Sonstiges

Kampf der Streaming-Helden: kurzer Vergleich von kostenlosen Musik-Diensten

Heutzutage sind für die Musikbegleitung einer zünftige Party keine CDs mehr nötig. Sogar auf den Download von MP3-Dateien kann man verzichten, da der viel zu lange dauert, suggeriert uns jedenfalls die Fernsehwerbung des deutschen Streaming-Anbieters simfy. Lassen wir das Argument mit der Geschwindigkeit mal beiseite. Wichtig ist ja viel mehr, welche Titel überhaupt zur Verfügung stehen. Das habe ich mir bei vier Streamingdiensten mal genauer angeschaut: Mit dabei beim Kampf der Heroen sind neben simfy:  last.fm, Deezer und Grooveshark.

Um für unseren kurzen Test der kostenlosen Musikanbieter eine einigermaßen objektive Auswahl an Titeln zu treffen, haben wir uns an der Übersicht von YouTube Music orientiert. Die dortigen Erstplatzierten in den Genres Pop, Country, Hiphop, Rock und der Kategorie „Sonstiges“ haben wir am Wettbewerbstag um drei deutsche Titel ergänzt. Das internationale Testfeld bestand damit aus Justin Bieber („Baby“), Miley Cyrus („The Climb”), Taylor Swift („You belong with me”), Young Money („Bedrock”) und OneRepublic („All the Right Moves”). Als heimische Kandidaten wurden Nina Hagen mit ihrem DDR-Hit „Du hast den Farbfilm vergessen“, der Ballermann-Sänger Peter Wackel mit dem Bierhit „Kenn nicht deinen Namen“ ausgewählt. Als Vertreter der Neuen Deutschen Härte gesellten sich auch Rammstein mit „Rosenrot“ hinzu. Diesem Testfeld müssen sich die einzelnen Musikdienste stellen.

last.fm

Den Anfang macht einer der Pioniere der Streamingdienste: last.fm. Bonus-Feature dieses Anbieters war es, neben einer großen Auswahl an streambaren Titeln jeweils ähnliche Musiktitel vorzuschlagen. Leider bietet der Dienst mittlerweile kaum noch eigene Stücke an. Zu manchen Liedern kann der Nutzer immerhin eine kurze Hörprobe abspielen. Im besten Fall hat die Seite ein YouTube-Video eingebunden, das den gewünschten Titel enthält. Von den insgesamt acht Teststücken ist eines über ein eingebettetes Flashvideo zugänglich, vier gibt es immerhin als Ausschnitt, drei sind gar nicht vertreten. Nicht unbedingt ein ermutigender Anfang.

Deezer

Allerdings geht es durchaus noch schlechter: die Plattform Deezer kann kein einziges der gewünschten Lieder vorweisen. Hier und da sind die gewünschten Titel zwar vorrätig, aber nicht von dem gesuchten Künstler. Die Stücke fanden sich dann beispielsweise unter der Bezeichnung „You belong with me (Made famous by Taylor Swift)“. Wer also nach Coverversionen bekannter Hits von unbekannten Sängern sucht, für den mag Deezer der richtige Ort sein. Originalversionen aus dem Testfeld habe ich dort keine entdeckt.

simfy

Als nächstes steht der deutsche Kandidat simfy auf der Liste. Der Dienst mit der erwähnten Fernsehwerbung ist auf Anhieb benutzbar. Ohne Anmeldung kann ich hier nach den gewünschten Liedern suchen und sie direkt anhören oder in meiner Playlist speichern. Dort befinden sich zwar bereits einige voreingestellte Stücke, die simfy offensichtlich pushen will, aber die sind relativ einfach herausgelöscht. Überraschenderweise muss der heimatliche Dienst ausgerechnet bei dem Rammstein-Stück passen. Alle anderen Titel sind vorhanden und können sofort abgespielt werden. Nach dem Ende der sieben Stücke aber ist es vorbei mit der Gemütlichkeit: simfy fordert zur Registrierung auf, wenn ich denn Dienst weiter nutzen möchte. Danach aber steht mir das umfangreiche Repertoire der Seite wieder zur Verfügung. Insgesamt also ein gutes Angebot. Ohne Anmeldung währt die Freude an der Musik zwar nur kurz, aber kostenlos bleibt der Dienst auch danach.

