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Theo 20er und die Blogs

ich klappere gerade Rivva ab und entdecke eine witzige Story, die sich um den DFB-Präsidenten und einen bloggenden Journalisten -Jens Weinreich- dreht, der den DFB-Boss in einem Blogkommentar (No. 4) als Demagogen bezeichnet hat. Das Wort Demagoge hat ihm nicht gepasst, also gabs eine „Verpflichtungserklärung zur Unterlassung dieser Äußerung“ (siehe Spon, da könnt Ihr die ganze Story nachlesen). Die Geschichte ging 2 Monate (!) bisserl hin und her, bis zum Schluss der DFB seine Gegenattacken abgeblasen hat.

Spon schreibt ganz im Geiste des hechelnden Sensationsjournalismus: „Die Eskalationskurve in diesem Fall – erst die Blogs, dann die Presse, dann die Verbände – ist ein Beispiel für die Chancen von Bloggern, Öffentlichkeit zu schaffen.“ Komisch, dass Blogs lt. Presse immer dann glänzen sollen, wenn sie -wie in den USA gerne als Beweis der großen, mächtigen Blogosphäre hochgejubelt- irgendwas „Böses“ entdecken. Immer werden die Blog-Skandale herangezogen, um über Relevanz zu labern. Wie wärs zur Abwechslung mal was mit positiver Wirkungseffizienz? Zum Thema bloggende Journalisten habe ich mich schon oft genug geäußert, dass die gerne den Stil, den sie in ihrem eigentlichen Job pflegen (den ich weitestgehend in D für destruktiv halte), auch im Blog weiterführen (nicht immer, aber immer öfter), was aber ein separates Thema ist, das ich am Donnerstag auch ansprechen kann, wenn ich mit den angehenden Journalisten der Axel-Springer-Akademie allg. über Blogger und Journalisten diskutieren werde:))

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

10 Kommentare

  • @ Nikolai: begriffe verändern sich im laufe der zeit, was früher mal was posivitves bedeutet hat, steht was für negatives. gibt aber auch begriffe wo es andersrum der fall ist.

  • Es ist lustig, dass du schreibst, es gibt die ganze Geschichte bei „Spon“. Das stimmt zwar, doch streng genommen gibt es die ganz Geschichte schon seit einer Woche überall, außer beim selbst ernannten Leitmedium „Spon“ – wie der Webweiser von Jens Weinreich wunderbar belegt. Und dass der „Spon“-Autor ursprünglich vergessen hat, auf Weinreichs Blog zu verlinken – natürlich auch geschenkt.

  • Natürlich ist „Demagoge“ negativ behaftet, alles andere würde ja wohl kaum in eine kritische Beurteilung passen. Allerdings ist „negativ behaftet“ meilenweit entfernt von „verboten“, was uns der DFB aber glauben lassen will. Das haben zwei Gerichte bestätigt.
    Bei der o.a. „witzigen Geschichte“ geht es doch vielmehr darum, dass der DFB in verleumderischer Weise versucht mit“Kommunikationsherrschaft“ (Zitat T.Zwanziger) die Meinungsfreiheit und die unabhängige Berichterstattung zu erschlagen.
    Mehr darüber unter weinreich.de

  • Hallo lieber Robert Basic,

    dann bin ich ja mal gespannt, was Ihnen die Jungs und Mädels von der AS-Akademie am Donnerstag vom Vortag berichten – da dürfen wir nämlich ran und mit ihnen über das Thema aus Sicht der Agenturen und der Unternehmenskommunikation diskutieren. Schade, dass wir das nicht am gleichen Tag machen, ich hätte Sie gerne wiedergesehen und gesprochen.

  • frag die einfach mal, warum deutsche Presse so besch… negativ über Unternehmen herzieht, was im Ausland extrem auffällt:) Und wegen Sehen: Komm doch einfach zu den vielen Webcamps, wird Dir keiner den Kopf abreißen;)

  • Zum Thema der Wirkmächtigkeit von Blogs in der öffentlichen Meinungsbildung lässt sich zu diesem Thema feststellen, dass Bloggen nicht der entscheidende Faktor für die Wendung des Falls ist. Vielmehr profitiert Weinreich von seinem Netzwerk als Journalist und das Bloggen verstärkt die Wirkung dieses Netzwerks. Eine ausführliche Begründung für diese These findet sich übrigens hier.