Scalado Remove: Foto-App blendet Passanten und störende Gegenstände aus

In seinem Beruf hat man so manche Ziele. Eins der meinen ist, einmal in meinem Leben in einer Abhandlung von Stilpapst Wolf Schneider vorzukommen. Und sei es nur als schlechtes Beispiel. Deswegen lasst ihn mich einmal bringen, diesen unsäglichen Satz, bei dem mein Journalistik-Prof mich wohl hätte durchrasseln lassen: “Jeder kennt das Problem.”

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Denn diesmal kennt wirklich jeder das Problem: Ihr steht vor einer Sehenswürdigkeit, wollt ein Foto machen, aber im Hintergrund stehen Leute, die Grimassen schneiden, schlecht aussehen oder einfach nicht zu sehen sein dürfen, wenn ihr das Bild veröffentlichen wollt. Oder es ist eine Straße dazwischen und Autos fahren durch. Für solche Fälle haben die Jungs von Scalado die clevere App “Remove” entwickelt: mit ihr lassen sich Personen oder Gegenstände einfach ausblenden.

Das Prinzip ist eigentlich ganz simpel: Remove fotografiert ein Objekt einfach mehrmals innerhalb eines kurzen Zeitintervalls und findet damit heraus, was statisch ist und was sich bewegt. Die Dinge, die nicht zum eigentlich Objekt gehören, werden im Ergebnis markiert und lassen sich mit einem Fingertipp einfach entfernen. Die Kollegen von Engadget haben das schon erfolgreich getestet.

Das Interesse an der Android-App scheint groß zu sein: Die Website von Scalado ist überlastet. Dabei ist das kleine Programm noch nicht zu haben; es soll erst auf dem Mobile World Congress Ende des Monats vorgestellt werden. Scalado hat sich ganz der Verbesserung der Fotografie verschrieben und noch einige Ideen mehr in petto. So stellte das Unternehmen eine Möglichkeit vor, um die Auslöseverzögerung bei Smartphone-Kameras rapide zu verringern. Was man sonst noch so plant, stellt Scalado hier in einem Video vor. Besonders interessant finde ich die Vision von einem Intelligent Picture:

(Jürgen Vielmeier, Bild: Scalado)

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15 Kommentare

  1. Onkel Tom

    Bin skeptisch, wie gut die Ergebnisse am Ende werden.
    Ohne Stativ sehen auch die Hintergründe immer etwas anders aus (Winkel z.B.). Wie gut kann die Software diese Unterschiede ausbügeln?
    Andererseits… wir reden hier von einer App für Handyknipsen, diesen Anwendern ist die Bildqualität eh zweitrangig.

  2. Kai

    Krasses APP, diese Applikation muss ich mir holen.
    Ist echt ein Zeit Ersparnis, besonders als Tourist nerven alle unnötigen Menschen im Hintergrund. Dann muss man gefühlte 1000 Fotos schießen, damit 1 Foto ohne Störenden Elemente ist.

  3. kugler werner

    na doll. da wollte ich mir das ziehen und weder im market noch bei getjar gibts das. wo kann ich das denn ziehen.

  4. ludwig

    ich bin echt mal auf die qualität gespannt, wäre toll, wenn das so klappen würde. auch interessant, ob die App es schafft, mehrere Bilder zu schießen ohne das die ganze App laggy wirkt, wg. der ganzen Speicherungsvorgänge etc.

    überraschend auch, dass die auf Android setzen und nicht auf iOS, mein Eindruck war, gerade bei entwicklungsintensiven Apps ist es erstmal andersrum oder liege ich da falsch?

    PS/Offtopic:
    die Geschichte um Wolf Schneider hat mich etwas nachdenklich gestimmt…

    “Ich benutze gar keinen Computer, aber meine Frau verfolgt ein Dutzend Blogs und Twitter und druckt mir das aus. Kein Tag, an dem ich nicht mindestens zwei Blogs lese.”

    http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/29/schneiderraue-wenn-blinde-uber-farbe-schreiben/

    wäre ja ok,dann aber auch bitte kein Handbuch über Online-Journalismus verfassen…

  5. Jürgen Vielmeier

    @Ludwig: Hihi. Dass er sich Twitter und Blogs ausdruckt, ist schon hart. Das Buch (ich lese es gerade) ist aber gar nicht mal so übel. Sein Co-Autor war wohl federführend für die Online-Passagen. Man muss es halt so lesen, wie man jedes Schneider-Buch liest: Er trägt dick auf und provoziert – und der Rest ist seine übliche Schreib-einfache-Sätze-Tirade.

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