99 Luftballons: Google experimentiert über das Project Loon mit dem Internet in der Luft

Robert Vossen

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Zwei Drittel der Weltbevölkerung sind nach wie vor offline und Google will das ändern. Das Google Lab X experimentiert derzeit damit, Ballons in die Stratosphäre zu schicken und somit eine weltweite Internetabdeckung zu erreichen.

Project Loon setzt auf weltweite Internet-Ballons

Das mysteriöse Google-Labor hatte schon vor ein paar Wochen angekündigt, dass die „Moonshot“-Abteilung bald eine große neue Entwicklung vorstellen würde und hat jetzt das Geheimnis gelüftet: Unter dem Namen „Project Loon“ will man einen ballon-basierten Internetzugang ermöglichen.

Die Ballons werden 20 Kilometer über dem Boden in die Stratosphäre gebracht und bewegen sich mit dem Wind. Per Solarantrieb und Windkraft können die Ballons gesteuert werden und auch wieder an Boden gebracht werden, um Teile auszutauschen.

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Über eine Antenne verbinden sich die Häuser am Boden dann mit den Ballons, die auch untereinander verbunden sind und somit den Zugang zum Internet herstellen sollen – mit 3G-Geschwindigkeit oder schneller.

Erster Test in Neuseeland mit 30 Ballons

Der erste Test der Google-Ballons ist letzte Woche in Neuseeland gestartet, wo 30 Ballons in die Stratosphäre gebracht worden sind. In diesem Feldversuch sollen Daten gesammelt und ausgewertet werden, die helfen sollen, ein weltweites Netz an Internet-Ballons aufzubauen.

Im nächsten Schritt sollen weitere Test-Ballons auf dem selben Breitengrad in die Stratosphäre gebracht werden, sodass nach und nach ein weltweiter Ring an Internet-Ballons errichtet werden könnte. Wie viele Ballons man dafür benötigen würde, lässt Google aber offen.

Google Lab X hat Google Glass und selbstfahrende Autos entwickelt

Google schränkt ein, dass man sich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase befinde, doch das Google Lab X hat auch Google Glass und das selbstfahrende Auto entwickelt – Google Glass ist inzwischen schon verfügbar, die selbstfahrenden Autos haben immerhin schon eine Straßenzulassung in zwei US-Staaten. Es ist also durchaus vorstellbar, dass Google mit Nachdruck an seiner Vision arbeiten wird.

Und daher ist der letzte Satz in Googles Ankündigung der spannendste: „Wir hoffen, dass du dich eines Tages mit deinem Handy über deinen Mobilfunkanbieter mit den Ballons verbinden kannst und somit einen Internetzugang an Orten hast, wo heute noch keiner ist.“

Weltweites Google-Internet aus der Luft?

Spinnt man die Idee eines weltweiten Ballon-Netzwerks weiter und denkt an Google Fiber, dann ist es nicht mehr ganz verrückt daran zu denken, dass Google somit auch die Mobilfunkanbieter unter Druck setzen will, dass internationale Roaming-Gebühren künftig der Vergangenheit angehören könnten.

Denn zwar betont Google die humanitären Vorteile des Internetzugangs, doch es ist kein Geheimnis, dass Google davon enorm profitieren würde. Laut Eric Schmidt werden in den nächsten fünf Jahren fünf Milliarden Menschen über ihr Smartphone ins Internet gehen – ein immenses Potential, das sich für Android und Googles Werbemaschinerie bietet.

Doch nicht nur das: Mit Project Loon könnte Google zum weltweiten Internetanbieter werden, das Wachstum des mobilen Internets weiter fördern und an zahlreichen Stellen massiv profitieren. Ich gehe jedenfalls schwer davon aus, dass man in den nächsten Monaten und Jahren hin und wieder von Googles Ballon-Projekt hören wird.

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Bild: Google Lab X

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.