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Vorsicht vor Chat- und Twitter-Usern

nein, habe nix gegen Freaks, die fast schon biologisch mit einem Chat bzw Twitter verdrahtet sind. Es machts nur in persönlichen Gesprächen mitunter sehr schwierig und man muss sich zurückhalten, nicht selber unhöflich zu werden. Unhöflich? Na ja, ein typischer Chat/Twitter-User hängt idR entweder am Handy und schenkt Dir im Gespräch nur die halbe Aufmerksamkeit. Beim Telefonat dasselbe, man merkt förmlich, dass Dein Gegenüber partout nicht wirklich zuhört, was das Reden/Zuhören schwierig gestaltet.

Wie gesagt, da ich lange Zeit recht tolerant bleibe, sage ich meistens nix direkt, man muss mit diesen Usertypen ja nicht jeden Tag Umgang haben, dann würde es in der Tat meinerseits Knatsch geben, weil ich das bei persönlichen Freunden absolut inakzeptabel empfinden würde. Sobald der im persönlichen Gespräch in die Handytasten hauen würde, um seine beknackten Tweeds zu lesen, würde ich wohl in die nächste Apotheke gehen und ihm Baldrian besorgen. In der Tat, ich denke, dass ich mir bei diesen DigiDauerquasslern durchaus überlege, ob das flüchtige Miteinander überhaupt eines Tages zu einer echten Freundschaft führen kann? Ich denke nicht wirklich, interessant, oder? Obwohl ich doch pro Technik und Innovation bin.

Wie ist das bei Euch, keine Probleme mit den Dauervernetzten oder nervt das mitunter auch? Wie ist das erst, wenn Ihr mit einem engen Spezi täglich in Kontakt seid? Gar, wenns der [temporäre] Lebenspartner ist? Ist das halt die moderne Welt, man muss es eben akzeptieren, dass Menschen zugleich überall sein wollen?

Obwohl, gerade beim Lebenspartner… da habe ich eine sehr kuriose Story aus dem Munde eines Betroffenen gehört: Wenn der sich mit seiner Frau streitet, schnappt sich jeder seinen PC, startet Skype und man geht in den Chat über. Da dort diese buntigen Smileys vorhanden sind, deeskaliert die Situation sehr viel schneller (Winkebär und was weiß ich was). Crazy:) Aber wie man sieht, digitale, schnelle Kommunikationsmedien müssen nicht immer nur stören im Miteinander.

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

19 Kommentare

  • Wenn es nervt sage ich üblicherweise „Sag mir bitte, wenn Du damit fertig bist, solange warte ich und rede danach erst weiter“. Meist merken jene dann recht schnell, dass sie gerade sehr unhöflich sind. Die letzte Steigerung davon ist „Kannst Du das bitte solange ausmachen, solange wir reden? Ich finde das unhöflich von Dir.“.

    Diejenigen, die das nicht mehr geregelt bekommen und denen man sowas öfter sagen muss, taugen eh kaum noch für mehr als oberflächliches Geblubber – da ist es dann nicht schade mit jenen nicht mehr so oft zu reden.

  • Es mag nerven, ja. Dass sich da echte Freundschaften draus entwickeln können, denke ich auch. Warum sollte es auch nicht so sein?

    (ok, man mag dann bestehende mit dieser Manie kaputt machen 😉 Aber dann gleicht sich das ja wieder aus 😉 )

  • Sehe ich ebenso wie Du, Robert. Imho eines der unhöfflichste Dinge, wenn man mit jemandem redet und das Gegenüber fummelt am Handy rum oder tippt nebenbei … Ich sag das allerdings nur Freunden, wenn es mich stört, bei „Fremden“ drück ich unter der Ägide der Höflichkeit ein Auge zu.

  • Ich erlaube mir den „Luxus“ mein Handy immer wieder eine Zeitlang auszuschalten. Trotz meiner Leidenschaft fürs Web und innovative Technik, ein Gespräch unter Freunden braucht diese Technik nicht, vielmehr kann sie dort durchaus stören.
    Am besten auch hin und wieder den Platz tauschen, raus ans Lagerfeuer, ne Falsche Flens dazu und Prost. Wer dann noch sein Handy an läßt, dem ist nicht mehr zu helfen.

  • @Jörg: Nimm doch ne richtige statt ner Falschen Flens. Schmeckt auch. 🙂
    scnr.

