iPad-Verleger Penguin: Das Geheimrezept sind flexible Preise und Menschenkenntnis

Nachdem Steve Jobs das iPad vorgestellt hatte, wurde von vielen Seiten kritisiert, es handele sich um nichts wirklich Neues, sondern lediglich um ein vergrößertes iPhone. Das mag jeder sehen, wie er will. Recht hat aber bekanntlich derjenige, der Erfolg hat und das iPad ist auf dem besten Wege, erfolgreich zu werden. Je mehr Zeit nämlich seit der Veröffentlichung des XXL-Smartphone vergeht, desto stärker kristallisiert sich heraus, dass tatsächlich Bedarf für so ein Gerät besteht. Oder anders ausgedrückt: Der Markt entdeckt den Verwendungszweck des Geräts für sich. Da sind natürlich zum einen die noch zögerlichen Zeitungsverleger, deren Resistanz aber nichts mit dem Gerät zu tun hat. Und zum anderen die Buch-Verlage.
Wer einen Blick auf das Balken-Diagramm unten wirft, dem fällt auf, dass über dem Posten “Bücher” der höchste Balken steht. Er gibt die Anzahl der Bücher wieder, die User im Zeitraum von einem Jahr aus dem App Store auf ihre Smartphones runtergeladen haben. Sie beträgt 26.528 Stück, macht 18 Prozent aller Downloads aus und übersteigt zum ersten Mal die Zahl der im gleichen Zeitraum runtergesogenen Spiele. (Für Details und weitere Angaben besucht die Seite von Mobclix, einem Werbevermarkter für iPhone-Apps, von dem die Grafik stammt.)

Natürlich handelt es sich um Zahlen, die sich auf iPhone-Apps beziehen. Wer aber bereit ist, seine Lektüre via Mäusekino zu konsumieren, der dürfte dazu doch erst recht bei einem iPad sein. Zumindest, wenn man es zunächst nur auf den reinen Konsum von Lesestoff bezieht. Ob dieser Qualitätsunterschied auch den Preis für ein iPad rechtfertigt, steht auf einem anderen Blatt. Dieses Blatt scheint John Makinson momentan aber nicht sonderlich zu interessieren.
Der CEO von Penguin Books, der zweitgrößten Verlagsgruppe der Welt, lässt sich seine Freude über das iPad und dessen Nutzen für sein Haus durch solche Gedanken nämlich nicht trüben. “Das iPad stellt die erste echte Möglichkeit für ein kostenpflichtiges Vertriebsmodell dar, das den Konsumenten ansprechen könnte”, so Makinson. Ein berechtigter Einwand könnte nun lauten, warum dieses Modell bisher bei PCs nicht funktioniert hat, an denen Bücher ja auch gelesen werden. Abgesehen von dem augenscheinlichen Umstand natürlich, dass diese nicht so leicht hin und her zu tragen sind wie Smartphones oder Laptops, und User möglicherweise viel Wert auf ihre Mobilität legen, liegt der Grund für Makinson tiefer verankert: “Die Psychologie des Bezahlens bei Tablets unterscheidet sich von der bei PCs.”
Ich wurde bei diesen Worten zuerst an die schönen Zeilen aus einem Pipi Langstrumpf-Lied erinnert: “Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt”. Der Penguin Books-CEO könnte aber tatsächlich Recht haben. Schließlich wurden die Bücher, die in der obigen Grafik widergegeben sind, zum einen auf das iPhone geladen und waren zum anderen nicht alle kostenfrei. Andererseits: E-Books und entsprechende Reader, etwa den Kindle von Amazon, gibt es schon seit Längerem auf dem Markt. Warum war da die Euphorie nicht so groß?
Hier kommt nun wieder die Funktionalität des großen Bruders des iPhone ins Spiel. “Wir werden Audio, Video und Streaming in alles einbetten, das wir tun”, so Makinson. “Das EPUB-Format, das der momentane Standard für E-Books ist, wurde für den traditionellen, erzählenden Text entwickelt. – Aber nicht für das coole Zeug, über das wir nun reden.” Was genau er damit meint, könnt ihr diesem kurzen Video entnehmen:
Hierbei handelt es sich natürlich um Kinderbücher, aber der Grundgedanke ist klar nachvollziehbar und der Trend auch längst vorhanden. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob sich jeder Leser von Jane Austins Klassikers “Stolz und Vorurteil” unbedingt über ein eigebettetes Video mit Keira Knightly und Colin Firth freuen würde – aber das ist auch nicht unbedingt der Punkt. Vielmehr ist es die Möglichkeit, dies umsetzen zu können, die ausschlaggebend ist und den Kundenkreis erweitern könnte.
