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WebOS: Das für immer verspätete System

Thema: Betriebssysteme, Mobil, 26.01.2012

Gerade rief ein Kollege von Pressetext an, um mich in einem Artikel über WebOS zu zitieren. Reichlich viel der Ehre, aber dankeschön. Ob ich wirklich Experte für das Thema bin, sei einmal dahingestellt, aber ich leide mit dem System mit, praktisch vom ersten Tag an, als es angekündigt wurde.

Weil es immer einen Schritt zu spät war.

Und das ist das, was ich dem Kollegen auf die Frage geantwortet habe, warum auch das jetzt angekündigte Open WebOS einen schweren Stand haben wird. Dass WebOS Open Source werden soll, ist seit vergangenem Dezember bekannt. Jetzt dauert es noch einmal bis September, bis Open WebOS auf ersten Endgeräten angeboten wird. Eine reichlich lange Zeit.

Es ist etwa die gleiche Zeitspanne, die im Jahr 2009 zwischen der Ankündigung des ersten WebOS-Geräts Pre bis zum tatsächlichen Marktstart verging. Der zwischenzeitliche Start von Apples iPhone 3GS funkte Palm erheblich dazwischen. Pre- und die später veröffentlichten Pixi-Modelle schafften es nie, die Nische zu verlassen. Wenig später, im April 2010 gab Palm auf und wurde von HP aufgekauft. Und der IT-Riese? Brauchte wiederum ein gutes Jahr, um 2011 neue WebOS-Geräte auf den Markt zu bringen. Das iPhone 4 und Android waren da längst durchgestartet. Pre3, Veer und das Tablet TouchPad wurden schon nach wenigen Wochen auf dem Markt verramscht, die Produktion eingestellt. Es dauerte danach vier Monate, bis HP sich überhaupt entschloss, dass WebOS Open Source werden sollte. Und jetzt sollen noch einmal acht Monate vergehen.

Endkunden müssen acht Monate warten

Für den Anfang hat HP eine quelloffene Version des Application Framework Enyo vorgestellt. Unter dem Enyo 2.0 Core soll es möglich werden, WebOS-Anwendungen auf verschiedensten Browsern laufen zu lassen. Monat für Monat sollen weitere Entwickler-Tools veröffentlicht werden, bis im September dann letztlich alles unter Apache-Lizenz Open Source gestellt sei, kündigte HP gestern an.

Bis dahin wird keine neue WebOS-Hardware verkauft werden. Bis dahin werden Anwender bisheriger WebOS-Geräte auf Open WebOS warten müssen. Bis dahin werden etliche neue Android- und Windows-Phone-Geräte erschienen sein. Und vielleicht funkt dann bereits wieder ein neu vorgestelltes iPhone dazwischen. Selbst erste Geräte mit Intels und Samsungs neuem Betriebssystem Tizen sollen vorher den Markt erobern.

Und dann soll Open WebOS noch durchstarten? Na, ich weiß ja nicht…

(Jürgen Vielmeier)


     

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14 Kommentare zu “ WebOS: Das für immer verspätete System ”

  1. #1 Florian schrieb

    Oh mann, sie schaffen es aber trotzdem weiterhin in die Techblogs, eben gerade deshalb weil sie gegen alle Vernunft handeln..
    WebOS auf ernstzunehmenden Geräten? IMO sicher nicht.

  2. #2 Tigerbaby schrieb

    Im Prinzip ist es egal, wann etwas auf den Markt kommt. Es muss einfach zum Zeitpunkt des Starts so innovativ sein, damit die Leute es wollen.

    Man kann übrigens auch zu früh sein ;)

  3. #3 WebOS vermutlich trotz Open-Source Portierung bereits am Ende | TechBanger.de [www] schrieb

    [...] Aber halt: HP wollte WebOS verkaufen und dem System somit eine weitere Chance einräumen. Als potentieller Käufer wurde Facebook gehandelt. Doch als HP seine Preisvorstellung nannte, sollten die Facebook Manager nur gelacht und die Verhandlungen gleich abgebrochen haben. Somit blieb nur noch die Möglichkeit, WebOS in ein Open Source Projekt zu transferieren. [...]

  4. #4 Madriz schrieb

    Das Problem ist doch nicht, dass das System zu spät kommt, sondern die Ankündigung zu früh. Das ist das was Apple auf die Perfektion beherrscht. Nach einer Ankündigung ist etwas greifbares da – und wenn nur die Entwicklerversion einer Software. Es bleibt aber keine Zeit mehr nach dem ersten Oho! das Produkt zu zerreden.

