Raus aus dem Keller: Ein Streifzug über die Gamescom • 18.08.11

“Du siehst überhaupt nicht aus wie ein Gamer”, scherzt der Rastafari-Typ, der mir als “eine Art Künstler” vorgestellt wird. “Du bist nicht blass genug dafür.” Da hat er mich erwischt, denn das bin ich wirklich nicht. Trotzdem war ich gestern in Köln vor Ort am Pressetag der Spielemesse Gamescom, die heute mit einem riesigen Ansturm für den Publikumsverkehr geöffnet hat. Es ist mein erster Besuch auf der Gamescom und da stehe ich nun also als Mittler zwischen den Welten, streife in einer kleinen Pause gedankenverloren durch die Hallen, als plötzlich eine schöne Frau vor mir steht und aufgeregt auf Englisch auf mich einredet. Ehe ich mich versehe, hat sie mich in den kleinen Stand von Dontnod hinein komplimentiert, den sie als PR-Assistentin vertritt, und mich dem ganzen Team mit seinen Entwicklern und eben auch Künstlern vorgestellt.
So etwas ist mir noch auf keiner Messe passiert. Egal, wem ich an diesem Tag begegne, die erste Frage lautet stets, ob man nicht “Du” sagen könne, falls sie überhaupt noch gestellt wird. Einige meiner Interviewtermine kamen erst einen Tag vorher oder gar noch am selben Tag zustande. Hier ist man unkompliziert, hier legt man keinen Wert auf unnötige Formalitäten, hier macht man einfach. Liest man hierzulande etwas über Games, gibt es für gewöhnlich nur zwei Richtungen: die Seite der Kritiker, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit gerne einmal auf das Gewalt- und Suchtpotenzial der Spiele hinweisen. Und die Gamer selbst, die Spiele lieben und detailliert und in einer Fachsprache darüber schreiben, in der Außenstehende oft nicht kommunizieren können. Ich stehe dem Thema seit jeher ambivalent gegenüber. (weiterlesen…)

















