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Archive for 04.2010

Chrome: Schwerer Abschied vom überflüssigen ‘http://’20.04.10

Ich weiß nicht, ob Sir Tim Berners-Lee wirklich sauer angesichts der Ankündigung wäre – wahrscheinlich freut er sich aufrichtig. Der Erfinder des URL-Strings “http://” hatte die Doppelbalken-Kombi früher schon häufiger als “Fehler” beschrieben, reine Willkür habe dazu geführt, dass wir heute jeder Adresse zwei Schrägstriche voranstellen – und einen Doppelpunkt.

Über Sinn und Unsinn des Strings wird derzeit wieder heiß debattiert und zwar in erster Linie in der Chromium-Entwicklergemeinde, in der seine Abschaffung zur Disposition steht. Die mobile Variante des Safari kürzt schon heute URLs bis auf das www. – aus Platzgründen, wie sich vermuten lässt. Doch nun will Google auch bei den Desktop-Browsern der Vorreiter sein. Testweise wurde die URL-Kürzung in der Entwickler-Version von Chrome bereits integriert, danach hagelte es reihenweise Fehlerhinweise durch die Nutzer, so dass sich Chefentwickler Peter Kasting gezwungen sah, die Dinge richtig zu stellen: Das Weglassen des http:// sei ein Feature – kein Bug. Doch diese Erklärung hatte einen eher aufpeitschenden als beruhigenden Effekt: Einige Entwickler werfen Google vor, “Zensur beim User Interface” zu betreiben. (weiterlesen…)

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Hitler-Meme: Constantin-Film is not amused und sperrt Videos aus urheberrechtlichen Gründen (Update)20.04.10

So wie es aussieht, ist bald Schluss mit lustig. Denn offenbar können die Verantwortlichen bei Constantin Film nicht darüber lachen, dass ihr preisgekrönter Film “Der Untergang“ auf YouTube dermaßen durch den Kakao gezogen wird. Bevor ich im Einzelnen erzähle, was passiert ist, möchte ich noch schnell all jene Leser ins Boot holen, die keine Ahnung haben, wovon ich hier eigentlich rede. Also: Im Jahre 2004 kam der oben genannte Film in die Kinos, der sich mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte beschäftigt, dem Zweiten Weltkrieg. Der Fokus liegt dabei vor allem auf den letzten Kriegstagen und den Geschehnissen im sich in Berlin befindenden Führerbunker von Adolf Hitler. In einer Szene des Films wird dem Diktator in diesem unterirdischen Quartier von seinen Beratern offenbart, dass der Krieg verloren sei. Daraufhin rastet dieser aus und hält eine bitterböse Wutrede.

Just diese Szene wurde mittlerweile von unzählige YouTube-Usern dergestalt parodiert, dass sie ihren Originalton beibehalten, diesen aber um eigene (englischsprachige) Untertitel ergänzen. Diese geben aber nicht wider, was Hitler sagt, sondern lassen es in mehr oder minder witzigen und einfallsreichen Worten so aussehen, als würde sich Hitler über aktuelle Themen in Rage reden. Eines der bekanntesten Videos dieser Art, in der sich Hitler über den Weltrekord des (farbigen) 100-Meter-Sprinters Usain Bolt aufregt, wurde bis dato knapp über eine Million Mal angeklickt. Und damit kehren wir zum Anfang zurück. Das als Filmverleih und Filmproduktiongesellschaft agierende Unternehmen Constantin Film hat nämlich damit begonnen, die Meme-Videos aufgrund von Copyright-Verstößen von YouTube zu löschen. “Dieses Video enthält Content von Constantin Film. Dieser Partner hat das Video aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt.” Ich habe diesbezüglich die Pressestelle von Constantin Film kontaktiert und das ist, was man dort zu dem Thema zu sagen hatte… (weiterlesen…)

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GoogleSharing: Neues Browser-Plugin stoppt die Google-Schnüffelei20.04.10

Wenn Google noch einen guten Grund für die Entwicklung eines eigenen Browsers brauchte – hier ist er: Der Entwickler Moxie Marlinspike hat sich ein neues Plugin ersonnen, das Firefox-Nutzer vor der Schnüffelnase der Suchmaschine retten soll. Das Addon aktiviert einen externen Proxy, der dann anspringt, wenn Nutzer Dienste von Google in Anspruch nehmen (Suche, News, Maps), die kein Login in das eigene Konto voraussetzen.

