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260 Dollar Herstellungskosten: Apple sichert sich fette Margen beim iPad

Zwei dahin, drei im Sinn: macht 259,60 US-Dollar! Soviel kostet die Hardware, die im WLAN-iPad mit 16 Gigabyte steckt. Das hat iSuppli nun errechnet, nachdem der Marktforscher den Rechner aufgeschraubt hatte. Das macht 52 Prozent des Endpreises, der derzeit bei 499 Dollar liegt (plus Steuern). Den Löwenanteil bei den Hardware-Kosten verschlingt das Display, das 95 Dollar kostet, der A4-Prozessor schlägt mit gerade einmal 26,80 Dollar zu Buche, das Alugehäuse bringt es auf 10,50 Dollar. Ein Marge von rund 50 Prozent also – das ist ziemlich Apple-typisch, beim iPhone 3GS liegen die Erlösrelationen ähnlich.

Natürlich darf nicht vergessen werden, dass davon noch Zusatzkosten für die Entwicklung von Hard- und Software, den Vertrieb, das Marketing und die Verpackung abgehen. Das WLAN-Modell mit 32 Gigabyte (Ladenpreis 599 Dollar) kostet in der Herstellung übrigens 289,10 Dollar, die 64 Gigabyte-Variante (Ladenpreis 699 Dollar) immerhin 384,10 Dollar. Apple wendet erstaunlich viel Geld dafür auf, um die Usability der Geräte zu erhöhen: Rund 40 Prozent der Ausgaben gehen für das Touchscreen-Display und alles andere drauf, „das man mit den Augen sehen und mit den Fingern berühren kann“, sagt iSupplis Analyseleiter Andrew Rassweiler.

Erstaunt war man allerdings auch über den Haufen Siliziumchips, der im Inneren des iPad untergebracht wurde. Sie dienen unter anderem dazu, den 9,7 Zoll großen Touch-Bildschirm zu betreiben: „In Zukunft wird Apple vielleicht mehr Spielraum haben, um die vielen Elektrokomponenten zu verbinden oder sie gleich im Display zu integrieren“, so Rassweiler. „Wir werden künftig weniger Silizium sehen.“

Der A4-Chip wurde offenbar von P.A. Semi entworfen, einem PowerPC-Entwicklunsgunternehmen, das Apple vor rund zwei Jahren für 278 Millionen Dollar übernommen hat. Gefertigt werden die Chips allerdings in Korea von Samsung, die auch den Arbeitsspeicher dazuliefern. Das WLAN/Bluetooth-Modul stammt von Broadcom und kostet 8,07 Dollar, Texas Instruments liefert ebenfalls einen Steuerchip für das Display (für 1,80 Dollar). Die wohl günstigste Komponente kommt von Cirrus Logic: Der Audio-Chip kostet gerade einmal 1,20 Dollar. Schon komisch, wenn man bedenkt, dass das mobile Computing bei Apple seine Wurzeln im iPod hat.

Wer sie noch nicht gesehen hat: Vor wenigen Tagen hat iFixit das iPad aufgemacht und eine Bilderserie zur Operation veröffentlicht.

(André Vatter)

Über den Autor

André Vatter

André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.

29 Kommentare

  • Ähem. Silicon chips aus dem englischen übersetzt werden zu Siliziumchips, nicht zu Silikonchips.

  • Vielen Dank für den Beitrag. Mich interessiert das iPad vor allem als Reader für Ebooks. Werde da am Ball bleiben müssen und abwarten, bis das gute Stück hier in Deutschland erhältlich ist.

    Werde den Beitrag evtl. bei mir aufgreifen, da ich einen kleinen Bericht zum iPad aus Sicht eines Ebook-Lesers plane.

  • Dass Apple nicht grade geringe Gewinnmargen hat, war ja schon immer klar und ist übrigens bei anderen Computerherstellern in der Preisklasse nicht anders.

    Was aber an der Rechnung nicht ganz stimmt: Die Einzelteile machen noch kein fertiges Produkt.

    Design und Entwicklung sind verdammt teuer und sind im Endpreis logischerweise mit drin. Das sollte man nicht vergessen, was bei diesen provokativen Beispielrechnungen aber gerne gemacht wird.
    Diese 50%-Gewinn-Rechnung ist also mehr als zweifelhaft.

    Außerdem: Was ist denn verkehrt daran, an einem erfolgreichen Produkt viel zu verdienen? Wenn sich etwas gut verkauft, dann wär’s doch dämlich, da nicht ordentlich Gewinn abzuschöpfen.

  • Ich sehe da kein Problem, schließlich sagen die Leute auch nicht bei irgendwelchen teuren Luxusautos das die Gewinnmarge so hoch ist. Niemand zwingt die Leute Apple-Produkte zu kaufen… wer es dennoch tut braucht sich nicht zu beklagen.

