Gerüchteküche: Microsoft will Barnes & Nobles Tablet-Sparte Nook kaufen

02_NOOKHeroAngle

Und schwupps, das nächste Milliarden-Gerücht ist da: Microsoft will Nook Media übernehmen. Die Sparte der amerikanischen Buchladen-Kette Barnes & Noble produziert die Nook Tablets, hat damit aber nur durchwachsenen Erfolg.

Anzeige

Insgesamt 10 Millionen verkaufte Nooks

Insgesamt wurden bis heute 10 Millionen Nook-Geräte verkauft – böse Zungen könnten argumentieren, dass das ja mehr als das Sechsfache ist als das, was Schätzungen zufolge bislang an Windows-Tablets abgesetzt wurde.

Doch die Nook-Sparte schreibt rote Zahlen: Dem Umsatz von 1,2 Milliarden Dollar im fiskalischen Jahr 2012, das am 30. April endete, steht ein Verlust von 262 Millionen Dollar gegenüber. Da die derzeitigen Nook-Tablets laut interner Dokumente nächstes Jahr auslaufen sollen, geht man dann mangels Geräte, die man verkaufen könnte, sogar von einem Minus von 360 Millionen Dollar aus.

Microsoft ist an Bücher-Ökosystem interessiert

Hier liegt aber der Grund in Microsofts Offerte begründet. Denn laut „TechCrunch“ sollen die bislang auf Android basierenden Tablets wie der Nook HD im April 2014 auslaufen – ab dann sollen die Inhalte des Nook – vornehmlich Lizenzen für eBooks – über Apps von „Drittanbieter“-Partnern versilbert werden.

Was und wer genau damit gemeint ist, ist unklar, doch Microsoft hat bei dem 1-Milliarde-Übernahmeangebot eher das Bücher-Ökosystem im Sinn als eine schwächelnde Tablet-Sparte. Das macht auch Sinn, denn zwei Lahme zusammen ergeben schließlich immer noch keinen Sprinter.

Microsoft müsste eigenes Investment teilweise abschreiben

Hilfreich bei den Verhandlungen ist allerdings auch, dass Microsoft seit Oktober letzten Jahres bereits knapp 17 Prozent an Nook Media hält. Allerdings wurde bei dem Einstieg Microsofts das Tochterunternehmen des Buchhändlers noch mit 1,66 Milliarden Dollar bewertet.

Würde Microsoft das Unternehmen nun für 1 Milliarde Dollar komplett übernehmen müsste man vermutlich einen Teil des damaligen Investments von 300 Millionen Dollar abschreiben. Aber gut, vermutlich sind das Peanuts für Steve Ballmer.

Inhalte für Windows 8, Muskelspiele mit Amazon

Für Microsoft wäre die Akquisition ein Puzzlestein, um das Windows 8-Ökosystem weiter mit attraktiven Inhalten zu füllen und Amazon ein paar Steine in den Weg zu legen. Doch auch wenn Barnes & Noble der zweitgrößte Bücherverkäufer in den USA ist – Amazon dürfte die Übernahme herzlich egal sein.

Inwieweit Microsoft den Nook weiter als eReader herstellen würde oder zu einem verkappten Windows 8-Tablet umbauen würde, steht noch in den Sternen. Zwar ist der Nook Amazons Kindle Fire technisch überlegen – Marktanteile und Umsatz hat das dem Hersteller bislang aber noch nicht großartig eingebracht. Das wiegt umso schwerer, da der Markt für Tablets und eBook-Reader in den letzten Jahren beträchtlich gewachsen ist.

Microsoft muss sein Ökosystem ausbauen

Der Nook und auch die digitalen Inhalte dürften allein wohl kaum dafür sorgen, dass das Windows 8-Ökosystem plötzlich aufblüht. Viel eher wäre es einer von vielen kleinen Schritten, die noch nötig sind, um das eigene Angebot auszubauen und somit mit iBooks und Amazons Book Store konkurrieren zu können. Ob so ein Schritt aber 1 Milliarde Dollar wert ist, darf zumindest hinterfragt werden.

Bild: Barnes & Noble

Abgelegt unter:

2 Kommentare

  1. Klaudia

    Es ist doch erstaunlich mit welchen Mitteln die Reader auf dem Markt umworben werden. Das Angebot wird immer größer und somit die Auswahl immer schwerer. Gut das ich bereits versorgt bin :-)

Dein Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Bitte beachte unsere Kommentar-Richtlinien.