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Archive for 09.2009

Android-App Hoccer: Kontakte zum Wegwerfen und Mitnehmen03.09.09

hoccer

Mann, das war ja schon peinlich, als wir vor ein paar Monaten auf dem Kölner Twittwoch herumstanden und die mitleidsvollen Blicke der Leute erdulden mussten, die ihre digitalen Visitenkarten per Bump oder Poken austauschten, während wir noch verstohlen unsere Pappkärtchen verteilten. Das sollte nie wieder passieren! Da… den hab ich mir geholt und auch schon fleißig eingesetzt.

Doch noch einmal zurück zu Bump, einer iPhone-App, über die sich Kontaktdaten austauschen lassen, indem zwei iPhones locker gegeneinander gestoßen werden. Nette Idee. Aber bei weitem nicht so nett, wie sie die Konkurrenz aus dem Android-Lager nun vorgestellt hat. Die Anwendung hört auf den etwas ungewöhnlichen Namen “Hoccer” und treibt das intuitive Konzept weiter auf die Spitze. Um Daten zu übertragen, muss mit dem Handy in der Hand nur eine wegwerfende Bewegung gemacht werden. In diesem Moment werden die betreffenden Dateien (neben Kontaktdaten können das auch Fotos oder Musikstücke sein) auf den Hoccer-Server geschossen. Der Empfänger simuliert ebenfalls mit dem Handy in der Hand das Fangen der Daten und der Download beginnt. Laut Pressemitteilung wäre dies zum Beispiel das perfekte Szenario bei einem Vortrag: Der Redner macht eine Wurfgeste Richtung Publikum und die Zuschauer fangen die aktuelle Präsentation auf.

Auch die klassische Übermittlung von Daten ist möglich, das funktioniert dann auch ohne Umwege und folgt dem Bluetooth-Prinzip von Bump. Hoccer ist ab sofort im Android Market erhältlich, leider konnte mir bei ART+COM Technologies in Berlin niemand auf Anhieb sagen, was die App kostet. Ich versuche es gleich noch einmal – wenn jemand von euch schneller ist, wäre ich über einen kurzen Hinweis in den Kommentaren dankbar. Ach, ja: Auf der offiziellen Hoccer-Seite lesen wir übrigens, dass auch eine iPhone-Version schon in Arbeit sein soll.

Kleines Update, 13:20 Uhr:
Der Entwickler hat sich gemeldet – die App ist kostenlos. Nettes Detail: Nachdem die Wurfbewegung gemacht wurde, bleiben dem Empfänger fünf Sekunden, um den Arm in die Höhe zu recken. Wann die iPhone-Variante veröffentlicht wird, konnte man uns hingegen nicht sagen.

Ein Video von Hoccer in Aktion gibt es nach der Pause: (weiterlesen…)

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Einbruch im Apple Store: 23 MacBooks, 14 iPhones und 9 iPods in 31 Sekunden03.09.09

Der Einbruch geschah gestern, gegen zwei Uhr Morgens (Ortszeit), im Apple Store in Marlton, New Jersey. Fünf maskierte Männer stürmten den Verkaufsraum, nachdem sie mit einem stumpfen Objekt die Schaufensterscheibe eingeschlagen hatten. Der Moment war sorgfältig gewählt, nämlich zwischen den Kontrollrunden des Wachmanns. Der perfekt durchchoreographierte Raubzug dauerte exakt 31 Sekunden: in dieser Zeit ließen die Einbrecher insgesamt 23 MacBook Pros, 14 iPhones und neun iPod Touch mitgehen.

Sachdienliche Hinweise über den Verbleib des Diebesguts, die Identität der Gauner – oder ihre überragende Körperbeherrschung – nimmt das Police Department Marlton unter folgender Nummer entgegen: 001-856-983-1118.