Das Plugin hört auf den Namen GoogleSharing (Download). Laut Beschreibung werden die Anfragen aller teilnehmenden Nutzer miteinander vermischt, so dass Google nicht nachvollziehen kann, wer beispielsweise welche Suche gestartet hat und welche Seite danach besucht wurde. Die Daten werden per HTTPS ausgetauscht. GoogleSharing soll alleine auf den Google-Plattformen zum Einsatz kommen – sobald der Nutzer die Sphären der Suchmaschine verlässt, deaktiviert es sich automatisch. De facto wirkt die zehnminütige Surf-Sitzung eines einzelnen Users dann für Google so, als seien Dutzende Nutzer anwesend gewesen. “Das Ergebnis besteht daraus, dass man Google Suche, Bilder, Karten, Shopping, News und so weiter benutzen kann, ohne dass Google in der Lage wäre, den Nutzer per IP-Adresse, Cookie oder andere identifizierbare HTTP-Header zu verfolgen”, so Marlinspike. (weiterlesen…)

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Apple-Anwalt fordert: ‘Gebt uns das iPhone 4G zurück!’20.04.10

Zum Glück fällt in diesen Tagen die Einräumung “Asche auf mein Haupt” ein wenig leichter. Ja, ich lag (offenbar) daneben. Seit am Wochenende die ersten Bilder des vermeintlichen iPhone 4G im Netz auftauchten, reißen die Gerüchte, Bestätigungen, Dementis und der Strom der Bilder nicht ab. Es gab und gibt jedoch eine ganze Reihe Gründe, sich in diesem Fall in das Lager der Skeptiker zurückzuziehen.

Ehrlich: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Top-Ingenieur des größten Verschwörungskonzerns der Welt in einem Biergarten versackt, ein paar Humpen guten deutschen Bieres hebt und danach ein strenggeheimes Forschungsobjekt im Suff liegen lässt? Wir sprechen hier von Apple: Im vergangenen Jahr hatte sich ein chinesischer Fabrikarbeiter von einem Hochhaus gestürzt, weil er einen Prototypen des 4G verloren hatte. Und nun leistet sich ein direkter Mitarbeiter bei Gerstensaft (immerhin bietet die deutsche Bar auch Kölsch an) und Haxenschmaus einen solchen Ausrutscher? Eigentlich undenkbar. (weiterlesen…)

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Netzoffensive gegen DSDS: Jetzt sucht Deutschland den Nr.1-Hit19.04.10

Ein Staats-Chef wird beigesetzt, ein beispielloses Natur-Ereignis in Island legt den gesamten europäischen Flugraum lahm, Mehrzad Marashi gewinnt das DSDS-Finale. Wer jetzt einen einigermaßen guten Riecher hat oder zumindest die Vorgehensweise der Bild-Zeitung kennt, wird vermutlich drauf kommen, welches dieser drei Ereignisse das Springer-Aushängeschild als Headline der Titelseite auserkoren hat. Genau – es war das “spannendste DSDS-Finale aller Zeiten”, welches uns am Kiosk unseres Vertrauens in die Augen sprang. Interessanterweise – und da nähern wir uns bereits dem Thema dieses Artikels – findet sich dort kein Bild des strahlenden Siegers Mehrzad Marashi. Stattdessen zeigt man den Unterlegenen – Menowin Fröhlich. Ich will hier sicher keine Lanze für Kriminelle brechen oder seine Vergangenheit schönreden, aber wir dürfen wohl getrost davon ausgehen, dass die Schmutzkampagne der Bild-Zeitung Fröhlich den DSDS-Sieg gekostet hat.