Grooveshark

Kommen wir zuletzt zu meinem Favoriten in diesem Test, den amerikanischen Anbieter Grooveshark. In einem übersichtlichen Layout befindet sich das wichtigste Feature in der Mitte: die Suchfunktion. Klar zu erkennen ist auch das Geschäftsmodell der Seite. Denn sowohl die Werbung am Rand des Fensters als auch die Wallpaper-Anzeige im Hintergrund sind nicht zu übersehen, ohne allerdings irgendwie zu stören. Über einfache Eingabe des Künstlers und des Songtitels findet das Programm alle gewünschten Titel und ordnet sie in der Aufruf-Reihenfolge übersichtlich am unteren Browserrand an. Besonders überrascht hat mich, dass der amerikanische Dienst sogar mit der Mallorca-Hymne keinerlei Probleme hatte. Sowohl Soundqualität als auch Geschwindigkeit ließen bei mir keine Wünsche offen. Bei erneutem Aufruf nach ein paar Tagen schlägt mir das Programm sogar vor, meine Playlist vom letzten Mal automatisch wiederherzustellen. Und das alles ohne Anmeldung. Grooveshark ist damit klarer Sieger dieses Musik-Turniers.

Hier zum Abschluss noch einmal die Übersicht über die teilnehmenden Dienste:

Deezer last.fm Simfy Grooveshark
Pop:
Justin Bieber
(„Baby“)
– (Ausschnitt) X X
Sonstiges:
Miley Cyrus
(„The Climb“)
– (Ausschnitt) X X
Country:
Taylor Swift
(„You belong with me“)
X (YouTube) X X
Rap & Hiphop:
Young Money
(„Bedrock“)
– (Ausschnitt) X X
Rock:
OneRepublic
(„All the Right Moves“)
– (Ausschnitt) X X
Deutsch:
Ninal Hagen
(„Du hast den Farbfilm vergessen“)
X X
NDH:
Rammstein
(„Rosenrot“)
X
Ballermann:
Peter Wackel
(„Kenn nicht deinen Namen“)
X X

Beschwerden über mangelnde Fairness bei der Auswahl der Wettbewerbstitel, übersehene wichtige Funktionen und noch bessere Dienste, die alle hier vorgestellten Seiten in den Schatten stellen, ab sofort in die Kommentare…

(Nils Baer)

Über den Autor

Nils Baer

Nils Baer hat im Jahr 2010 über 100 Artikel für BASIC thinking geschrieben und veröffentlicht.

44 Kommentare

  • Eher weniger. Spotify bietet kein Steaming in Deutschland an. Oder darf nicht. Deshalb ist es irgendwie logisch, daß es im Test nicht vorkommt, oder?

    Ich bin froh über das, was über Last.fm gesagt wurde. Ich dachte schon, ich wär ein Depp. Alle reden über Last.fm, aber ich sehe da nur Klickerei ohne Resultat.

  • Spotify ist in DE nicht verfügbar, daher logisch, das dieser Dienst im Test nicht beinhaltet ist. Was mich aber sehr stört: Last.fm passt überaupt nicht in das Feld der Testkandidaten, da es KEIN Streaming-on-demand Dienst ist wie z.B. simfy, Deezer, Grooveshark. Somit mal wieder ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen, und Last.fm steht wird dadurch unberechtigterweise in ein schlechtes Licht gestellt. Schade!!!

