Aus Angst vor Ballmer: Mitarbeiter verstecken ihre iPhones
So locker wie bei seinem Besuch an der Trevecca Nazarene University in Nashville reagiert Steve Ballmer offenbar nicht immer, wenn er mit einem Produkt seines Erz-Rivalen Apple konfrontiert wird. Damals hatte ein Student ihn gefragt, ob er dessen Mac signieren würde. Der Microsoft-CEO machte gute Miene zum bösen Spiel und kritzelte seinen Namen und eine kleine Botschaft – “Need a new one?” – auf das Gerät (Für alle, die es nicht kennen, habe ich das Video weiter unten nochmal eingebettet). Weniger “amused” ist Herr Ballmer aber offenbar, wenn seine eigenen Angestellten Apple-Produkte denen des Software-Riesen vorziehen.
Dem “Wall Street Journal” zufolge soll ein Microsoft-Mitarbeiter auf einem Firmen-Meeting versucht haben, ein paar Schnappschüsse von seinem Boss zu machen – und zwar mit einem iPhone. Dieser reagiert prompt, riss dem Unglücksraben das Smartphone aus der Hand, legte es auf den Boden und tat so, als würde er es mit seinem Fuß zertreten. Die Botschaft an die Tausende von Microsoft-Beschäftigten, die dem Spektakel beiwohnten, dürfte klar gewesen sein. Seitdem trauen sich nur noch die wenigsten von ihnen, ihr iPhone auf dem Firmengelände öffentlich zu benutzen.
Dabei ist das Konkurrenzprodukt beileibe kein selten anzutreffender Gast. Insidern zufolge haben im vergangenen Jahr etwa 10.000 Mitarbeiter ihre hausinternen Mails mittels eines iPhones abgerufen. Dies entspricht ungefähr 10 Prozent aller Angestellten, die für Microsoft weltweit tätig sind. Um diese Zahl zu senken, werden aber nicht nur PR-trächtige Auftritte wie der oben beschriebene oder jener von Frau Gates genutzt. Die Frau des Microsoft-Gründers hatte im März des vergangenen Jahres in einem Interview mit der Mode-Zeitschrift Vogue zu Protokoll gegeben: “Aber iPods und iPhones sind zwei Dinge, die wir unseren Kindern nicht kaufen.” Microsoft greift auch zu handfesten Gegenmaßnahmen, die einige als eine Art “Sanktion” beschreiben. So hat das Unternehmen beispielsweise zu Beginn des vergangenen Jahres die Handy-Richtlinien insofern modifiziert, als nur noch jene Mitarbeiter ihre Telefongebühren erstattet bekommen, die ein Mobiltelefon mit Microsoft-Software nutzen.
Zwar wird die hohe Zahl der “Abtrünnigen” von mancher Seite relativiert, etwa durch Andy Lees, seines Zeichens Vizepräsident der Abteilung für Mobilfunk-Software. Seiner Aussage nach benutzen Microsoft-Mitarbeiter oft Konkurrenzprodukte, um diese besser zu verstehen und daraus Vorteile für die eigenen Geräte abzuleiten. Das Kredo bleibt aber: Was für den Kunden gut ist, muss auch für die Mitarbeiter gut genug sein. So jedenfalls sinngemäß die Worte von Kevin Turner, COO bei dem Software-Riesen.
Microsoft ist mit dieser Geschäftspolitik übrigens bei weitem nicht allein. Spontan fällt mir da beispielsweise unser Traditionsautobauer BMW ein. Das bayerische Unternehmen hatte im Sommer des vergangenen Jahres damit für Schlagzeilen gesorgt, dass es ausgesuchten Mitarbeitern mit kleinen Informationszetteln einen “Denkanstoß” geben wollte, die an deren Fahrzeugen befestigt wurden. Auf diesen Blättchen stand die Frage ”Was stimmt hier nicht?” und darunter die Antwort: “Sie arbeiten gerne bei uns. Sie wissen Ihren Arbeitsplatz und Ihr Einkommen zu schätzen. Aber Sie fahren ein Fahrzeug der Konkurrenz.”
Kennt ihr noch weitere solche Beispiele? Und was haltet ihr von solch einer Geschäftspolitik? Nachvollziehbar? Gerechtfertigt? Oder ist es ein unangemessener Eingriff in die Selbstbestimmungsrechte eines Mitarbeiters, vor allem dann, wenn Sanktionen angedroht und Mitarbeiter benachteiligt werden.
(Marek Hoffmann / Foto)
|
|
Tweet |
|
3. Artikelstatistik:
· read: 7422 · today: 2 · last: 11. February 2012






Irgendwie verständlich. Wie will man den Leuten klar machen, dass sie die Produkte kaufen sollen, wenn schon die eigenen Mitarbeiter was anderes benutzen…
[...] [...]
Hier bei Basic hat man sich ja regelrecht auf die News gestürzt. ;)
BMW ist da allerdings eine andere Sparte. Wie torschtl zum Beispiel schon sagte: ein BMW ist nunmal wesentlich teurer…
Schön das BMW hier als Beispiel hergenommen wurde. Warum?
-> Genauso wie bei Apple verkauft BMW nicht nur ein Produkt das irgendwie funktioniert. Es wird eine Art Lebensgefühl sowie ein in sich stimmiges Produkt verkauft, dass sowohl was Qualität und Handhabung angeht, überzeugen kann. Von daher rechtfertigen sich die höheren Preise. Und es ist ja auch nicht so, als würden besagte Firmen Ihre Produkte nicht auch loswerden…
Was das Thema Denkanstöße für Mitarbeiter angeht: Jede größere Firma hat ein Problem: Mitarbeiter die nur aufs Geld warten, und nicht einmal Dienst nach Vorschrift machen… Genau diese müssen von Zeit zu Zeit aufgerüttelt werden. Und zur BMW Aktion: Die war mit dem Betriebsrat abgestimmt, und der BMW Betriebsrat ist sicherlich kein Betriebsrat der Unrecht zulässt. (Zumindest sollte man davon ausgehen…)
Cheers.
