
Berlin-Neukölln. An der Haltestelle Herrmannplatz herrscht gereizte Stimmung unter rund zwei Dutzend Jugendlichen, als ich die Bahn verlasse. Polizisten stehen Schlagstock bei Fuß daneben. Ich muss nicht zwingend erfahren, was als nächstes passiert, und verdrücke mich schnell auf den angrenzenden Markt, auf dem ein Mann mit einer Bibel in der Hand die Passanten dazu aufruft, Gott zu suchen. Niemand schenkt ihm Beachtung, bis auf die wenigen Touristen, die sich dorthin verirrt haben. Eine muntere Gegend also, und ausgerechnet hier, nur wenige Straßen weiter, hat das wohl interessanteste Startup, das Deutschland derzeit zu bieten hat, sein Hauptquartier aufgeschlagen: Wahwah.fm.
Das Büro der Berliner liegt unweit eines kleinen Parks in der Reuterstraße, nahe dem Landwehrkanal. Links daneben sitzen Studenten vor einem sudanesischen Restaurant, schräg gegenüber ist ein Spielplatz. Zwei junge Väter unterhalten sich entspannt mit der Zigarette in der Hand, während sie ihre Kinderwägen durch die Gegend schieben. Die Häuser sind mit viel Graffiti verziert – eigentlich nichts, was auch nur einen Hauch eines Silicon-Valley-Gefühls aufkommen lässt. Und als wäre das noch nicht genug, hat jemand vor dem Wahwah-Büro “Aufstand! Meuterei!” an die Fassade gesprüht. Eins der vielen Dinge, zu denen mir Wahwah-Gründer Philipp Eibach in einem Videointerview Rede und Antwort stand. (weiterlesen…)