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Handy-Versicherung: Mit Sicherheit eine schlechte Idee

Thema: Allgemein, Geld, Kritiken, Produkte, Recht, 16.10.2009

v-001Ich könnte jetzt eine Top 10-Liste mit den unsinnigsten Dingen im Bereich Handy anfertigen, aber ich lasse es und komme direkt zum Punkt! Platz 1 belegt mit Sicherheit die HANDY-VERSICHERUNG. Sie ist ungefähr so sinnvoll wie eine Lebensversicherung für Wellensittiche oder eine gegen Wasserschäden bei Booten. Natürlich ist ein Handy teuer und enthält oftmals wichtige Daten, die bei Verlust (und ohne vorheriges Backup) unwiederbringlich verloren sind. Aber diese Daten bringt auch eine Versicherung nicht wieder. Und der Punkt ist der: Ähnlich wie beim Fahrrad, bekommt der Handy-Besitzer nur den momentanen Zeitwert seines entwendeten oder verlorenen Handys wieder. Und für den kann er sich vielleicht ein paar Granny-Smith-Äpfel kaufen gehen, aber mit Sicherheit keinen gleichwertigen Ersatz für sein Phone.

Und während der Fahrradbesitzer seinen Drahtesel abgeschlossen in einem abgeschlossenem Raum geparkt haben muss, um Ersatz zu bekommen, muss der Handy-Besitzer bei Diebstahl nachweisen, dass er dieses “sicher” aufbewahrt hatte. Und mit “sicher”, das ist sicher, meint die Versicherung so etwas wie “im Tresor”. Ansonsten kostet einen der Anwalt mehr als das Handy, wegen dessen man sich dann vor Gericht mit der Versicherung streiten muss.

Schliesst eine Versicherung zudem Schäden durch Witterung aus, obwohl die Police den Schutz vor Feuchtigkeitsschäden beinhaltet oder werden so häufig auftretende Schadensfälle wie Vergessen, Verlust oder Abnutzung ausgespart – dann sollte auch dem letzten Menschen klar werden, dass er sein Geld auch sinnvoller anlegen kann, als zur Finanzierung eines neuen Versicherungsgebäudes auf der Schlossallee.  

Apropos Geld: Die meisten Verträge laufen mindestens 24 Monate. Bei einem Beitrag von bis zu acht Euro pro Monat kommt man nach Ablauf des Vertrags auf knapp 190 Flocken. Dafür kann man sich zwar in den meisten Fällen keinen gleichwertigen Ersatz für das verlorene Stück kaufen, aber das kann man mit der Kohle von der Versicherung ja auch nicht, da ja, wie gesagt, nur der Zeitwert ersetzt wird. Na und der liegt bei einem nagelneuen Handy nach einem Jahr tiefer als der Grund des Marianengrabens. Kommen dann noch bis zu 75 Euro Selbstbeteiligung dazu, was bei teureren Handy-Modellen fast schon zum guten Ton gehört, ist der Ofen ohnehin aus.

Daher: Finger weg von derartigem Schrott! Oder hat einer von euch bereits so eine Versicherung abgeschlossen? Komme übrigens auf das Thema, weil ich vorhin in der Welt darüber gelesen habe.

(Marek Hoffmann / Bild: Pixelio – Fotograf: tommyS) 

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22 Kommentare zu “ Handy-Versicherung: Mit Sicherheit eine schlechte Idee ”

  1. #1 Christian Heigele schrieb

    Zwar keine Handyversicherung, aber da das sicherlich auch vergleichbar ist, kann ich zumindest teilweise meinen Senf zugeben:

    Ich hab mir da ne Versicherung für meinen iPod aufreden lassen und fand das dann nach Abschluss eigentlich ne dumme Idee ein 200€ Gerät für 2€*24Monate versichern zu lassen. Aber gut, war schon so.
    Die Überraschung war dann im Schadensfall, als der Versicherer wirklich anstandslos das teil überprüft, als nicht reparierbar eingestuft und mir anschließend das neueste Modell bezahlt hat.