  • Naja die Entwicklung… das meiste dürfte vom iphone übernommen worden sein, da sehe ich keine besonders großen zusatzkosten. Die 50% stimmen dennoch nicht, es fehlt ja auch noch die ganze Logistik.

  • Geht’s in der Headline vielleicht noch etwas reißerischer?

    Die reinen Hardware-Kosten anzusetzen, bei einem Produkt in das ganze offenkundig viele Jahre F&E gesteckt wurden, zu dessen Chip-Entwicklung eine dreistellige Milliarden-Akquise getätigt wurde und das wie kaum ein anderes von der peinlich genauen Abstimmungen von Hardware und Software lebt, ist fachlich unqualifiziert, um es gelinde zu sagen.

    Angesichts der im Artikel ja durchaus angeschnittenen „Nebenkosten“ in der Headline noch von „fetten Margen“ zu sprechen zeugt nicht gerade von differenzierter Auseinandersetzung, wie ich sie bei BasicThinking sonst schätze.

  • Naja das liegt halt daran, dass Apple mal wieder einen Treffer mit dem iPad gelandet hat. Wie schon beim iPhone, das auch sehr teuer auf dem Markt kam, kann Apple auch beim iPad den Preis bestimmen, da kein vergleichbares Gerät bis jetzt auf dem Markt zu finden ist.
    Ich bin ja auch kein Apple Fan aber das iPhone hat mich überzeugt, beim iPad muss ich mal schauen.

  • #10
    Volle Zustimmung 😉 Seit der Jammerattacke wegen des kurzen Feeds hat irgendwie auch die Qualität der Beiträge gelitten.

    #6
    Bei Apple kauft man nicht den Namen, sondern das geniale OS das drin steckt. Vom iPod bis hoch zum MacPro könnte mancher Hersteller aus der Usability sehr viel lernen und würde seine Produkte dann sicher auch deutlich teurer verkaufen müssen, denn Qualität hat Ihren Preis.

    Auch bei Apple ist nicht alles immer prima, daraus wird aber gelernt, und der Kunde bleibt nicht auf der Strecke (z.B. weißes MB) wie die

  • Warum wundert ihr euch, dieses IPAD muss von allen Gehypt werden die damit ihre 3 Zeilen „Geschreibsel“ Verkaufen wollen, die tägliche iPod Meldung ist da Pflicht.
    Das dieser Blog gern Dazugehören möchte wurde schon öfters Angemerkt.

    Das ein Pay Content aber vermutlich kaum etwas Positives bringt, wird dabei geflissentlich Übersehen, wenn jede Zeitschrift und jeder 3. Blog schon im Goldrausch ist.
    Denn auch der geneigte App oder Abo Käufer hat auch nur ein bestimmtes Budget, im Internet wollen aber Hunderte Zeitschriften und Blogs ihre Angebote gern Kostenpflichtig machen.
    Wo der Käufer bisher vielleicht 3-4 Zeitschriften regelmäßig kaufte wird er nun kaum 50 „Virtuelle“ Bestellen, zumal die Preise nicht signifikant günstiger sind?
    Das große Rennen um Werbeeinnahmen oder zukünftigen Pay Content Erlös, hat aber schon begonnen, daher bewegen sich immer mehr Nachrichten Portale und Blogs auf „Boulevard Zeitung“ Niveau.
    Viel helfen wird das aber meiner Meinung nach auch kaum, nur wenige werden damit gute Erlöse erzielen, dafür gibt es im Internet gegenüber einen Straßen Kiosk einfach ein zu großes Angebot.

  • Der Reingewinn sieht tatsächlich anders aus als der Artikel suggeriert. Hinzu konmmen zu den anderen genannten Gründen auch Transport- und Personalkosten auch Steuern. Apple verdient in jedem Fall genug daran. So viel ist es dann aber doch nicht.

  • Sind jetzt ja auch nur die Kosten für die Einzelteile, der zusammenbau fehlt auch noch, genauso wie qualitätskontrolle blablabla…. könnte man noich endlich viel dazuzählen…..
    Bin ehrlich gesagt fast schon über den „billigen“ Preis überrascht gewesen, hätte gedacht das Ding wird teurer….

  • Es heisst immer wieder die Apple Hardware wird von Kindern hergestellt. Könnt ihr mal Recherche in diese Richtung betreiben? (Ich als Kultublog komme hier nicht ran und hab auch diese Kontakte nicht)
    Wär doch cool wenn Basic Thinking in diese Richtung was entdecken würde.. gerade jetzt wo Apple so gehyped wird, die Zeitungen übernimmt und das neue iPhone lanciert.

    Lieber Gruss aus der Schlafstadt Zürich.

  • Inklusive der Kosten für Entwicklung sowie für Transport, Lagerung und Zusammenbau der Einzelteile und natürlich fürs Marketing ist der Preis eigentlich voll in Ordnung. Bei Apple hätte ich eher mit einer größeren Spanne gerechnet.

