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Frau beim SMS-Schreiben aus dem Kino geworfen, aus Beschwerde Werbespot gemacht

Habt ihr schon einmal im Kino eine SMS verschickt? Oder gleich mehrere pro Vorstellung? Im Kino „Alamo Drafthouse“ in Houston ist es eine Hausregel, das zu unterlassen. Wer sich nicht dran hält und erwischt wird, fliegt raus. Das ist nun einer Frau passiert, die mehrere Kurznachrichten getextet und die anderen Besucher mit der Helligkeit ihres Displays beim Filmgucken gestört haben soll: das Personal begleitete sie noch während der Vorstellung vor die Tür.

Die Dame wollte das nicht auf sich sitzen lassen und sprach dem Kino eine Beschwerde auf den Anrufbeantworter, die entsprechend mit Schimpfwörtern gespickt war. Und der Kinobetreiber? Hat sich einen Spaß daraus gemacht und den Anruf zu einem Werbespot umgestaltet.

Jedes Wort der Anruferin wird hierin schön visualisiert, und die Werbebotschaft ist: Bei uns im Kino kann man trotz Smartphone & Co. noch seine Ruhe haben. Eine eigenwillige Werbung, die einige Gäste verschrecken könnte, anderen aber aus der Seele sprechen dürfte. Mir gefällt’s. Euch?

(Jürgen Vielmeier)

Über den Autor

Jürgen Vielmeier

Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.

43 Kommentare

  • Ich finde die Kinobetreiber haben vollkommen Richtig reagiert. Sowohl die Regel als auch die Durchsetzung.

    Das sie ihre Sitz nicht gefunden haben soll kauf ich der Frau nicht ab. dafür sind Sitzreihen und Treppen in Kinos beleuchtet.

    Gruß

    binaersystem

  • Das ist mal eine sehr übertriebene Reaktion dafür, dass man aus dem Kino geworfen wird. Es ist wirklich nervig für andere Kinobesucher, wenn in der Nähe von einem eine Person immer wieder textet und ein helles Display hat. Kann die Regel sehr gut verstehen.

  • Finde die Handybenutzer genauso schlimm wie die leute die sich ständig beim Film unterhalten müssen, Pärchen die sich gegenseitig den Film erklären, gröhlende Kerle die ständig mit den Bierflaschen anstoßen müssen usw. Deswegen gehe ich erst ins Kino wenn der Film schon ein paar Tage lief oder ich schau ihn mir auf DVD an.

    Die Reaktion vom Kino fand ich zwar „übertrieben“ aber später dann nett umgesetzt – „You are welcome!“ – ist doch eine super Antwort auf die ganzen Beleidigungen… das mit der Taschenlampenfunktion werte ich mal als Schutzbehauptung.

  • Ich find’s toll, wie auch die Lautstärke des Monologsvisualisiert bzw. einige besonders witzige Passagen betont werden. 🙂 Eine sehr coole Reaktion des Unternehmens – da bin ich mal wieder sehr froh über unsere Kunden.

  • Wer seinen Weg nicht findet, weil’s dunkel ist, ist wohl schon zu spät dran und stört – 1. Minuspunkt.
    Handy an – 2. Minuspunkt
    Handy in Benutzung, Fremdlicht im Kino (insbesondere wenn es hell genug ist um als Taschenlampe zu dienen 🙂 ) – 3. Minuspunkt.

    Soll sie bloß draußen bleiben – für mich wäre diese Reaktion des Kinos ein Grund öfter hin zu gehen.

    Den Spot, statt des üblichen Raubkopiererspots zwischen Werbung und Film – und gut is.

  • Nun ja, ich glaube nicht, dass ich gerne in ein Theater gehen würde in dem ich nicht zuerst einmal höflich um das Unterlassen interner Vorschriften gebeten würde.

    Aus der Beschwerde einer Kundin einen -im wahrsten Sinne des Wortes – Spott zu machen passt dann leider in den ersten Eindruck des Theaters.

    Ganz klare Sache: So etwas gehört sich überhaupt nicht und wirft ein sehr unangenehmes Licht auf das Theater.

  • Auf jeden Fall finde ich es gut wenn ein Kinobeitreiber dafür sorgt, dass die Gäste ungesört den Film gucken können. Ob und wie welche Reaktion jetzt genau angemessen war lässt sich wohl schwer sagen wenn man nicht dabeigewesen ist, aber Leute per Telefon so zu beschimpfen ist mit Sicherheit nicht angemessen. Von mir gibt’s aus der Ferne auf jeden Fall Sympathiepunkte für’s Kino.

