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Speicherspezialist Trekstor meldet Insolvenz an

Posted in Unternehmen on Jul 22, 2009 with 16 Comments →

trekstor

Auf der CeBIT im vergangenen Jahr wurde ich in die Presselounge von Trekstor eingeladen. Wir saßen auf kniehohen Hockern, kauten Klebebonbons und sahen einen knackig-bunten Werbefilm, während Mola Adebisi auf einer externen Festplatte herumsprang und dabei immer wieder sagte: “Sehen Sie? Nix geht kaputt! Sehen Sie?” Ich trank eine Cola und checkte den Fluchtweg, bevor auch noch Dieter Bohlen die Bühne betreten sollte.

Jetzt soll der Spaß vorbei sein: Trekstor hat Insolvenz angemeldet. Noch warten wir auf Informationen zu den Hintergründen des Entschlusses. Alles was wir wissen ist, dass gestern beim Amtsgericht Darmstadt ein entsprechender Antrag eingegangen ist. Als Insolvenzverwalter wurde der Frankfurter Rechtsanwalt Jan Markus Plathner bestellt.

Überrascht hat uns dieser Schritt schon, im Gegensatz zur Import-Schrott-Billigmarke Maxfield hatte Trekstor immer Qualität im Angebot, egal, ob bei Speicherlösungen oder MP3-Playern (der i.Beat organix hat seinerzeit neue Standards gesetzt). Von letzteren hat man in letzter Zeit weniger gehört, vielleicht hatte Trekstor die Zeichen der Zeit erkannt und eingesehen, dass man in einen vom iPod beherrschten Markt, zuviel Energie aufbringen muss, um sich Anteile zurückzuholen. Vielleicht ist deshalb der Schwerpunkt auf Home Entertainment verlegt worden – ein Markt, der allerdings wiederum von AVM und Co. angeführt wird.

Ich rechne damit, dass wir im Laufe des Tages mehr wissen. Für alle Besitzer von Trekstor-Gerätschaften dürfte es interessant sein, wie oder ob nun etwaige Garantieleistungen abgewickelt werden.

Update, 13.30 Uhr

Gerade sind erste offizielle Infos von Trekstor reingekommen. Also, zunächst wird sich der Insolvenzverwalter dafür einsetzen, dass der Geschäftsbetrieb fortgeführt wird. Um neues Geld zu beschaffen, wurde bereits die Dresdner Bank kontaktiert, die – trotz notorischer Knausrigkeit in der Finanzkrise – ihr Wohlwollen signalisiert habe. Auch die Lieferanten hätten ihre Unterstützung zugesichert. Schwierig sei die Sanierung aber allemal. Ob Arbeitsplätze abgebaut oder ins Ausland verlegt werden (worauf “in der Vergangenheit im Hinblick auf die Qualität der Produkte” verzichtet wurde), bleibt weiter offen. Ebenso verliert Trekstor kein Wort über die eigentliche Ursache der Insolvenz.

(André Vatter)

Krisenauslöser Lehman-Brothers: Die Sicht von innen

Posted in Unternehmen on Dez 21, 2008 with 7 Comments →

Andrew Gowers -der letzte Leiter der Unternehmenskommunikation bei Lehman- schildert die finalen Zuckungen der pleite gegangenen Investmentbank. Einer Pleite, die als entscheidendes Dominosteinchen in der jetzigen Finanzkrise angesehen wird: Der Mann, der die Welt in die Knie zwang

via Indiskretion Ehrensache

Finanzkrise super erklärt

Posted in Geld on Dez 04, 2008 with 29 Comments →

na also, endlich eine Quelle, aus der man schöpfen kann und danach nicht mehr genauso dumm wie vorher dasteht: Wo ist das Geld geblieben (ZEIT). Zurücklehnen, entspannen, Tischlampe an, genießen.

via injelea.icious

Barack Jesus Obama

Posted in Allgemein on Nov 07, 2008 with 12 Comments →

mal schauen, was der Messias alles reparieren soll:
- die Wirtschaftskrise
- die Finanzkrise
- das Klima
- die Kriege und die Toten
- die Rassenprobleme
- die Spannungen mit Russland, China, Iran, Irak, Afghanistan, Nordkorea, (sinnlos weiterzumachen…)
- die Freundschaft mit Europa
- die marode Industrie der USA
- das Finanzierungsproblem der Kranken in den USA
- die Arbeitslosigkeit in den USA
- das Schulsystem der USA
- die Ghettos
- das beschädigte Ansehen der USA in der Welt
- the American Dream erneuern
- [beliebiges Thema einsetzen]

Von diesen Dingen hat man sich was selbst auf die Fahnen geschrieben? Read Change.gov:

agendaPresident-Elect Obama and Vice President-Elect Biden have developed innovative approaches to challenge the status quo in Washington and to bring about the kind of change America needs.

