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Archive for 09.2010

Erfolg für Spickmich: Lehrerbewertung bleibt erlaubt – Aber wie geht’s jetzt weiter?23.09.10

Die jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen einer Lehrerin aus Moers und dem Schülerportal Spickmich haben ein Ende gefunden: das Bundesverfassungsgericht hat die Beschwerde der Pädagogin abgelehnt. Damit ist der Rechtsweg gänzlich ausgeschöpft und das Ergebnis ist: die Pädagogenbewertung ist zulässig und verstößt nicht gegen das Persönlichkeitsrecht der Unterrichtenden.

Im Juni 2009 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) bereits entschieden, dass eine individuelle Benotung des Lehrpersonals in der Form, wie sie Spickmich praktiziert, erlaubt ist. Im Gespräch mit uns betont Chefredakteur Tino Keller, dass sein Portal nur eine Lehrerbeurteilung nach Kategorien zulasse. Die Schüler haben also keine Möglichkeit, frei einen Text zu formulieren, in dem sie eventuell ihrem Frust über eine schlechte Mathearbeit mit „Schmähkritik und Beleidigungen“ Luft machen. Stattdessen kann der junge Anwender allerdings in der Kategorie „faire Prüfungen“ und „faire Benotung“ eine Sechs vergeben. Natürlich hindert ihn niemand daran, in den Gebieten „beliebt“ und „fachlich kompetent“ ebenso vorzugehen. (weiterlesen…)

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‘Google New’: News-Kumulator für Produkt-Launches ohne erkennbaren Mehrwert23.09.10

Jeder interessierte User oder auf der Lauer liegende und auf das nächste große Feature- oder Produkt-Release wartende News-Macher kennt das: Es heißt, alle Kommunikationskanäle eines Unternehmens im Auge zu behalten. In erster Linie dürften das zunächst die Pressemitteilungen sowie die Unternehmensblogs und -Twitter-Accounts sein. Ich hatte im Zusammenhang mit Microsoft schon einmal beiläufig erwähnt, dass sich deren Zahl aber mal eben schnell auf 18 beziehungsweise 19 summieren kann. Und bei Google ist es noch schlimmer. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind es, auf die Kategorien ”Google-wide”, “Products”, “Ads”, Developer” und “Region” verteilt, alleine bei den Blogs insgesamt 104 (eine Übersicht findet ihr in der Google Blog Directory). Da kann die eine oder andere Neuheit selbst dem ambitioniertesten Beobachter schon mal durch den Filtern rutschen.

Damit das künftig nicht mehr so leicht passiert und jede in Mountain View ausgeheckte Neuerung die Beachtung erhält, die sie auch verdient, wurde Google New aus der Taufe gehoben. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Art selektierenden Trichter, in den oben alle News aus den zahlreichen, hauseigenen Blogs reinströmen und am anderen Ende nur noch jene herauskommen, die aktuelle Launches von Produkten und Features und Services thematisieren. Wie man es von dem Suchriesen gewohnt ist, gibt es natürlich auch ein dazugehöriges Video, das uns die Vorstellungen der Verantwortlichen etwas anschaulicher macht: (weiterlesen…)

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Kundenzufriedenheit: Mac-User sind die glücklichsten22.09.10

Der “American Customer Satisfaction Index” (ACSI) sagt euch noch etwas? Zur Erinnerung: Dabei handelt es sich um einen im regelmäßigen Abständen von der University of Michigan Business School erhobenen Wert, der die Kundenzufriedenheit mit einem Unternehmen angibt. Zuletzt verriet er uns, dass der Wohlfühlfaktor bei Facebook geringer als bei Wikipedia oder YouTube ist und dass Microsoft dank Windows 7 wieder in der Gunst der Amerikaner gestiegen ist.