    @Christian: ich kann mir nur schwer vorstellen, dass sich da richtige Freundschaften entwickeln können, wenn man den anderen nicht für so wichtig hält, dass man sich ganz auf ihn (oder sie) fokussiert/konzentriert, wenn man mit ihm/ihr redet. Wer mit „Freunde“ aber vielleicht diejenigen meint, die in der „Freundesliste“ eines x-beliebigen social-networks stehen, mag das durchaus anders sehen.

  • hab in meiner msn liste auf so eine (echten) gamer der wirklich immer on ist! er selbst sagt sein pc läuft 14 std am tag.

  • Hm. Ich denke das jegliche Ablenkung während einer Unterhaltung doof ist. Das hat nichts mit der Art der Ablenkung zu tun…

    Wenn jemand während eines Gesprächs sein Handy zückt, telefoniert, den Rechner bedient oder sonstwelche Dinge tut die nichts mit mir oder dem Gespräch zu tun haben, dann verabschiede ich mich ganz schnell.

    Wenn die Menschen „fremde“ sind, dann erst recht. Also zum Beispiel auch bie Kunden. Ein dezenter Hinweis, dann ein weniger dezenter und dann die Verabschiedung. Wer mir so wenig Respekt entgegen bringt, der will nichts von mir haben… Und von dem will ich auch nichts haben.

    Was das kommunizieren in einer Partnerschaft angeht: Es kommt ab und an vor, dass ich auf meinem Blog Dinge schreibe die ich meiner Freundin noch nicht erzählt habe. Dann entspannt sich schon mal eine Unterhaltung in den Kommentaren.

  • Eine „Face-2-Face“ Kommunikation schließt in meinen Augen „nebenbei simsen“ oder irgendwas tippen aus… Wenn ein Anruf dazwischen kommt, ok, kommt vor. Aber mehr muss nicht sein.

  • Twittern ist nice to have, Skype als Chat ebenfalls. Mitunter ist jedoch die direkte Kommunikation viel effektiver als sich auf (päärchenbasishafter) Ebene in Streitigkeiten zu ergeben…. mmmh.

  • Oh, sowas ärgert mich auch.
    Einfach unhöflich.
    Das gabs aber auch schon vor Chats & Twitters.
    Ich hatte mal eine Freundin die während der Telefonats immer Fernsehen geschaut hat und mir nur so halb zugehört hat.
    Manche Frauen können vielleicht zwei Dinge auf einmal machen aber die sicher nicht…
    Kein Wunder das das nicht besonders lang gehalten hat. 😉

  • Ich finde Twitter einfach nur überflüssig. Und wenn man schon so weit ist, daß man sich mit solchem Zeug während „echter“ Gespräche beschäftigt… also, da sollte man sich echt Gedanken machen.
    Das ist einfach nur krank.

  • Einem Gegenüber nur halbe Aufmerksamkeit zu schenken ist ja auch ein deutliches Signal. Wer das noch nicht begriffen hat, dem Fehlen ein paar grundlegende soziale Erfahrungen – oder die richtigen Schlüsse daraus. Sein Problem.

    Ob die digitale Dauervernetzung gut ist, oder schlecht? Alles eine Frage der Balance. Zu viel ist schlecht, aber ein gutes Maß davon kann ungeheuer praktisch sein. Und sogar eine soziale Bereicherung. Muss es aber nicht, kann auch in die Hose gehen, wenn man sich vertut.

  • Na ja. Ob man jetzt in jedem Fall sofort von Abhängigkeit gesprochen werden muss weis ich nicht…

    Die Vernetzung die durch das Netz geschieht ist in weiten Teilen ja nicht schelcht. Ich bin extrem mit dem Netz bzw. mit den Kommunikationsmöglichkeiten „unterweg“. ich weis aber eben trotzdem wann es nicht sein muss.

    Nebenbei Twittern, Chatten, Simsen oder telefonieren geht nunmal einfach nicht wenn ich einfach eine Unterhaltung führen will. Das hat nichts mit Abhängigkeit zu tun, sondern mit absoluter Respektlosigkeit!!!

  • @RobGreen: Wie geht denn der Winkebär im Skipe? Ich hatte den kleinen brauen charmin- (hug) immer als Umarmung interpretiert, nie als Winken. Dafür gibts ja ( hi)