The Obama Administration has a comprehensive and detailed agenda to carry out its policies. The principal priorities of the Obama Administration include: a plan to revive the economy, to fix our health care, education, and social security systems, to define a clear path to energy independence, to end the war in Iraq responsibly and finish our mission in Afghanistan, and to work with our allies to prevent Iran from developing a nuclear weapon, among many other domestic and foreign policy objectives

Hm.. so sehr es ihm auch hilft, dass er wie ein Superstar angehimmelt wird, viele Amis unglaublich stolz und glücklich zugleich ob seiner Wahl sind, er bei vielen einen Optimismus geschaffen hat, er offensichtlich ein begnadeter Insipirateur ist (“yes we can” hört man nun von vielen Amis, besonders den Minderheiten) und zum ersten Mal seit Kennedy Teile der Welt quasi “einen gemeinsamen” Präsidenten haben, ich primär ein Optimist bin, muss man feststellen, dass dies ein bisserl viel ist, was man in einem winzigen Menschen sieht. Solange die Welt nicht sagt und sieht “out of many, one”, werden nicht einmal 1.000 Obamas etwas bewegen. Obama ist der Präsident der Amerikaner, er ist weder meiner einer noch von sonst jemanden der Präsident. Ich bin mein eigener Obama:) Lasst den Mann machen, die Hoffnungen liegen in der Hand eines jeden selbst. Out of Many, one = Das ist etwas, was die Kinder meiner Kinder meiner Kinder meiner Kinder meiner Kinder meiner Kinder realisieren werden.

The change, it had to come
We knew it all along
We were liberated from the fold, that’s all
And the world looks just the same
And history ain’t changed
‘Cause the banners, they are flown in the next war

The Who, Won’t get fooled again, via Richard

Btw, für uns Webuser wird es spannend zu sehen sein, ob die kommende US-Regierung das Netz so weiternutzen wird, wie es das Team um Obama in der Wahl vorgeführt hat. Man hat zwar bis dato den eWahlkampf gelobt und auch analysiert (es wird weiter analysiert werden). Doch habe ich bisher kaum etwas darüber gelesen, wie Obama das Netz weiterhin nutzen wird, neh?! Das sage ich deswegen, weil man das Netz im Rahmen der Politik stets als etwas sieht, was man am besten als “nach der Wahl ist vor der Wahl und zwischendurch ist dann Stille” bezeichnen kann aber auch tatsächlich politisch so genutzt hat (in vielen Ländern zu beobachten). Eigentlich sollte es heißen “nach der Wahl ist Regierungszeit”.

US-Wahl 08: Vorläufiger Endstand

Posted in Allgemein on Nov 05, 2008 with 13 Comments →

Präsidentschaft
Obama hat 338 Wahlmänner zugesprochen bekommen, McCain 163. Drei Staaten sind noch nicht 100% klar, aber so wie es aussieht, werden zwei an Obama fallen (Indiana [+11] und North Carolina [+15]) und einer an McCain (Missouri [+11]). Damit wäre der Endstand Obama=364 und McCain=174. Knapp kann man das nicht nennen.

neue Sitzverteilung im Repräsentantenhaus
254 Demokraten und 172 Republikaner (Stimmenmehrheit bei 218 Sitzen)
Sprich, Obama kann mit der Unterstützung des Hauses rechnen.

neue Sitzverteilung im Senat
56 Demokraten und 40 Republikaner (geschätzte Daten)
Auch hier wird wohl Obama nicht unbedingt zu kämpfen haben (siehe jedoch Hinweis von Tim)

