Sonstiges

put put put

sagt man üblicherweise, wenn man Hühner anlocken möchte, weils Futter gibt. Damals, als es noch wirklich glückliche, freilaufende Hühner gab, die frewillig zum Fressi Fressi kamen. Heute ist das alles etwas schwierig. Sie werden eingesperrt und gemästet. Zum Essen muss man auch nicht daherlaufen, wenn die liebe Oma ruft. Es wird einem gebracht. Sie müssen nur noch die Eier legen. Viele, wenn möglich, sonst ist der Bauer not amused. Und was hat das jetzt mit Social Networks zu tun? Schwierig, die Kurve zu kratzen, aber bisserl erinnern sie schon an die Legehennenbatterien (heißt doch so, oder?). Einsperren, mästen, Eier legen.

Nun öffnen sich die ersten deutschen Social Networks sehr zaghaft. StudiVZ hats angekündigt, Xing auch (Open Social), Lokalisten will auch demnächst. Was öffnen? Na ja, Entwicklerschnittstellen, um Drittapplikation wie beim Vorbild Facebook zu implementieren. Ach ja, MySpace, der King of SN, wird Anfang Februar mit dabei sein.

Auf der einen Seite ist das eine exzellente Chance, um mit seiner Nischenidee eine ungleich größere Menge von Nutzern zu erreichen (was nicht heißt, dass das automatisch klappt, auf Facebook konkurrieren 10.000+15.000 Applikationen um die Gunst der User). Die man so mit einer dedizierten Webseite womöglich nie erreichen würde. Es ist zur Mode geworden, dass die Großbauern die Kleinbauern die Hühner mit füttern lassen. Auf der anderen Seite ist es halt so, dass Hühner mit einem Futterüberangebot irgendwann auf das put put put nicht mehr reagieren. Aber, keine glücklichen Hühner, keine Eier.

So, muss los, leider keine Zeit, genauer auf Hühner und Social Networks hinzugehen. Irgendwie eine nette Parallele:) Werde nachher noch auf Facebook eingehen, die demnächst erlauben, dass man Facebook-Module auf seiner eigenen Homepage einbauen kann (nicht unbedingt von Facebook vorgegebene Widgets, sondern man kann sich das selbst mit JS zusammenbauen!). Womit Facebook der Konkurrenz wieder um eine Nasenlänge voraus ist. Update: Techcrunch hats beschrieben, sehe ich gerade. Ok, erledigt:) Wenns konkreter wird, dann mehr.

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

5 Kommentare

  • Den Vergleich mit dem Hühnerhof finde ich ganz anschaulich und lebensnah. Leider ist er aber unzutreffend was den Charakter der zugrundeliegenden Güter angeht. Ein Huhn oder Ei ist ein Gut, das knapp ist und das man nur einmal konsumieren bzw. eben aufessen kann. Social Networks sind hingegen Netzwerkgüter, d.h. Güter die je mehr sie konsumiert werden, an Nutzen und damit an Wert gewinnen. Um im Bild zu bleiben: Social Networks legen goldene Eier, v.a. dann wenn man diese Netzwerkeffekte durch eine Öffnung für Third Party Apps noch verstärkt. Heute heisst es eben nicht mehr MS-kompatibel, sondern F8-kompatibel. Dies zu erkennen, darin liegt die Genialität eines Mark Zuckerberg – der Einbau von Facebook-Modulen auf x weiteren Homepages wird ihn nur noch einflussreicher machen. Xing ist dagegen ganz am Anfang …

  • ich finde den vergleich mit den putt putt putt-hühnern in der legebatterie eigentlich schon passend und charakteristisch treffend. ich bin gespannt, wie sich facebook mit welchen mitteln auch immer auf dem deutschen markt etablieren wird und, wie ich vermute, die deutschen community-mitbewerber schnell hinter sich lassen wird…

  • Sorry, ich konnte es mir nicht verkneifen: „put, put, put“ sagt man, wenn die Börsen abstürzen bzw. wenn man auf fallende Kurse (z.B. überteuerter Internet-Firmen 😉 ) setzen will …

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