Via: Tuaw

(André Vatter)

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3,99 Dollar pro Film: YouTube plant den Online-Filmverleih03.09.09

youtube1Radikaler Strategiewechsel oder Risikostreuung? Zu diesem Zeitpunkt ist es für Außenstehende noch zu früh zu sagen, wie YouTube letztendlich Kohle ranschaffen möchte. Tatsache ist jedoch, dass sich die Clip-Plattform in jüngster Zeit offensiv optimistisch gegeben hatte: Nein, wir haben mehr als nur Schrottvideos auf Lager, der Traffic sei überhaupt nicht so teuer, wie alle meinen und überhaupt – die Werber lieben YouTube! Offensichtlich war das aber nur die halbe Wahrheit, denn nun steht der relativ konkrete Plan im Raum, künftig auch die Nutzer direkt zur Kasse zu bitten. Google befinde sich derzeit mit den großen Studios in Verhandlungen (Lions Gate, Sony, Metro-Goldwyn-Mayer und Warner Bros), um künftig brandaktuelle Blockbuster streamen zu können, berichtet heute das “Wall Street Journal”. Würde das Konzept aufgehen, wäre dies eine Win-Win-Situation für beide Parteien, immerhin fahren immer weniger Leute zum Elektro-Discounter, um sich überteuerte DVDs zu kaufen. Im Online-Verleih ist derzeit der entgegengesetzte Trend zu beobachten.

Schon heute bietet YouTube ganze Spielfilme als Stream, in den meisten Fällen handelt es sich aber um alte und bisweilen skurrile Kamellen, für die sich höchstens Fans von Bud Spencer interessieren.

Das Geschäftsmodell für die neue Kooperation ist noch nicht ganz klar. Das WSJ stellt werbefinanzierte Streifen in Aussicht, jedoch deuten die meisten Hinweise in die Richtung, dass YouTube für die Ausleihe echtes Geld berechnen wird: 3,99 Dollar wären realistisch – das ist der Betrag, den Apple für aktuelle Streifen verlangt. Neben der Art der Einkünfte wird aber auch noch über die Logistik gestritten, da wohl nicht alle Studios einwilligen, dass Filme auch auf mobilen Endgeräten gestreamt werden dürfen. YouTube drängt aber darauf; sicherlich hält Apple auch hier als Vorbild her. Eigentlich sollte der Deal bereits Anfang September unter Dach und Fach sein, damit 10.000 Google-Mitarbeiter in einer Versuchsphase das neue Angebot testen können. So, wie es aussieht, wird sich der gemeine YouTube-Nutzer also bestimmt noch bis zum Ende des Jahres gedulden müssen – sollte alles nach Plan laufen.

Als Anhänger von Paid Quality (!) Content, kann ich den Schritt von YouTube nur begrüßen – ein digitaler Filmvertrieb, wie er hier skizziert wurde, wird früher oder später ohne Zweifel erfolgreich sein. Über ordentliche Reichweite verfügt die Plattform ja bekannterweise. Allerdings wird es nicht ausreichen, nur die Verleiher weichzuklopfen. Denn auch danach muss harte Überzeugungsarbeit geleistet werden: diesmal bei den Nutzern, die es bisher gewohnt waren, schlechte Inhalte in kläglicher Qualität kostenlos geboten zu bekommen. Bis sich das Segel wendet und sie sich an den Premium-Gedanken gewöhnt haben, wird noch einige Zeit vergehen.

(André Vatter)

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Deutsche Telekom mit neuem Blog am Start02.09.09

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Nachdem sich die teils irrationale Wut der “Generation Upload” gegen Vodafone entladen hatte, stolperte ich im Juli zufällig über ein altes Bookmark, das verstaubt im Firefox sein Dasein fristete. Es führte zum verwaisten Blog der Deutschen Telekom, das einmal die Aufgabe hatte, die schmerzvolle Konzernumstrukturierung mit gutgelaunter Online-PR zu begleiten.

Da ich die Zeit für reif hielt, auch einmal darauf hinzuweisen, dass Vodafone mit der Öffnung von Kanälen zum Kunden einen mutigen Schritt gegangen war, wollte ich die Telekom als Gegenmodell dagegen halten: “Die-Neue-Telekom.com” war ein trauriges Beispiel für monodirektionale Unternehmenskommunikation. Angst vor dem Kunden gab den Ton an, Lesern war es nicht gestattet, Kommentare zu hinterlassen und wurden stattdessen mit Obermanns Lobliedern über die Leistungen des Ex-Monopolisten überfahren. Für Kritik können sich die Kunden ja immer noch an die Hotline wenden.