Die Demokraten übernehmen die USA. *Schulterzuck* Das ist so, als würde die CSU regieren. Nur zur Klarstellung: Bin weder Rot- noch Blau-Fan, weder Obama- noch McCain-Fan. Halten wir fest, warum wohl Obama gewonnen hat: Bush war extrem unpopulär, die Wahl hat mich an Schröder vs Kohl erinnert, wo die Leute die Nase voll hatten von Mr. Birne (“change”). Die Finanzkrise hat Obama in die Hände gespielt, sobald es den Leuten ans Portemonnaie geht, werden sie mürrisch. Es ist fraglich, ob er die Swing-States ohne den Kollaps gewonnen hätte. Obama hat die jungen Wähler und Erstwähler mobilisieren und für sich gewinnen können. Flankiert wurde das durch den extremen Einsatz aller Internetkanäle. 40% seiner Wahlspenden (639 Mio USD!!!) kamen von “den kleinen Leuten”. Barack Obama scheint eine charismatische Person zu sein, die an einen Superstar aus der Musik/dem Film erinnnert. Was auch immer die Leute in ihm sehen. Wie sehr die Amis in Obama einen Hero sehen, der das Ansehen der USA in der Welt reparieren kann, weiß ich nicht. Weiß nicht, ob sich das auf die Wahl ausgewirkt hat. Bei dem Sendungsdrang der Amis aber kann das auch eine Rolle gespielt haben.

Und schließen tue ich das Ganze mit der Rede von Obama in Chicago vor einem Haufen Menschen (06:00 Uhr deutscher Uhrzeit, also heute morgen, nachdem feststand, dass er die Wahl gewonnen hat):

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miese Krise, Werbemiese?

Posted in Marketing PR on Okt 22, 2008 with 4 Comments →

wir hatten uns ja schon bereits den Kopf gemacht, ob die Finanzkrise auch einen Sinkflug der Werbebudgets nach sich ziehen wird. Einhellige Meinungen von Experten sagen ja. Aber? Es gibt auch den Gedanken, dass man gerade dann vermehrt nach Möglichkeiten Ausschau halten wird, Werbemittel effizienter einzusetzen. Was einer Minimierung von Streuverlusten und zugleich einer besseren Messung entspricht. Das könnte man nicht ganz zufällig dem Web zuschreiben, wo man geeignete Kundengruppen durchaus gezielter vorfinden kann und die Messmetriken etwas besser als im TV/Print aufgrund der Reagibilitätsmechanismen erscheinen (Kunde kommentiert, votet, klickt, tut, macht…). Würde bedeuten? Dass zwar das Gesamtvolumen der Werbeausgaben schrumpft, jedoch unterproportional zu Lasten des Onlinekanals. Je nachdem, wie hoch der Dämpfungseffekt ausfällt, könnte man am Ende der Talfahrt tatsächlich bei einem Wiederanstieg -ausgehend von einer gewissen Persistenz- nach den Umschichtungsprozessen zugunsten des Internetkanals sprechen. Alles reine Annahmen. Gewisse Umfrageergebnisse deuten aber in die Richtung Umschichtung, ohne dass wir sagen können, wie sich das Volumen entwickeln wird. Das sagen die Budgetverantwortlichen der größeren und großen Unternehmen (s.u.):
Werbeswitch

Quelle: Survey Records Shift in Blue Chip Marketing Spend, Ergebnisse (.pdf)

Zur Umfrage:
Epsilon CMO Survey was conducted in the summer of 2008. TK senior marketing executives participated, 45% described themselves as decision makers and 55% as influencers. The companies are represented by size: 21% report annual revenues of $250 million to $500 million; 23% $500 million to $1 billion; 30% $1 billion to $10 billion and 27% $10 billion or more. Roughly half market directly to consumers and half to other businesses.

via Hugo E Martin

Finanzkrise wieder mal näschig

Posted in Geld on Okt 16, 2008 with 11 Comments →

erst warens die Immobilien, dann eine allgemeine Vertrauenskrise, nun ist es die Realwirtchsaft, die die Börsen weltweit in Atem hält. Wie die FAZ berichtet, hat der Dow Jones gestern einen weiteren Extremabsturz erlebt: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stürzte um mehr als 733 Punkte oder 7,9 Prozent auf 8578 Punkte. Dies war der zweithöchste Tagesverlust in der Geschichte des Leitindex der New Yorker Börse – der bisher größte Einbruch wurde erst am 29. September dieses Jahres registriert.

