Sonstiges

Googles Definiton von Privatsphäre

zugegeben, nachvollziehbar:

Der technische Fortschritt, vor allem bei Satellitenaufnahmen, habe es mit sich gebracht, dass nicht einmal mehr in der Wüste die Privatsphäre vollständig geschützt sei, so die Google-Anwälte

Es geht um ein Gerichtsverfahren, bei dem ein Ehepaar gegen das Abfotografieren ihres Hauses klagt. Im Rahmen des Google Projekts „street view„.

Weiter dazu auf Golem: Google: Vollständigen Schutz der Privatsphäre gibt es nicht

Und siehe auch Read Write Web wegen Erkennbarkeit von Gesichtern: UK Privacy Watchdog: Google Streetview Can Go Ahead

Wir werden in Zukunft noch weitaus mehr Diskussionen im Zuge der Digitalisierung des Lebens sehen. Nicht nur wegen der Digitialisierung selbst, sonder auch Haltungen wie „Open“, „Transparency“, „Networking“. Niemand weiß heute, ob diese Grundhaltungen eines Tages allgemein willkommene Eigenschaften im Privat- und Wirtschaftsumfeld sein werden.

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

7 Kommentare

  • So sehe ich das auch. Das Fotografieren des Hauses ist ja noch harmlos. Schwieriger ist da schon eher, dass das Internet immer „öffentlicher“ und transparenter wird und immer mehr Lebensbereiche einbezieht.

  • Die wirklich interessante Frage ist:

    Wie weit sollten Sie gehen dürfen?

    Die Gratwanderung zwischen Fortschrittsfaszination und Zerstörung der Prvatsphäre ist hoffentlich um einiges dicker als die Befürchtungen Vieler. In einem Land in dem wir Phänomene wie die „Vorratsdatenspeicherung“ durchlassen muss man wohl einsehen, dass Privatsphäre überschätzt ist und nicht mehr in unsere Zeit passt. Ob das gut oder schlecht ist, wird sich erst in Zukunft zeigen – Oder besser lieber nicht 😉

    Auf jeden Fall ist mir Goolge als Identifakationsserver irgendwie trotzdem lieber als der Server von Frau Merkel. Obwohl man sich an der Stelle auch Gedanken über einen Wortfetzen wie z.B. „Patriots Act“ machen müßte.

    Mir mag egal sein ob google alles weiß – Aber ob Georg alles wissen sollte…?

  • Nur ist die Frage was Privatsphaere ueberhaupt ist.

    Ich kann bei Google Streetview beim besten Willen kein Eindringen in eine Privatsphaere entdecken. Die fahren auf oeffentlich zugaenglichen Strassen, zeigen also nur etwas was jeder der zufaellig zu der Zeit auch dort ist ebenfalls sehen kann. Zugestanden, sie machen es einem weiterem Personenkreis (eben jedem der Internetzugang hat) zugaenglich, aber das aendert nichts an der Tatsache dass es zumindest theoretisch jeder andere Mensch haette sehen koennen. Wenn ich mich nackt auf meinen Balkon an einer oeffentlichen Strasse stelle muss ich davon ausgehen dass andere das sehen koennen.

    Das mag bei Google Earth/Maps vielleicht schon anders sein. Wenn ich mein Grundstueck mit hohen dichten Hecken oder einer Mauer umgebe um mich ungestoert nackt sonnen zu koennen, dann kann ich die Satellitenaufnahmen davon durchaus als eindringen in meine Privatsphaere verstehen. Das ist eben etwas wo ich berechtigt davon ausgehen kann dass ich dabei eben nicht beobachtet werde.

  • Erinnert Ihr Euch noch an die Proteststürme wegen der Volkszählung mitte der 80er Jahre? Das war doch nichts gegen die Transparenz heute. Solange kein Missbrauch betrieben wird, wäre das alles o.k.

    Leider lehrt die Geschichte, dass solcherlei Missbrauch immer wieder betrieben wird. Das scheint sicher

  • OT:
    Apropos „Google Street view“
    Der Wagen ist vor 3 Tagen bei mir am Büro(sitze Parterre) vorbeigefahren. Weißer Transporter mit schwarzem Schriftzug. Der fährt abe so schnell, dass ich nichtmal ein Foto mit dem Handy machen konnte. Für Berlin dürfte es auch bald aktuelle Bilder geben.

  • Tatsächlich gibt es ja einen interessanten Zusammenhang zwischen Unternehmen wie Google, dem Staat (Innenminiesterwahn, neue Steuernummern=Volkszählung), der Privatssphäre und dem Internet selber:

    (Achtung: Total unsausgegorene und zugespitzte These) Umso mehr das heutige Internet zum Instrument der „Überwachungsmöglichkeiten“ durch Staaten und Unternehmen wird und umso mehr es den weniger armen „Nutzern“ klar und somit unangenehm wird, umso größer wird der Markt für ein „zu bezahlendes Netz“, wo nicht nur der Zugang (Telefon, ISDN, DSL, Kabel, usw.), sondern ggf. auch die Contentauslieferung und die Schutzmechanismen (Verschlüsselungen) nur exklusiv zu haben sind.

    Sprich – geschlossene Netze von Unternehmen/Institutionen für bestimmte Zielgruppen…als Addon ggf. noch „umso sicherer und geschlossener, umso teurer“…je günstiger, je mehr Daten sind Preis zu geben…