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die Welle 2.0

Bodenseepeter hatte anlässlich seines anstehenden Tourismus-2.0-Vortrags dazu aufgerufen, sein Posting -Aufhänger u.a.: Ein bestimmtes Hotel mit einem ziemlich teuren WLAN-Zugang- zu verlinken und seinen Senf dazuzuschreiben. Um aufzuzeigen, wie das Web funktioniert.

Das ist dann auch erfolgt, wenn man sich die Trackbacks anschaut. Allerdings war und ist das ein Spiel mit dem Feuer, siehe zB „Hotel Viva Creativo und Peter’s Web2.0 Kampagne – die beste Lösung gegen den Imageschaden gewinnt einen Kasten Bier.„. Letztlich ist die Story zunächst einmal gut ausgegangen (Reaktion des Hoteliers steht noch aus), denn das Hotel hatte sowieso im Plan, das WLAN ab 2009 kostenlos anzubieten. Tja, die Welle hätte ebenso nach hinten losgehen können. Wie heißt das Hotel, das man lobend erwähnen kann? Hotel Viva Creativo in Hannover. Sollte ich mal in HAN sein, statte ich Euch gerne einen Besuch ab, so ein Angebot ist nachahmenswert und buchwert:))

Btw, ich sitze just in einem Hotel in Berlin, das 17 Euro für 24 Surf-Stunden verlangt. Wahlweise kann man sich für einen kostenlosen Zugang entscheiden, der mit doppelter ISDN-Geschwindigkeit ausgestattet ist. Auch eine Lösung, wenn auch nicht die beste imho.

Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

12 Kommentare

  • Absolut interessante PR-Story. Das sollte eigentlich jedem zu denken geben, insbesondere auch Bloggern. Wie oft basht man einfach drauflos und schämt sich nachher vielleicht ein bisschen, dass man auf engagierte Leute eingedroschen hat, die durchaus willig, aber manchmal nicht fähig sind, Dinge zu ändern. Und sei es nur wegen eines längerfristigen Vertragsverhältnisses mit einem Serviceprovider wie in diesem Fall. Ende gut, alles gut, wie Peter schreibt? Na ja, ich weiß nicht – das Netz vergisst nicht und wenn jemand in Zukunft nach dem Hotel googelt, wird er zunächst einen haufen Aufreger über die hohen WLAN-Kosten finden – und das auch noch nächstes Jahr, wenn es längst kostenfrei ist. Die schriftliche Fixierung des Marktgesprächs hat eben zur Folge, dass der Schnee von gestern nur sehr langsam schmilzt.

  • 17 Euro für 24 Stunden? Robert, soll ich darüber bloggen?

    Im Ernst: ich bin froh über den Ausgang und hatte große Augen gemacht, als die Hotelleiterin 10 min vor meinem Vortrag ihr Haus und die 99%ige all-inklusive-Strategie vorstellte, der nur noch das WLAN fehlte – und das ohne von meiner Aktion gewusst zu haben.

    Das Haus hing und hängt in einem alten Vertrag fest, der erst zum Jahresende ausläuft. „Wir bauen Ihnen WLAN in Ihr Haus, wir bekommen x Jahre das Geld, Sie haben den Service und keine Kosten“ war das Lockangebot, auf das (nicht nur dieses!) Hotel hereingefallen war.

    DAS sind die Bösen in diesem Spiel.

  • Ich befürchte, dass es nicht nur ein probiertes Exempel von „so funktioniert Bloggersdorf“ war. Interessant finde ich schon die Mentalität, wie auf diese Art und Weise Internet für alle und natürlich umsonst eingefordert/gar angeprangert wird.