    Und das obwohl offensichtlich Selbstverschuldung vorlag. Und ich das im Schadensbericht auch so angegeben habe.

  2. #2 Klaus [www] schrieb

    ich kann deine auffassung gar nicht teilen.
    ich habe eine versicherung bei wertgarantie für mein iphone 3GS 32 GB abgeschlossen, diese kostet mich 6 € im monat und beinhaltet auch einfachen diebstahl.
    ich bekomme nicht den wert erstattet, den das gerät hat, sondern ich bekomme ein neues gerät mit 10% selbstbeteiligung.
    wasserschaden u.Ä. ist auch abgedeckt, nur gegen so irrsinnige sachen wie z.B. Terroranschläge bin ich nicht versichert.
    schlecht informiert!

  3. #3 Tweets die Handy-Versicherung: Mit Sicherheit eine schlechte Idee | Basic Thinking Blog erwähnt — Topsy.com [www] schrieb

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von David J. Ludwigs, Philipp Conrad erwähnt. Philipp Conrad sagte: Handy-Versicherung: Mit Sicherheit eine schlechte Idee http://bit.ly/e02rr Guter Tipp! [...]

  4. #4 Marek Hoffmann schrieb

    @ Klaus: Meld dich doch noch mal im Schadensfall… ;-)

  5. #5 Klaus [www] schrieb

    @Marek okay, werde ich, habe bisher aber noch nichts negatives über wertgarantie lesen können. ;)

  6. #6 Markis schrieb

    Ich wollte demnächst eine iPhone Versicherung direkt bei Apple für ca. 68 € abschließen, da meine tmobile Garantie diesen Monat abläuft. Hat da jemand Erfahrung? Bekomme ich bei Verlust Geld oder ein neues Handy??? Kann diesen Bericht leider keinen glauben schenken.

  7. #7 Sebastian Acker schrieb

    Ich hätte trotzdem gern mal eine “Top 10-Liste mit den unsinnigsten Dingen im Bereich Handy” hier gelesen denn es gibt mit Sicherheit noch viel mehr unnützen Kram, den man für sein Handy absolut nicht braucht. ;)

  8. #8 breiti schrieb

    Schließe mich meinen vorrednern (1 und 2) an..
    außer diesem tweeter mal wieder. so einen scheiß sollte man mal rausschmeißen oder wie bei aptgetupdate.de wenigstens vom rest trennen (beispielsweise unter http://www.aptgetupdate.de/200.....u-willst/).

    und ne Lebensversicherung fürn Wellensittich würde ich unter umständen auch machen, aber mit besonderem augenmerk auf ner hohen Todesfallsumme legen… das wäre praktisch wie ein sparvertrag mit ner zufälligen Dauer. ich glaube auch mal mitbekommen zu haben, dass sich eben einige anbieter ala tchibo, bei ihren versicherungen auf etablierte Versicherungen stützen. Glaube halt, dass tchibo mal Lebensversicherungen mit Unterstützung der DresdnerBank angeboten hat bzw. anbietet oder anbieten wollte.
    wenns nicht ganz stimmt, dann ist das gefährliche halbwissen wieder schuld…
    man kann doch nicht jede versicherung über nen kamm scheren. kommt halt drauf an, bei wem du ne versicherung machst und wie die aussieht…
    gibt halt gute anbieter und schlechte. wie überall.

  9. #9 Peter [www] schrieb

    Meist sind diese ganz Technik Versicherungen vollkommen nutzlos. Sicherlich wer es unbedingt will der sollte so was abschließen. Für die große Mehrheit der Kunden gilt, eher nutzlos.