Aktuell darf sich der ewige Erz-Rivale des Software-Giganten über die am gestrigen Dienstag veröffentlichten ACSI-Ergebnis (PDF) freuen. Den Marktforschern zufolge sind nämlich neun von zehn Besitzern (beziehungsweise 86 Prozent) von Apple-Computern mit ihrem Produkt zufrieden. Wow, wer hätte das gedacht? So wie es scheint, zumindest die Ersteller des Index. Denn es ist das siebte Jahr in Folge, dass der Konzern aus Cupertino im Bereich PC-Zufriedenheit ganz oben auf dem Treppchen steht. Allerdings, so geben sie selbst überrascht zu, noch nie mit einem solch überwältigenden Ergebnis. (weiterlesen…)

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Chaos Computer Club: Personalausweis 2.0 ist komplett unsicher22.09.10

Der Chaos Computer Club (CCC) hat heute mehrere Methoden vorgestellt, mit denen der kommende Personalausweis 2.0 gehackt werden kann. Ein Beispiel basiert darauf, dass es für Adobes PDF-Format keine verbindlichen Darstellungsrichtlinien gibt. Dadurch könnten etwa zwei Vertragspartner gänzlich unterschiedliche Versionen eines Dokuments zu sehen bekommen. Der Käufer glaubt mit der elektronischen Signatur einen Vertrag über 100 Euro zu unterschreiben. Der Vertrag des kriminellen Verkäufers weist aber einen Preis von 10.000 Euro aus. Und genau dieser Betrag  ist dann auch rechtsgültig, weil die Vereinbarung die korrekte Signatur des Betrogenen trägt. In der Praxis ist diese Art der Manipulation zwar relativ einfach nachweisbar, die generelle Möglichkeit weist aber schon auf gravierende Mängel im Konzept hin.

Dirk Engling, Sprecher des CCC, nannte uns im Gespräch als weiteres Beispiel den „Man in the Browser“-Angriff. „Wenn Sie einen Trojaner auf dem Rechner haben, kann der so tun, als sei er Ihr Bankprogramm. Sie loggen sich ganz normal über Ihren Browser bei Ihrer Sparkasse ein und identifizieren sich zum Beispiel mit Ihrem elektronischen Personalausweis. In Wirklichkeit senden Sie die Informationen aber an die Schadsoftware auf Ihrem PC. Das Programm wiederum meldet sich mit Ihren Daten bei Ihrem Geldinstitut an und führt dort beliebige Transaktionen von Ihrem Konto aus. Sie merken aber nichts davon, weil der Trojaner Ihnen ja eine Bankseite anzeigt, bei der alles in Ordnung ist“, meint der Experte. Im Extremfall könnte eine ausgefeilte Software sogar die Kontoauszüge simulieren, so dass der Kunde erst dann die wirklichen Geldbewegungen sieht, wenn der Postbote einen Brief mit dem wahren Finanzstatus vorbeibringt.

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‘Sprechen hilft!’: Video-Kampagne gegen Kindesmissbrauch22.09.10

Kindesmissbrauch gibt es nicht erst seit er durch die Vorfälle in den Kirchen vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit und Medien gerückt wurde. Offenbar bedurfte das Thema aber einer solch starken Aufarbeitung durch unsere Nachrichten-Organe, wie sie ihm in jüngster Vergangenheit zuteil wurde, um die Opfer dazu zu ermutigen, mit ihrem schlimmen Schicksal an die Öffentlichkeit zu treten. Damit werden nicht nur die Täter endlich (an)greifbar gemacht, sondern weitere Missbrauchsopfer dazu ermuntert, ebenfalls ihr Schweigen zu brechen. Darüber hinaus bewirkte die Berichterstattung offenbar auch eine Handlungsoffensive  in der Politik.