  • Es stimmt schon das Last.fm schlecht dazu geeignet ist bestimmte Musik zu hören. Meiner Meinung ist das aber auch nicht der Sinn von Last.fm. Dafür sind die Playlisten meistens großartig wenn man einfach nur eine bestimmte Musikrichtung hören will und so trifft man schnell auf gute Künstler, die man noch nicht kannte.
    „Klickerei ohne resultat“ hat man immer wenn man einen Dienst für etwas benutzen will für das er nicht geschaffen ist.

  • Ein paar Suchen nach meinen Lieblingsinterpreten und ich bin begeistert von Grooveshark. Hab vom Dienst zwar schon mal gehört, aber dank auch nun auch getestet. Danke! =D

  • Herzlichen Dank für de Test, der hat mich in meiner Meinung wunderbar bestätigt – nutze Grooveshark schon länger 🙂
    Was mir daran noch gefällt: Das Interface lässt sich wie ein „eches“ Programm bedienen, d.h. es unterstützt auch Drag&Drop (auch von mehreren Liedern durch Mehrfachauswahl mit [Shift]). Leider ist die Überblendfunktion zwischen den Liedern registrierten Nutzern vorbehalten (war kurz nach der Einführung noch nicht der Fall), aber damit kann ich leben.

  • Man hätte vielleicht noch erwähnen können, ob die jeweiligen Dienste irgendwie mobil verfügbar sind. Ich find z.B. das iPhone App von Last.fm ziemlich gut, weil man auch unterwegs beispielsweise das Empfehlungsradio von Last.fm hören kann. Das ist besser, als ständig die Lieder zu hören, die man sowieso schon hat und kennt 🙂

    Um bestimmte einzelne Tracks abzuspielen geht nichts an Grooveshark vorbei, aber wenn man was neues kennenlernen will, ist Last.fm unschlagbar. Hab schon viele neue Bands so kennengelernt.

  • Lieber Nils,

    was ich bei dieser Art von Portal-Vergleichen nie verstehe, ist, dass ein kleiner aber feiner Unterschied immer wieder vernachlässigt wird.

    Dein großer Favorit grooveshark ist der einzige Illegale Dienst in deiner Liste. Im Vergleich zu den anderen hat grooveshark weder mit den Labels der Künstler noch mit der GEMA Verträge abgeschlossen.

    Zum Beispiel hat Rammstein ganz klar verboten, dass ihre Songs im Internet per Streaming angeboten werden dürfen. Dadurch werden sie sich nie auf legalen Plattformen finden lassen…

    Ich habe gehört, dass die Labels auf Ansinnen der Künstler bereits einen Weg gefunden haben Nutzer von grooveshark zu identifizieren (ähnlich wie bei P2P Plattformen) und erste Abmahnungen verschickt wurden.

    Gruß
    Jens

  • „Ich habe gehört, dass die Labels auf Ansinnen der Künstler bereits einen Weg gefunden haben Nutzer von grooveshark zu identifizieren (ähnlich wie bei P2P Plattformen) und erste Abmahnungen verschickt wurden.“

    Quellen?

    Ich kann mir nicht vorstellen, das das blosse Anhören von im Internet öffentlich zur Verfügung gestellte Musik-Streams abmahnfähig ist. Grooveshark ist ja nun mal kein illegaler Filesharing Dienst.

  • @Holger: Die Last.fm iPhone App ist schon prima, aber es wird dort leider wesentlich weniger streambare Musik zur Verfügung gestellt als in der Web-Version. Der Grund: Einige Labels/Bands wollen nicht, das deren Musik mobil streambar ist. Was für ein Schwachsinn, aber so ist es leider…. 🙁

  • irgendwie habt ihr auch auf elektronische Musik per se vergessen….
    Na macht nichts da gibt es eh kaum Hörer ?!