Erfreulicherweise reagierte die Telekom auf diesen Vorwurf und versprach Besserung. Dann wurde es einige Zeit lang still, irgendwann spuckte der Browser beim Aufrufen des Blogs dann eine 404 aus. (weiterlesen…)

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Erstes Notebook in einem Comic von 1937 aufgetaucht02.09.09

flash-gordon-laptopDie IT-Historiker behaupten immer, Toshiba sei der Erfinder des Notebooks gewesen: Gegen Mitte der achtziger Jahre brachten die Japaner den T1100 auf den Markt. Je nachdem, wen man fragt, könnte auch Alan Kay der geistige Vorvater sein: 1979 tüftelte er im Xerox Park am Dynabook, das es aber nur auf wenige Prototypen brachte (mehr über die Geschichte der Laptops). Doch nun sagt der Scientific Observer: Das ist alles Quatsch! Die Vision eines tragbaren Rechengeräts mit Tasten und Bildschirm reicht viel weiter zurück – bis ins Jahr 1937, um genau zu sein.

Die Geschichte begann damit, dass ein Makedonier mit dem Namen Petreski durch alte Ausgaben der Politikin Zabavnik blätterte. Ein Heft datierte auf den 14. Juni 1974 und zeigte einen Comic-Streifen des Science-Fiction-Krachers Flash Gordon. Man sieht Bösewicht Ming (“The Merciless”), wie er ein aufklappbares Kommunikations-Tool bedient: Er spricht hinein und erhält Antwort. Das Ding sieht einem modernen Laptop täuschend ähnlich. Vielleicht ist Skype installiert?

Nach ein wenig Recherche wurde herausgefunden, dass der betreffende Comic bereits viel früher gezeichnet, später dann aber als jugoslawische Übersetzung noch einmal abgedruckt wurde. Tatsächlich war Flash Gordon-Erfinder Alex Raymond höchstpersönlich für die Zeichnung verantwortlich. Sie erschien in den Sonntagsausgaben irgendwann zwischen August 1937 und Juni 1938.

(André Vatter)

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Mobiles Internet: Hier sind die Angebote im September02.09.09

mobiles_internetSo, jetzt muss ich die fleißigen Kollegen von onlinekosten.de doch noch einmal in aller Form loben. Der berüchtigte Monatswechsel liegt hinter der Redaktion: Breitband, Mobilfunk, Hosting, mobiles Internet – alles will für die kommenden 30 Tage vorrecherchiert sein. Kollege Posdziech überließ mir dankenswerter Weise seine Aufzeichnung für UMTS-Angebote, weshalb ich nun wie ein richtiger Fachmann für alle Interessenten ein paar Tipps vom Stapel lassen kann.

Beginnen wir wie immer mit dem Netz der Telekom: T-Mobile selbst hat mit web’n'walk Connect L die bislang preislich unveränderte Daten-Flatrate für monatlich 39,95 Euro im Programm. Gedrosselt wird nach fünf Gigabyte, die Vertragslaufzeit beträgt 24 Monate – also nichts für Leute, die mobiles Internet nur einmal probieren wollen. Für derlei Fälle bietet sich ein Tarif wie der von Simply Data an, der für anfängliche 19,95 Euro zu haben ist: Die Vertragslaufzeit ist mit einem Monat recht kurz, nach einem halben Jahr steigt der Preis allerdings auf 29,95. Dennoch ist es flexibler als beispielsweise bei fioon, wo beinahe dieselben Konditionen gelten, der Vertrag aber über zwei Jahre läuft.

Im Vodafone-Netz lautet der Tipp MoBlack: Sechs Monate muss man mindestens dabei bleiben, wer sich gleich für 24 Monate verpflichtet, bekommt den Surfstick für einen Euro überlassen (sonst 99 Euro). An monatlichen Kosten kommen auf die Nutzer 29,95 Euro zu. Der zweite erwähnenswerte Kandidat ist mobilcom. Die Internet-Flat Discount kostet ebenfalls 29,95 Euro und verpflichtet zu zweijähriger Vertragstreue. (weiterlesen…)

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Wahre Vorurteile: Apple-Fans hängen öfters in Cafés ab02.09.09

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Immer diese Klischees: iPhone-Nutzer würden stundenlang nur im Kaffeehaus sitzen und einen Café Latte nach dem anderen trinken, während sie nebenbei mit ihren stylischen, tastenlosen Mobiltelefonen im Netz surfen. Oder noch besser – diejenigen, die ihr MacBook Air aus dem Briefumschlag ziehen, um dann vor den Augen aller am eigenen Startup zu feilen oder zumindest ihr Facebook-Profil zu aktualisieren: “Bin gerade in einem Café”. Naja, manchmal ist an solchen Stereotypen auch ein wenig dran. Recht viel sogar, wenn man den gerade vorgelegten Daten von JiWire Glauben schenken kann. Das US-Unternehmen vermarktet Hotspots in den Staaten, vornehmlich in der Gastronomie und hat nun erstmals eine kleine, aber sehr lesenswerte Studie (PDF) angefertigt, die tief in die Seele der mobilen Internetnutzer blicken lässt.