Natürlich haben die asiatischen Börsen ebenso mit reagiert und sind abgerauscht. Der DAX eröffnet heute mit 5% im Minus. Erinnert mich an ein ungezogenes Kind. Mal passt das nicht, dann jenes nicht. Dummerweise kann man Finanzmenschen nicht den Boppes versohlen:))

Finanzkrise: Eine Entschuldigung der Banken?

Posted in Geld on Okt 14, 2008 with 10 Comments →

Decoien beschwert sich auf seinem Blog, dass ihm die Erklärungen (Obacht, Link zur BILD) des Präsidenten des deutschen Bankenverbandes zu dünn sind und nicht ausreichen, um als Entschuldigung zu dienen. Die er einfordert.

Einerseits ist das verständlich, dass man als Bürger stinkesauer ist. Andererseits muss sich in meinen Augen kein Financier entschuldigen, denn sie haben sich dermaßen bis auf die Knochen blamiert, dass es auch so schon für mich reicht. Wofür soll man sich auch entschuldigen? Man verstehe das eigene Geschäft nicht, “Entschuldigung”? Wikipedia zum Wort Entschuldigung:

Eine Entschuldigung ist im Wortsinne eine Ent-Schuld-igung, eine Form von Vergebung. Mit der Bitte um Entschuldigung gesteht jemand ein, dass eine Tat von ihm eine moralische Verfehlung war. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist eine Entschuldigung allerdings eben diese Bitte. Der Geschädigte der Tat kann die Entschuldigung annehmen oder ablehnen. Durch diese Begriffsverschiebung hat es sich im Deutschen eingebürgert, „sich zu entschuldigen“. Im Wortsinne einer Freistellung von Schuld war dieser Sprachgebrauch in früheren Zeiten Unsinn: Man konnte sich nicht selbst von Schuld befreien. Sinnvoller wäre es beispielsweise, statt „sich zu entschuldigen“ um „Entschuldigung oder Vergebung zu bitten“. Zu sagen: „Ich entschuldige mich dafür (oder für den Fehler)“ war daher falsch, da nur der Geschädigte einen von dessen Schuld insoweit befreien kann, als er diese nicht weiter nachträgt.

In diesem Sinne reicht es mir, wenn Bänker ihre Hausaufgaben besser erledigen, statt mit ollen Sprüchen daherzukommen und für Vertrauen zu werben. Das ist dahin. Das Vertrauen der Kunden werden sie sich nämlich auf lange Jahre hin mühsam wieder erarbeiten müssen. Und dieser Vertrauensverlust ist Strafe genug, als Bänker auf die Imagestufe eines Versicherungsvertreters gesunken zu sein. Wie sagte der Chefredakteur von Finanztest gestern in WISO: “Schön, dass man nun gelernt hat, dass Bänker keine Berater, sondern Verkäufer sind“.

Finanzkrise aus Sicht eines Webgründers

Posted in Geld on Okt 10, 2008 with 47 Comments →

wir haben vereinbart, seinen Namen nicht preiszugeben. Hat keine bestimmten Gründe. “Wir” werden die nächste Zeit weitere Meinungen publizieren. Also, die Sicht des Gründers zur aktuellen Lage und im Besonderen zur Finanzierung von Startups:

Hab mit vielen Business Angels drüber gesprochen, die das ganze etwas lockerer sehen. Das ganze ist ja keine Web Krise, warum also sollte das Web verteufelt werden. Die Web Szene wird es nicht so hart treffen, zu mal es heutzutage recht günstig ist, ein IT Unternehmen aufzubauen… Man braucht nicht mehr unbedingt 50Mio VC, um wachsen zu können, Coder zu holen etc. Du kannst Web Unternehmen mit ein paar Mark aufbauen und bist nicht unbedingt auf hunderte von Mio von VC angewiesen. Hol Dir 50-100k und los geht’s. Kannst auch mit 5k loslegen. Ist nicht mehr so 99/2000… Serverfarmen von SUN und so weiter. Heute heissts Amazon S3 für eins-fuffzig pro terrabyte :D you know?

