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Body Count: Spiel mir das Lied vom Tod

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Der übermäßige Konsum von Zigaretten, Drogen und Alkohol kann tödlich enden. Das sagt jedenfalls unsere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Die britische Regierung geht jetzt sogar noch einen Schritt weiter. Sie warnt in einer aktuellen Aufklärungskampagne vor übermäßigem Konsum von Videospielen. Denn auch sie können ein tödliches Ende haben.

Dass der Gaming-Szene diese Aussage überhaupt nicht gefällt, dürfte nicht verwunderlich sein. Hinzu kommt, dass auch das Kampagnenmotiv auf der Insel für Entrüstung sorgt. Ein kleiner Junge im Alter von fünf oder sechs Jahren sitzt mit einem Game-Controller gelangweilt auf der weißen Wohnzimmer-Coach. Daneben der Slogan „Risk an early death, just do nothing“. Er wird also bald sterben, wenn er den Controller nicht zur Seite legt und mit dem Zocken aufhört. Könnte man jedenfalls so verstehen.

Auch ich habe es schon immer vermutet, wollte es aber bis heute nicht wahrhaben. Nun habe ich die traurige Gewissheit, ganz offiziell, schonungslos und nicht durch die rosarote Brille. Ich werde sterben. Hoffentlich nicht heute, aber vielleicht schon bald. Kann ich meinen Tod verhindern, wenn ich meiner geliebten Wii-Konsole mit all den Spielen den Rücken zukehre und sie einem Freund Feind schenke? Und soll ich stattdessen lieber zum x-ten Mal die Wiederholung der kompletten Dr. House-Staffel anschauen? Ich bin gespannt auf die nächste Hiobsbotschaft, die besagt, dass auch übermäßiger TV-Konsum tödlich enden kann.

Mittlerweile haben sich auch die Macher der Aufklärungskampagne zu Wort gemeldet. Das Ziel der Aktion sei es, die Bevölkerung über die Entstehung von Krankheiten aufzuklären und vor Risiken zu warnen. Und Bewegungsmangel sei eben ein Risiko mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit.

Via: Gamesdienst

(Michael Friedrichs)

Über den Autor

Michael Friedrichs

Michael Friedrichs hat als Redakteur für BASIC thinking im Jahr 2009 fast 400 Artikel veröffentlicht.

12 Kommentare

  • Naja, wenn man einen derart jungen Menschen jeden Tag stundenlang daddeln läßt kann da schon mal ein Amokläufer draus werden 😉 Da sind die Eltern gefragt – aber als „Wachrüttler“ für manche sog. „Erziehungsberechtigte“ finde ich die Aktion gar nicht schlecht. Mit einem Slogan a la „zu viel Videospiele können schaden“ würde man schließlich gar nichts erreichen. Paßt also.
    Mir würde auch eine Aktion gefallen die da lautet: „Zu viel Twittern verursacht Pickel!“ 😉

  • Eltern sowie kinder oder jugendliche sollten damit ordentlich umgehen. Nicht nur alc oder drogen sind suchtmittel, jetzt sind es auch schon videospiele und internet. Also jetzt nur noch 2 stunden und nicht 5 stunden daddeln 🙂

  • @Chris: Kommt auch darauf an was man daddelt!! Bei Kindern sollten das stets die Eltern bestimmen – gerade auch was die Dauer betrifft. Leider gibt es aber viel zu viele „Möchtegern-Eltern“ die Ihre Kinder vor die Daddel-Kiste schieben um ihre Ruhe zu haben. Genau um das geht´s !

  • Ich bin mir ja fast sicher, dass man auch an Einsamkeit und Langeweile sterben kann. Wenn man also so asketisch lebt, wie sich das manche Politiker für uns vorstellen (bei sich selbst werden die wohl kaum anfangen), dann endet das Leben auch früher. Dann doch lieber hin und wieder Alkohohl, Zocken, Fernsehen, Wakeboarden, Basejumpen, und und und…

    Wie man’s macht, macht man’s verkehrt ^^

    René / http://twitter.com/rrrene

  • Studien besagen, dass 97% der bisher verstorbenen Menschen Wasser getrunken haben.
    Der Prozentsatz der Verstorbenen die am Computer/an der Konsole gezockt haben dürfte dem gegenüber verschwindend gering sein. Vielleicht sollte man dahingehend einmal aufklären?!?

    Vermutlich ist sogar die Anzahl der von besoffenen Fahrern über den Haufen gefahrenen Leute höher. Die Anzahl der Leute die aber ernsthaft glauben „nach 2 Maß Bier“ noch Autofahren zu können steigt aber weiterhin – wo bleiben hier die wirksam schockierenden Aufklärungskampanien? Immerhin überlebt bei Alkohol induzierten Unfällen nicht selten als einziger die Alkoholleiche, beim Zocken sterben wenigstens außer mir vielleicht nur meine pixeligen Feinde…

    In Anbetracht des am 22. März stattfinden Welt Tag des Wassers ist dazu nur noch zu sagen: „Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich.“
    Mark Twain ~ Amerikanischer Schriftsteller (1835 bis 1910)

  • @Michael: Benutzt du einen amerikanischen Proxy oder wie kommst du dazu House-Episoden auf fox.com zu schauen?

  • @Jan: Habe ich früher schon mal öfters verwendet, aber so toll ist die Performance da auch nicht. Du fragst sicherlich wegen des Links, oder? Das ist meine Dr. House-Seite im Netz mit einem Haufen Infos zur Serie.

  • hey habt ihr euch die kampagne eigentlich mal wirklich angesehen? es geht garnicht um videogames sondern um bewegungsmangel und schlechte ernährungsgewohnheiten… tolles niveau hier…

  • Ist ja typtisch das es wieder auf die Games abzieht. Man bewegt sich beim TV und Buchkonsum sicherlich sehr viel mehr. Ich sehe schon die Mutter die ihren Jungen rausjagt, weil er sonst an Videospielen stirbt um sich dann un ruhe irgend einen Kitschroman hingibt. Ansonsten ist es ja keine neue Erkenntniss das Bewegungsmangel nicht besonders gut ist. Gestern hab ich mir auf BET mal das Publikum genauer angeschaut was da im Stuido rumsaß und es sah irgendwie eher nach einem Treff für übergewichtige aus. Wenn die Normalgewechitgen kaum zu sehen sind, ist schon irgendwas falsch. Zum Glück ist es in Deutschland noch nicht so schlimm wie in den Staaten.

  • da sieht man doch direkt welchen hohen stellenwert Spiele im Moment haben.Wie sonst erklärt sich das man hier Videospiele hernimt….