Sonstiges

Wochenende

wie immer Vermischtes zum Wochenende:

– „wenn ich Loyalität brauche, kaufe ich mir einen Hund“ sagte einst ein Manager der Deutschen Bank und danach wars das dann mit den treuen Mitarbeitern. Das war just zu dem Zeitpunkt, als ich dort meinen Job begann. Just zu einem Zeitpunkt, als der Umbau begann (ab 1995), der seitdem nicht mehr aufgehört hat. Mir wars ja egal, da ich eh neu war, Neulinge entlässt man nicht so schnell. Aber die Alteingesessenen traf es bis ins Mark. Und was ist die Deutsche Bank heute? Eine beliebige Universalbank wie jede andere auch, die nur durch ihre schiere Größe glänzt, aber nicht mehr durch Spitzenleistungen auf allen Ebenen. Vom einem der einst beliebtesten Arbeitgeber zu einem 08/15 Arbeitgeber bei den Jobneulingen verkommen. Das passiert, wenn man den Mitarbeitern das Herz rausreißt:) Aber das, was in einem Großunternehmen passiert, kann genauso bei einer kleineren Firma passieren. So auch bei der Netzeitung, die im Moment irgendeinem Investor in London gehört und dessen für die Netzeitung installierter Geschäftsführer Robert Graubner (zugleich Chefredakteur) laut FAZ kolportiert haben soll, dass für ihn Online-Journalisten nicht mehr und nicht weniger seien als „Content-Manager“, „News-Aggregatoren“, „Google-Optimiser“ und „Channel-Manager“. Die Konsequenz: Die 30 Festangestellten bangen um ihre Zukunft. Weiteres zur zweifelhaften Zukunft der Netzeitung gibts neben der FAZ auch bei der TAZ. (via F!xmbr)

– Auf der einen Seite empfinde ich Mitleid für die Mitarbeiter der Presseverlage, auf der anderen Seite schusseln sie durch einen Mangel an vernünftiger Link-Setzung online: Links für Journalisten (via Upload-Magazin)

– und ein letzter Link zur Zukunft der Presse im Netzzeitalter: Ein generelles Gespräch mit Robin Meyer-Lucht über die Veränderung der Marktgegebenheiten, Renditen und Umlernprozessen in Online-Journalismus noch nicht reif für Rendite

– Twitter bekommt einen halben Open Source Klon zur Seite gestellt (ist noch etwas unfertig): Identi.ca. Laut Thomas Frütel basiert die Software auf dem Gedanken eines verteilten Systems: Das eigentliche Killerfeature könnte jedoch sein, dass Laconica, die Basis von Identi.ca, als Open Source Software zur Verfügung steht. Damit kann jeder hingehen, und einen Identi.ca Clone auf seinem eigenen Server betreiben. Da Laconica das OpenMicroBlogging Protokoll unterstützt, können solche Ableger von Identi.ca untereinander kommunizieren: Da ist es also, ein dezentralisiertes Twitter.

– Google Watchblog interviewt den bekanntesten, deutschen Blogger: Philipp Lenssen. Wen? tstststs… Schon mal von Google Blogoscoped gehört?

– Im Netz tauchen immer mehr Musikdienste auf, ein neuer heißt Jogli (man müsste fast meinen, es sei ein Jogi Löw-Fan am Werk:):
Jogli
Die Bedienung ist gegenüber AdTunes (Test) schon einmal wesentlich besser gelungen. Jogli nutzt YouTubes API, das deren Service überhaupt erst ermöglicht. Insofern, ja. Jogli ist nicht wirklich eigenständig, sondern lediglich eine Art von „Mixer“. Was iwS Google letztlich auch ist (via Blickblog)

– wie familienfreundlich ist Dein Startup? Das kannst Du über einen kleinen Test auf BerufUndFamilie herausfinden. Bei wem? Laut Familiengruender.de-Blog eine „Initiative der Hertie-Stiftung unter der Schirmherrschaft der Bundesfamilienministerin und des Bundeswirtschaftsministers

Interview mit Lars Hinrichs in der Netzeitung

– FTD über organisiertes Verbrechen im Netz
Fasziniert bin von der Dienstleistungsorientierung der Technikanbieter: Entsprechend lesen sich die auf solchen Servern gehosteten Websites wie Verkaufskataloge von Waffenhändlern, die Munition für digitale Kriegsführung feilbieten. Die Palette reicht vom einfachen Spionagetool über das Abschalten ganzer Websites bis hin zu Trojanern, denen die IP-Adresse ihrer Opfer verrät, in welcher Sprache sie die Spam- und Phishing-Mails verschicken müssen. Zahlung und Lieferung regeln Allgemeine Geschäftsbedingungen, Grenzen setzt nur das Budget der Käufer.