Demnach sind es tatsächlich in erster Linie Appleaner, die in der Öffentlichkeit ins Netz gehen. Zwischen Januar und Juni wurden insgesamt 30.000 WLAN-HotSpots unter die Lupe genommen, das Ergebnis: Beinahe 98 Prozent aller registrierten Handy-ähnlichen Geräte kamen aus einer Apple-Fabrik. Das iPhone alleine bringt es auf 54 Prozent, der iPod Touch immerhin auf 43,4 Prozent. Platz drei wird von der Playstation Portable belegt – magere 1,2 Prozent.

Bei den Notebooks sieht das Verhältnis ein wenig anders aus: Bei 25,6 Prozent aller Zugriffe wurden MacBooks als Hardware ausgemacht. Die Zahl gewinnt allerdings ordentlich an Relevanz, wenn man beachtet, dass Apple im amerikanischen Laptop-Markt lediglich einen Anteil von 7,4 Prozent für sich beanspruchen kann.

Via: Businessinsider

(André Vatter)

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Schweizer Polizei jagt Restaurant-Wirt in Google Street View02.09.09

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Na, wonach sieht das da oben aus? Ich sag euch, wonach das aussieht: Nach einem bösen Mann, der Drogen an kleine Kinder verteilt. Ist doch klar! Die Aufnahme zeigt einen Ausschnitt aus dem Züricher Street View. Der Google-Dienst ist gerade erst in der Schweiz gestartet und hat seitdem mehr als nur Unbehagen bei den Einheimischen ausgelöst. Die traditionell eher zur Diskretion neigenden Schweizer fühlen sich überwacht, nicht nur der lokale Datenschützer, sondern jetzt auch das Verteidigungsdepartement wollen der Sache noch einmal auf den Zahn fühlen. Dabei hatte sich Google soviel Mühe gegeben, Street View als längst überfälliges Feature zu verkaufen, selbst ein putziges Video wurde produziert, um die Schweiz von den Vorzügen der Straßenansicht in Maps zu überzeugen. Und dann das…

Polizei jagt Dealer auf Google Street View” titelte der “Blick” am Montag. “Obskurer Typ mit roter Baseballmütze steckt drei jungen Mädchen Päckchen zu”, heißt es. “Ein Dealer, der Drogen an Minderjährige vertickt?” Ein Leser hatte die Redaktion auf den Fund aufmerksam gemacht, doch um die Überschrift zu rechtfertigen, mussten natürlich erst einmal die Gesetzeshüter eingeschaltet werden. Die zeigten sich dankbar: “Wir werden dem Hinweis auf jeden Fall nachgehen”, wird eine Sprecherin der Zürcher Stadtpolizei zitiert.

Doch zurück zum Bild: Da ich nirgendwo einen Link fand, habe ich ein wenig gegraben und es tatsächlich ausfindig machen können. Google schoss das Foto Ecke Langstraße / Kanzleistraße in Zürich, vermutlich im März. Doch der Mann ist kein “Drogendealer”. Sein Name ist Claudio Schenardi, er ist ehemaliger Schauspieler, Regisseur im Theater Wädenswil, angestellter Primarlehrer und vor allem Wirt im Restaurant Exer – und er ist stinksauer auf den “Blick”. Er verteilte gerade Gutscheine (“Mittagessen zum halben Preis”) für seine Gaststätte an Passanten, als der Google-Wagen um die Ecke bog. Und die drei Mädchen? Das sind drei Damen, die in der Media-Agentur gegenüber arbeiten und neben einem netten Plausch auch Coupons für leckeres Bioessen abgreifen wollten.

Laut dem Tagesanzeiger gibt sich der “Blick” jetzt kleinlaut und hat in der gestrigen Printausgabe eingeräumt: “In diesem Artikel haben wir Informationen publiziert, die nicht recherchiert waren.” – Hüstel. Ja, so ist das. Warum die Online-Version noch immer unkorrigiert im Netz steht, ist mir allerdings schleierhaft. Besonders peinlich ist es, weil das Boulevard-Blatt im Ursprungsartikel die datenschutzrechtlichen Bedenken herausgehoben und vom “Recht am eigenen Bild” geredet hatte. Schuld an Schenardis temporärem Image-Dämpfer ist allerdings auch Google: Die Suchmaschine hatte es zunächst versäumt, sein Gesicht auf Street View unkenntlich zu machen.

