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Archive for 12.2010

Im Kopf und Kinderzimmer: Kamera-Einsatz im Web 2.0-Zeitalter03.12.10

Es ist etwas mehr als ein Jahr her, dass ich hier auf Basic Thinking einen Artikel über die “ViconRevue” geschrieben habe. Es handelte sich dabei um eine mit Beschleunigungsmesser, Licht- und Infrarotsensor sowie einem ein Gigabyte großem Speicher ausgestattete Kamera, die alle 30 Sekunden ein Foto schoss während sie um den Hals ihres Besitzers baumelte. Sie war ursprünglich als Erinnerungsstütze für Alzheimerpatienten gedacht, wurde zweckentfremdet aber auch von Bloggern fürs “Lifelogging” genutzt, das Bloggen mittels Bilder. Warum erzähle ich euch das?

Die Idee des dritten Augen ist noch lange nicht tot und wird nun von einem Universitätsprofessor aus New York für eine, sagen wir mal etwas abgehobenere und Web 2.0-lastigere Aktion genutzt. Ein Jahr lang wird Wafaa Bilal nämlich jede Minute seines Lebens ein Bild schießen, dieses mittels eines umgeschnallten Computers in Echtzeit mit seinen GPS-Daten verbinden und auf seiner Website 3rd I veröffentlichen (siehe Teaser-Bild). Ach ja, hatte ich übrigens schon erwähnt, wo sich seine Fotokamera befindet? Bilal hat sie sich in seinen Hinterkopf “einpflanzen” lassen…? Schaut es euch an: (weiterlesen…)

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Bitly News: Hacker News-Klon liefert die Top-Twitter-Nachrichten, sozusagen03.12.10

Falls ihr euch fragt, ob auf dem Teaser-Bild die charakteristische Orange-Farbe vom “Header-Balken” der Hacker-News abgeblättert ist, dann kann ich euch beruhigen. Die ist noch da. Was ihr oben seht, ist nämlich nicht die von Paul Graham gegründete Social News Site, sondern ein Angebot von Bitly-News. Und um auch gleich der nächsten Verwechslungsgefahr vorzubeugen: Der URL-Shortener-Dienst bit.ly hat mit dem Projekt nur insofern zu tun, als dass er über eine API als Content-Lieferant dient.

Was also versteckt sich hinter Bitly News? Im Grunde nichts anderes, als die Auflistung der am häufigsten auf Twitter angeklickten, mit bit.ly verkürzten Links. Das war es schon – was leider zugleich die größte Schwachstelle des von Jeff Miller erschaffenen Aggregators ist. Im Gegensatz zu seinem Vorbild Hacker-News, bei dem es eine thematische Filterung der Nachrichten gibt, die in erster Linie für Entwickler bestimmt sind, fehlt dem Klon jegliche Kategorisierung. So kann der User hier denn auch von einem Beitrag über die britische Fernsehserie “Coronation Street” über einen Artikel zu England als Austragungsaspirant der Fußball-Weltmeisterschaft bis zur Wikileaks-Startseite hüpfen.    (weiterlesen…)

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Google will Copyright online besser schützen – um damit Google TV zu pushen?03.12.10

Auf dem Public Policy Blog ist aktuell zu lesen, dass Google fortan stärker gegen Copyright-Verletzung im Internet vorgehen möchte. Ein Schelm, der hinter diesem Schritt in erster Linie einen Schmusekurs in Richtung Medienbranche sieht, die über die Zukunft von Google TV entscheiden könnte. Und vielleicht auch den Richtern als positives Signal dienen soll, die über die Berufung im Fall Viacom vs YouTube zu entscheiden haben. Dazu aber gleich mehr, werfen wir erst einmal einen kurzen Blick auf die neuen Anti-Piracy-Maßnahmen aus Mountain View.

Da wäre zum einen eine verkürzte Reaktionszeit bei Beschwerden – sowohl derer von geprellten Rechteinhabern als auch zu unrecht beschuldigter User. Künftig will der Suchriese innerhalb von 24 Stunden reagieren, wenn ein Verstoß gegen den sogenannten Digital Millennium Copyright Act, ein Gesetz zum Schutz von Copyrights, gemeldet wird. Und auch, wenn dieser fälschlicherweise erfolgt ist. Erinnert sei an dieser Stelle exemplarisch an den Vorfall mit mehreren Musikblogs auf Googles Blog-Hostingdienst Blogger, die vom Netz geklemmt wurden, ohne gegen irgendein Urheberrecht verstoßen zu haben. Wenig erstaunlich, dass dieser Dienst und die Websuche auch zu Googles ersten Angeboten gehören, bei denen die schärfere Gangart greifen soll. (weiterlesen…)

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‘Puddi Puddi, Giga Puddi’: Wie auf 4chan aus einem Pudding ein Meme wurde02.12.10

So lässt sich ein Meme natürlich auch zum Leben erwecken. Christopher Poole hat sich im /b/-Forum der von ihm gegründeten Plattform 4chan einen Spaß mit seinen Usern erlaubt. Er postete dort ein Video, schaltete es auf Autoplay und manipulierte derart die Kommentarfunktion, dass anstelle des User-Feedbacks nur eine endlose Anreihung des Ausdrucks “PUDDI PUDDI” erschien.