– Auf Blogopole.fr kann man sich anschauen, welche französischen Blogs sich mit Politik beschäftigen und auch welchem Lager sie geneigt sind
Blogopole (via Heiner Wittmann)

– die 100 größten Unternehmen Deutschland laut FAZ-Ranking:
FAZ Rank

– ein ziemlich geiler Twitter-Client namens Tweetdeck:
Tweetdeck
Infos werden in Spalten angezeigt, links die Follower (denen ich folge), mittig die Replies, rechts kann man zB über Summize nach einem Hashtag suchen und sich die passenden Tweets anzeigen lassen. Alles Weitere dazu auf Read Write Web. Installation erfolgt über Adobes AIR

– ein lesenswerter Artikel von Peter Hossli über Gates und Jobs, der eine ist gegangen, der andere muss wohl ziemlich bald abtreten: Rolling Stones der Computerindustrie

– Smashing Magazine hat sich Sign Up Forms angeschaut: Web Form Design Patterns: Sign-Up Forms

– der Kampf zwischen Löwen, Krokodilen und Büffeln in Battle at Kruger / National Geographic, ein Kampf voller Wendungen (kein Bange, nix Blutiges zu sehen):
National Geographics

– Parfümierte Werbung in Zeitschriften ist ja nicht wirklich neu, aber dass nun auch Gameanbieter sowas machen, ist neu. „Xplosion, der neue Duft der Zerstörung“ heißt es (Bild 1). Klappt man den rechten Teil um (Falz auf Höhe des „N“), so kommt einem eine kleine, zarte Dufwolke mit Bildchen untermalt entgegen (Bild 2)
Werbung mit Duft

– wo Krieg ist, ist der Frieden nicht weit weg (hach, was ne Überleitung): In Japan werden 2 Greenpeace-Mitarbeiter festgehalten, die eine Kiste Walfleisch den Behörden übergeben haben, dafür nun selbst wegen Diebstahl verhaftet wurden. Siehe Greenpeace-Bericht (am Artikelende PDF-Datei öffnen, dort wird der gesamt Vorfall beschrieben) oder das Video. Greenpeace bietet einen Mitmachaktion an, um die Mitarbeiter wieder freizubekommen

– heute startet die Tour de France, über ein Widget von Bikemap kann man sich die Routen anzeigen lassen (und was ist mit den Fahrten der Drogenkuriere? hahahaaa…)

– A Better Tomorrow dreht das T-Shirt Konzept um: Statt Designer direkt Motive entwerfen zu lassen, können Unbegabte Vorschläge machen und ein Designer kann das dann bei Interesse umsetzen. Sprich: Die Community gibt die Ideen rein, andere setzen es um

Popego ist ein weiterer NetActivity-Aggregator á la Friendfeed und Konsorten, nur etwas hübscher. Der Trailer zeigt, wie es aussieht und was es kann. Ist noch closed Beta. Keine Anmeldung möglich
Popego
via Christian Rieger
Schaut man sich all die Services wie Popego, Friendfeed, Noserub, aber auch Jimdo, iGoogle, Netvibes und JoinR an (die umgekehrt eine eigene Anlaufstelle darstellen, aber auch aggregieren können), so verdichtet sich das Bild immer stärker, wie man sich eigene Anlaufstellen im Netz recht zügig zusammenbauen kann. Und zwar so variabel und simpel, dass für jedermann was dabei sein wird in Zukunft. Die alte Homepage wird damit mehr und mehr zu einer neuen Homepage, zusammengesetzt aus verschiedensten Services. Noch fehlt ein Dienst, der zum Quasi-Standard wird, so wie Blogs über eine standardisierte GUI zu einer eigenen Anwendungsklasse für Netzaktive geworden sind, obwohl es zuvor massiv viele CMS-Tools gab, doch erst „das Blog“ hatte die Form für ein schnelles und einfaches Publizieren etabliert (vertikale Anordnung, chronologisch sortiert, Permalinks, Comments und Feeds)

– dass man Atomwaffen taktisch auf dem Schlachtfeld einsetzen kann, ist angesichts der fortschreitenden Entwicklung taktischer Atomsprengköpfe mit „geringer“ Sprengkraft nicht so brandneu. BBC berichtet von einer Liste des Pentagons mit möglichen Feinden, gegen die man bereit wäre, Atomwaffen auch proaktiv einzusetzen, statt bisher den Einsatz als letzten Ausweg zu sehen und damit auch abseits der Abschreckungswirkung von A-Waffen als dominierende Doktrin von Atomwaffenmächten: US ‚has nuclear hit list‘. Sprich: Bisher verstand man den Einsatz von Atombomben als defensive Maßnahme, BBC vermutet ein Abkehr davon hin zum offensiven Einsatz. Aber auch das ist nicht wirklich neu, denn die ehemalige Nato-Doktrin lautete „Flexible Response“ und sah u.a. den Einsatz von Atomwaffen als taktisches Einsatzmittel explizit vor. Damalige Manöver zeigten immer wieder auf, dass die Amis ziemlich schnell diese Karten gezogen hatten. So ist es auch nur folgerichtig, dass man Taktiken auf „hardened targets“ mittels taktischen Sprengköpfen ausgedehnt hat und auch sonst sehr freizügig den spinnerten Militärs ihre Waffenarsenale gedanklich für alle möglichen Eventualitäten zum Einsatz kommen lässt, ohne Limits. Sollte der Gegner über adäquate Antwortmögllichkeiten besitzen, sehe ich keinen großen Unterschied mehr zwischen bisserl a-plätten und alles-plätten

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

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