  • habe schon von Grooveshark gehört, kam jetzt erst durch die Empfehlung dazu mir das wirklich mal anzusehen und ich bin begeistert! Hab mal ein bisschen rumgeklickt und fast alle gewünschten Titel wurden tatsächlich gefunden, selbst aus dem osteuropäischen Sprachraum. Da kann man seine mp3-Sammling wirklich fast schon auf die Backup-Festplatte verbannen.
    Was ich so auf Anhieb nicht gesehen habe (habe mich auch noch nicht registriert), kann man die nicht gefundenen Musikstücke auch in seinen Account hochladen?
    Und was meint Ihr wie lange wird das Projekt noch kostenlos bleiben bzw. überhaupt noch am Leben sein?

  • Was mich an Grooveshark nicht so recht begeistert ist das man nicht so einfach wie bei steereo, spotify oder simfy komplette Alben abspielen kann.

    Derzeit bin ich persönlich bei simfy hängen geblieben. Das Angebot ist recht groß, die Suche ist super (direkt bei der Eingabe werden schon Künstler mit Bildern angezeigt) und bisher kommt in dem Musikstream absolut keine Werbung als kostenlos angemeldeter Nutzer. Hier ist für mich auch der große Vorteil gegenüber spotify. Da nervt mich inzwischen die französische Werbung nach fast jedem 3. Titel schon sehr.

  • Grooveshark ist echt klasse, aber leider nicht soo wirklich legal. Aber somit auch nicht viel anders, wie die Videos bei Youtube anzuschauen. 😉

    @bastl: Alben gehen auch, zumindest komm ich damit zurecht. Einfach das Album auswählen und auf PlayAll wählen.

  • Grooveshark ist ja echt klasse. Doch leider nicht ganz legal. Simfy ist daher die gut alternative.

  • @basti #14
    Wie bereits gesagt: Einfach mehrere Lieder mit der Shift- oder Strg-Taste auswählen, und unten in die „Playlist“ ziehen.

  • @Jens: Doch, Grooveshark arbeitet mit kleineren Labels zusammen und bietet auch Promotion-Aktionen an…. Natürlich werden die großen Labels niemals mit Grooveshark zusammen arbeiten.

    Das mit den Abmahnen kann ich mir aber kaum vorstellen, da Grooveshark an sich ja ein geschlossenes System ist, ausser Grooveshark selbst weiss niemand die IPs, ist ebend kein Filesharing-System (Sonst würden Rapidshare-User ja auch am laufenden Band abgemahnt werden ;))

  • „Ich habe gehört, dass die Labels auf Ansinnen der Künstler bereits einen Weg gefunden haben Nutzer von grooveshark zu identifizieren (ähnlich wie bei P2P Plattformen) und erste Abmahnungen verschickt wurden.“

    Wie soll das denn funktionieren? Dann müsste ja Grooveshark die IP-Adressen rausgerückt haben, weil sie ja ausschließlich durch sie geloggt werden können. Im Unterschied zum Filesharing kann ein Dritter schließlich keine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zu einem User aufbauen – was die einzige Indentifikationsmöglichkeit darstellen würde.

    Also für jemanden ohne grundlegende Kenntnis der Technik nimmt Jens den Mund etwas zu Voll. Mal davon abgesehen, dass über diesen Vorfall nirgendwo im Internet was zu finden ist. Von wem weißt du das denn? Vom Nachbarn oder doch der Kassiererin? 🙂

  • Hallo allerseits,

    zunächst einmal muss ich sagen, dass ich den Artikel sehr gut finden. Er ist gut recherchiert und der Vergleich ist durchaus so machbar. Selbstverständlich ist es so, dass es immer schwierig ist, dass ein oder andere 100%ig miteinander zu vergleichen..
    So sehe ich auch die Schwierigkeit mit Last.fm.
    Was ist denn eigentlich mit Napster? Das Angebot ist wohl deutlich größer… Einzige Manko: Es kostet Geld!!

