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erstes Top US-Blog steigt auf Twitter um

nicht ganz, Steve Rubel von Micro Persuasion wird im Rahmen eines Experiments kurze Blognachrichten auf Twitter auslagern:

I will micro blog very actively on Twitter throughout the day (and night) and I will use my blog to publish longer pieces. The link round-ups will continue as is. So, basically I am thinking of keeping MP at 80% of what it is now (in terms of volume of posts, quality remains the same), but for those of you who want more you can get it in my Twitter stream.

sozusagen das, was wenige Blogger mehr oder minder mittels einem sog. „Asideblog“ bis dato bewerkstelligen (ich glaube, Matt Mullenweg von WordPress war der Worterfinder?), kurze Inhalte meistens rechts/links in der Sidebar unterzubringen, die meistens null kommentiert noch verlinkt werden und ein Mauerblümchendasein führen. In der Regel sind die mir bekannten Plugins im Grunde genommen keine echten Highlights. Auch ein Grund, neben dem Mauerblümchendasein, was die Wahrnehmung angeht, warum man Asideblogs kaum vorfindet.

Ein anderer Blogger schmeißt seine 100 Blog-Feeds heraus und fokussiert sich auf Twitter stattdessen. Seine Begründung:

You can see my Twitter page here and can „follow“ me if you’re interested in what im reading about or doing RIGHT NOW. So far I’ve only added a couple of folks I find interesting to my „friends“ list, which will mean that when they twitter, i’ll get their updates via IM or phone,… Well, im not subscribing to anyone posting what they’re having for dinner. Im hoping to hone my subscriptions over time and develop a very tight, concise stream of links and thoughts on what interests me most: tech and marketing

Ich denke, man erkennt das Verhaltens- und Nutzungsmuster dahinter recht gut:
situativ, knackig, kurz, supersimpel
versus
bedächtig, durchdacht, langatmig, komplexer
twitter vs. blog

Beide Szenarien bieten in der Kommunikation sowohl zwischen Profis als auch unter Privaten ihre Vorteile. Wie war das? Wenn Du einen Hammer hast… eben nicht.

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

14 Kommentare

  • Obwohl ich grundsaetzlich absolut mit Deinen Schluessen uebereinstimme, sind mir doch die Adjektive im abschliessenden Teil des Artikels etwas durcheinandergepurzelt. Sowohl „komplex“ als auch „durchdacht“ scheinen mir bei genauerer Betrachtung doch Eigenschaften fuer Twitter-Beitraege zu sein. Solange es bei der Twitternutzung um etwas mehr geht als „Muss aufs Klo jetzt“, „Will f.ck.n“ oder aehnliches.

    Mein erster Eindruck (ich bin sowohl Blogger- als auch Twitterneuling) – hat mich dazu veranlasst, vom „Blog im Blog“ zu reden. Im Gegensatz zu Deinem „Twitter vs. Blog“. Auch die Bezeichnung „Einweg-Chat“ ging mir durch die hohle Ruebe. Welche so hohl ist, dass es sofort auf der gegenueberligenden Seite wieder rausging; aber es blieb immerhin genuegend Zeit, um den Begriff vía Finger/Tastatur auf meinem Bildschirm (und somit auch auf dem einiger weniger anderer) erscheinen zu lassen.

    Ich glaube, es ist mehr dran an Twitter. Der Spassfaktor, den einige Befuerworter ins Feld schmeissen, kann es nicht allein sein. Modernen In-die-Zukunft-Linsern mag ich auch kein Vertrauen schenken, welche da die absolute Verdammnis oder den katastrophalen Erfolg vorauszusagen sich herausnehmen.

    Ich bin wohl eher ein Vertreter der „Einbauen, Rumspielen, Erfahrungsammeln, dann irgendwann beurteilen“-Fraktion. Wenn man die Bloggosphaere (ich schreib´s mit Doppel-„g“ wegen der kurzen Aussprache des vorangehenden „o“´s) als in Fraktionen aufgeteilte zweidimensionale Angelegenheit betrachten darf.

    In ein paar Tagen, Wochen oder Monaten haben wir sicherlich eine andere Diskussionsbasis. Und wir haben auch kaum Zweifel daran, dass irgendjemand versuchen wird, das letztendlich fuer „gut“ befundene bei Twitter weiterzuentwickeln, das fuer „nicht so gut“ befundene auszuklammern …. und daraus die naechste Generation des Sub-bloggens erstehen zu lassen, oder? Ideen habe schon ICH genuegend, was Anwendungen und Weiterentwicklungen anbelangt – also sollte von den Experten doch sicherlich einiges zu erwarten sein.