    „Böse, Lockangebot und hereingefallen“ ist etwas anderes für mich. Das ist schon ein wenig gewagt formuliert. Es war bis dato eine eigentlich immer ganz faire/beiderseits nette Sache, wenn ein IT-Betreiber mit einem Hotel auf diese Weise eine Kooperation gemacht haben und das wirtschaftliche Risko der Investition, des Betriebes und der rechtlichen Verantwortung mit deren Ertrag auf Schultern verteilt und sich geteilt haben. Ob 5 Eur/h noch zeitgemäß sind, regelt ja auch immer ein wenig der Markt selbst. Im Grunde genommen wäre ich es jedoch sehr wohl ok, wenn die Kalkulation von WLAN (bei manchen Hotels ist eben schon ein wenig mehr an Ausleuchtungs-Aufwand) nicht auf alle Gäste mit dem Zimmerpreis umgelegt werden.

    Sind wir doch mal froh, dass gute Referenten auf jeden Fall selbstverständlich nicht gratis und ihr Honorar wert sind und weiterhin die Einheiten des Telefon auf dem Zimmer was kosten. Aber da nutzt man ja wie selbstverständlich ohne Murren sein Mobiltelefon.

    Nichts für ungut.

  • Also ich bitte schon ein bisserl, die Kirche im Dorf zu lassen. Peter ist ja kein undifferenzierter Hetzer, der da einen anonymen Mob aufhetzen wollte, um im großen Stil ein kleines Hotel fertigzumachen.

    Ich hatte seinen Aufruf so verstanden, dass er sich mit seinem Anliegen ganz offen der Hotelleitung stellen wollte, nachdem er an der Rezeption nicht groß weitergekommen war und er dafür vorher noch um etwas Unterfutter seiner Leser bat, um aufzuzeigen, dass er mit seiner Kritik nicht alleine steht.

    Daran hab ich mich, mit einem Augenzwinkern, gerne beteiligt und in der ganzen Sache von Anfang an eigentlich mehr Potenzial für einen gewissen Werbeeffekt als für Schaden gesehen (zumindest ich kannte vorher kein gutes Hotel in Hannover mit Namen).

    Aber gut, damit könnte man letzten Endes alles rechtfertigen und natürlich gibt mir die Kritik schon zu denken. Ich mein, wer ist schon gern Teil eines „Mobs“ oder lässt sich mit Freuden in die Nähe einer faschistischen Bewegung wie „Die Welle“ rücken? Vielleicht war die Aktion wirklich etwas überzogen, aber ob ich mir deshalb gleich diesen Stiefel anziehen soll? Darüber muss ich erst noch ein bisserl nachdenken…

    hans

  • Jetzt verstehe ich wenigstens, wo die die vielen Web 0.5-Surfer noch herkommen. Sind möglicherweise alles geizige Hotelbesitzer und -besucher! Zumindest vielleicht ein ordentlicher Teil der ca. 20% Kupfer-Drosselleitungsreceycler? 😉

  • Na ja, ich finde den Preis trotzdem nicht gerechtfertigt. Fahr zum Potsdamer Platz da gibt es WLAN umsonst und verdammt schnell. Jedenfalls war das vor einigen Monaten so 😉

  • Also ich denke auch das die Hotels mit die wenigste schuld an diesen hohen Internet Kosten hat. Die meisten hängen in einem Vertrag der ohne dem Geld der Hotel Kunden nicht tragbar wär. Es ist zwar nicht schön soviel Geld fürs Web auszugeben wenn man selber weiß das es um einiges billiger geht aber man kennt ja nicht immer diese Verträge. Denke das wird sich aber in dem kommenden Jahr ändern da dann dort die meisten Verträge auslaufen werden.

  • Ich kann mir nicht helfen, aber ich habe den Eindruck, dass hier sich jemand moralisch maßlos überschätzt und ein Selbstbewußtseinsdefizit hat. Diese Hurrageschrei, ich hatte zwar keine Ahnung, machte trotzdem eine Welle und erreichte de facto nichts, ist bemerkenswert.
    Vielleicht macht die Hotelleitung gute Miene zum bösen Spiel, bei dem ich an Rufmord denke.

  • @Stephan
    Das hat Bodenseepeterle nicht ganz verstanden, was Du ihm damit sagen wolltest. Aber man weiß ja: Was Peterle nicht lernt….. Jugend forscht im Web 2.0, wen man sich seine Bio ansieht!