Google arbeitet an eigenem Kommentarsystem und an Vanity-URLs für Google Plus


Kommentarsystem Livefyre: Google plant was Ähnliches.

Der Umgang mit Kommentaren in Blogs und Online-Nachrichtenmagazinen hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Einige Websites haben die Kommentare ganz abgeschaltet, FDP-Generalsekretär Patrick Döring (FDP) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hätten gerne eine Klarnamenpflicht fürs Netz. Wer Kommentare zulässt, bekommt immer mehr Spam und Eigenwerbung von Selbstvermarktern, und unter dem Deckmantel der Anonymität bekommt er oft beißende Kritik zu hören. Lammert etwa ist der Ansicht, dass in Online-Foren weniger scharf geschossen würde, wenn jeder mit seinem Realnamen etwas schriebe.

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Google will in Kürze ein eigenes Kommentarsystem für Websitebetreiber vorstellen, das auf Google Plus basiert. Das erfuhr das Techblog “The Next Web” von einer Person, die über die Produktentwicklung informiert ist. Das käme den Wünschen von Döring und Lammert einigermaßen entgegen, denn auf Google Plus herrscht Klarnamenpflicht. Dass ich mich dort mit einem falschen Namen anmelde, können aber weder Lammert, noch Döring oder Google verhindern.

Facebook hat vorgelegt

Ein solches Kommentarsystem bietet Facebook jedenfalls seit rund einem Jahr an. Das Techblog TechCrunch etwa verwendet Facebooks System als einzige Kommentarmöglichkeit. (Hier ein Beispielartikel.) Man hat dort immer noch die Wahl, sich über einen Facebook-, AOL-, Yahoo- oder Hotmail-Account anzumelden. Ganz ohne Account geht das Kommentieren dort aber nicht mehr. Andere Techblogs wie Mashable und Business Insider fordern das Einloggen via Facebook und Twitter, um einen Kommentar zu hinterlassen.

Wieder andere setzen unabhängige Kommentarsysteme wie Livefyre oder Disqus ein. Bei Letzterem etwa benötigt man aber ebenso einen Login. Entweder über Disqus selbst, oder über Yahoo, Facebook, Google, Twitter oder dem realtiv toten OpenID. Bei Livefyre kann man weiterhin auch als Gast kommentieren.

Google Drive mal wieder kurz vor dem Start

Ziel von Kommentarsystemen ist es, Meinungen über ein Thema zu aggregieren, die auf verschiedene Plattformen gepostet werden. Google würde sich hier wenig Freunde machen, bei einem eigenen System alleine Google Plus zuzulassen. Also darf man davon ausgehen, dass das System auch andere Anmeldemöglichkeiten anbieten wird. Auch Facebook? Das dürfte spannend werden zu sehen.

Das arabischsprachige Blog Tech-WD war in dieser Woche vor Ort auf Googles Veranstaltung G-saudi arabia 2.0 in Jeddah und hörte dort Ankündigungen weiterer neuer Google Features, die in Kürze starten sollen. Darunter: Vanity-URLs für Google Plus, also Links in der Form (plus.)google.com/basicthinking und – mal wieder – Googles Cloud-Speicher Drive.

Update: GigaOM will erfahren haben, dass es mit Google Drive im April losgeht, vielleicht sogar schon nächste Woche. Gerüchte gab es da aber schon etliche. Deswegen halten wir uns da mal mit Jubel zurück und warten weiter gespannt…

(Jürgen Vielmeier)

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17 Kommentare

  1. Alexander

    Das finde ich mal eine richtig gute Sache. Vor spart das auch Ressourcen in den jeweiligen OpenSource Frameworks. Google kann damit auch eine automatische Spamfilterung einbauen und alles wird bei Google+ gehostet.

  2. Typeerati

    Trifft sich gut!
    Bin nämlich gerade auf der Suche nach einem Kommentarsystem, welches die Spamflut doch ein wenig lindern könnte. Danke für die 2 verlinkten Alternativen.

  3. jd

    nur als hinweis, disqus kann man auch als gast nutzen! es hängt von den einstellungen des seitenbetreibers ab, ob das möglich ist oder nicht. nur als hinweis!

