Absatz an. Zweitens setzt der Computerhersteller darauf, dass Interessenten ihre Freunde im sozialen Netz mobilisieren. Indem öffentlich Anfragen via Facebook oder Twitter bei Bekannten gestellt werden, profitiert Dell von nicht zu unterschätzender, kostenloser Werbung. Wer wirklich an einem Produkt interessiert ist, wird alles versuchen, seinen Bekannten das Angebot so schmackhaft wie möglich zu machen.

Was haltet ihr davon? Hat das Modell eine Zukunft? Wer mehr Infos für eine eigene Meinung braucht, sollte sich auch einmal das Video zum Swarm-Konzept ansehen.

(André Vatter)

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Endlich: Verbesserter Android Market angekündigt04.09.09

Nachdem wir in den vergangenen Tagen schon einige gute Neuigkeiten für Android-Fans im Programm hatten, kommt nun eine weitere – und vor allem überfällige – hinzu: Google motzt den Android Market auf. Die Ankündigung ist zunächst an die Entwickler gerichtet, die sich darauf freuen können, ihre Apps bald in einem augenschmeichelnden Umfeld den Käufern zu präsentieren. Seien wir ehrlich, bislang war der Programm-Shop für Android-Handys ein düsteres und notdürftig zurechtgezimmertes Notbehelf. Nicht wenige Nutzer haben in der Vergangenheit die Katze im Sack gekauft, weil die Infos einfach zu spärlich waren. Ab Android 1.6 (Codename: Donut) soll sich das grundlegend ändern.

Zu den wichtigsten Neuerungen zählt ein frisches, übersichtliches Design, das sich mit den neu hervorgehobenen Chart-Buttons “Top Paid”, “Top Free” und “Just In” intuitiver angehen lässt. Auch die einzelnen Produktseiten wurden verbessert, so dass nun Screenshots, kleine Werbebanner und Beschreibungstexte eingefügt werden können. Auf Wunsch der Entwickler hat Google zudem vier neue Unterkategorien eingeführt (Sport, Gesundheit, Themes, Comics).

Damit kann Android das Rennen mit dem iPhone wieder aufnehmen. Hoffen wir, dass auch Besitzer des T-Mobile G1 in den Genuss des neuen Markets kommen werden.

(André Vatter)

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Nachbarschaftsstreit: Anwohner laufen Sturm gegen Google-Busse04.09.09

google_busIch glaube, es ist unumstritten, dass Google einen riesigen Einfluss auf die globalisierte Welt hat. In Deutschland, genauso wie in Brasilien, Indien und (wenn die Regierung wegschaut) auch in China wird “ge-google-t”, “ge-gmail-t” oder sonst wie “ge-g-t”. Nehmen wir die Datenschutz-Problematik aus der Rechnung heraus, lässt sich sagen: alle lieben Google. Alle? Nein, zwei kleine Stadtteile in San Fransisco laufen gerade Sturm gegen die Suchmaschine, jedoch nicht wegen einer StreetView-Meinungsverschiedenheit, sondern wegen den Google-Bussen. Richtig gehört. Seit Jahren karrt Google seine Mathematiker, Physiker, Informatiker und sonstigen Entwickler per Shuttle aus der Stadt in die Provinz nach Mountain View. Das Google-Hauptquartier liegt im Süden von San Fransisco, etwa 40 Minuten Fahrzeit entfernt.

Die Namen der beiden aufgebrachten Bezirke lauten Mission und Noe Valley – und bilden so etwas wie das Epizentrum des amerikanischen Umweltschutzgedankens. San Fransisco war die erste Stadt, die Plastiktüten aus Supermärkten verbannte. Die Einwohner von Noe Valley beklagen sich darüber, dass die tatsächlich überdimensionierten Google-Menschentransporter mit ihren Klimaanlagen und WLAN-Modulen die Luft verpesten. “Manchmal stehen die Busse nur so rum”, beklagte sich die Sprecherin einer Bürgergemeinschaft beim Lokal-Portal SFweekly. “Wir würden das nicht einmal wollen, wenn die mit Biokraftstoffen fahren!” Da an dieser Stelle die Straßen recht eng sind, versperre Google des Öfteren auch den Zugang zu Gassen. Die Einwohner von Mission haben noch ein weiteres Problem mit dem Suchriesen. Da das Viertel ursprünglich ein Sammelpunkt für Lebenskünstler war, sehen diese das Flair von Kunst und Individualismus durch die zunehmende Yuppisierung (Stichwort: Gentrifizierung) wegen der Überall-Googleaner in Gefahr. (weiterlesen…)

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Bookmark-Tipp: Mag.ma zeigt die heißesten Videos im Netz04.09.09

magma

Nein, mag.ma ist kein neuer URL-Shortener. Allgemein versteht man unter Magma die brodelnde, glühende Masse, auf der die Erdkruste schwimmt. Bei dem neuen Projekt wurde das Bild sehr schön auf das Internet übertragen: Mag.ma ist ein Video-Aggregator, der sämtliche bekannten Clip-Plattformen nach den heißesten Inhalten absucht und sie in Chartlisten aufreiht. YouTube ist natürlich dabei, aber auch Vimeo, Dailymotion und Hulu (denkt an die IP-Sperre für alle Nicht-Amerikaner) – alles auf einen Blick.