    Ich hatte mal vor 4 Jahren so eine Versicherung, kosten im Monat 8 Euro Laufzeit 24 Monate = 192 Euro. Preis fürs damalige Handy (ohne Vertrag) war 212 Euro. Als nach 20 Monate mein Handy “abgekac…” ist, bekam ich gerade mal 40 Euro ersetzt.

    Noch schlimmer obwohl ich diese Versicherung rechtzeitig 3 Monaten vor Ablauf per Einschreiben gekündigt habe, buchten die auch weiterhin ab. Jeden Monat konnte ich zur Bank gehen und mein Geld wieder zurück buchen lassen.

    Dann nach 1 Jahr bekam ich ein Schreiben von ein Anwalt. Ich sollte sofort 200 Euro Schadensersatz für nicht Erfüllung vom Vertrag zahlen sowie alle bisherigen Anwaltsgebühren.

    Danach habe ich gegen diese Firma geklagt und erst nach ein weiteren Jahr recht bekommen. Somit bin ich bedient und finde auch solche Versicherungen unnötig.

  10. #10 Caro schrieb

    Interessant zum Thema:

    http://www.spiegel.de/netzwelt.....87,00.html

    Die angegebene Assona versichert übrigens auch iPhones…

  11. #11 Stefan [www] schrieb

    Ich hatte mich einmal für einen geplanten Artikel richtig detailliert mit dem Thema auseinandergesetzt und auch viele Kundenmeinungen bei gutefrage oder Yahoo Answers gelesen. Fazit: Gute Erfahrungen vs. schlechte Erfahrungen. Man muss halt im individuellen Fall entscheiden gegen was man sein Handy versichern möchte und sollte da einmal genau Meinungen anderer anschauen!

  12. #12 Michael Tzschoppe schrieb

    Auch ich habe sehr gute Erfahrungen mit meiner Versicherung für meinen damaligen T-Mobile MDA pro. Das Teil ist mir runtergefallen, Display und Stylus kaputt: die Versicherung – Assona, vormals DBV Winterthur, vormals Jamba – nannte mit eine Adresse, dort habe ich das Teil hingeschickt und repariert und mit neuem Stylus zurück bekommen.

  13. #13 iMichi schrieb

    Auch ich habe sehr gute Erfahrungen mit meiner Versicherung für meinen damaligen T-Mobile MDA pro. Das Teil ist mir runtergefallen, Display und Stylus kaputt: die Versicherung – Assona, vormals DBV Winterthur, vormals Jamba – nannte mit eine Adresse, dort habe ich das Teil hingeschickt und repariert und mit neuem Stylus zurück bekommen. T-Mobile wollte damals von wegen Garantie natürlich nix wissen.

  14. #14 Cornelius H. [www] schrieb

    Also ich bekomme nach 24Mon bei montalicher Rate von 8 Euro immerhin ne Prämie von 150Eu ausgezahlt, wenn die Versicherung nicht in Anspruch genommen wird.
    Ein Ersatzgerät bis zur Klärung, wenn ich nen Schaden oder Diebstahl melde.
    Und den vollen Gegenwert für ein gleichwertiges Modell, wie mein versichertes.

    Insofern bin ich sehr zufrieden…krieg nun 150 Eu für 192Eu die ich gezahlt hab und freu mich doch noch alle Daten zu haben.

  15. #15 Carsten schrieb

    Die Details einer solchen Versicherung sind eigentlich völlig irrelevant, selbst wenn man davon ausgeht, dass der Versicherer die Regeln fair ausgestaltet hat.
    Warum schließt man eine Versicherung ab ? Weil der Schadensfall einen selbst über jedes erträgliche Maß hinaus belasten würde und der Eintritt des Schadensfalls auf einen persönlich gesehen eher unwahrscheinlich ist.

    Ansonsten ist es fast immer das beste das Geld selber zur Seite zu legen und schon spart man sich die Verwaltungskosten der Versicherung.