  4. Don

    Auf der einen Seite ist es natürlich nicht ungefährlich alles einem Anbieter anzuvertrauen, aber es ist verdammt bequem. Und bei Google vieles kostenlos.

  5. Skatze

    Ich denke schon, dass diese Idee ein wenig den Spam zurückschrecken könnten. Es traut sich dann eben keiner mehr, unechte, unehrliche Dinge zu kommentieren, nur um Eigenwerbung zu betreiben.
    Wir haben doch alle eine Impressumspflicht, warum kann man diesen Stil nicht weiterführen? Klar wird man dadurch in gewissen Dingen eingeschränkt, aber es wird das Internet sauberer halten. Zudem haben die Leute, die im Netz anonym bleiben wollen und trotzdem Werbung treiben wollen, sowieso verloren..

  6. Hertha

    Worüber sich die Politiker so ihre Gedanken machen. Naja, Lammert und Co. sind natürlich auch keine wirklichen Fachpolitiker, die haben dann Zeit, sich mit den weichen Themen zu beschäftigen. Hoffen wir mal, die lassen ansonsten ihre Finger von dem Thema und überlassen das der Netzgemeinde.

  7. Mika B.

    ….Das käme den Wünschen von Döring und Lammert einigermaßen entgegen, denn auf Google Plus herrscht Klarnamenpflicht….

    Wo bitte herrsch auf Google Plus Klarnamenpflicht?
    Auf Google mag vielleicht eine Art Namens “Plicht” geherrscht haben zum Anfang aber längst keine Klarnamenpflicht.
    Google überprüft ja keine Ausweise oder Adressen und jeden Namen auf Echtheit prüfen.
    Wer Anonym bleiben will darf das jetzt auch Google sperrt keine Google+ Acconts mehr ( auch nicht bei offensichtliche “Fake” Namen) hier ist der Autor zudem schlecht Informiert
    Zudem kann es im Internet nie eine “Klarnamenpflicht” geben , dann müsste man Proxys oder Tor-Server Verbieten ect.
    Das ganze ist eine Phantom Diskussion wie der Digitale Radiergummi.

  8. Phelan

    Kennt eigentlich einer dieser Internetausdrucker den Unterschied zwischen Anonymität und Synonymität?

    Kann ja nachvollziehen, dass man wegen vieler Spammer und Trolle überall einen Acc benötigt, um antworten zu können, aber wenn man auf jeder kleinen Seite einen eigenen Account braucht oder gezwungen wird, für eine Anmeldung sein ganzes Leben offen zu legen, dann läßt man es eben sein – hab schon bei vielen Blogs beobachten können, wie sie verödet sind.
    Erst waren keine Kommentare mehr erlaubt, da haben einige noch mitgelesen, ohne antworten zu können – aber selbst das bleibt irgendwann aus. Das Internet lebt von der Interaktivität. wer die blockiert, kann seine Sprüche auch in die Luft pusten – interessiert irgendwann niemanden mehr.

  9. Mika B.

    @14 Phelan schrieb
    ..aber wenn man auf jeder kleinen Seite einen eigenen Account braucht oder gezwungen wird, für eine Anmeldung sein ganzes Leben offen zu legen, dann läßt man es eben sein …..

    So wird es kommen für Normale Nutzer ,
    nur werden sich wohl keine Trolle davon Abhalten lassen, ein “echt” aussehender Fake Accont unter den Namen “Lieschen Müller” ist immer in 5min Erstellt , egal ob sie die Farbe der Unterwäsche wissen wollen ect.
    Nun werden viele sagen dann nur noch mit einem “E-Perso” nur das dann diese Seiten auch gleich alle Nicht Deutschen und Jugendliche mit Aussperren, also digitale Schranken aufbauen wie in China.
    Zumal sich im Internet immer Wege und Mittel finden werden und wenn das “Offizelle Internet” durch inkompetente Politiker gesäubert werden soll, wird sich darunter immer ein halblegales Etablieren was 100x Aufregener und Interessannter ist als das “politisch korrekte und Jugendfreie Netz”. Es entstehen einfach neue Anonyme Dienste dort.
    Diese Phrasen von “Klarnamenpflicht” und “Digitaler Radiergummi” ist nur für und von Leuten gemacht die keine große Ahnung von der Technik des Internet haben was ja auch meist deren Wählerklientel ist.

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