Sonstiges

biblische Völkerwanderung

angesichts des Winterchaos in China bin ich erstaunt ob der unglaublichen Zahlen zu den Menschen, die sich in China anlässlich des Neujahrsfests auf den Weg nach Hause machen:

Nach Schätzungen der Bahnbehörden werden zum Neujahrsfest in diesem Jahr 178 Millionen Menschen den Zug nehmen. In der südlichen Stadt Guangzhou warteten am Mittwoch nach Agenturangaben etwa 800 000 Passagiere auf ihre Abfahrt. Die Provinz Guangdong hat seine mehr als 26 Millionen Wanderarbeiter aufgefordert, ihre Reisepläne aufzugeben. Chinas Wetteramt hat bereits gewarnt, dass die ungewöhnliche Kälte noch mindestens bis zum Wochenende anhalten werde.

178.000.000… das ist so, also würden alle Bewohner Deutschland verreisen, was zweimal im Jahr „I am Legend“ entspricht:))

GMaps China MashupWie auch immer, Google hat eigens ein Mashup aus lokalen News und Google Maps zusammengebastelt, das sich spannend anhört:

The map aggregates information about weather, latest news on close or resumption of railway and highway transportation. When you click on the icon on the map, it will show related information. It helps people to locate the most important news about a city in a user-friendly way, very useful to them. In the left pane, it also shows important news title about weather and transportation.

Mehr dazu auf China Web 2.0 Review

Btw, passt nicht ganz zum Thema, aber es gibt einen witzigen, alternativen Google Maps Ansatz für chinesische Städte. Statt auf hochauflösende Satellitenbilder zu setzen, malt man Städte über Pixel nach:) Nennt sich Edushi. Mehr dazu auf dem Feinheit-Blog. (via Google Watchblog)
Edushi
Schaut total süß aus, wobei ich null sagen kann, wie realistisch die Städte abgebildet wurden. Update: Laut Kommentaren soll das verdammt nah dran an den realen Gegebenheiten gehalten sein.

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

10 Kommentare

  • > Schaut total süß aus, wobei ich null sagen kann, wie realistisch die
    > Städte abgebildet wurden.

    Ich kenne mich ganz gut in Hong Kong aus und kann sagen, dass die HK-Karte extrem genau ist. Jedes Gebäude ist originalgetreu. Dafür umfasst die Karte nur einen extrem kleinen Teil des Stadtzentrums.

  • Relativ zur deutschen Bevölkerung wären dies über 11 Millionen Weihnachtstouristen! Was für eine Völkerwanderung! Wie sieht es im Vergleich dazu in den USA an den großen Feiertagen aus?

  • Bin gerade in China, aus Erfahrung kann ich die Zahlen bestätigen. Viel wichtiger ist aber noch, dass was in den Städten los ist.

    Man muss sich vorstellen, dass die meisten Chinesen nächste Woche frei haben und alle ihre Freizeit in irgendeiner Form verbringen möchten. D.h. man geht shoppen oder sonstigen Vergnügungen nach. Wer in Deutschland bei Vorweihnachtsstreß durch schon Schweißperlen auf der Stirn hat soll sich das ganze einmal multipliziert mit 10 vorstellen.

    Die Kaufhäuser und Restaurants brechen fast auseinander.

    Btw. dieses Wochende müssen so gut wie alle Menschen in China arbeiten, denn der Feiertag zum Neujahrsfest muss ja irgendwie aufgeholt werden. Ich kennen sogar eineige Menschen, die ebenso am Sonntag arbeiten. Man arbeitet also 7 Tage durch. Nicht wie in Deutschland, wo die Woche dann nur noch aus 3 – 4 Tagen besteht.

    Dies gilt übrigens auch für die Expats hier in Shanghai

  • jep kann die Realität bestätigen bzgl. Shanghai, da ist sogar das Bürogebäudein dem ich gearbeitet habe sehr gut drinnen zu erkennen.

    Bzgl. der Reisenden Chinesen; die haben meines Wissens nur sehr wenige Urlaubstage im Jahr (ich will mich nicht festlegen, aber ich glaube es war weit unter 10) und an Neujahr haben eben alle frei und traditionell verreisen alle nur zu diesem Zeitpunkt. Deswegen lassen die sich auch nicht vom Schneechaos abschrecken, würden wir wahrscheinlich auch nicht, wenn es die einzige Chance für Reisen und Urlaub ist…

  • komme gerade aus der Metro (Linie 8). Es schneit für Shanghaiverhältnisse sehr stark. Schnee bleibt jetzt auch liegen. Alle Dächer sind weiss.