(André Vatter)

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Skype wechselt für 1,9 Milliarden Dollar den Besitzer01.09.09

skype_logoNa, endlich! Ich warte ja schon den ganzen Tag darauf. Nachdem die “New York Times” heute Morgen einen Artikel über den überraschenden Verkauf von Skype an eine private Investorengruppe veröffentlichte, sprang das ganze Netz auf die Nachricht an. Und eBay hat sich bis eben alle Zeit der Welt genommen, um ein eigene Mitteilung zu formulieren und die Übernahme zu bestätigen.

Also, kurz zu den Hintergründen: Im April wurde bekannt, dass eBay die ungeliebte Tochter loswerden wolle – Skype gehöre nicht zum Kerngeschäft und sei für das Business eher hinderlich. Man plante, den VoIP-Dienst Anfang des kommenden Jahres an die Börse zu bringen. Wenig von dieser Idee begeistert waren die beiden ursprünglichen Gründer Niklas Zennström und Janus Friis, die ihr Baby 2005 dem Auktionshaus für 2,6 Milliarden Dollar überlassen hatten. Liebend gerne hätten sie Skype nun wieder zurückgekauft, doch eBay schüttelte stets mit dem Kopf: Nichts zu machen. Der Streit eskalierte, als Zennström in seiner heutigen Aufgabe als JoltID-Chef erklärte, dass seine Firma noch über einige Rechte an den Übertragungsprotokollen von Skype verfüge und einen dicken Rechtsstreit in Aussicht stellte. Das vorerst letzte, was wir daraufhin von eBay vernahmen, war der feste Entschluss, die Technologie auf eigene Faust nachzubasteln.

Und nun der überraschende Verkauf. Der Käufer ist ein Konsortium bestehend aus Silver Lake, das Canada Pension Plan Investment Board (?!) und Marc Andreessen. Der letztgenannte Name dürfte einigen bekannt sein; Andreessen war Mitgründer von Netscape – der legendäre Browser, der es leider nicht über die Jahrhundertwende geschafft hat.

Halten wir fest, dass eBay-CEO John Donahae noch im Mai hoffte: “Zwei Milliarden US-Dollar wäre eine gutes Geschäft!” Nun hat er immerhin ebenso satte 1,9 Milliarden Dollar sichern können. Die Investoren haben für den Kaufpreis 65 Prozent von Skype bekommen, den Rest hält sich eBay noch unter Verschluss. Rein rechnerisch wäre der Dienst als Komplettpaket also rund 2,75 Milliarden Dollar wert. Der Deal soll noch vor Ende des Jahres abgeschlossen werden. Donahae unterstrich in der Unternehmensmitteilung noch einmal, dass es besser für Skype sei, von eBay losgelöst zu operieren. Es hätten sich schließlich nie Synergien ergeben.

Was der Verkauf für die Nutzer bedeutet, bleibt erst einmal dahingestellt: Zum einen ist der Konflikt mit Zennström noch nicht aus dem Weg geräumt. Zum anderen haben die Investoren ihre Pläne mit Skype noch nicht konkret offengelegt. Das Wachstum soll weiter zulegen, zudem würde der VoiP-Service künftig vom technischen Know-How der Gruppe profitieren.

(André Vatter)

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Will LinkedIn den Konkurrenten Xing übernehmen?01.09.09

xingHuch, was lese ich denn da? TechCrunch will einen Grund gefunden haben, weshalb die Aktie von Xing in den vergangenen Tagen so mir nichts, dir nichts in die Höhe gegangen ist. Mr. Butcher schreibt:

Mir sind gerade Gerüchte zu Ohren gekommen, nachdem prominente Stakeholders von Xing – ehemalige und aktuelle Angestellte – die Gunst der Stunde nutzen, um beträchtliche Aktienanteile abzustoßen. Wer kann es ihnen verübeln. Und warum die Spitze? Nun, wie es scheint, laufen derzeit Gespräche über eine bevorstehende Übernahme. Doch wer würde Xing kaufen? Die offensichtlichste Antwort wäre wohl LinkedIn.

