Eure Gegenwart ist auch nur eine Software-Version • 09.10.11
Ein Mensch ist ja keine Maschine. Obwohl – vergleichbar ist beides schon. Die Entwicklung, die unser Leben nimmt, von dem Tag an, an dem wir gezeugt werden, ließe sich mit dem Lebenszyklus einer Software vergleichen. Bereits in den Monaten vor der Geburt gäbe es erste Gerüchte über eine baldige “Veröffentlichung”. Unsere werdenden Eltern dementieren noch, aber Freunde und Familie ahnen bereits, dass da was im Anmarsch ist. Was wird es sein, ein Junge oder ein Mädchen? Das leaken erste Bilder der Ultraschalluntersuchung. Bei der Geburt bereits von einer Version 1.0 zu sprechen, wäre aber übertrieben – und würde die Erwartungen enttäuschen. Denn was da das Licht der Welt erblickt, kann weder laufen noch sprechen und ist nicht einmal alleine lebensfähig. Treffender wäre da eine Bezeichnung wie “frühe Alpha-Version” oder 0.1.
Mit Hilfe geduldiger Eltern wächst man schließlich heran, zahnt, lernt laufen (Version 0.2), sprechen (0.3), selbständig essen (0.4) und kommt irgendwann in den Kindergarten und die Schule (0.5). Nach und nach nähert man sich der ersten stabilen Version an. Als Teenager spielt man sich in teils hitzigen Streitigkeiten mit den “Chef-Entwicklern” bereits als “Release Candidate” auf. Per Gesetz ab 18 oder zumindest dann, wenn man von zu Hause auszieht (“released” wird), dürfte man die Version 1.0 erreicht haben. Und dann geht es erst richtig los damit, die zahlreiche Fehler und Lücken im Code zu verbessern und sich ständig weiter zu entwickeln. (weiterlesen…)

Kürzlich musste ich wieder an diese Szene aus dem Film 





Das eine muss man den Buchketten lassen: Sie wollen alles daran setzen, die Fehler der Musik- und Filmindustrie bei der Digitalisierung nicht zu wiederholen. Und deswegen hagelt es seit geraumer Zeit E-Book-Reader. Denn das aggressive Vorpreschen des Online-Kaufhauses Amazon hat die Händler das Fürchten gelehrt. Da droht ihnen das Geschäft wegzubrechen, wenn sie nicht schnell reagieren.