Unter dem Motto “Sprechen hilft!” startet am heutigen Mittwoch eine bundesweite Aufklärungskampagne gegen Kindesmissbrauch, die von Christine Bergmann initiiert wurde. Die “Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs” hat sich für ihr lobenswertes Vorhaben prominente Verstärkung in Person von Wim Wenders ins Boot geholt. Der deutsche Regisseur drehte zwei Videos (die ab heute auf allen großen TV-Sendern zu sehen sind), die betroffene Menschen dazu anhalten sollen, sich bei einer bundesweiten telefonischen Anlaufstelle – die Nummer lautet: 0800 2255530 - zu melden. Die existiert seit knapp vier Monaten, ist kostenfrei und bietet nicht nur Opfern, sondern auch Menschen, die Missbrauch in ihrem Umfeld wahrnehmen, die Möglichkeit, sich anonym und vertraulich an Fachleute zu wenden.   (weiterlesen…)

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Aktion ‘u: book’: Marken-Laptops an Österreichs Unis bis zu 30 Prozent günstiger22.09.10

Zum Neidischwerden war heute Morgen eine Meldung, die ich bei den Kollegen von derStandard.at gelesen habe. Österreichische Studenten mit notorisch klammem Geldbeutel können sich demnach nämlich wieder auf die Aktion u: book freuen. Wie auf der dazugehörigen Website zu lesen ist, werden seit dem Sommersemester 2008 zweimal jährlich (immer zu Semesterbeginn) “Notebooks von hoher Qualität mit einem umfangreichen Serviceangebot” zu einem Preis angeboten, der unterhalb des im Laden geforderten liegt. Wer nun aber glaubt, dass es sich bei den Geräten um irgendwelchen Schund einer Hinterhof-Firma handelt, ist schief gewickelt. Bei der vom 27. September bis zum 17. Oktober dauernden Aktion werden nämlich nur Gadgets von Apple, HP und Lenovo angeboten, wobei die Modelle auf Basis einer im Rahmen des Projekts “Neptun” an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich durchgeführten Evaluation ausgewählt werden. Diese berücksichtigt Kriterien wie etwa Gewicht, Akkulaufzeit, Qualität des Bildschirms und was sonst noch so für Studierende eine Rolle spielt. Abschließend wird dann anhand des Preis-Leistungs-Verhältnisses eine Auswahl getroffen.

Dieses Jahr ist Apple mit drei, und die beiden anderen Hersteller mit jeweils vier Modellen vertreten, wobei Letztere in die Kategorien “Mini”, “Midi”, “Maxi” und “Budget” eingeteilt werden. Welche Modelle es sind und was sich hinter den Kategorien verbirgt, findet ihr bei Interesse auf den verlinkten Seiten heraus. Und warum erzähle ich euch das alles? Nun, bei Discounts von 18 (Apple) bis 30 Prozent und mehr (Lenovo, HP) könnte der eine oder andere von euch vielleicht auf die Idee kommen, ähnlich wie seinerzeit beim iPhone 4, auch von der Auslands-Aktion profitieren zu wollen. (weiterlesen…)

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Mehrkern-Prozessoren, Wafer und der SCC: Ein kurzer Rundgang bei Intel Braunschweig22.09.10

Zur Jubiläumsfeier von Intel Braunschweig am Montag gehörte auch eine Präsentation verschiedener Produkte, die an dem dortigen Standort zumindest mitentwickelt wurden. Wir haben Fotos gemacht und lassen euch so die wichtigsten Eindrücke von der Veranstaltung nachträglich miterleben.

Der Rundgang fing mit der Vorstellung von Intels Engagement für das „virtuelle Klassenzimmer“ an (siehe Titelbild). Die pädagogische Erkenntnis „Jedes Kind lernt anders“ ist für den praktischen Unterricht oft ein größeres Problem. Denn sie bedeutet auch, dass sich die Schüler auch in der Lerngeschwindigkeit unterscheiden. Nicht überraschend, dass man bei Intel glaubt, diesem Schuldilemma mit Notebooks beikommen zu können. Intel Deutschland-Chef Hannes Schwaderer hofft, dass das selbständige Lernen mit dem eigenen Kleinrechner das wenig effizienten traditionelle „bulimischen Lernverhalten“ verhindert, bei dem der Schüler „das Wissen aufsaugt, wieder abgibt und nach der Klassenarbeit vergisst“.