    Die Treppen Auf- und Abgänge sind gesperrt wegen Rutschgefahr. Dafür hat man die Rolltreppen auch stillgelegt damit man nunmehr über diese die Metro verlassen kann. Jedoch teilen sich Auf- und Abgehende eine stehende Rolltreppe.

    Hoffentlich geht mein Flug am So, drückt mir die Daumen.

  • Nicht so kalt.

    physikalisch gesehen um die Null Grad, wenn`s schneit (den konnte ich mir nicht verkneifen :-)))

    Das Fiese ist, dass es so nass kalt ist. Das klettert durch die Kleidung in die Knochen. Eine schöne Erkältung hab ich schon.

    Werde nachher mal versuchen ein paar Fotos zu machen. Man merk aber die Chinesen, jedenfalls in Shanghai können einfach mit dem Wetter nicht so umgehen, verständlich.

    Weder Winterreifen noch Schneeschieber auf der Straße. Auch gibt es keine Regularien wie in Deutschland, dass man vor seinem haus Schnee wegfegen muss. Das macht sich natürlich bemerkbar, Alles ist nass, matchig, die Hosen sind bis zur Kniekehle durchnässt, überall riesige Pfützen, teilweise voll Schlamm, den gebaut wird ja immer noch an jeder Ecke.

    Jetzt muss ich aber schnell versuchen ein Taxi zu bekommen. Das wird schon sehr schwierig. Wenn ich Recht informiert sind, gibt es zwar davon rund 43.000 in Shnaghai, aber jetzt möchte ja auch jeder eins erwischen.

    habe auch schon, für uns Deutsche, unglaubliche Szenen an den Metrostationen gesehen. Am besten man nimmt Anlauf um sich noch in die Metro hineinzuquetchen. Vorhin passte eine Frau einfach nicht mehr hinein, ihr Arm hing in der Bahn, Tür war zu, der Rest draussen.

    Sie wurde dann herausgezerrt bevor die Siemens Adtranz abfuhr.

  • Hart eigentlich nicht. Eben anders.

    Das Wetter ist hier eigentlich auch nicht katastrophal. Für uns Mittel- bis Nordeuropäer eher normal. Es schneit eben.

    Nur für Südchinesen ist es eben etwas anderes. Man ist einfach von der Infrastruktur und mit den hiesigen Erfahrungen nicht auf das Wetter eingestellt. Es soll zum letzten Mal vor rund 24 Jahren eine vergleichbare Wetterlage gegeben haben. Insgesamt nimmt man es jedoch recht leicht bzw. passt sich an.

    Somit ist klar warum kein Fahrzeug Winterreifen aufweist. (In Deutschland ein vergleichbares Thema) Ein Freund konnte leider seit mehreren Tagen nicht zur Arbeit fahren da die Autobahn gesperrt ist. Dies trifft aber nur wenige, er arbeitet einfach recht weit außerhalb

    Das Problem ist vielmehr, das Shanghai südlich der Heizgrenze liegt. D.h. geheizt wird per Klimaanlage oder Elektroheizung, soviel zur Energieproblematik. Hinzu kommt, dass selbst die neuen Häuser hier sehr schlecht isoliert sind. Unser Fenster im Bad hat ein Spaltmass, da passt ein Briefumschlag durch. Unser Balkon ist verglast, zusätzlich die übliche Balkontüre dahinter. Jedoch wurde in die Verglasung ein Loch geschnitten um den Schlauch für die Klimaanlage durchzuführen. Leider füllt der Schlauch das Loch nicht aus. Und die Balkontüre weisst keine Thermoverglasung auf vielmehr bestehen die o.g. Spaltmaße. Somit ist die erste Heizstufe der AC schon notwendig um das Loch mit der einströmenden kalten Luft zu absorbieren.

    Ich surfe hier per Flatrate aus der Whg. WLan ist in den üblichen westlichen Läden wie Starbucks oder McDonalds möglich. Ansonsten kann man aber auch eines der vielen Internetcafe´s benutzen. Das ist kein Problem.

    In meinem Handy steckt eine chinesische Simkarte, im übrigen, man zahlt auch wenn man gerufen wird. 🙂