Sonstiges

Ballot Screen: Opera verzeichnet Download-Boom

Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. In meinem Artikel zu Microsofts sogenanntem Ballot Screen habe ich die Sinnhaftigkeit dieser zufällig erstellten Auswahl an Internetbrowsern infrage gestellt, bei der sich der User aktiv für einen Anbieter entscheiden muss. Seinerzeit hatte ich geschrieben: „Ist es nicht so, dass diejenigen, die den IE nicht mögen, ihn vermutlich schon längst gekickt haben. Und jene, die nicht wissen wie das geht, werden vermutlich auch nicht wissen, wie sie sich das Update runterladen sollen. Ein Abnehmen der IE-Nutzer wird daher höchstens mit einer Zunahme der Win 7-Nutzer einhergehen.“ Dies war ganz offensichtlich eine Fehleinschätzung.

Wie der Nachrichtendienst Reuters nämlich berichtet, ist die Nachfrage nach dem Browser des norwegischen Unternehmens Opera Software ASA rasant nach oben geschnellt: „Seit dem Rollout des Browser-Auswahl-Screens, haben sich die Opera-Downloads in den größeren europäischen Ländern wie Belgien, Frankreich, Spanien, Polen und Großbritannien mehr als verdreifacht“, so Rolf Assev, Operas Chef-Stratege. Die Zahlen variierten natürlich von Land zu Land, würden aber insgesamt den angegebenen Anstieg ergeben, so Assev. Ein Grund für den Aufwärtstrend dürfte dabei sicherlich auch die neue Version des Browsers (10.50) sein, der erst vor zwei Tagen veröffentlicht wurde.

Natürlich darf man die Zahlen nicht isoliert betrachten, sondern muss sie mit jenen vergleichen, die auf die anderen Browser entfallen. Dieses Ergebnis dürfte dafür aber trotzdem dafür sorgen, dass die Konkurrenten von Microsofts Internet Explorer nun noch vehementer eine weltweite Einführung des Ballot Screen fordern werden. Das European Committee for Interoperable Systems (ECIS) hatte bereits vor einigen Tagen einen Aufruf an Regulierungsbehörden außerhalb Europas gestellt, dem Vorbild der Europäischen Union zu folgen. Diese hatte das Unternehmen aus Redmond aus Angst vor dem Mißbrauch seiner marktbeherrschende Stellung in einem Jahre währenden Rechtstreit dazu verdonnert, den Ballot Screen zu installieren. Damit wurde verhindert, dass der Internet Explorer 8 auf den neuen Windows 7-Systemen vorinstalliert wurde. Nur auf diesem Wege sei es möglich, einen vollständig wettbewerbsfähigen Browsermarkt zu gewährleisten, so die Lobbyisten-Vereinigung.

Zu den Mitgliedern der internationalen Organisation für Interoperabilität im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie gehören viele Microsoft-Konkurrenten, unter anderem Unternehmen wie Adobe Systems, IBM, Nokia, Opera oder Sun Microsystems.

(Marek Hoffmann)

facebook-fan

Über den Autor

Marek Hoffmann

Marek Hoffmann hat von 2009 bis 2010 über 750 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

28 Kommentare

  • Das wurde auch endlich Zeit. Nur das der IE nicht deinstalliert, sondern deaktiviert wird schmeckt mir nicht so richtig.. Am liebsten wärs mir, wenn sich MS da in Zukunft ganz raushält. Sie haben jetzt jahrzehntelang bewiesen, dass sie ’s nicht können..

  • und wann nehmen sich die herren endlich mal apple vor? die produzieren nur komplett geschlossene system wo niemand reinkommt (außer jailbreak…). Theoretisch (gilt in Deutschland ja scheinbar nicht) dürfte man Mac OSx ja nichtmal auf einem normalen PC installieren sondern nur auf Apple Hardware …

  • @Johannes: Sehe ich genauso. Das Unternehmen wirft mit Restriktionen nur um sich und „keinen“ störts so richtig

  • Ich nutze inzwischen seit mehr als 6 Jahren nur noch den Opera als Hauptbrowser und bin immer wieder verwundert das er doch so ein Schattendasein fristet.