    Es macht einfach bei den kurzen Produktzyklen keinen Sinn etwas anzukündigen – das funktioniert bei Autos. Das die nächste Version von dies oder jenem kommt ist so sicher wie das Amen in der Kirche, mit den Produktankündigungen schneiden sich die Hersteller immer nur ins eigene Fleisch.

  5. #5 Jürgen Vielmeier schrieb

    @Madriz: Kann man auch so sehen. ;) Guter Punkt!

    @Florian: Das schwer Nachvollziehbare übt immer Faszination aus. Deswegen immer wieder gerne von uns aufgegriffen, das Thema…

  6. #6 Anonymous schrieb

    @2 Tigerbaby schrieb
    Im Prinzip ist es egal, wann etwas auf den Markt kommt. Es muss einfach zum Zeitpunkt des Starts so innovativ sein, damit die Leute es wollen.

    Stimme ich zu ,
    vielleicht ist sogar besser wenn es später kommt weil der Hardwaremarkt gerade erst loslegt und wer jetzt ein Tablet kauf kann Ende des Jahres schon leistungstechnisch einen “Briefbeschwerer oder Bilderrahmen” besitzen und dies könnte noch eine Weile so weitergehen.
    Also werden in nächster Zeit eine Menge “Altgeräte” anfallen welche dann mit einen Open Source WebOS wenn es gut und Ressourcen schonend Programmiert wurde neues Leben eingehaucht werden könnte.
    Zudem sich ja die Hardware auch mit der Zeit verbilligt und Anbieter eventuell sogar dank WebOS , günstige Tablets ohne OS anbieten können auf denen Android oder WebOS installiert werden kann.

  7. #7 Phelan schrieb

    Duke Nukem hatte wie lange gebraucht? :)

  8. #8 schoenix schrieb

    Naja schlecht waren die Geräte nicht und das Entwicklerframework war auch ziemlich gut also ich weis nicht warum das Ganze immer so klein geredet wurde. So toll ist Android auch nicht, mit iOS habe ich aufgrund der Einschränkungen für Privatentwickler so meine Problem und von WP7 und RIM weis ich nicht genug. Und was für eine große Inovation soll im nächsten halben Jahr kommen die WebOS so überflüssig machen soll?

    WP7 hat einen ganz interessanten Oberflächenansatz (wie das in der Praxis ist weis ich nicht) die Widgets auf Android sind relativ überflüssig, da sind diese Benachrichtigungen unter WebOS meiner Ansicht nach besser und WebOS hat einfach einziemlich guten Multitaskingansatz.

  9. #9 Greg [www] schrieb

    So verspätet das praktisch unbekannt.

  10. #10 Dan [www] schrieb

    Hi,

    ich stimme einem Vorredner zu: es muss nur innovativ genug sein…

    auch denke ich, dass Apple seinen Zenit erreicht hat…allerdings wird die “Nützlichkeit”, also die Apps und Anwendungen einen Krieg entscheiden…und da ist iOS und Android momentan zu weit vorne mMn

    Dan

  11. #11 Anonymous schrieb

    HP soll bei seinen Leisten bleiben und Tinte verkaufen. Alle Übernahmen gescheitert und nichts dazu gelernt. Die Mitarbeiter sind zu bedauern, aber sie kennen oft noch den alten HP-Way und halten der Firma die Stange.

    Und weil HP IBM alles nachmacht werden die nächsten 40% abgebaut um beweglicher zu werden. Die Besten sind weg und in ein paar Jahren wird Google HP schlucken wenn es die dann für 1$ zu kaufen gibt (zu teuer!).

  12. #12 Shareholder schrieb

    …keinen Cent wird Google geben…

  13. #13 Drucker schrieb

    @11 und die Tinte ist auch nicht besser als die der Mitbewerber, es gab mal schöne Kugelschreiber, Mousepads. Versuche mal für HP Veer ein USB-Kabel mit Magnetanschluss zu bekommen, keine Chance.
    WebOS gute Nacht…wäre schön gewesen mit guten APPS und schönen kleinen Cellphones den Barren von Apple usw. eins überzubraten.
    Bald gibt es von Fielmann coole Brillen mit eingebautem Prozessor und die Inhalte werden direkt auf die Netzhaut projiziert, gesteuert wird alles mit dem Aug-Apple. Kölle alaaf

  14. #14 Blackberry 10: Neue Screenshots zeigen attraktives UI, Widgets | Basic Thinking [www] schrieb

    [...] garniere das Ganze mit einem Hauch Windows Phone und füge noch einen kräftigen Schuss WebOS hinzu. Fertig wäre Blackberry 10. Gesetzt dem Fall, dass die Screenshots echt sind, [...]


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