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Googles ‘Transparency Report’: Deutschland stellte 188 Lösch- und 458 Datenanfragen21.09.10

Erinnert ihr euch noch an Andrés Artikel über den Google-Zensur-Index? Dabei handelte es sich um eine Landkarte samt Ranking, in dem jene Staaten erfasst waren, deren Regierungen den Suchmaschinen-Betreiber ”freundlich aber bestimmt” zum Löschen von Content oder zur Herausgabe von Nutzerdaten aufforderten. Das war im April dieses Jahres, berücksichtigte den Zeitraum von Juli bis Dezember 2009 und bescherte Deutschland mit 188 Lösch- beziehungsweise 458 Datenanfragen den zweiten respektive siebten Platz in der Tabelle. Die hat Google nun um die ersten sechs Monate dieses Jahres aktualisiert.

In dieser Zeit bat die deutsche Regierung den Suchmaschinen-Riesen offenbar “nur noch” 124 darum, Daten aus dem Netz zu entfernen, und landete damit auf dem vierten Platz des Länder-Vergleichs. Knapp geschlagen hinter den USA. Mit 668 Anträgen auf Einsicht in User-Daten, die Google auf seinen Server gespeichert hat, steigerte sich zwar um 90, konnte sich im Ranking aber nicht “verbessern”. Wie die anderen Länder abgeschnitten haben, könnt ihr der Tabelle auf oben verlinkter Blog-Seite entnehmen. (weiterlesen…)

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Immer wieder Twitter: MouseOver-Wurm frisst sich durchs Twitterverse21.09.10

Wie es scheint, hat sich der MouseOver-Wurm am Twitter-Account von Basic Thinking seine nicht vorhandenen Zähne ausgebissen. Jedenfalls funktionierte es bis eben noch einwandfrei, bevor Twitters berühmt berüchtigte “Something is technically wrong”-Nachricht aufpoppte.

Für alle, die es nicht mitbekommen haben: Der Microblogging-Dienst wurde zwar nicht direkt gehackt, aber es kam durch das Ausnutzen von Sicherheitslücken vereinzelt zu Umleitungen auf japanische Porno-Websites, wenn in Tweets eingebundene Links angeklickt wurden. Weniger schlimm aber trotzdem unerfreulich verlief es für jene, die sich nicht mehr in ihre Accounts einloggen konnten, oder deren Nachrichten automatisch und ungewollt retweetet wurden, nachdem sich zuvor einzig durch das Bewegen ihres Maus-Zeigers unzählige Pop-Ups öffneten. Anbei ein Video, das das Dilemma nachzeichnet: (weiterlesen…)

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48-Kern-Prozessor ‘SCC’ und mehr: Interview zu 10 Jahren Intel-Forschung in Braunschweig21.09.10

Am gestrigen Montag hat der Intel-Standort Braunschweig sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Neben dem niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister waren auch wir zur Feier dieses Tages eingeladen und konnten ein Interview mit dem Forschungsleiter Sebastian Steibl und dem Chef der Produktentwicklung Nikolaus Lange führen.

Nikolaus Lange führt das Entwicklungszentrum von Intel in Deutschland und ist damit für die Arbeit an den zukünftigen Mikroprozessorgenerationen verantwortlich. Vor elf Jahren gründete er die deutsche Niederlassung der GIGA Group, die vor zehn Jahren von Intel übernommen wurde. Sebastian Steibl steht dem Forschungsbereich von Intel Deutschland vor. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Entwicklung des „Single Chip Cloud Computers“ (SCC) beteiligt, der 48 Prozessorkerne auf einem Chip vereint. (weiterlesen…)

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Neuigkeiten aus Cupertino: Gesichtserkennung, 7-Zoll-iPad und ‘all-in-one Apple Television’21.09.10