Ist doch garkein Problem, wenn auf dem Mac Windows installiert ist. ;-)
Geht doch schon seit längerem und Microsoft stellt ja keine PCs oder Laptops/Notebooks (wie auch immer) her, soweit ich weiß.
Wobei ich selbst einen Mac habe und dort auch Mac OS X laufen habe. Windows zwar auch, aber nur in einer virtuellen Umgebung für Anwendungen, die es nur für Windows gibt.
Zum grundsätzlichen Thema:
Natürlich sollte man als Mitarbeiter einer Firma deren Produkte auch bevorzugen. Eine “Nötigung” der eigenen Firma das zu tun, finde ich aber auch nicht wirklich in Ordnung.
Nicht nur BMW übrigens… auf dem Werksparkplatz von VW in Kassel dürfen seit 2009 (glaube ich) nur noch Eigenmarken parken. Fremdmarken (auch von Lieferfahrzeugen) erhalten keine Einfahrtsgenehmigung.
[...] Über den Beitrag bei Basic Thinking Blog musste ich wirklich grinsen. Aus Angst vor Ballmer, Mitarbeiter verstecken ihre iPhones gibt es ein Einblick in das Seelenleben des Chefs von Microsoft. Allergische Reaktion beim Anblick [...]
Jeder Mitarbeiter eines jeden Unternehmens sollte – ohne irgend welche Frotzeleien (BMW) oder Kündigungsandrohung (Microsoft) – frei entscheiden, welches Produkt er verwendet, schliesslich wird man in den meisten Fällen der Arbeit wegen angestellt, und nicht um der Öffentlichkeit zu zeigen, dass man ein Gerät aus “eigenem Hause” benutzt.
@Münchner: BMW verkauft keine Lebenseinstellung. BMW verkauft Automobile und Motorräder an Personen mit verkorkster Lebenseinstellung.
@Anonymous: Das Verbot wurde am 6. Februar 2009 wieder aufgehoben.
Ich kann es schon verstehen,dass man ein anderes Fahrzeug fährt, wenn man als MA von BMW sich diesen nicht Leisten kann. BMW hätte ja vergünstigte Fahrzeuge mit zinsfreier Finanzierung anbieten können.
Ich arbeite bei EDEKA und kann es nicht verstehen, weshalb Kollegen fremdkaufen. Einfache Lebensmittel sind beim Discounter auch nicht billiger!
Wenn Mitarbeiter von McDoof nur noch Burger essen dürfen, dann erhöht das doch nur die Flukuation an Mitarbeitern, oder? ;)
Prima- dann für jeden Fließbandarbeiter bei Porsche einen 911er!
kenne das ganze von einem Mobilfunkanbieter, dort sind Azubis auch dazu angehalten Tarife aus dem eigenen Haus zu nehmen, da sind aber auch mit den 35% Rabatt noch teurer als Base oder sonstiges, wenn man da mal seine Nummer an einen Ausbilder gibt und der dann fragt “nicht bei uns Kunde?” kommt scheisse :P
BTW wurde ich im Bewerbungsgespräch gefragt “Sie wollen bei uns arbeiten, warum haben sie keinen Telefonanschluss von uns?” <- Hart, oder?
Sind aber 2 unterschiedliche Anbieter/unternehmen
Insofern wird sich kein normaler Mitarbeiter unterhalb der Managementebenen mal eben einen BMW, Mercedes, Audi kaufen können, um Treue zu demonstrieren. Das geht nur, wenn sie unter der eigenen Marke auch PKW der (unteren) Mittelklasse anbieten.
[...] Über den Beitrag bei Basic Thinking Blog musste ich wirklich grinsen. Aus Angst vor Ballmer, Mitarbeiter verstecken ihre iPhones gibt es ein Einblick in das Seelenleben des Chefs von Microsoft. Allergische Reaktion beim Anblick [...]
Zitat: “@Münchner: BMW verkauft keine Lebenseinstellung. BMW verkauft Automobile und Motorräder an Personen mit verkorkster Lebenseinstellung.”
@Me57: aha, merci fürs kompliment… So pauschal ALLE über einen Kamm scheren ist nie verkehrt… daumen hoch!
Gut so. Das iPhone ist so oder so ein Mistprodukt. Die Leute sind nur verblendet von der Marke “Apple”.
hier mal ein beispiel aus meiner region:
http://www.motor-talk.de/blogs.....96962.html
ging doch schon ganz schön durch die lokalpresse…
Oder macht halt ein Fanblog auf, spricht ja nichts dagegen.
@Tilman: Sorry, da bist du bei mir leider an der falschen Adresse gelandet. Ich habe mich hier schon mehrmals als Microsoft-Fan geoutet, zuletzt hier: http://www.basicthinking.de/bl.....ent-897461.
Zaibatsu MS?
widerlich… Balmer? Schäm dich! Jetzt mal echt!
So ändern sich die Zeiten! Gut, inzwischen gibt es auch die A-Klasse.
Hauptsache er verschenkt sein Hemd nicht mal :D
Diese ganzen voreingenommenen Meinungen sind irgendwie zum fremdschämen :(
[...] Aus Angst vor Ballmer: Mitarbeiter verstecken ihre iPhones | Basic Thinking Blog guter Artikel und interessante Thematik. Angestellte benutzen Konkurrenzprodukte [...]