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Blade Runner vs Google: Klage wegen ‘Nexus One’ und ‘Android’

Thema: Ideen, Personen, Produkte, Recht, Unternehmen, 07.01.2010

bladerunnerWir haben heute schon über Science Fiction und Nexus One gesprochen – jetzt ist es Zeit, die Themen gemeinsam zu betrachten. Der Telegraph berichtet nämlich, dass die Familie des legendären Sci-Fi-Autors Philip K. Dick – der so fantastische Werke wie “Ubik” (mein Favorit), “The Minority Report” und “Do Androids Dream of Eletric Sheep?” geschrieben hat – Google wegen Diebstahl geistigen Eigentums verklagt.

Aber nicht etwa, wie man vielleicht glauben könnte, wegen irgendeiner technischen Idee, die der Suchriese aus einem der Romane geklaut haben könnte, sondern wegen der Namen, die man in Mountain View für das erste eigene Smartphone und dessen Betriebssystem gewählt hat. Isa Dick Hackett, die Tochter des Autors, behaupten nämlich, die Bezeichnung “Nexus One” sei von Nexus 6 abgekupfert – so heißen die Cyborgs in dem Sci-Fi-Klassiker Blade Runner.

Und dass Google geklaut hätte, erkenne man auch daran, dass das Betriebssystem “Android” heißt – denn diese Bezeichnung kommt auch in dem oben genannten Buchtitel “Do Androids Dream…” vor, auf dem der Film basiert. Klare Sache also. “Google nimmt erst, und setzt sich erst später mit den Folgen auseinander. In meinen Augen existiert eine klarer Bezug zu dem Werk meines Vaters”, so die erzürnte Tochter.

Um dem ungebührlichen Treiben nun ein Ende zu bereiten, hat Dicks Familie Google am gestrigen Mittwoch einen Brief geschickt und das Unternehmen darin aufgefordert, Millionen von Dollars auf deren Konto zu überweisen den Namen nicht weiter zu verwenden. Zuvor hatte Google bereits auf die Anschuldigungen reagiert, diese natürlich von sich gewiesen und gesagt, die Bezeichnung “Nexus” werde in seinem ursprünglichen Sinn genutzt – als Ort, an dem Dinge zusammenfließen.

To be continued…

(Marek Hoffmann / Foto: FilmMaker)


     

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14 Kommentare zu “ Blade Runner vs Google: Klage wegen ‘Nexus One’ und ‘Android’ ”

  1. #1 Marck schrieb

    Kann ich aber eherhlich gesagt gut verstehen. Denn das war auch genau das, was mir als allererstes durch den Kopf ging, als ich den Namen Nexus One hörte… Nexus 6, unanhängiges Kampfmodell, Roy Batty

  2. #2 goto schrieb

    Sollte man sich nicht eher geehrt fühlen, dass es Anspielungen auf einen Roman gibt?
    Ach ne… so lässt sich da ja Geld rausschlagen.

  3. #3 Marek Hoffmann schrieb

    @goto: ;-)

  4. #4 donjermas [www] schrieb

    ist doch auch zu praktisch. muss man nicht arbeiten. dumm nur, wenn die klage abgelehnt wird.

  5. #5 KurtE schrieb

    Leider ist das eine seit Jahren übliche Methode der Benamsung. Man nimmt erst einen halbwegs eingeführten Begriff als Namen und wartet dann, ob es Widerspruch gibt. Und ist man groß genug, kommt man damit durch und hat für (fast) lau einen funktionierenden Markennamen.
    So hat es schon die Telefonsparte der Deutschen Post gemacht, als sie sich anlässlich ihrer Privatisierung in Telekom umbenannte.
    Dreistigkeit siegt eben meist.

  6. #6 Kageetai [www] schrieb

    Finde es doch auch etwas weit hergeholt und denke, dass Google wirklich mehr die ursprüngliche Bedeutung von “Nexus” im Sinne hatte!
    Vielleicht kam danach schon irgendwem der Gedanken, dass es ja Ähnlichkeit und fand dies eher als witzigen Gag…
    Ich sehe es wie goto und meine, die werte Familie sollte nicht so rumzicken, sondern sich freuen!