Es wird viel geredet von Schwarmintelligenz oder kollektiver Intelligenz, demgegenüber sollten wir aber auch festhalten, dass das Kollektiv durchaus Entscheidungen trifft, zu denen man durch Meinungsmacher getrieben wurde. RTL hat die Zahlen der jeweiligen Motto-Shows veröffentlicht und daran kann man ablesen, dass Menowin in jeder einzelnen Folge klar vor Mehrzad gelegen hat – bis die Bild-Zeitung offiziell dazu aufgerufen hat, dem vorbestraften Talent keine Stimme zu schenken. Dass sich die Zeitung für die gelungene Aktion natürlich auch noch selbst auf die Schulter klopft, überrascht da auch niemanden mehr. Ich kann förmlich spüren, wie sich in euren Köpfen die Fragen manifestieren, wieso es überhaupt eine Rolle spielt, wer da gewonnen hat, wieso das hier überhaupt thematisiert wird und wer denn überhaupt diesen ganzen Casting-Scheiß hören will. Das möchte ich euch gern erklären. Zunächst einmal möchte ich generell die Kritik an den Teilnehmern beziehungsweise den Siegern dieser Casting-Formate hinterfragen. (weiterlesen…)

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Social Networking-Jacke ‘Ping’: Per Kapuze Facebook-Nachrichten verschicken19.04.10

Total bescheuert oder logische Entwicklung, die der heutigen Zeit Tribut zollt? – Die Designerin Jennifer Darmour präsentiert mit ihrem Mode-Konzept ”Ping” das erste mir bekannte “Social Networking”-Kleidungsstück der Welt. Die Mischung aus Kapuzenpullover und ärmellosem Kittel soll es seiner Trägerin/seinem Träger ermöglichen, sich “kabellos und von überall aus” mit seinem/ihren Facebook-Account zu verbinden – und zwar ohne Hardware (was aber nicht ganz stimmt), also Smartphone oder Laptop. Damit aber noch nicht genug: Da ein bloßes Verbundensein mit dem eigenen Konto etwas witzlos wäre, können mit dem Fummel auch Status-Updates gepostet oder Nachrichten an Freunde verschickt werden. Dazu muss einfach nur die Kapuze auf- oder abgesetzt, der Reißverschluss auf- oder zugemacht oder eine Schleife mit dem Gürtel gebunden werden. Erhält man eine Nachricht zurück, wird dies durch ein leichtes Schulterklopfen signalisiert.

Und so soll “Ping” funktionieren: In den Stoff eingewoben befindet sich eine Vielzahl an Sensoren, unter anderem flexibles, leitfähiges und berührungsempfindliches “Garn”. Mittels der hieraus bestehenden speziellen Fäden werden sowohl die vom Träger gegebenen Kommandos an eine Software weitergeleitet, als auch die sensorischen Meldungen über eingehende Post übermittelt. Die extra für diesen Einsatz entwickelte Software basiert auf der Arduino Lilypad-Plattform und ermöglich eine Zwei-Wege-Kommunikation mit Facebook. (weiterlesen…)

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Tumblr: Erlösmodelle für Mashup-Blogs verzweifelt gesucht19.04.10

Manche nennen sie Billig-Blogs, andere sagen “aufgebohrtes Twitter” dazu – es geht um Microblogging-Plattformen wie Posterous oder eben Tumblr, durch die Nutzer ihren Mashup-Fantasien im Netz freien Lauf lassen können: Texte, Bilder, Videos, Audio-Dateien, Links – alles rein und dann raus damit. Doch was den Usern Spaß bereitet, verursacht den Betreibern langsam Kopfzerbrechen. Es fehlt ein gescheites Konzept, den User Generated Content – oder besser: Aggregated Content – ordentlich zu vermarkten.