    Mein Favorit ist jedenfalls ganz eindeutig „Grooveshark“. Denn das Angebot ist wirklich überwältigend. Es kostet nichts und die Seite ist einfach und verständlich konzipiert. Ich verfolge schon seit längerer Zeit die Diskussionen um Grooveshar und deren Legaltiät im Netz. Ich kann nur sagen, dass es absolutz nicht illegal ist! Der Vorredner hier, der was zum Thema Abmahnungen schreibt, sollte sich besser informieren oder Quellen hierzu liefern.

    Also, viel Spaß damit…

  • Ach, hier übrigens für die Leute die der englischen Sprache mächtig sind etwas rechtliches zu Grooveshark.
    Bereits 2009 hat EMI Grooveshark verklagt, und sich dann im Oktober auf eine Vergütung geeinigt.
    http://www.digitalmusicnews.com/stories/101309grooveshark
    Also, scheint als wenn die großen Majors nicht ganz abgeneigt sind gegen solche Dienste. Sie wollen nur mit daran verdienen und dieses scheint widerrum bei Grooveshark zu klappen….

  • @Beatzekatze: “ Einzige Manko: Es kostet Geld!!“

    Das ist doch kein Manko. Überleg doch mal, was du dafür als Gegenleistung bekommst.

    Selbst bei Last.fm sind die NUR 3 € monatlich gut investiert.

    Aber selbst das sind die Leute, die Last.fm seit Jahren nutzen und berechtigterweise in den Himmel loben, nicht bereit zu zahlen.

    Ich kann immer nur den Kopf schütteln über diese Geiz-Ist-Geil-Mentalität, und auf Dauer werden diese Musikdienste ohne Support durch Geld nicht überleben können.

    Deshalb: Unterstützt den Musikdienst eurer Wahl durch ein Abo, es ist in der Regel wesentlich preiswerter als 1 CD pro Monat und eventuell kommt dadurch wenigstens ein Teil des Geldes beim Künstler an. Danke!!!

    P.S.: Ich persönlich habe ein Abo bei Spotify (9,99 € / Monat) und bei Last.fm (3,00 € / Monat).

  • „Deshalb: Unterstützt den Musikdienst eurer Wahl durch ein Abo, es ist in der Regel wesentlich preiswerter als 1 CD pro Monat und eventuell kommt dadurch wenigstens ein Teil des Geldes beim Künstler an. Danke!!!“

    Ich denke, dadurch kommt kein Cent mehr beim Künstler an. Sondern eher beim Verwerter.

    In Zeiten in denen Güter wie Musik so leicht und nahezu kostenfrei reproduzierbar sind, ist es meiner Meinung nach unverschämt so horrende Abo-Gebühren oder CD-Preise zu verlangen. Das Server- und Traffickosten allein durch Werbung bzw. Ad-Marketing wieder refinanziert werden können, zeigen kostenlose Portale wie simfy und Grooveshark glänzend. Wobei bei Majorlabels an Werbeeinnahmen beteiligen können.

    Und der Aufschrei und die Angst der Musikindustrie, Einnahmen durch illegale Musikdownloads o. ä. zu verlieren, sind vor der Hintergrund, dass Absatz, Umsatz und Gewinn momentan auf einem Allzeithoch sind, einfach nur lächerlich. Es ist einfach nur eine Verschiebung der Vertriebskanäle.

    BTW, ich habe vor kurzen Scans der Bravo aus den Siebzigern gefunden, in denen sich die Labels damals (!) über das Aufkommen von „Mitschnittgeräten“ für Radios beschwerten, und den Tod der Branche entgegenkommen sahen… So viel dazu.

  • @Daniel: „Ich denke, dadurch kommt kein Cent mehr beim Künstler an. Sondern eher beim Verwerter“

    Würde kein Geld bei den Labels/Künstlern ankommen, dann würde jeder gegen solche Dienste juristisch angehen und diese wären schneller dicht, als man denken kann. Zu sagen, ich bezahle nichts weil das Geld eh nicht beim Künstler ankommt, ist also ein Trugschluß und dient eher zur eigenen Beruhigung, alles für lau zu konsumieren.