Erfrischend realistisch ist Makinson, wenn es um die Einschätzung der Kundenakzeptanz seiner Angebote geht, sowohl was die Produkte als solche als auch deren Preis betrifft: “Wir wissen nicht, ob die Einführung von Videos dem Kunden gefallen findet. Die Antworten auf diese Fragen werden wir aber nur über Trial & Error herausfinden.” Und man müsse herausfinden, wie viel dem Kunden so ein Angebot wert sei, etwa durch eine dynamische Preisfindung. Wer so progressiv und kundennah denkt, könnte tatsächlich Erfolg haben – und hätte ihn auch verdient.
(Marek Hoffmann / Bild)
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Wir dürfen also gespannt sein.
Allerdings glaube ich, was auch die Untersuchung zeigt, dass News nicht die gefragten Anwendungen sind. Die Hoffnungen der Tageszeitungen werden wohl nicht erfüllt werden.
Magazine mit aufwändigen Bildern – oder mit Video aufgemotzt – dagegen sind interessant auf dem iPad (Entertainment?). Dennoch, es kommt auf die Preise an zu denen angeboten wird.
keshoo.com/?tag=ipad
Aber viel spannender finde ich natürlich auch die Möglichkeiten, die das iPad zusätzlich bietet und die im Video ja auch schon kurz angedeutet werden. Also lassen wir uns überraschen…
Man sucht sich doch seine Quellen aus den ganz unterschiedlichen Ecken. EINE Zeitschrift alleine ist nicht mehr in der Lage die persönlichen Informationsbedürfnisse zu decken.
Wem es gelingt einen individuellen, auf die persönlichen Bedürfnisse abgestimmten Nachrichten-Feed auf den iPad zu bringen, der hat gewonnen!
Mal sehen wie lange es dauert.
keshoo.com
http://blog.marcel-more.de/201.....nz-stehen/
Da werden sicher noch ein Haufen cooler ‘Verwendungszwecke’ zu entdecken sein…. Sehr spannend!
Viel wichtiger ist das gesamte Erlebnis (“User Experience”), die ein Nutzer damit macht. Und die ist bei einem iPad nunmal völlig anders als beim Lesen eines Buchs am PC.
Habt ihr schonmal als Smartphone-Nutzer mit jemandem diskutiert, der keines hat und keins will? Der wird nicht verstehen, warum man unterwegs Internet haben wollen könnte. Tatsächlich ist das nicht so ganz einfach zu erklären, aber wer sich einmal daran gewöhnt hat, der wird es nicht mehr missen wollen. Bei eBooks dürfte es ähnlich sein.
[...] Nachdem vor einigen Tagen bereits John Makinson, seines Zeichens CEO von Penguin Books, seine Freude über das iPad und dessen Nutzen für sein Haus mit der Welt geteilt hatte, ziehen nun die Verantwortlichen [...]
Genau das ist es was wir damlas hatten, ich sag da mal, HANDY, wieso will man unterwegs telefonieren ??
Heute nicht mehr weg zu denken!
Ich finde diese Technik Super!
Allein was für andere Brangen da möglich wird.
Kleinverleger können so Ihre Produkte super an den Man bringen.
Die großen Druckerreinen, sind für viele kleine Verleger viel zu teuer, aber das neue Format macht so einiges möglich.
Auch der Marketing bereich wird davon profitieren, Werbung in Zeitschriften (Magazin) etc. sind ja gang und gebe. wenn diese sich nur auch in diesem neuen Format wieder finden, einfach klasse!
Man hat Informationen zu einem Produkt klickt drauf und hat den Hersteller, Lieferranten, Shop etc.
Kontakt per Email wird dadurch einfacher.
Wieso nicht ein Magazin kostenlos anbieten, es wird finanziert durch Werbung, praktisch so wie es heute bei jeder Website gang und gebe ist.
Wie ich schon sagte, so haben selbst kleinste Verleger die Chance Ihre Produkte (Magazine) zu veröffentlichen.
MfG
Cec0r