Durch die Ansage von Twitter, mittels Promoted Tweets mehr Geld in die Kasse zu spülen, gerät auch Tumblr plötzlich unter Druck. Der Dienst des 23-jährigen Gründers David Karp hat zwei dicke Investoren im Rücken, Spark Capital und Union Square Ventures – und beide haben auch ihre Kohle bei Twitter geparkt. Kein Wunder also, dass die Geldgeber neulich bei einem Meeting zaghaft die Frage vorbrachten, wie Karp das denn nun gedenkt, die Vermarktung anzugehen: Und ob bezahlte Ergebnisse in der Suche – ebenso wie beim 140-Zeichen-Dienst – nicht auch eine tolle Option wären. (weiterlesen…)

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Erster Augmented Reality-Flashmob: Darth Vader und Spiderman laden zum Foto-Shooting19.04.10

Wer am kommenden Wochenende noch nichts vorhat, kann ja einen kleinen Trip nach Amsterdam planen. Neben der Möglichkeit, sich bei unseren Nachbarn mit Lederwaren, Tulpen oder anderem Zeug (für das die Stadt bekannt ist) einzudecken, kann der Besucher dann nämlich auch Teil eines “scheinbar spontanenen Menschenauflaufs” werden. Am Samstag, den 24. April, soll gegen 14 Uhr am Dam Square nämlich der weltweit erste Augmented Reality-Flashmob stattfinden. Initiator der Aktion ist der Künstler und selbsternannte “Web 2.0-Experimentalist” Sander Veenhof.

In Anlehnung an die praktisch auf jedem größeren Marktplatz oder jeder belebteren Fußgängerzone posierenden “Human Statues” (oder “Living Dolls”) wird Veenhof virtuelle Figuren “aufstellen”, mit denen sich die Teilnehmer des Mobs fotografieren lassen können. Hierzu wird er spezielle Augmented Reality-Tags (im Grunde nichts anderes als übergroße QR-Codes) auf dem Boden verteilen, die dann beim Betrachten durch das Objektiv einer Handy-Cam unterschiedlichste Figuren zum Vorschein bringen (siehe Bild). Bisher sind es neben einem Soldat aus der Königlichen Leibgarde der Star Wars-Superschurke Darth Vader und die Superhelden Spiderman und Superman. Vor dem Start der Aktion sollen aber noch weitere hinzukommen. (weiterlesen…)

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Tod der Pressemitteilung: Reuters ist empört über Googles neuen Informationsvertrieb19.04.10

Am Freitag hatte Google die neuen Quartalszahlen bekannt gegeben, die – mit Verlaub – obszön erfolgreich anmuteten. Der Suchriese hatte per Mail auf die Veröffentlichung aufmerksam gemacht. Ein Dreizeiler wurde den Lesern geboten, darunter prangte der Hinweis: “Den Rest lesen Sie bitte auf unserer Seite investor.google.com.” Außerdem wurde mitgeteilt, dass man Geschäftszahlen von nun an immer so kommunizieren würde – auf dem Blog und nicht als Mail-Mitteilung. Normalerweise ist es nichts Ungewöhnliches, dass Google die Unternehmensinformationen auf den hauseigenen Seiten und Blogs abfrühstückt – man stelle sich vor, die Suchmaschine schickte für jedes neue Pipi-Feature eine Pressemitteilung herum; wir würden in Meldungen ersticken. Doch im Investoren-Bereich, wo es nun einmal um viel Geld geht, ist das eine andere Sache. Aber, nun gut…

Man hätte die Sache mit dem Hinweis auf die eigenen Seiten mit einer wegwerfenden Handbewegung abtun können, wenn nicht Reuters plötzlich eine verstörende Meldung zu Googles neuer Informationspolitik verfasst hätte. In dem Artikel warnt Autor Jonathan Spicer eindringlich vor dem Entschluss: “Einige machen sich Sorgen darüber, dass dieser Trend einzelne und weniger erfahrene Anleger, die Blogs und Websites nicht so schnell aufrufen können, gegenüber Profis benachteiligt. Andere sind besorgt, dass nicht jeder die Informationen bekommt.” Googles Vorgehensweise stelle ein “Hindernis” für Medien, Analysten und andere dar, die “hungrig” auf die Zahlen seien. Um das Argument zu untermauern, hat Spicer auch noch einen Experten zu Wort kommen lassen. Scott Mozarsky, Mitarbeiter der Pressemitteilungsschleuder PRNewswire, warnte ebenso eindringlich: “Selbst wenn man Google ist, kann es sein, dass die Informationen nicht überall und zeitnah ankommen.” (weiterlesen…)