  • @Johannes: Ja, hast recht, auch wenn Apples gesamte Firmenpolitik (Stichwort Appstore als einziger Zugang zum OS) ein hochproproetäres, geschlossenes und geldvermehrendes System ist, besitzt Apple damit keine marktbeherrschende Stellung und is dementsprechend außen vor.

  • @Robert: Ich glaube nicht, daß die Zahlen noch so stimmen. Gerade im Consumerbereich dürfte Apple mittlerweile gut über 10% Marktanteile haben.

  • Ob Firefox, Opera oder andere Browser ist mir eigentlich egal, ich sehe mich nur danach, dass zumindest IE6 verschwindet. Bei alternativen Browser ist meist so, dass man doch öfters Updates zieht. Bei vielen IE Nutzer ist es so, dass ein Mal Windows installiert und bis zur nächste Version von Windows bleibt der Browser gleich und die Websitebetreiber sind immer gezwungen diese Nutzer zu berücksichtigen. Das macht nicht nur mehr Aufwand, sondern bremst auch die Entwicklung, da man ständig hört, aber IE6 unterstützt dies und jenes nicht und es sind noch so viel Nutzer mit dem Browser unterwegs. Wenn mal nachschaut, meiste Hacks sind für IE und zwar für verschiedene Versionen, bei Anderen Browser ist viel einfacher.

  • Schick dieser Opera Browser – Nach 100 Jahren mal wieder installiert – muss sagen der läuft wirklich flott und sieht auch noch aufgeräumt aus.

    Las ich jetzt mal als zweitbrowser neben firefox laufen. Der Browser der Datenkrake finde ich vom Design her auch sehr nett aber da wir ja google nicht alles verraten wollen – war der bei mir mal außen vor. Aber jetzt gibts ja ne wunderbare „zweit“alternative.

    Weiter so Norwegen! 😉

  • Apple ist aber Monopol beim Appstore, wo das gleiche praktiziert wird.

    Verstehe die ganze Aktion nicht, warum soll MS Windows nicht mit dem IE ausliefern, stellt kein Problem für mich dar.

  • Wer ich mir dann auch mal anschauen. Konkurrenz ist gut für den Endverbraucher! Firefox ist mir zunehmend zu instabil, insbesondere bei den vielen Extension, die ich nutze…

  • Opera ist – trotz Close Source – einer der besten Browser überhaupt. Mir fehlen allerdings ein paar Kleinigkeiten, die ich beim Entwickeln benötige. Da bietet mir Firefox derzeit noch etwas mehr bzw. viele Dinge komfortabler.
    Für „normale“ Internetnutzer kann man Opera aber uneingeschränkt empfehlen.

  • @Sepp:
    Was fehlt dir denn noch zum entwickeln? Ich dachte das Selbe bis ich vor einigen Monaten Opera mal wieder installiert habe und feststellen musste, dass mit DragonFly ein nahezu identisches Entwicklertool zur Hand gegeben wird, wie es Firebug unterm FF ist. Was mir noch fehlen würde wäre TamperData, aber wer weiss was die Zeit mit sich bringt.

  • Also diese Apple-Bashing Kritiker sollen bevor sie ein Kommentar abgeben, erstmal überlegen was sie da schreiben.
    Man vergisst bei Apple OS immer den einen entscheidenden Unterschied zu Microsoft.
    Microsoft = Software
    Apple = Software + Hardware

    Wenn Apple nur das OS entwickelt und an für alle PCs zur Verfügung stellt könnte man es noch in Frage stellen, nicht aber wenn die passende Hardware auch von Apple gleich mitgeliefert wird.
    TomTom darf ihre Navigationsgerätensoftware auch nicht mehr entwickeln weil sie Monopol sind.
    Konsolen dürfen ihr Betriebsystem nicht mehr aufspielen, weil sie Monopol sind.