  7. #7 Charly [www] schrieb

    Na, kaum da und schon geht’s los mit Klagen. Nun ja, Ich dachte eigentlich, es muss Verwechslung Gefahr geben um eine Klage einzureuchen, und ein Buch und ein Smartphone…..hmmm, ja mit viel Imagination kann man beide verwechseln, vor allem wenn es Geld vielleicht am Ende gibt.

  8. #8 Henric schrieb

    @Kageetai Warum weit hergeholt! Es kann doch niemand davon ausgehen, dass jeder eine popkulturelle Aufarbeitung eines klassischen Themas eher als Vorbild nimmt, als die ursprüngliche Wortbedeutung! Das wäre, als wenn ich eine Taschenlampe Phaeton nenne und VW sich beschwert. Klar, wenn ich ein Auto so nenne, dann ok. Aber wer historische Vorbilder für die Benamung eigener Produkte nimmt, kann davon ausgehen, dass auch andere dieses Vorbild kennen.

  9. #9 Cem schrieb

    Nunja wenns um die Datenkrake geht nun gut.. dann soll die Familie meinetwegen ein paar Dollars haben, wenns den Bock nicht mehr Fett macht, aber ist nicht jeder Name irgendwann mal in einem der millionen Bücher vorgekommen, die es heute gibt? auch wenn es sich hier um einen bekannten autor handelt.

    Moment mal Nexus? Kam Nexus nicht auch im Star Trek Film vor – der Ort außerhalb des Zeit-Raum Kontiuums mit Jean-Luc? also nach der Logik, kann Gene Rodenberrys Familie jetzt auch zuschlagen :)

  10. #10 Marek Hoffmann schrieb

    @KurtE: Juengstes Beispiel dieser Vorgehensweise duerfte Microsofts “Namensklau” sein: http://www.basicthinking.de/bl.....amensraub/

  11. #11 KurtE schrieb

    So falsch liegen die Nachlassverwalter vom guten alten Phillip K. gar nicht. Was meldet heute SPON? Starbucks zahlt wegen der Verwendung von Atztekenmotiven. ( http://www.spiegel.de/wirtscha.....ml#ref=rss ) Das hätte ich nun wiederum nicht für möglich gehalten.

  12. #12 Benne schrieb

    Bin mal gespannt wann der Vatikan klagt, weil “Apple” bereits in der Englischübersetzung der Bibel vorkam. Ganz klar geklaut.

  13. #13 Basic Flashback: Und wenn Google umfällt, ist dann wieder alles gut? | Basic Thinking Blog [www] schrieb

    [...] auf Street View herum, Künstler klagen wegen der Bildersuche, Autoren-Angehörige wegen geklauter Namen und nun hat sich eine eingeschworene Dreier-Allianz gebildet, die nun einen ersten, geschlossenen [...]

  14. #14 jKoeber.de » Blog Archive » Google das Schlagzeilenmonster [www] schrieb

    [...] Das Smartphone des Riesen gerät immer weiter in Kritik und auch eine weitere Klage muss Google über sich ergehen lassen. Das als “Nexus One” getaufte Gerät hört anscheinend auf einen anderen Künstler. Nexus One wurde schon von Philip K. Dick als geistiges Eigentum deklariert und will somit Google an den Kragen. Ob er damit Erfolg haben wird steht noch in den Sternen oder Google zahlt wieder einen Millionenbetrag für eine ausergerichtliche Einigung, was den Konzern nicht weiter stören dürfte. Schließlich werden Sie mit dem Gerät noch um einiges mehr Verdienen. Und wenn nicht, sammelt man immernoch genügend Daten um den Menschen der hinter dem Gerät steckt besser analysieren zu können. Hier der Artikel von Basic Thinking. [...]


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