Wir sind in Deutschland; hier gab es noch nie Millionen für eine Idee bzw. Prototypen. Das ist Silicon Valley Stil. Und sowas wird es da wahrscheinlich nicht mehr so einfach geben. Bei denen heisst es jetzt sicherlich wie bei uns “Mit ein bißchen Seed Capital von Business Angels einen Proof of Concept bauen, dann zu VCs gehenâ€?. Ein funktionierendes Konzept mit Erfolg wird auch weiterhin VCs begeistern können. Aber da es in DE sowieso noch nie eine wirklich ausgeprägte VC Szene gab und die hiesigen VCs erst finanziert haben, wenn die jeweiligen Startups schon fast “100% sicherâ€? waren, wird sich hier auch nix ändern. So gesehen: Das was die Amis jetzt als “Kriseâ€? erleben, ist bei uns der Normalfall.

In Deutschland bleibts gleich, in Amerika wird’s halt erstmal nicht sofort 5Mio Seed Finanzierung geben, sondern erst ein paar hundert k und wenns läuft, gibt’s die Mios. Die VCs müssen ihr Geld ein bißchen horten… Sie müssen schließlich damit rechen, ihre bestehenden Portfolio Companies etwas länger als geplant durchfüttern zu müssen. Daher ist vielleicht etwas weniger Geld für neue Invests zur Verfügung, was die Bewertungen drücken wird… Aber ansonsten müssen die VCs auch Geld verdienen und werden trotzdem weiterhin investieren. Sie investieren ja in Web Startups! Nicht in Investmentbanken, die Reihenweise pleite gehen… Es ist nicht unsere Krise ;) Wir sind es diesmal nicht Schuld.

Exits: Najo, was soll sich da ändern?? IPOs hatten wir hier eh nie (von Xing abgesehen) und alles andere waren Aufkäufe von Verlagshäusern, die ins Internet preschen müssen, damit sie nicht in paar Jahren ganz ohne Leser darstehen. Die haben doch auch jetzt, trotz Kreditkrise, keine andere Wahl?! Kreditkrise hin oder her, die müssen ins Internet. Die Krise hat für die eher noch Vorteile, können sie jetzt günstiger kaufen.

Nichts wird so heiss gegessen, wie es gekocht wird. Diese Krise ist nicht unsere Krise. Natürlich sind wir alle in gewisser Weise betroffen, aber wie schon gesagt, das hält sich meiner Meinung nach in Grenzen. Und was das Thema Werbung angeht: Ich glaube, die Onlinewerbung wird davon profitieren!!! Hört sich verrückt an, ich weiß… Aber die Werbetreibenden werden jetzt stärker auf Performance-Marketing (Affiliates, AdSense blabla) setzen, als auf Reichweitenkampagnen (TV, Print, Funk)…

Ich denke, Online kann von der ganzen Krise seehr profitieren. Unternehmen müssen einsparen, wodurch sich gute Chancen fürs Web ergeben: Warum MS Office für meine 200 Mitarbeiter kaufen, kann doch Google Docs oder Zoho nutzen? Warum teure Exchange Server, wenn Gmail das auch kann? Warum eigene Server Farmen, wenn ich Amazon outsourcen kann? Warum teure TV Kampagnen mit TKPs von (ka, schätz einfach ma) 20 Euro, wenn ich im Web targetisiert meine Zielgruppe ansprechen kann? Etc etc etc du weißt schon, was ich meine…

Finanzkrise und Startups

Posted in Geld on Okt 10, 2008 with 26 Comments →

Andreas Göldi hat auf dem Blog Netzwertig seine Meinung zur aktuellen Lage und den Auswirkungen auf die Internet-Startup-Szene erläutert. Was die deutsche Webszene angeht, bin ich mir nicht sicher, ob seine Analysen auch hierzulande zutreffen, da wir hier meistens von Finanzierungen sprechen, die meistens weit weit niedriger ausfallen als in den USA. Heute Nachmittag werde ich aber etwas schlauer sein, da ich auf dem IdeaLab an der Otto Beisheim School of Management bin. Wo ich ab 14:30 Uhr ein Panel “Deutschland – ein Land der Pioniere?!” moderiere (TN: Oliver Samwer / European Founders Fund, Julia Kleine / Focus Online, Prof. Dr. Malte Brettel / RWTH Aachen und Oliver Jung / Adinvest). Habt Ihr dazu schon einmal Anregungen, welche Themen ich anbohren sollte?

Werde nach der Veranstaltung über meine Eindrücke berichten, was zahlreiche anwesende Investoren und Gründer zur aktuellen Lage auf den Finanzmärkten denken und ob es ihrer Meinung nach einen konkreten Handlungsbedarf gibt, Strategien und Taktiken zu ändern.