Das sind die einzigen Infos, an die wir uns derzeit halten können. LinkedIn will also Xing kaufen? Eine globale Konsolidierung im Markt der Business-Netzwerke wäre nicht ungewöhnlich – vielleicht bald auch gar nicht mehr zu verhindern: LinkedIn ist das Facebook der Geschäftswelt, 43 Millionen Mitglieder regeln darüber ihre Kontakte. Xing – obwohl der unbestrittene Platzhirsch in Deutschland und Teilen Europas – bringt es lediglich auf etwas mehr als acht Millionen registrierte Nutzer.

Ich habe es vorhin mehrmals telefonisch in Hamburg versucht – gerade kam der Rückruf.

André: “Also, was hat es mit dieser Übernahmetheorie auf sich?”
Xing: “Das sind eindeutig Marktgerüchte, zu denen wir grundsätzlich keine Stellung nehmen.”
André: “Okay, wie erklären Sie sich denn den Kurssprung?”
Xing: “Wir kommentieren das nicht.”

Da ist doch etwas im Busch, oder? Ich habe die Presseabteilung gebeten, mich zurückzurufen, sobald die Mitarbeiter dort frei kommunizieren dürfen. Vielleicht wissen wir schon in Kürze mehr.

(André Vatter)

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MobileMe findet gestohlenes MacBook wieder01.09.09

mobilemeIm Englischen hat die Funktion die knackig-reimende Bezeichnung “Back to my Mac”. Im Deutschen heißt es schlicht: “Zugang zu meinem Mac”. Der Dienst ist Teil des Mobile-Me-Pakets, das Apple als Synchronisierungs-Service ab 80 Euro im Jahr anbietet. Ist er nützlich? Ja. Ist er unbedingt notwendig? Nicht wirklich. “Zugang zu meinem Mac” erlaubt den Aufbau einer Remote-Verbindung zu einem registrierten Rechner, dessen Festplatteninhalte dann im Finder erscheinen. Wer es noch bequemer mag, aktiviert direkt die Bildschirmfreigabe und kann dann verfolgen, was auf dem zweiten Rechner so vor sich geht und gegebenenfalls eingreifen: Durchaus praktisch, wenn man zum Beispiel Opa das Mailprogramm einrichten möchte, aber nicht vor Ort sein kann.

Doch wie es scheint, kommt die Funktion immer häufiger in weniger schönen Situationen zum Einsatz. Ein Mann hatte sich kürzlich an TUAW gewandt, weil er seine Story über zwei geklaute Apple-Rechner irgendwo los werden wollte. In sein Haus wurde kürzlich eingebrochen: ein iMac und ein MacBook wurden unter anderem gestohlen. Er informierte die Polizei, die allerdings nur mit den Schultern zuckte: offenbar hatte es in der Nachbarschaft bereits mehrere Einbrüche gegeben. Der Mann verzweifelte nicht, sondern kaufte sich ein neues MacBook Pro, das er dank Time Machine-Backup auf den aktuellen Stand brachte.

Vor zwei Tagen setzte sich der Mann an sein neues Notebook und war verwundert, als einer der geklauten Rechner plötzlich bei “Back to My Mac” auftauchte. Nerven behalten, war angesagt. Er baute zunächst eine Remote-Verbindung auf und klickte dann auf die Bildschirmfreigabe. Jemand war gerade dabei, sich im Internet über die aktuellen Lottozahlen zu informieren. Um keinen Verdacht zu erregen, wartete der Bestohlene einige Zeit, bis sich auf dem Bildschirm nichts mehr bewegte. Dann übernahm er die Kontrolle und macht einen Screenshot der aktuellen IP-Adresse in den Netzwerkeinstellungen.

Gestern aber konnte er sein Glück nicht fassen. Wieder benutzte der unrechtmäßige Besitzer den Rechner, schickte dieses Mal aber online eine Job-Bewerbung ab: Name, Adresse, Telefonnummer, Sozialversicherungsnummer – alles gab er ein. Die Daten wurden zwischenzeitlich alle an die Polizei weitergeleitet: Ob die weiteren Ermittlungen nun Erfolg haben, ist allerdings noch nicht ganz gewiss, immerhin hätten die Einbrecher den Rechner mittlerweile an einen Ahnungslosen verkauft haben können.

Sollte die Geschichte ein gutes Ende nehmen, wäre dies der zweite mir bekannte Fall, bei dem MobileMe aufwändige Polizeiarbeit ersetzte.