Ich bin so zum Beispiel gerade auf die Apple-Keynote zur Einführung des iPod aus dem Jahr 2001 gestoßen. Warum das aktuell ist? Nun, weil Steve Jobs am 9. September eine neue Auflage des MP3-Players vorstellen wird. Mag.ma bietet Echtzeit-Einblicke in das soziale Netz, da auch sämtliche geposteten Video-Links bei Twitter, Digg, Reddit und so weiter ausgewertet und gelistet werden. So verpasst ihr nie mehr die derzeit angesagtesten Virals, Trailer oder andere Must-Sees. Also, schaut dort mal vorbei.

(André Vatter)

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Kostenlose SMS-Benachrichtigungen für Facebook- und VZ-Nutzer03.09.09

facebook_vzUnd Facebook war schon wieder schneller – dieses Mal geht es um den mobilen Zugriff auf die Profile: o2 machte als neuer Kooperationspartner gestern Nachmittag den Anfang und kündigte an, dass sich alle Facebook-Mitglieder (unter den o2-Kunden) ab sofort per SMS über neue Nachrichten oder Kontaktanfragen informieren lassen können. Die Benachrichtigung selbst ist kostenlos, allerdings enthält jede Kurzmitteilung einen Link, der den Nutzer online zum Facebook-Profil leitet – wofür dann wieder Gebühren fällig werden. Eine Internet-Flatrate für das Handy käme da doch sehr gelegen, lautet der selbstlose Ratschlag von o2. Wer schon über eine solche verfügt oder aber lediglich die gratis Ping-SMS in Anspruch nehmen möchte, kann unter facebook.com/mobile alle nötigen Einstellungen vornehmen. Außerdem kann individuell festgelegt werden, bei welchen Ereignissen Benachrichtigungen abgeschickt werden sollen.

Und eben – im Rahmen der IFA – hat auch StudiVZ Ltd. VZnet Netzwerke Ltd. nachgeschoben. Die Berliner konnten Vodafone als Partner gewinnen: Hinweise über neue Nachrichten, “Gruschler” und neue Freundschaftseinladungen können die VZ-Mitglieder ab dem 15. September (Dienstag in einer Woche) ohne Aufpreis per SMS erhalten. Das funktioniert auch andersherum, denn Status-Updates lassen sich jetzt auch direkt über das Handy via Kurzwahlnummer 54000 kostenlos auf das Profil bringen. Ganz so mutig ging man bei den Planungen allerdings nicht ans Werk, weshalb diese Aktion zunächst bis zum 31. Dezember befristet ist. Danach soll das Angebot Teil eines SMS-Pakets werden.

Noch etwas konnten die VZler auf der Berliner Messe verkünden: Nachdem es für das iPhone schon seit einiger Zeit schülerVZ-, studiVZ- und meinVZ-Apps gibt, wurden nun auch Handy-Applikationen für BlackBerrys und Android-Geräte sowie für das Nokia N97 vorgestellt. Besitzer anderer Handys können die Mobil-Portale unter den Adressen http://m.schuelervz.net, http://m.studivz.net und http://m.meinvz.net erreichen.

(André Vatter)

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Telekom auf der IFA: Neueinsteiger im Entertain- und Android-Programm03.09.09

pressebild_iptv_media_receiver300_teilVor wenigen Minuten hat die Telekom auf der IFA in Berlin die Hosen heruntergelassen. Ich habe gerade mit Anlauf eine Runde durch den Wust der unzähligen Pressemitteilungen gedreht und euch das Wichtigste daraus kurz notiert. Beginnen wir mit den

News zu T-Home Entertain

Die Telekom ist mächtig stolz auf die Performance des IPTV-Angebots: 800.000 Entertain-Pakete seien mittlerweile an den Mann gebracht worden, bis Ende des Jahres soll die Million voll sein. Um das zu schaffen, werden zum Oktober hin einige Weichen neu gestellt: Das HD-Angebot im On-Demand-Bereich soll auf 500 Titel wachsen, außerdem wird Tele5 in das reguläre Senderangebot aufgenommen.

Der kürzlich absolvierte HD-Testlauf zur Leichtathletik-WM hat so gut geklappt, dass man es nun ein zweites Mal versuchen möchte. Von diesem Freitag an bis zum Mittwoch, 9. Setpember wird das hochaufgelöste Programm von ARD und ZDF im Free-TV zu bestaunen sein. Weitere Neuerung: Der Programm Manager, der Überblick über das Sendeschema der kommenden 14 Tage gibt und über den sich Aufnahmen planen lassen, ist ab September für alle Entertain-Kunden inklusive. Das wird dann auch für das neue “IPTV Pur”-Paket gelten, das bald kommen soll und TV und Telefon ohne Internet-Flatrate bieten soll. Anfang des kommenden Monats wird es zudem einen neuen Media Receiver mit der Bezeichnung MR 301 geben. Er hat 320 Gigabyte Speicher an Bord, was etwa für 230 Stunden Filmmaterial ausreicht. Der monatliche Mietpreis beträgt 5,95 Euro, also ein Euro mehr, als für den MR 300 mit 160 GB berechnet wird. (weiterlesen…)

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