    Und ob simfy (aber auch Spotify, Grooveshark, etc.) sich mit den Freemium-Modellen dauerhaft finanzieren können, wird sich noch zeigen müssen. Gerade simfy ist ein schlechtes Beispiel, weil die gerade erst mit ihrem Streamingdienst gestartet sind, da kann man also noch gar nichts sagen.

    Und bitte auch nicht vergessen: bei allen neuen Diensten handelt es sich um Startups, die eine Menge Kohle von Investoren bekommen und sich damit finanzieren. Gibt es nicht genug Rendite, wird es früher oder später diese Investoren nicht geben, und wenn dann die Eigenfinanzierung nicht klappt, dann gute Nacht (Beispiel: roccatunes).

    Deshalb nochmal: Ohne Support durch ausreichende Premium User wird sich keiner dieser Dienste dauerhaft halten können, denn durch Werbeeinnahmen alleine geht das nicht.

  • Danke für den sehr gut gelungenen Überblick. Gerade Grooveshark kannte ich noch gar nicht, habs gerade mal kurz getestet. Bin aber durchaus begeistert, die Werbung stört wirklich nicht sehr und ist für das Angebot wirklich auch angemessen platziert.
    Und das Ganze ohne Anmeldung. Krass.

    Werde jetzt mal noch ein paar „Exoten“ testen, bin gespannt ob Grooveshark da mithalten kann 🙂

  • Grooveshark kannte ich auch noch gar nicht. Werde morgen mal die Services selber durchtesten – bin eigentlich bisher begeisterter simfy nutzer.. aber die anderen services hören sich auf jeden fall auch interessant an.

  • Was in meinen Augen Hauptausschlagpunkt für einen Service ist ist die Qualität des Materials. Ich habe das Pech, ein verhältnismäßig gutes und vor allem trainiertes Gehör zu haben, bei mir ist Grooveshark bislang als Pausenfüller gut, auf lange Sicht aber untragbar. Ja, ich bin einer von denen, die sich auch mal eine CD kaufen, weil’s einfach besser klingt 😀
    Was vielleicht noch hinzugefügt werden sollte ist der Streaming-Service von Napster. Ich habe gestern auf meinem Mac über die Website das neue Linkin Park-Album gestreamt, da die CD erst heute eingetroffen ist. Und 10€ im Monat ist bei angemessener Qualität auch machbar.

  • Hallo basicthinking 🙂

    Hatte auf nem anderen Blog gelesen, dass du Blogs suchst zum Vorstellen, deswegen wollte ich dir mal meinen Blog vorstellen und vorschlagen 😉

    Ich habe seit kurzem einen Blog und bin regelmäßiger Poster und Kommentarschreiber.. ich poste über aktuelle News aus Politik, Technik, Lifestyle und Stars. Außerdem poste ich noch neue Musik, interessante Filmtrailer und was ihr an meinem Leben noch interessant finden könntet ^^
    Ich komme auf ca. 5 Posts pro Tag.

    Ich würde mich freuen, wenn was über meinen Blog hier erscheint und würde mich auch auf jeden Fall über eine Antwort freuen 🙂

    Liebe Grüße,
    Daniel

  • mein aktueller favorit ist simfy!
    besonders die mobilen möglichkeiten sprechen für das premium-angebot, denn (achtung!) der dienst ist auch offline verfügbar.
    bei grooveshark funktioniert das nicht oder?
    solche punkte hätten vielleicht auch in die bewertung einfließen sollen!
    grooveshark mobil gibt es übrigens auch nicht für das iphone!
    komisch oder?