Es gibt Neuigkeiten aus dem Hause Apple. Auch wenn eine offizielle Stellungnahme noch auf sich warten lässt und möglicherweise sogar nie kommen wird, dürfte feststehen, dass das schwedische Unternehmen “Polar Rose” künftig unter der Apfel-Fahne segelt. Dem ortsansässigen Fachmagazin Mac1 zufolge, das als erstes über den Deal berichtete, soll Apple nämlich alle Anteile an dem Spezialisten für Gesichtserkennung erworben haben. Aufmerksamen Basic Thinking-Lesern dürfte der Name “Polar Rose” bereits ein Begriff sein. Im Februar hatte ich nämlich über die App “Recognizr“ berichtet, deren sogenanntes “Augmented Identity”-Konzept auf der von Polar Rose entwickelten “FaceLib”-Technologie basierte (siehe Video unten). Vor allem an Letztgenannter und einer “FaceCloud” getauften Technologie dürfte Apple interessiert sein, so spekulieren die Redakteure von Mac1, um damit die eigene und bereits in iPhoto genutzte Gesichtserkennungssoftware aufzupeppen. Möglich.

Ebenso denkbar ist aber, dass man in Cupertino über eine Art User-Authentifizierungstool nachdenkt. Man würde damit auf ein Pferd setzen, das auch die Konkurrenz bereits ins Auge gefasst hat. Beispielsweise Microsoft, wie aus der geleakten Präsentation zu Windows 8 hervorgeht. Weil so ein System aber natürlich eine Kamera voraussetzt, bislang aber nur das iPhone 4 eine solche standardmäßig an Bord hat, mehren sich die Gerüchte, Apple könnte künftig allen seinen Gadgets eine ebensolche verpassen. Allen voran dem neuen iPad. Richtig gehört: dem NEUEN iPad. (weiterlesen…)

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France Télécom und die trügerische Hoffnung auf ein eigenes Betriebssystem20.09.10

Anfang und Ende von allem ist die Wut auf jemand anderen: France-Télécom-Chef Stéphane Richard nennt die mobilen Betriebssysteme von Apple und Google ein trojanisches Pferd, die Beziehungen zu seinen heiß geliebten Kunden aufbauten. Das will sich der Chef des französischen Ex-Monopolisten nicht länger bieten lassen und deswegen mit anderen Ex-Monopolisten ein eigenes mobiles Betriebssystem entwickeln. Deswegen hat Richard Vetreter der Schwergewichte Telefónica (Spanien), Telekom (Deutschland) und Vodafone (UK) Anfang Oktober nach Paris geladen, meldete das “Handelsblatt”. Die reagieren jedoch mit Skepsis.

So will die Deutsche Telekom kein eigenes Betriebssystem entwickeln. Man hat in den USA und Deutschland mit Google zusammengearbeitet, um mit dem G1 das erste Android-Handy auf den Markt zu bringen. An der langjährigen Exklusiv-Partnerschaft mit Apple für das iPhone in Deutschland verdient man kräftig mit. Der deutsche Ex-Monopolist hat es also (noch) gar nicht nötig, etwas an seinem Status zu ändern und scheut die hohen Kosten für ein eigenes Betriebssystem. (weiterlesen…)

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VZ-Chef Clemens Riedl: “In ein paar Jahren wird alle Welt bei Facebook sein”20.09.10

VZ-Chef Clemens Riedl hat RP Online ein bemerkenswertes Interview gegeben. Schlüsselsatz ist ohne Frage diese Aussage: “In ein paar Jahren wird alle Welt bei Facebook sein.” Strecken die VZler damit die Waffen?

Nein, natürlich nicht. Das Interview mit Riedl liest sich vielmehr wie ein erstaunlich nüchternes, offenes Bekenntnis. Anders als seine Vorgänger redet er nicht von großen Wachstumszahlen oder Techniktrends, denen man dringend folgen müsse. Riedl will keinen Milliardenmarkt beherrschen, keine Gebühr erheben und auf das iPad erst aufsatteln, wenn die Zeit gekommen sei. Den von vielen Internetenthusiasten herbeigeschriebenen Tod der Tageszeitung sieht er nicht. Motto sei: “Wir springen nicht auf jeden Zukunfts-Hype auf, sondern kümmern uns um die Gegenwart.” Und dort seien die VZs Marktführer bei mobilen Apps. Bei Online-Spielen seien die VZs gerade zur größten Plattform für Spiele aufgestiegen. (weiterlesen…)