(André Vatter)

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Opera 10 mit Turbo ist da: Schon mal an einen Wechsel gedacht?01.09.09

operaOpera 10 (für Windows) ist da! Mit Turbo! Ernsthaft, 100 Punkte beim Acid3-Test – das schafft nicht jeder Browser. Die Version 10 ist für Windows, Linux und Mac verfügbar, erwartungsgemäß laggt die Download-Seite in diesen Stunden jedoch ein wenig. Wer mit dem Gedanken an einen Wechsel spielt (wie ich zum Beispiel, da Firefox 3.5 auf dem Mac bei mir nur Mucken macht), sollte sich den Browser einmal zu Gemüte führen. Insgesamt kommt der neue Opera mit drei neuen und mehreren verbesserten Features. Schauen wird sie uns mal an:

1. Opera Turbo
Auf der Statusleiste, links unten, befindet sich der Turbo-Knopf. Er spendet dem Rechner keine höhere Bandbreite, sondern veranlasst, dass Bilder noch höher komprimiert ankommen: Wer bei langsamer WLAN-Verbindung im Café sitzt, könnte davon profitieren, schlägt Opera vor. Die Bilder erscheinen dann wie JPGs in höchster Kompression, also ein wenig verschmiert. Schade: Ist die Seite einmal vollständig, könnten sie doch nach und nach durch die Originalbilder ersetzt werden. Dies geschieht jedoch nicht.

2. Neue Tabs und neues Design
Nach der Installation fällt zunächst die große, aufgeräumte Oberfläche auf. Hingucker Nummer zwei sind dann die Tabs am oberen Seitenrand. Sie lassen sich in der Reihenfolge umsortieren oder geschlossen verschieben. Fährt die Mauszeiger über die Leiste, erscheinen hintereinander kleine Vorschauen der jeweils geöffneten Seiten. Möchte man dieses Feature dauerhaft nutzen, wird die Tab-Zeile einfach nach unten erweitert. Ebenfalls praktisch: Wird ein neuer Tab geöffnet, erscheint die Schnellwahl, eine grafisch aufbereitete Übersicht der zuletzt aufgerufenen Seiten, die sich frei konfigurieren lässt.

3. Ein Komplettpaket
Opera kommt als Sammelsurium von Programmen: Neben dem Browser wurde ein Mail-Client und ein RSS-Reader integriert. Wer davon Gebrauch machen möchte, wird beispielsweise bei einem Klick auf eine Mail-Adresse direkt in den Composer umgeleitet. Die eigentliche Einrichtung dauert zwei, bis drei Sekunden – nach dieser Zeit hatte ich mein GMX-Postfach vor mir. (weiterlesen…)

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Piraten: Die haben die Kraft!01.09.09

diehabendiekraft

Hier noch ein schönes Kapitel über die Netzkompetenz der einen Hälfte unserer Bundesregierung. Die CDU macht ja – zumindest in Berlin – nicht nur Ballaballa-Busenwahlkampf, sondern wirbt auch bundesweit mit dem Spruch: “Wir haben die Kraft!” – eine Art Durchhalteparole, wie man sie häufiger auf drittklassigen Managerseminaren im Freien oder auf dem Todesstern hört.

Der Aufruf musste als Titel des Wahlprogramms herhalten und landete letztendlich auch auf den Plakaten, die bisherige CDU/CSU-Minister mit gewichtigen Mienen und kernigen Nonsense-Headlines zeigen. Der Rest ist Geschichte; die unzähligen Remixe sind inzwischen legendär.

Pech nur, dass die geballte Kompetenz der CDU zu einem abrupten Halt kommt, sobald sie das Internet betritt. Das kann man Schwarz auf Weiß in aktuellen Bewertungen nachlesen oder sich selbst ein Bild davon machen: Da haben die doch tatsächlich vergessen, sich den Slogan in der heißen Phase des Wahlkampfes im Netz zu sichern. Sowohl an www.wirhabendiekraft.de als auch www.wir-haben-die-kraft.de schienen die Christ-Demokraten kein Interesse zu haben, weshalb nun die Piraten dankbar auf den Zug aufgesprungen sind und von der kostenlosen Plakatwerbung profitieren. Dabei hat die CDU soviele Spendengelder für die Außenwerbung ausgeben müssen…

Via: Fefe und Dank an Fred

(André Vatter)

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