  • @Medienfritze: Doch, Offline geht bei Grooveshark auch, soweit ich weiß. Aber wie bei simfy, Spotify & Co. auch hier nur gegen Geld, was auch gut so ist…

  • @Medienfritze,

    Grooveshark gib bzw. gab es für das Iphone. Leider gab es da ein paar rechtliche Probleme, so das Apple das App aus dem Programm genommen hat. Da ich aber kein Iphone nutze, ist das nicht so meine Baustelle. Jedoch weiss ich, dass es noch Möglichkeiten gibt, dieses Programm zu besorgen bzw. auch zu installlieren. Hier mal ein Artikel der Dich einwenig mehr informiert. Ich denke, wenn man auf entsprechenden Seiten sucht, wird man woh fündig….

    http://winfuture.de/news,57621.html

  • a propos Grooveshark:

    Universal Music Group has now declared „legal jihad“ against Grooveshark, according to sources.

    siehe auch: http://digitalmusicnews.com/stories/090310groovesharkumg

    a propos Deezer: Deezer in Frankreich hat vermutlich einen besseren Katalog als hierzulande – dort gibts m.W. Verträge mit den großen Labels, die ihnen aber auch erst gegeben wurden, nachdem sie per geoblocking sichergestellt haben, dass sie den Katalog nur in Frankreich anbieten (und nicht wie noch bis letztes Jahr auf der ganzen Welt). ich würde weiter vermuten, dass sie mit den genannten coverversionen eine art ersatzangebot in DE schaffen möchten.

  • Vielen Dank für den tollen Bericht.

    Last.fm war der mir bis dato einzig bekannte Dienst. Und ich muss meinen Vorrednern zustimmen, dass Grooveshark den besten Eindruck macht. Dass das Benutzen dieser Plattform ohne jegliche Anmeldung strafbar sein soll, kann ich mir allerdings beim besten Willen nicht vorstellen.

  • Wer kann mir sagen, ob das Speichern der Songs bei deezer mittels N° 23
    strafbar ist.

  • Rammstein bei Simfy nicht gefunden, aber bei Grooveshark ja?
    Wie kommt das denn wohl?
    Liegt vermutlich daran, dass Rammstein+Management sich ein wenig gegen neue Geschäftsmodelle wehren und ihre Musik am liebsten auch für die nächsten 1000Jahre auf CDs verkaufen will… Simfy ist also auf die angewiesen, denn die machen seriöse Verträge mit den Künstlern, während sich Grooveshark im Grunde genommen am Rande der Legalität zu bewegen scheint.. jeder kann Musik hochladen und anderen zur Verfügung stellen, ohne irgendein Künstler da einwilligt, beteiligt wird. Das dieses Modell früher oder später abgemahnt wird, ist sicher… auch wenn man dort doch Rammstein findet, wie überall illegal im Netz 😉

  • Ich war eine Weile begeisterter Grooveshark-Nutzer und habe teilweise auch für den Anywhere-Modus (Android-App) bezahlt. Leider ist mittlerweile etwas Ernüchterung eingetreten aus folgenden Gründen:
    1. fehlende Lautstärke-Normalisierung: sehr unterschiedliche Lautstärken der Lieder trüben den Hörgenuss vor allem bei Party-Playlisten
    2. vielfach fehlende Tags: ohne Alben und Künstler-Tags lässt sich eine Musiksammlung nur schlecht verwalten
    3. zuviel Auswahl gleicher Lieder: bei 20 Varianten des gleichen Liedes weiß man nie so genau, welcher Titel schon in der Musiksammlung ist.
    4. teilweise schlechte Qualität: abgeschnittene Lieder, niedrige Bitraten oder Fake-Tracks bergen hohes Frustrisiko.
    5. Lieder verschwinden: der wichtigste Kritikpunkt in meinen Augen. Mit der Zeit schrumpft die Musiksammlung, weil offenbar Titel gelöscht werden. Geht gar nicht.
    Fazit: Toll zum Stöbern oder als Radioersatz, aber eine eigene Musiksammlung kann man sich so nicht ernsthaft anlegen. Mal ganz abgesehen davon, dass alle o.g. genannten Dienste ja jederzeit ihren Service kostenpflichtig bzw. teurer machen oder einstellen können.