    Leute, erst denken und hinterfragen. Dann schreiben.

  • Opera hat den Zuwachs sehentlich verdient, schon lange ist der Browser eine mehr als gute Alternative und besitzt zu wenig Marktanteile hierfür. Mich freuts so umsomehr das gerade Opera einen Vorteil aus dem Ballot Screen ziehen kann. Bin auch schon am überlegen ob ich wieder vom Firefox zum Opera wechsle und ihn als meinem Hauptbrowser nutze. Vor einigen Jahren hatte ich den Wechsel wieder schnell rückgängig gemacht weil mir einfach zuwenig Seiten für diesen Browser ausgelegt waren. Aber jetzt wird Firefox zunehmend schlechter und Opera hat einen neuen Versuch verdient. Hoffe andere Nutzer (besonders IE Nutzer) sehen es ähnlich 😉

  • Ich hab FF drauf und finde Opera fast genauso gut, nur nicht so bequem. 🙂 Klar, dass die Marktanteile steigen, bei dem niedrigen Ausgangswert – aber trotzdem gut zu wissen, dass eine EU-Maßnahme auch mal was bewirkt.

    Nur: Erreicht man WRKLICH die, die nicht wissen was ein Browser ist und welche es da so zur Auswahl gibt?

    Die klicken m.E. eher weg, weil unaufgeklärt. Schade!!

  • Ich nutze den Opera schon lange als Hauptbrowser. Als zweiten Browser habe ich noch den Chrome drauf. Den nehm ich dann für Seiten wie Steereo, bei dem der Opera leider die Werbespots nicht darstellt und deswegen keine Musik abspielt.
    Ich freu mich aber, dass Opera durch solche verordneten Maßnahmen endlich mal ein bisschen an Rückenwind gewinnt. Gerade die neuste Version ist ja sowohl von der Geschwindigkeit, als auch von der Bedienung und den Funktionen fast Pflicht.

  • ich nutze Opera auch seit etwa 6 Jahren als Hauptbrowser, weil Opera eigentlich immer zu den schnellsten Browsern seiner Zeit zählte.
    Das war im letzten Jahr nicht der Fall,aber mit der neuen Version ist Opera, wieder der schnellste Browser der Welt.

    Und die vielen Funktionen sind auch toll implementiert in einem schlanken Design.

  • Opera ist für mich der beste Browser, immer gewesen.
    Der einzige Vorteil und Grund, aus dem ich Firefox immer noch als Hauptbrowser nutze….sind die ganzen Addons.

  • Ich verstehe nicht so recht warum das erst seit dem Ballot Screen passiert ist. Allerdings nutze ich seit dem Ballot Screen größtenteils nur noch den IE. Ich finde es eine Frechheit das die EU nun MS sowas vorschreibt. Opera ist aber auf jeden Fall ein guter Browser, um einiges besser als dieser Firefox der ständig abstürzt und der langsamste ist. Meine Favoriten: Opera, MS, Chrome und zum Schluss Firefox.

  • Das Opera-Logo im Beitrag ist noch das alte mit dem unlogischen Schatten. 😉

    Dass der Balllot Screen tatsächlich etwas gebracht hat, überrascht mich nun auch. Vielleicht im Zusammenhang mit der BSI-Warnung?

  • Es kann sein, dass die User Opera einfach „sexy“ finden.
    So vom Namen her, kann ich mir schon vorstellen, dass viele Frauen sich da angesprochen fühlen.
    Ich mein, wenn du wählen darfst als Unwissender zwischen „firefox“, „safari“, „internet explorer“, „chrome“ und „opera“… dürfte Opera irgendwie interessant sein.

    Auch das Logo ist einfach und ein bisserl verführerisch, in Vergleich zu den anderen… es spricht für einfache Bedienung auf den ersten Blick.

    Ich kann mich erinnern, es wegen dem Namen getestet zu haben und Firefox, hat mich irgendwie nie interessiert, weil es so „freakmäßig“ klingt.