US-Onlinewerbung

Posted in Marketing PR on Okt 09, 2008 with 1 Comment →

JoJo verweist auf den IAB Internet Adverstising Revenue Report (.pdf).

Die Eckdaten, Basis 2. Q 08:
- Ausgaben 5,7 Mrd USD
- 2008 kumulativ: 11,5 Mrd USD

Aufteilung:
- Suchmsachinen: 44%
- Banner: 21%
- Kleinanzeigen: 14%
- Lead-basierende Anzeigen: 7%
- RichMedia (Videos…): 7%

Allerdings sind die Ausgaben leicht rückläufig anno 2008:
Ausgabenentwicklung US-Web

Es wird sich jetzt in und nach der Finanzkrise zeigen, wie das weitergeht. Dürfte sehr spannend werden, da es zahlreiche Unkenrufe gibt, die den Tod werbefinanzierter Webservices vorhersagen. Ich weiß nicht, ob diese Rechnung einfach so aufgeht. Denn, immerhin konkurriert der Onlinekanal gegen TV, Print und Radio. Es kann demnach durchaus sein, dass man die Werbeausgaben – sollte man die Budgets reduzieren – überproportional zu Lasten der anderen Kanäle umverteilt. Denn auch das ist oW denkbar, folgt man der Theorie, dass Onlinewerbung messbarer und damit letztlich womöglich effizienter ist.

Aktiencamp: Finanzkrise neues Zentralthema

Posted in Veranstaltungen on Okt 09, 2008 with 2 Comments →

unter dem Eindruck der Erdbeben wird das Aktiencamp das alles momentan bestimmende Thema in den Fokus stellen und wirft damit den bisherigen Themenplan über den Haufen. U.a. wird neben dem Herrn Sixt der Staatssekretär des bayerischen Finanzministeriums Georg Fahrenschon mit dabei sein. Zur Erklärung: Das Aktiencamp ist kein Barcamp in Reinstform. Ein Teil der Themen wird vorgegeben. Man verspricht sich davon mehr .. ja, weiß nicht, mehr Inhalte für die Teilnehmer oder mehr Teilnehmer selbst.

via Mail von Mark Pohlmann

Finanzkrise: Eindruck aus Island

Posted in Geld on Okt 08, 2008 with 2 Comments →

Openmedi und das Island-Blog verweisen auf Icelandeweatherreport, ein Blog, das sich mit der prekären Finanzlage befasst: Iceland is not going bankrupt

Realkrise? Autokonzerne fahren Produktion herunter

Posted in Geld on Okt 08, 2008 with 20 Comments →

Opel und weitere Autokonzerne wie BMW und Mercedes fahren den Output leicht herunter (lt. Opel sollen es 40.000 weniger sein). In Erwartung dessen, dass man nicht nur jetzt aufgrund der gesunkenen Auftragslage weniger Autos verkauft, sondern auch in Zukunft weniger loswerden kann. Die Autozulieferer klagen über Auftragsrückgänge iHv 10%-40%, wobei noch nie zuvor ein derartig rascher Rückgang verzeichnet worden sei (Interview ZDF mit einem Autozulieferer).

Finanzkrise wird zur Realkrise? Der passende Kommentar der FTD im Focus dazu, dass wir hier von Summen reden, die selbstverständlich auf den Realsektor ausstrahlen: Europa kann sich sein chaotisches Krisenmanagement der vergangenen Wochen nicht länger leisten. Selbst der IWF rät den Staaten inzwischen dazu, Banken über Kapitalspritzen vor Schieflagen zu schützen; den Abschreibungsbedarf der Branche schätzt der Fonds auf 1400 Mrd. $ – fast die Hälfte mehr als im April. Kleinere EU-Staaten könnten da mit der Rolle des Kapitalspenders in der Not überfordert werden.

Was sagt unsere oberste Chefin dazu? Siehe Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Merkel zur Lage der Finanzmärkte. Es wird immer sichtbarer, dass die Garantieerklärung der Kanzlerin möglicherweise noch Gold wert sein wird. Ebenso der Hinweis, dass die EG sog. “systemisch wichtige Banken” vor einer Pleite retten wird. Damit sind Banken gemeint, die bei einem Zusammenbruch echte Dominoeffekte nach sich ziehen können. Das wird wohl auch nötig sein, das IWF prophezeit nämlich, dass der Höhepunkt der Finanzkrise immer noch nicht erreicht sei, autsch!