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Astronauten-Software für Power-Napping soll auch müden Bürohengsten helfen19.04.10

Unter Andrés vor ein paar Tagen veröffentlichten Post zum Robonaut 2 kam die Frage auf, ob es sinnvoll sei, so viel Geld in die Weltraumforschung zu pumpen. Oder ob es nicht besser wäre, mit den Millionen Dollar Missstände in der Welt zu beseitigen? Nicht ganz zu Unrecht antwortete darauf ein anderer Leser, dass die Weltraumforschung nicht nur unnütze Geldverbrennung sei, sondern in der Vergangenheit schon viele Technologien und Gadgets erfunden hätte, die uns in unserem täglichen Leben zugute kommen. Hierzu könnte bald auch das zählen, was Elizabeth Klerman mit ihrem Forscherteam vom Brigham and Women’s Hospital in Boston für Astronauten und das Bodenpersonal von Weltraum-Missionen entwickelt hat. Das Problem, mit dem sich die Wissenschaftler beschäftigt haben, war das des Schlaf-Wach-Rhythmus’ und der damit einhergehenden Leistungsfähigkeit einer Person.

Dass ein unausgeschlafener Mensch eine sehr viel geringere Konzentrations- und daraus resultierend eine verminderte Aufmerksamkeits- und Reaktionsfähigkeit besitzt, als einer, der lange gepennt hat, dürfte jedem von uns klar sein. Von übermüdeten oder nicht ausgeschlafenen Autofahrern verursachte Verkehrsunfälle sind die prominentesten Beispiel dafür, wie schlimm die Konsequenzen sein können, wenn ein Mensch nicht ausreichend schläft. Ebenfalls vor allem aus dem Straßenverkehr bekannt ist der Sekundenschlaf, die trügerische Variante des sonst sehr wirksamen, sogenannten Power Naps. So leistungsfördernd dieser in der Regel zwischen 15 und 30 Minuten dauernde Kurzschlaf sein mag, so kontraproduktiv ist dagegen oft ein zu langer Schlaf. Einige von euch kennen dieses Phänomen vielleicht vom Wochenende, wenn sie ausschlafen können und sich dann (trotzdem) den ganzen Tag müde fühlen. Mittels eines Computerprogramms wollen Klerman und ihre Kollegen nun die unterschiedlichen Faktoren analysieren, die den Tagesrhythmus eines Menschen und in der Folge auch seine Leistungsfähigkeit und Wachheit bestimmen – und diesen “entgegenwirken”. (weiterlesen…)

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Teures Billig-Notebook: Enttäuschende Bilanz für One Laptop per Child19.04.10

Es ist verdammt schade, wenn gute Ideen immer wieder an demselben Grund scheitern: an Geldmangel. Vor rund vier Jahren war die gemeinnützige Organisation One Laptop per Child (OLPC) an den Start gegangen, um die Bildungssysteme der Entwicklungsländer zu revolutionieren. Der Anspruch lautete, jedem der zwei Milliarden Kinder, die in armen Verhältnissen leben, ein eigenes Notebook zu verschaffen. Aus dem ambitionierten Plan ist allerdings bis heute nichts geworden…

Im Mittelpunkt der Bemühungen steht der OLPC XO, ein robuster Laptop, der mit WLAN, Kamera, SD-Kartenleser und 7,5 Zoll-Display ausgestattet ist. Die vorinstallierte Software bietet alles, was für einen modernen Schulunterricht benötigt wird, etwa Textverarbeitung, Matheprogramme, Programmiertools, ein Medienplayer – und natürlich auch Spiele. Da das Gerät solarbetrieben ist, ist der Nutzer nicht von konventionellen Energiequellen abhängig. Ein neues, noch energiesparenderes Modell, das die bisherige Akkulaufzeit von bis zu sechs Stunden verlängern soll, wird im kommenden Jahr vorgestellt. (weiterlesen…)

