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Netzlegende auf der Kippe: AOL will ICQ verscherbeln

Thema: EBusiness, Unternehmen, 14.12.2009

icqAlso, Hayo hat eine achtstellige – und wie ich gerade festgestellt habe, besteht meine ebenfalls aus acht Ziffern. Mareks ICQ-Nummer bringt es auf neun. ICQ war der erste richtige Instant Messenger, wer also früh genug sein Konto eröffnete, muss sich heute weniger Zahlen merken. Eigentlich ist ICQ ein aussterbender Dienst, in den Vereinigten Staaten nutzt ihn schon lange niemand mehr: MSN und AIM geben den Ton an oder die Nutzer greifen direkt auf Skype zurück. Komischerweise sind es vor allem die Deutschen, die ICQ in all den Jahren die Treue gehalten haben. 12,6 Millionen Unique Visitors sind es hierzulande, zum Vergleich: in Russland sind es 8,4 Millionen.

Doch nun könnte der Messenger vor grundlegenden Veränderungen stehen, der Besitzer AOL will den Dienst loswerden. 1998 hatte der Online-Riese das kleine israelische Erfinder-Start-Up Mirabilis für 407 Millionen US-Dollar gekauft, doch da in der Krise die Besinnung zurück auf das Kerngeschäft fällt, muss auch ICQ weichen.

Interessenten gibt es zu Genüge. So soll der russische Investor Digital Sky Technologies bereits Bedarf angemeldet haben, die fette Investorengruppe, die im Mai dieses Jahres bereits 200 Millionen Dollar in Facebook gepumpt hatte. Laut TechCrunch soll auch Google im Rennen sein. Die Summe, um die es bei dem ICQ-Deal geht, soll zwischen 200 und 300 Millionen Dollar gehen.

Die Frage ist: was kann jemand mit dem Dienst noch anfangen? Für AOL ist der Schritt logisch und auch überfällig: CEO Tim Armstrong muss sein Geschäft vom Internetanbieter zum werbefinanzierten Medienunternehmen ummodellieren. Wenn man sich anschaut, wie radikal dies in einigen Bereichen schon geschehen ist, versteht man, wie groß die Aufgabe ist, die noch vor ihm liegt. Deshalb bleibt auch zu vermuten, dass nach ICQ auch Bebo folgen wird. Time Warner hatte das soziale Netzwerk im März letzten Jahres für 850 Millionen Dollar für AOL übernommen. Bebo hatte seinen Zenit zu diesem Zeitpunkt allerdings schon lange überschritten, derzeit dümpelt der Dienst träge vor sich hin, die Anzahl der Mitarbeiter soll auf ein Minimum reduziert werden, außerdem denkt man offen über die Einstellung des Web-TV-Angebots nach.

(André Vatter)


     

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21 Kommentare zu “ Netzlegende auf der Kippe: AOL will ICQ verscherbeln ”

  1. #1 Tweets die Netzlegende auf der Kippe: AOL will ICQ verscherbeln | Basic Thinking Blog erwähnt — Topsy.com [www] schrieb

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Basic Thinking, Dennis Oderwald erwähnt. Dennis Oderwald sagte: RT @basicthinking: Netzlegende auf der Kippe: AOL will ICQ verscherbeln – http://bit.ly/50w4cA (ava) [...]

  2. #2 robertomueller.de » Blog Archive » ICQ soll verkauft werden – Oh noez! [www] schrieb

    [...] (via) var addthis_pub = 'robertomueller'; var addthis_brand = 'robertomueller.de';var addthis_language = 'en';var addthis_options = 'email, favorites, twitter, delicious, google, facebook, friendfeed, digg, technorati, more'; [...]

  3. #3 Richard [www] schrieb

    Es wundert mich eigentlich, dass ICQ so am absterben ist. Ich persönlich mag den Dienst viel lieber als MSN. Aim benutze ich eh nicht. Dass ICQ aber keine Chance gegen Skype hat ist klar – dafür ist das VoIP-Prinzip einfach zu gut.

  4. #4 Sascha schrieb

    Ich finde, Google sollte ICQ kaufen. Dann können die das ganze in Google Talk ummodellieren und ich kann endlich auf Jabber umsteigen :)

  5. #5 Carsten schrieb

    Kann mir nicht vorstellen dass ICQ noch soviel Umsatz abwirft… womit denn? Die paar Werbebalken…
    Von daher würde ich nicht 1 Euro dafür ausgeben. Ich nutze ICQ zwar aber kenne mein Passwort nie (da man sich ja auch dem eigenen Rechner nur einmal anmeldet und dann nie wieder) aber ich nutze keine Werbung aktualisiere nie das Profil etc

  6. #6 Rob Vegas [www] schrieb

    ICQ ist immer noch sehr beliebt und die “Profis” zweckentfremden halt Skype zum Text-Messenger.

    Im Grunde hat es doch aber mit ICQ angefangen! Irgendwann ist man Opa und loggtt sich zum Unverständnis der Jugend noch bei ICQ zum Stammtisch ein!

    Es gab sogar mal Chaträume!

  7. #7 ICQler schrieb

    Skype hat den Nachteil, das man Nachrichten nur zustellen kann wenn man selbst online ist. ICQ speichert die Nachricht und stellt sie zu sobald der angeschriebene online geht. bei Skype geht das nur wenn beide online sind.

    skype is zum quatschen.. ICQ zum chatten.. fertig.