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Peinliches Spätsommer-Theater in US-Blogs um ein mögliches Facebook-Phone20.09.10

Wem gestern langweilig war, der konnte in US-Techblogs einen Kindergarten-artigen Streit verfolgen – fast wie um das letzte Kuscheltier. Facebook entwickele im Geheimen ein eigenes Handy, behauptete Michael Arrington, Chef vom US-Blog Techcrunch. Er hatte die Nachricht angeblich von einem Informanten erhalten, der von dem Projekt wisse, und beeilte sich damit, die Meldung “Facebook Is Secretly Building A Phone” zu verbreiten. Arrington trug wie gewöhnlich dick auf und garnierte das dünne Scheibchen Meldung mit bergeweise fantastischer Vorstellungen. Zum Beispiel: “Ich könnte mir vorstellen, Facebook will, dass das Handy in möglichst viele Hände gelangt, also würde ich ein Gerät erwarten, das weniger als 50 Dollar kostet.” Auf den Markt kommen könne es im Weihnachtsgeschäft. Oder doch später? Oder sei es vielleicht eins dieser Projekte, die niemals das Licht der Welt erblicken?

Ein gefundenes Fressen für Kommentatoren, Twitterer und andere Techblogger, Arringtons dünne These zu zersägen. Schlecht war unter anderem Arringtons Wortwahl, der in seiner Überschrift ganz klar von einem “Facebook-Phone” spricht. Die Techcrunch-Konkurrenz Mashable machte es smarter und holte sich ein Statement von Facebook, in dem das Freundenetz dementiert, dass man an einem eigenen Telefon arbeite: “Facebook baut kein Telefon.”, teilte Jaime Schopflin von Facebook in einer Mail mit. Man sei aber sehr an einer engeren Integration mit bestehenden mobilen Betriebssystemen interessiert. Mashables Lauren Indvik beendet ihren Beitrag vom Tonfall her mit einem “Haben wir euch doch gesagt”. (weiterlesen…)

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Basic Flashback: Sollen wir bald etwa alle auf dem Sofa arbeiten?19.09.10

Erwarten Hard- und Softwarehersteller eigentlich, dass wir bald nur noch gemütlich auf der Couch liegen und Medien konsumieren statt zu arbeiten? Zumindest einiges deutet darauf hin. Nur was wird dann aus dem Desktop-Rechner und ganz allgemein dem Arbeitsplatz?

Neues Twitter, neues Xing: Die wichtigsten News dieser Woche fanden im Browser statt. Das neue Twitter ist das bessere Facebook, zeigt Videos, Websites und Bilder gleich in der Seitenspalte an. Der Grund für den Neuaufbau laut Twitter: weil die meisten Anwender Twitter ohnehin im Browser nutzen und nicht in einem der zahlreichen Clients. Interessante Randnotiz: Das neue Twitter wurde dem Design des Twitter für iPad nachempfunden. Twitter ist dort ebenso wie auf dem iPhone mit einer wirklich netten Version präsent. Letztere geht aus dem runderneuerten Tweetie for iPhone hervor. Nicht erwähnt wurde bei dieser Gelegenheit, dass der Tweetie-Desktop-Client für den Mac seit Monaten nicht mehr aktualisiert wurde und wohl auch nicht mehr weiterentwickelt wird.

Tweetie für iPhone wurde einst von Atebis entwickelt und erschien zuletzt in einer Version 2.0, bevor Twitter den Dienst übernahm und nun unter dem schlichten, eigenen Namen “Twitter” auf dem iPhone brandet. Aktuellste Version für Tweetie for Mac ist 1.2.8 und das schon seit Monaten. Tweetie-Erfinder Loren Brichter ist Twitters Entwickler-Team beigetreten; ein längst überfälliges Update der Desktop-Version wurde angekündigt, ist aber noch nicht erschienen. Na gut, möchte man hier jetzt einwerfen. Desktop-Clients haben eben für Twitter keine Priorität. Hat das schon allgemeingültigen Charakter? (weiterlesen…)

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