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Basic Flashback: Warum die Revolution zum Glück wieder nicht von Deutschland ausgeht18.04.10

WePad Pressekonferenz

Vielleicht hätte er sich einfach auf eine Bühne stellen sollen. Fünf Meter tief, zwanzig Meter breit, mit einer Kinoleinwand im Hintergrund. Darauf die Präsentation, im Vordergrund das Produkt, mit dem er bei Zeiten ein wenig spielt, während er mit dem Publikum spricht. Das hat Helmut Hoffer von Ankershoffen aber nicht getan. Statt dessen ging der Mann mit dem WePad in der Hand und rotem Schal statt Rollkragenpulli im Blitzlichtgewitter der ihm zu nahe rückenden Journalisten unter.

Kein Hands-on, kein Linux, nur die Endlosschleife eines Videos und eine Windows-Fehlermeldung. Ein Prototyp, der vom Zoll aufgehalten wird, und schließlich die Erkenntnis: das WePad stammt von Pegatron, einer Asus-Tochter, die das gleiche Gerät auch nach Kanada verkauft, wo es ExoPC heißt. Der Slogan “WePad – Designed in Germany”, der noch immer auf der Neofonie-Startseite erscheint – glatt gelogen.

Allerdings auch nicht dreister gelogen als der Fernseher “made in Germany”, der in China gefertigt und erst dann in eine deutsche Fabrik geschippert wird, wo ein hochspezialisierter Mechaniker nur noch das Logo anschraubt. Gleiches Bild bei Bohrmaschinen, Telefonen, Fernsehshows, Romanen, Popmusik. Welcher Welterfolg ist noch made in Germany?
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MySpace Events: Zurück zu altem Glanz?17.04.10

Social Network-Dinosaurier und einstiger Branchenprimus MySpace hat ja erst vor kurzer Zeit verlauten lassen, wie man sich für die Zukunft aufstellen möchte und wie das Netzwerk gegen Facebook und Co. bestehen soll. In der Wirtschaft würde uns ein freundlicher Pressesprecher vermutlich sagen, dass sich das Unternehmen auf die Kernkompetenzen zurückbesinnen möchte und exakt diesen Weg schlägt das Murdoch-Baby auch nun endlich wieder ein: Es ist die Musik, die Popkultur, mit der MySpace groß geworden ist und das Social Network-Zepter von Friendster übernommen hat. Diesem Zepter – heute fest und sicher in der Hand des Facebook-Milliardärs Mark Zuckerberg - hechelt die MySpace-Spitze nun verzweifelt hinterher und startet mit dem Dienst MySpace Events einen weiteren Versuch, verlorenes Terrain gut zu machen. 

Über MySpace Events ist es nun jedem User – egal ob privat, Künstler oder Veranstalter – ohne Weiteres möglich, schnell und unkompliziert einen Kalender mit Events zu befüllen, die auch direkt an Ort und Stelle gebucht werden können. Partner wie Ticketmaster ermöglichen das – gegen eine Provision logischerweise. Auf diese Weise möchte man seitens MySpace das globale Netz zwischen Musikern (Comedians, whatever), Veranstaltern und eben den Fans engmaschiger gestalten, um so auf die große Social Network-Bühne zurückzukehren. Allgegenwärtig ist die Erkenntnis des Unternehmens, dass sich der Erfolg nur einstellen kann, wenn das eigene Profil geschärft wird und die Unterschiede zu Facebook stärker in den Vordergrund gerückt werden. (weiterlesen…)

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GMX und Web.de weisen Microsofts Spam-Studie als ‘Propaganda’ zurück16.04.10

gmxwebde“Das Fraunhofer-Institut testete innerhalb des Monats Februar nun fünf kostenlose E-Mail-Dienste. Und kam zu einem klaren Ergebnis: Mit 116 Spam-Mails lieferte GMX.de klar das schlechteste Ergebnis ab.” – das Zitat stammt vom “Spiegel“. Manche bezeichnen das Blatt als letztes Bollwerk des kritischen Journalismus in Deutschland. Leider haben die Kollegen bei der Meldung aber einen kleinen Fehler gemacht, denn Regel Nummer eins im kritischen Journalismus lautet nun einmal: “Prüfe deine Quellen.”