  8. #8 Till [www] schrieb

    Also ich fände es auch gut, wenn ICQ an eine Anbieter geht, der XMPP nutzt (Google Talk z.B.). Das fördert auf jeden Fall die Interoparabilität und Standards anstatt von proprietären Protokollen zu nutzen hat noch niemandem geschadet (eher im Gegenteil). Selbst Skype hat ja angefangen sich in Richtung SIP und Open Source zu öffnen. Mich zumindest ärgert es in meinem Jabberclient nur für einige der wenigen uneinsichtigen Nutzer noch einen ICQ-Transport zu betreiben. Aber mit Glück hat das ja bald ein Ende.

  9. #9 dude schrieb

    Skype hat übrigens das Spionage-Feature, dass man von beliebigen Rechnern auf den gleichen Rechnern eingeloggt sein kann

    probierts mal aus ;)

    toller Spamschutz

  10. #10 AOL will ICQ verkaufen « Weblog von Björn (Manfred) Kraus [www] schrieb

    [...] von Björn Manfred Kraus am Dezember 14, 2009 Wie Basicthinking heute vermeldete plant AOL, dass sich ja in Kürze wieder selbst an der Börse wird behaupten müssen, seinen [...]

  11. #11 Sebastian [www] schrieb

    natürlich macht icq keinen umsatz mehr. der icq client ist über die jahre auch immer schlechter und überladener geworden mit “tollen” features, die niemand braucht. in meinem umfeld kenne ich nicht viele, die wenn sie überhaupt noch icq benutzen den originalen client verwenden…

  12. #12 Michael [www] schrieb

    Bah, 7-stellig! :P

  13. #13 Dominik [www] schrieb

    Mal ehrlich … haben nicht die meisten Webworker einen Client der eh mehrere Dienste verbindet ? Ein Kunde schwört auf MSN, einer auf ICQ, andere auf IRC und sonstwas.

    Wenn einer davon stirbt ist mir das letzlich egal … die nervigen Original-Clients tut man sich sowieso schon alleine wegen der unglaublich überfrachteten GUI nicht an und so lange die Nachrichten beim Gegenüber ankommen…

  14. #14 Hugo schrieb

    Ich nutze ICQ nur, weil es alle haben und man es braucht.
    Auf dem Mac ist ICQ eine Qual. Adium und wie sie alle heißen funktionieren nicht richtig mit dem Clienten. Google soll ICQ kaufen und dann wird alles gut.

  15. #15 Alf [www] schrieb

    ICQ ist bei vielen immernoch der beliebteste Messenger. Und das auch aus guten Gründen. Klar Umsatz wirft der Dienst sicherlich kaum ab, aber er hat ein Prestigewert! Das AOL, ICQ abwirft ist verständlich aber ich hoffe das sich auch eine vernünftige Firma für die Übernahme des Dienstes findet. Ich nutze ICQ oft und möchte ungern darauf verzichten. Alternativen wie MSN, Yahoo! etc. möchte ich nicht nutzen (die gefallen mir einfach nicht).

    Und Skype ist für mich in dem Sinne keine Alternative, das nutze ich schlichtweg einfach nur zum telefonieren!

  16. #16 janpeters.net » Blog Archive » ICQ soll verkauft werden! [www] schrieb

    [...] ICQ soll verkauft werden! Posted by Jan on Dezember 15, 2009 Allgemein, Links, Privat Auf Basic Thinking habe ich gerade gelesen, dass AOL mit dem Gedanken spielt, ICQ zu verhökern. [...]

  17. #17 Andre Page schrieb

    StudiVZ soll sich den Dienst holen und den blöden Plauderkasten rausschmeissen!!

  18. #18 Daniel schrieb

    Skype ist zum Chatten ungeeignet. Das UI ist überladen und braucht zu viel Platz. Außerdem unterstützt es in neueren Versionen den Shortcut ALT+S zum Senden von Nachrichten nicht mehr und ohne kann ich nicht. Deshalb verwende ich Trillian um Skype fernzusteuern wenn jemand wirklich darüber chatten will. Natürlich wird ICQ und Co. auch unterstützt.

  19. #19 Der AOL-Kahlschlag: Alle Büros werden in Deutschland dicht gemacht | Basic Thinking Blog [www] schrieb

    [...] Zudem wurde kurz vor Weihnachten bekannt, dass sich AOL von seinem Instant-Messaging-Dienst ICQ trennen wolle. Sollte ein Käufer für das Chat-Urgestein gefunden werden, würde das AOL Einnahmen [...]

  20. #20 Instant Messaging deluxe: ICQ7 kann Twitter, Facebook, YouTube | Basic Thinking Blog [www] schrieb

    [...] Als im Jahre 1996 das israelische Start-Up Mirabilis ICQ vorstellte, da war das ein Meilenstein in der Internet-Geschichte. Es handelte sich nämlich um den ersten Internet-weiten Instant-Messaging-Dienst, der zudem völlig kostenfrei war und von jedem genutzt werden konnte. Dies trug maßgeblich zu seiner enormen Popularität und weltweiten Verbreitung bei. Seit der Übernahme durch AOL zwei Jahre später ging die Erfolgskurve aber nach unten, und vor allem in den USA liefen die User in Heerscharen zu den Konkurrenten MSN, AIM oder auch Skype. [...]

  21. #21 Ungeliebte Tochter ICQ: AOL hat nach Berichten erste Kaufinteressenten gefunden | Basic Thinking Blog [www] schrieb

    [...] rund um den Instant Messenger ICQ in die heiße Phase ein. Schon seit Mitte Dezember kursieren Gerüchte, nach denen AOL-Chef Tim Armstrong den Dienst unbedingt loswerden möchte. Alles, was nicht zum [...]


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