Diesen wiederum hat er dem besagten Video entnommen, das bereits seit dem Jahr 2008 im Internet kursiert. Es handelt sich dabei um einen Werbespot für “Giga Pudding” von Takara Tomy, sozusagen die japanische Entsprechung zum Dr. Oetker-Pudding für die Heim-Zubereitung. Sein Name leitet sich dabei eindeutig von dem Umstand ab, dass für die Zubereitung über eineinhalb Liter Wasser benötigt werden, woraus sich ein Pudding-Berg für 20 Portionen zaubern lässt. Und während dieser gigantische Pudding nun im Mittelpunkt des Spots steht, ist aus dem Off eine Kinderstimme zu hören, die ein Liedchen auf Japanisch trällert. Und auch wenn ihr nicht alles versteht (auf YouTube wurde unter dem Video eine Übersetzung hinzugefügt), so werden sich bis zum Ende des Spots die folgenden Worte in eure Gehirne eingebrannt haben: PUDDI PUDDI, Giga Puddi. (weiterlesen…)

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Wikileaks-Hosting: Amazon beugt sich politischem Druck – und kickt Plattform raus02.12.10

Amazon sorgte in der Vergangenheit immer wieder mal für Aufreger. Erinnert sei an die gelöschten negativen Bewertungen im Zusammenhang mit dem Windows 7-Vorverkauf, das Löschen von E-Books ohne Erlaubnis der Kindle-Kunden oder auch den nicht ganz astreinen Zugriff auf deren “Popular Highlights“. Jüngst kam auch noch der Vorwurf der unerlaubten Lockangebote im Zusammenhang mit dem hierzulande stattgefundenem “Cyber Monday“. Und jetzt, nur wenige Tage später, rappelt es schon wieder in der Kiste.

Grund ist dieses Mal ein Umstand, den ich zuvor noch gerne als gelungenen PR-Stunt bezeichnet hätte: das Hosting der Wikileaks-Seiten. Nachdem kurz vor der Veröffentlichung brisanter Diplomaten-Depeschen am vergangenen Sonntag ein Hacker die Whistleblower-Plattform mit einer DDOS-Attacke in die Knie gezwungen hatte, wurde bekannt, dass der Gründer Julian Assange sie nun auf Amazon-Servern beheimaten würde. Gestern war Wikileaks nun aber wieder “down” – allerdings nicht aufgrund einer erneuten Attacke, sondern weil der Online-Versandhändler die Plattform rausgekickt hatte. Offenbar auf politischen Druck hin, wie sich herausstellte.   (weiterlesen…)

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Dank Linsenarrays aus Glas: Beamer könnten bald viel kompakter werden – und günstiger01.12.10

Das letzte Mal, dass ich über den Kauf eines Beamers nachgedacht habe, war ganz spontan am “Cyber Monday“. Der Preis des Gerätes war verführerisch, aber ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich keinen ergattern konnte. Leider. Denn es handelt sich um ein Gadget, das ich gern hätte, aber nicht wirklich brauche – weshalb ich wohl auch künftig den Kauf immer weiter rausschieben werde, bis ich ein schickes Gerät mit zufriedenstellenden Features zu einem akzeptablen Preis erwische.

Letzterer, und damit komme ich zum eigentlichen Thema, könnte sich schon bald durch eine Errungenschaft deutlich verringern, die Jan Edelmann und seinem Team geglückt ist. Die Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik haben nämlich ein Verfahren entwickelt, mit dem sich flache, aus Tausenden identischer Mikrolinsen bestehende Linsenarrays aus Glas prägen lassen. Das war bisher an der mangelnden Präzision gescheitert, die bei der Herstellung vonnöten ist. Deshalb kommen in Projektoren stattdessen komplizierte Optiken zum Einsatz, die aus einer Anordnung mehrere hintereinander gesetzter Linsen bestehen. Diese benötigt aber nicht nur mehr Bauraum, die Zusammensetzung und Justierung der Linsen ist zudem recht zeitintensiv. Dadurch wird die gesamte Optik sehr kostspielig. (weiterlesen…)

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E-Reader-Markt: Apple sitzt Amazon im Nacken, ‘Google Editions’ kurz vor Launch01.12.10

Eine Studie des Marktforschers ChangeWave hat interessante Zahlen für den US-amerikanischen E-Reader-Markt veröffentlicht. Demnach schmilzt der Vorsprung, den Amazons Kindle vor Apples iPad hatte und noch hat, nicht nur weiterhin dahin – sondern auch schneller als gedacht. Im Zeitraum von August bis November dieses Jahres stieg der Marktanteil des aus Cupertino stammenden Gadgets um das Doppelte - von 16 auf 32 Prozent. Im gleichen Zeitraum fielen die Anteile für den Amazon-Reader von 62 auf 47 Prozent (siehe Teaser-Bild). Macht unterm Strich noch einen Vorsprung von 15 Prozent, vor drei Monaten lag er noch bei 46 Prozent. Und er wird sich aller Voraussicht nach noch weiter verkleinern. Denn von den 2.800 befragten Studienteilnehmern, die noch keinen Reader besitzen, sich aber in den nächsten 90 Tagen einen zulegen wollen, tendieren 42 Prozent zum iPad und nur 33 Prozent zum Kindle. (Weitere Infos und Tabellen findet ihr bei Interesse auf der oben verlinkten ChangeWave-Seite.)

Nun kommt aber aller Voraussicht noch in diesem Jahr ein Angebot auf den US-Markt, das die Machtverhältnisse zwischen den beiden Reader-Herstellern nicht unwesentlich beeinflussen könnte. Stellt sich nur die Frage, zu wessen Gunsten? Wie das Wall Street Journal (WSJ) nämlich am heutigen Mittwoch berichtet, steht Google kurz davor, sein E-Book-Angebot zu launchen. Bei “Google Editions” handelt es sich, wie ich an anderer Stelle ausführlich beschrieben habe, um den Versuch, dem Kunden E-Books entweder direkt über Google oder aber ausgesuchte Partnerseiten anzubieten und diese zweitens Hardware-unabhängig verfügbar zu machen. (weiterlesen…)

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