  • „situativ, knackig, kurz, supersimpel versus bedächtig, durchdacht, langatmig, komplexer –
    twitter vs. blog“ — Sag mal, war das nicht der Unterschied zwischen klassischer Medienwelt und Bloggen, vor ein paar Monaten? Ich hatte gedacht und verstanden, dass das Bloggen schnell, spontan und kurz wie möglich/nötig sei oder sein könne (Doc Searls: „Blogging is beta.“). Nun brauchen wir noch ein kürzeres Beta-Beta-Geschreibsel? Bin ja kein Kostverächter, was neue Arten der Kommunikation betrifft, aber hier verstehe ich mal wieder nicht genau, was das nun soll…?

  • Diese kramphafte Nutzung von Twitter als Blog zeigt für mich nur, dass der eigentliche Twitterzweck (presence-service?) nicht so wirklich genutzt werden will oder kann.

    Wieso man nun zum bloggen von kleinen artikeln Twitter brauchen sollte, erschliesst sich mir nicht. Was spricht gegen ein normales Blog? Twitter bietet nicht mal kommentare was für mich das a und o beim bloggen – und v.a. beim persönlichen bloggen- ist.

    Aber wenn Steve Rubel das macht, dann ist es natürlich richtig und gut und 500 andere werden’s bis heute Abend auch machen 😉

  • @Frank, obs gut ist, wird sich zeigen. Du fragst nach den Gründen fürs Asideblogging via Twitter. Habe zwei Gründe genannt, warum das im Blog nix ist. Rtfm:))

    @cabronsito, genau das ist es, was ich hoffe, dass sich andere Kreative Twitter annehmen und selber weitermachen, ich bin gespannt.

    @Martin, probiers halt wie ein Kind aus, spiel damit, lets see und bild dir deine meinnung;)

  • ich finde Twitter ist ein super Möglichkeit Aside Posts zuschreiben, da man sich Titel, Kategorie usw. spart und auf die 160 Zeichen beschränkt ist. Da geht das schreiben viel schneller von der Hand. Fehlt nur noch ein schicke WordPress Integration, denn im Sidebar finde ich das eher unpraktisch.

  • also als wirklichen blog ersatz kann ich mir twitter im moment noch nich vorstellen. dafür ist das ganze einfach nicht gemacht. der ganze hype um twitter kommt zwar nicht von ungefähr aber ich hoffe dass twitter mal zu einer reifen kontaktapplikation heranwächst. ohne dummes gelaber und „sack reis umfalling“.
    kurze infos (zb links) an seine freunde weitergeben, das ist sinnvoll und dafür ist das ganze auch verwendbar. seine meinung in 160 zeichen zu quetschen ohne jeder formatierung und extras kanns doch nicht sein.
    dieser kommentar wurde ohne twitter übertragen =)

  • Ich glaube, ich bin zu alt für sowas. Ich war schon immer eher für Diskurs statt Geschrei, für Diskussion statt Chat. Und jetzt das Ganze auf 160 Zeichen? NO THX!

  • […] Ich versuche gerade einen Artikel zu schreiben. Ich finde keinen guten Anfang. Ah, Helmi, du bist ja auch schon so früh da. Na gut, ich geh erstmal frühstücken. Bin wieder da, wer noch? Also, ich kümmer mich um meinen Artikel, bis später. Twitter ist die Seite, die von uns wissen will, was wir gerade tun. Twitter ist die Seite, die andauernd Nachrichten (sogenannte “Tweets”) verschluckt und langsam ist. Aber Twitter ist dennoch enorm bekannt. Blogs werden ganz auf Twitter umgestellt, SMS-Wände werden auch innerhalb von nur einem Monat moderner und die Twittersphere, wie die teilweise lebensfeindliche Umwelt im Twitterland genannt wird, wächst und wächst. Jeder twittert. Das Web 2.0 macht’s möglich. Sachen, die früher nur Vögel und einige Leute mit witzigem Können zu tun im Stande waren, werden nun von jedem getan. Das Web 2.0 macht’s möglich. Doch bleibt der Datenschutz bei Applikationen wie Twitter nicht auf der Strecke? Naja, wir geben ja alle Informationen freiwillig preis. Das Web 2.0 macht’s möglich. Das Web 2.0 macht Träume von Datensammler möglich. Gläsern. Dank uns selbst. […]