    Solche Kleinstversicherungen finden doch heutzutage nur noch Abnehmer, weil der Umgang mit Geld dem Werbeansturm zum Opfer gefallen ist und zuwenige für nicht geplante Ausgaben ein bisschen Geld auf die Seite legen.

  16. #16 Steve [www] schrieb

    Pauschal unterschreibe ich Deine Ansicht auch nicht.
    Ich kenne einige Versicherungen in diesem Bereich und viele entsprechen Deiner Beschreibung. Aber eben nicht alle. :-)

    Wertgarantie zB erstattet nach 2 Jahren-Mindestschadensfreiheit sogar Beiträge zurück.

    Also etwas mehr Objektivität wäre hier doch von Vorteil gewesen! ;-)

  17. #17 Conny [www] schrieb

    <<>>

    Da sprichst die reine Hausratversicherung an ohne Fahrraddiebstahlklausel wobei auch dabei wäre das unzutreffend, denn durch die Außenversicherung gibt es durchaus noch weitere Arten, die abgedeckt sind – übrigens auch für das Handy… Das hat ansonsten mit der Zusatzoption für Fahrraddiebstahl nicht wirklich was zu tun.

    Wenn mich einer beraubt und mir droht, dass er mir auf die umgangssprachliche Schnauze haut wenn ich nicht sofort mein Handy rausrücke, dann geb ich es sofort hin, denn in dem Fall ist es über die Hausratversicherung (wenn man eine hat) zum NEUWERT versichert.

    Ansonsten stimm ich Dir zu, eine Handyversicherung zum Zeitwert ist ziemlich unbrauchbar.

  18. #18 Marek Hoffmann schrieb

    @ Conny: Du erwähnst hier einen Punkt, in dem du vollkommen Recht hast und den ich in meinem Artikel leider habe unter den Tisch fallen lassen. Die Handy-Versicherung ist natürlich auch deswegen Quatsch, weil der Verlust eines Handys (Einbruch, Raubüberfall) bereits durch die Hausratversicherung abgedeckt wird.

  19. #19 Dominic schrieb

    Naja, das mit der Handyversicherung kann ich gnaz und gar nicht bestätigen… ich habe für mein verischertes N73 nach 18 monaten (!!) bei Verlust ein nagelneues N95 bekommen. Also für mich hat es sich absolut gelohnt: 10 EUR pro monat Prämie = 180 EUR, Selbstanteil Schafdensfall = 49 EUR = 229,- EUR, N95 neu ca. 360 EUR.

  20. #20 derhenry [www] schrieb

    Natürlich ist die Handy-Versicherung Blödsinn. Aber Deine Vergleiche mit Fahrrädern hinken in allen Punkten. Zum einen bekommst Du den Anschaffungswert, wenn Du eine gescheite Hausratversicherung hast und zum anderen zahlt diese auch, wenn es vor Deiner Haustür, beim Bäcker oder vorm Handyladen geklaut wurde.

  21. #21 Wie sinnvoll ist eine Handy-Versicherung? : Vergleiche deine Versicherung [www] schrieb

    [...] Basic Thinking wird sehr schön erörtert, wie viel Sinn bzw. eher Unsinn eine Handy-Versicherung [...]

  22. #22 Totti [www] schrieb

    Also ich sehe eine Versicherung für teure Smart Phone wie IPhone und andere als sehr sinnvoll an. Meistens erhält man die Geräte ja mit Subvention der Provider, das heißt Sie sind bezahlbar. Wenn dann aber wirklich mal was passiert, stellt sich die Frage wie man an ein neues Gerät kommt. Und die Teile kosten dann auf einmal richtig Geld (denn die Subvention bekommt man ja jetzt nicht mehr). Also wenn bei der Versicherung so Sachen wie “Defekt durch Fall” (ist ja wohl die Hauptursache für defekte Geräte) enthalten ist, kann man ja mal gegenrechnen ob sich eine Versicherung lohnt!


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