Die Studie wurde am Montag veröffentlicht (PDF), der Titel lautete “Wo bekommt man am wenigsten Spam? Fraunhofer-Studie untersucht Spam-Aufkommen bei kostenlosen E-Mail-Diensten – Yahoo und Hotmail vorne, GMX und Web.de abgeschlagen.” Soweit, so gut – doch was die Kollegen von SpOn hätte stutzig machen sollen, war folgender Zusatz in der Pressemitteilung: “Die Studie wurde mit finanzieller Unterstützung von Microsoft erstellt.” Autsch. In der Meldung des Magazins findet diese kleine Tatsache keine Erwähnung.

Erwartungsgemäß kommt Hotmail in der Studie ganz gut weg, Platz eins belegt Yahoo!, Platz drei Gmail – Web.de und GMX belegen weit abgeschlagen die letzten Plätze. Die beiden Mail-Töchter von United Internet reagierten irritiert bis stinkesauer auf die Meldung, die offenbar ohne den Hinweis auf die Hintergründe der Studie von Medien verbreitet wurde: “Die Untersuchungskriterien, die Microsoft mit dem Fraunhofer-Institut vereinbart hat, lassen vermuten, dass es sich hierbei weniger um eine seriöse Untersuchung, als vielmehr um Propaganda für Microsofts Hotmail handelt”, schießen die beiden in einer gemeinsamen Erklärung zurück. Doch ob an der Kritik tatsächlich etwas dran ist, müssen wir hier erst einmal klären. Ich habe gerade mit Holger Neumann von GMX gesprochen und er konnte mir ein paar interessante Antworten liefern. (weiterlesen…)

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Software-Schwachstellen: Hacker lässt kein gutes Haar an Apple – aber an Microsoft16.04.10

Ja, das sitzen sie nun, der Apple-André und der Microsoft-Marek. Und streiten mit gebotenem, journalistischen Abstand zum  Gegenstand über die Behauptung eines ehemaligen Hackers, wonach in Bezug auf das Thema Sicherheit der Software Microsoft Apple überlegen sei. Oder, um es ein wenig schmeichelhafter auszudrücken: Die Cupertinos hinken mit ihren Sicherheitsstandards den Redmondern noch etwas hinterher. Marc Maiffret, der seine kriminelle Karriere an den Nagel gehängt hat und nun seine Brötchen als Chief Security Architect der von ihm mitgegründeten Sicherheitsfirma FireEye verdient, könnte durchaus wissen, wovon er da spricht. Nicht nur deswegen, weil er eben ein Hacker war, sondern weil er lange Zeit als Sicherheitsexperte – mit dem Spezialgebiet “Identifizierung von Software-Schwachstellen” – bei Microsoft in Lohn und Brot stand. Tja, genau das aber läßt so ein wenig an seiner Unbefangenheit respektive Objektivität zweifeln. Gucken wir also mal, was er denn so Substanzielles zu sagen hat.

Neben der bereits erwähnten Anschuldigung und dem Zusatz, dass Apple seine Endkunden nicht so gut schützen könne wie Microsoft, fügt er in Bezug auf Sicherheitsaspkete hinzu: “Vor einem Jahr war es überwiegend eine Sache des Marketings. Die Leute beider Firmen [er stellt - wie andere auch - Adobe ebenfalls ein schlechtes Zeugnis aus] behandelten es wie ein Marketing-Problem.” Und der Grund dafür liege seiner Meinung nach darin, dass man “hinter den Kulissen nicht über eine gute technische Infrastruktur” verfüge. (weiterlesen…)

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