Finanzkrise: Island steht am Abgrund

Posted in Geld on Okt 07, 2008 with 34 Comments →

Na, das wird ja noch spaßig. Island hat im Zuge der Finanzkrise -das Prinzip kennen wir ja bereits- die dritttgrößte Bank Islands übernehmen müssen, um sie vor der Pleite zu bewahren. Doch nun hängt der isländische Staat so tief im Sumpf, dass ihm selbst die Gelder ausgehen. Mehr dazu in der WiWO

FTD: Die Ereignisse überschlagen sich in Island. Nach der Verstaatlichung des Bankensektors und der Fixierung des Wechselkurses hofft der Inselstaat auf Hilfe durch den Internationalen Währungsfonds. Und weiter heißt es, was das ganze Ausmaß aufzeit: Vor der Verabschiedung eines Eilgesetzes sagte Ministerpräsident Geir Haarde in Reykjavik, Island stehe vor der “reellen Gefahr”, dermaßen in die globale Finanzkrise hineingezogen zu werden, dass am Ende der Staatsbankrott stehe. Mit den Bestimmungen des Notstandsgesetzes übernimmt die Regierung die totale Kontrolle über die Banken. So dürfen Aufsichtsbehörden künftig eigenmächtig Banken fusionieren und sie zur Bankrotterklärung zwingen. Das Finanzministerium darf bis zu 20 Prozent an heimischen Sparkassen und zudem Hypothekenkredite von Banken übernehmen und diese in einen Regierungsfonds übertragen. Die Aufsichtsbehörden dürfen für Finanzinstitute Aktionärsversammlungen einberufen, diese leiten und die Macht der Direktorien beschneiden. Hm.. Notstandsgesetz, Staatsbankrott, Kontrolle des heimischen Bankensektors… ich hoffe, die Jungs bewahren passend zum Wetter einen kühlen Kopf. Auf der einen Seite verstehe ich die Maßnahme, um die Banken untereinander womöglich dazu zu bringen, sich wieder Geld auszuleihen, die ja mittlerweile allesamt den Kopf weltweit verloren haben, andererseits aber wirds mir komisch im Magen, wenn man sich vorstellt, dass der Staat den Finanzprofis (so lächerlich sich dieses Wort mittlerweile anhört) reinpfuscht (auch das hört sich komisch an). Gleich nach Verabschiedungs der Gesetze hat man sich die zweitgrößte Bank Islands unter den Nagel gerissen. brbrbrbrbrr… Tagesschau: Das Bilanzvolumen der drei führenden Banken ist zehnmal so groß wie das jährliche Bruttoinlandsprodukt. Als möglicher Ausweg gelten Mittel aus den nach internationalen Maßstäben sehr großen Pensionsfonds des Landes. Pensionsfonds? Um die Dummheiten der abgefahrenen, hochbezahlten Finanzspinner glattzubügeln? Das wird das Volk in Island aber freuen, so oder so.

Währenddessen veweist Jeff Jarvis/Buzzmachine (via Netzwertig) auf einen 1-stündigen Podcast, der die Finanzkrise angeblich gut erklärt: latest This American Life. Jeff: Davidson and Blumberg explain the debt swap market and how it became an utterly unregulated $60 trillion marketplace — that’s more, they say, than all the money in all the stock markets in the world — built on no collateral or real value. It’s leverage, they call it. Ponzi scheme is another way (my way) to look at it. Giant pool of nothing is another way. Big, fat, fucking lie is another. The problem, as they explain better than I can, is that people made bets with no money in their pocket and now those losing bets are being called but we’re the ones getting kneecapped.

Lol, mir kommt da so ein Bild von Dominosteinen, Euch auch? Wird womöglich noch spaßiger als gedacht. Nur eine Frage am Ende: Wenn einige Länder nun mehr und mehr Banken unter ihre Kontrolle bringen, was passiert dann, wenn sich wieder alles auf Normalmaß beruhigt hat? Dürfte ein hübscher Gewinn für die Staaten bei rausspringen. Billig einkaufen, teuer verkaufen?

via Georg Holzer