Google stellt eigenes Navigationssystem für Android-Handys vor

André Vatter

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Zeitgleich mit der Vorstellung des Motorola Droid von Verizon hat auch Google ein weiteres – und lang gehütetes– Geheimnis gelüftet. Künftig wird für alle Android 2.0-Smartphones eine komplette und hochfunktionale Navigationslösung kostenlos verfügbar sein. Um Features wie 3D-Ansichten, Turn-by-Turn-Ansagen, Staumelder und automatisches Rerouting nutzen zu können, wurde Google Maps ordentlich aufgebohrt.

Das Kartenmaterial liegt ausschließlich online vor. Das spart Speicherplatz, erfordert aber auch einen gescheiten Datentarif, da während der Fahrt ständig neue Informationen geladen werden müssen. Nicht nur Straßenzüge sollen auf diese Weise auf dem Display angezeigt werden, sondern auch die Locations von Unternehmen, die sich im Google Business Center angemeldet haben. Um das Ziel zu suchen, muss keine komplette Adresse ins Suchfeld eingegeben werden – es reicht der Name eines Geschäfts. Alternativ lässt sich Google Maps Navigation natürlich auch per Stimme steuern.

Dank der offenen Datenverbindung wird die Map-App permanent mit Informationen zum aktuellen Verkehrsgeschehen gefüttert. Eine Art Ampel zeigt dann im Display an, ob zähflüssiger Verkehr oder ein Stau die Weiterfahrt verzögern könnte. Für mehr Infos (zum Beispiel die Geschwindigkeit von Autoschlangen) reicht ein Tippen auf den Zoom-Button an der entsprechenden Stelle.

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Spätestens bei den folgenden beiden Features wird aber wirklich richtig deutlich, dass wir es mit einer Google-Anwendung zu tun haben: Satellitenansicht und StreetView! Wird die Karte aus der Vogelperspektive betrachtet, zieht sich Google die Daten 1:1 aus Google Maps. Da klingt die Integration von StreetView fast schon wie ein überflüssiges Gimmick, macht aber Sinn, wenn man sich folgende Situation vorstellt: „…dann weiter geradeaus, bis du an ein rotes Haus kommst. Bieg hier rechts ab und fahre weiter, bis links die Kirche erscheint…“

Google hat ein Video vorbereitet, dass die Navigations-Software in Aktion zeigt:

Weitere Informationen wurden auf einer neuen Seite zum Dienst zusammengetragen. Doch bevor die Euphorie euch zu früh verschlingt:

1.) Die App läuft zunächst ausschließlich auf Smartphones, auf denen Android 2.0 installiert ist – bislang trifft dies ausschließlich auf den Droid zu. Aus den heute verkündeten Änderungen am neuen Android-System wird noch nicht klar, wann mit weiteren 2.0-Geräten zu rechnen ist. Ob künftig auch Betriebssysteme anderer Hersteller (bis auf das iPhone ist das nicht unwahrscheinlich) unterstützt werden, ist ebenfalls bislang offen.

2.) Der Dienst ist derzeit nur für die USA freigeschaltet. Da das Droid (nach inoffiziellen Angaben) aber auch in Deutschland schon bald von Vodafone auf den Markt gebracht werden soll, stehen die Chancen nicht schlecht, dass diese Barriere noch vor Jahresende fällt.

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.