  • Apples fetter Gewinn am neuen iPad…

    Wie man BasicThinking entnehmen kann, hat iSuppli jetzt errechnet was die Hardware, die im WLAN-iPad mit 16 Gigabyte steckt, eigentlich kostet: Nämlich ganze 259,60 US-Dollar! Der iPad mit dieser Ausstattung wird derzeit mit 499 Dollar plus Steuer…

  • Theoretisch könnte vermutlich Apple das iPad auch „Verschenken“ oder zum Selbstkostenpreis abgeben, denn das große Geschäft damit wird im Store ect. gemacht und kaum mit der Hardware.
    Einer schnellen Marktdurchdringung käme dies sogar entgegen.
    Das Problem ein „Kostenloses“ oder „Günstiges“ Stück Hardware wird eher als „Minderwertig“ angesehen, was keinen „Luxus Neid Faktor“ Hype Auslöst.
    Auch würde dadurch der Fokus offensichtlicher auf die Folgekosten gelegt, die aber eher Verschleiert werden sollen.

  • Bedenkt auch mal Marketing, Zölle, Versand, etc etc etc.
    Klar das Gewinn dabei ist, und – normal?

    Verstehe gar nicht die Aufregung darüber

  • Jaja, die wackeren BT-Leser. Immer gerne bereit, die aufopferungsvolle Arbeit der BT-Redaktion mit dem Klicken auf Werbung zu honorieren. Denn Bloggen muss sich ja finanziell lohnen.

    Nur wenn’s darum geht, dass ein Apple-Produkt mehr kostet als ein Sack der darin verbauten Kleinteile beim China-Kistenschieber, dann wird gejammert, dass die Schwarte kracht. Wo kämen wir da hin, wenn Apple mit dem IPad auch noch Gewinne macht, um künftige F&E zu bezahlen!!!

  • Hochinteressant mal zu erfahren, was in dem Ipad wieviel kostet. Am meisten zum Staunen hat mich der Preis für den Alurahmen gebracht…gerade mal 10 Dollar, wow, da hätte ich locker das dreifache vermutet.

  • Grauenhaft! Ich hoffe ihr schämt euch!
    Alle genannten Zahlen sind geschätzte Kosten für die Hardwarekomponenten. Keiner weiß, was Apple tatsächlich dafür bezahlt. Dann ist es aber noch ein langer Weg, bis daraus die Herstellkosten werden.

    Es gibt genug Branchen in denen weitaus mehr als 50% auf die Materialkosten drauf geschlagen werden.
    Als Beispiel mal Adidas.
    Was kostet ein T-Shirt in der Herstellung und was verlangen die dafür? Bei den Turnschuhen siehts noch viel schlimmer aus und von Parfüm will ich erst gar nicht anfangen…

  • Zu der Zusammensetzung der Gewinnmarge und wie sich der Preis zusammensetzt ist ja korrekterweise der Beitrag in den Kommentaren schon korrigiert worden. Bin immerwieder Überrascht, mit welcher Naivität manchmal insbesondere Journalisten glauben, dass sich der Preis aus der Summe der physischen Komponentenpreise zusammensetzt. In solch einem Gerät stecken sicher ziemlich hohe Entwicklungskosten in den weichen immateriellen Komponenten – Gesamtkonzeption und Usability/UserInterface Entwicklung usw. Und hier sicher deutlich mehr als bspw. in einem Lacoste Poloshirt stecken (Herstellung ca. 1€ Verkauf 70€)… Also warum die Aufregung?

  • @Hagen: Den Post hast du aber schon gelesen, oder?
    „Natürlich darf nicht vergessen werden, dass davon noch Zusatzkosten für die Entwicklung von Hard- und Software, den Vertrieb, das Marketing und die Verpackung abgehen.“

  • Ja, habe natürlich den Post gelesen-aber in der Überschrift von fetten Margen zu reden ist doch mehr als übertrieben, oder? 50% Marge ist ja sogar bei normalen Textilhändlern zwischen Einkauf und Verkaufspreis üblich (in dieser Branche redet sicher niemand von üppigen Margen 😉 ) – am Ende bleiben dann nämlich meist nur 5-10% Gewinnmarge übrig.
    Apple wird sicher im Verkauf von Apps usw. viel Geld verdienen – sicher nicht durch das iPad…

  • …nicht falsch verstehen – finde den Beitrag ja grundsätzlich in sehr gut – aber unter fetten Margen hätte ich mir nur was anderes vorgestellt, wenn gerade einmal nur 50% zwischen Herstellkosten und Verkaufspreis zur Deckung der sonstigen Kosten liegen 😉
    Die Kritik bzgl. „Journalisten“ bezog sich ja nicht direkt au Euren Beitrag (ihr hattet ja auf die anderen Kosten hingewiesen), sondern hier geistern momentan viele Beiträge um die Welt, die mit dem Bezug alleine auf die Herstellkosten die Aussage treffen, dass das iPad total überteuert wäre…