  • @Regina:

    Dieses Kino ist ein bekanntes Kino für echte Kinoliebhaber. Deshalb ist die Reaktion zu verstehen. Und zu begrüssen.

    Wer Popcorn-Filme in Popcorn-Atmosphäre sehen will soll in entsprechende Popcorn-Kinos gehen!

  • Ein riesen Lob an die Marketing Abteilung des Kinos, aus einer Beschwerde eine Werbung zu gestalten ist schon ein fast wahnsinnig guter Einfall…wobei sowas in good ol‘ germany wahrscheinlich wieder nicht machbar wäre.
    Bruno

  • @ Sonstwer: Genau das haben sich die Kinobetreiber wohl auch gedacht, als sie einen Spot daraus gemacht haben. 🙂

    @ Regina: Ich kenne kein Kino, das nicht darum bittet, das Mobiltelefone abgeschalten werden. Für mich ist es nur konsequent, dass die Lady rausgeschmissen wurde.

    Ich würde allerdings auch nie negative Kundenreaktionen für die Werbung nutzen, aus zwei Gründen:
    1) habe noch nie derartige Ausfälle erlebt, also gar kein „Material“ 😉
    2) finde ich, Kunden, die Wut und Enttäuschung erleben, sollte man zuhören und auf gar keinen Fall bloßstellen

    Allerdings ist es auch ein großer Unterschied, in welchem Bereich man tätig ist. Bei einem Kino stört SMS-Schreiben ja auch die anderen Besucher. Wie ich eine Software nutze, ist allerdings meine ganz persönliche Sache.

  • Nicht schelcht – Allerdings kann ich den Kinobetreiber verstehen.
    Mich nervt des ewige SMS schreiben oder rumsurfen oder sonst was auch immer extrem. -> Mag deswegen schon garnicht mehr ins Kino gehen.
    Ich persönliche finde das schon als sehr unverschämt hier ewig auf dem Handy rumzutippseln -> weiß garnicht, was jetzt da so wichtig sein soll.
    Wahrscheinlich grad irgendjemanden schreiben, dass man grad im Kino ist und den Käse dann auch noch sofort auf Facebook posten.

  • […] Außerdem bleibt ja auch noch der “Live-Kinobesuch”, vom dem im besagten Beitrag, aufgrund der teilweise horenden Preise, zwar abgeraten wird, doch den – auf Netzgezwitscher – zu Beginn des Jahres erwähnten YouTube-Film “Live in a Day” einmal auf Großleinwand zu sehen, dürfte vielleicht für den einen oder anderen ganz interessant sein. Nur lasst euer Handy besser zu Hause, oder vermeidet es zumindest zu simsen. Es soll nämlich Kinos geben, die das nicht so gerne sehen und bevor es euch nacher ähnlich geht wie dieser Frau… […]

  • Bei der Aufregung um das Verhalten und den Hausregeln sollte man nicht vergessen, dass der Spot in Hinsicht auf die Views schon ein echter Social-Media-Erfolg war.

  • Hervorragende Politik – und hervorragende Reaktion – DAS wäre das Kino meiner Wahl.

    Im Übrigen geh ich in ein Kino im benachbarten Ausland, winzig klein, der älteste Saal ist von 1910 (!) – und nach 22:00 Uhr gibts Rauchervorstellungen:
    http://www.kinothek.at
    Die Atmosphäre gehört im Kino durchaus dazu… das denk ich mir jeden Sonntag, wenn der Betreiber selbst am Ausgang seine Zigarette geniesst und jeden Gast persönlich verabschiedet…

  • @Gerd:

    Rauchervorstellungen? Ich hoffe die haben dann aber auch Rauchersäle … weil der Gestank bleibt ja normalerweise länger als der Film??

  • Ich kann sie mir richtig vorstellen, die kleine blonde Slut mit dem nervigen Geklacker ihrer French Nails auf der Tastatur ihres kleinen FUCKING pussy phones. Soll sie es sich doch… ach, lassen wir das.

  • @Marvin

    Und der Social Media Erfolg heiligt die Mittel ?

    Dann aber ist ein Handyverbot -das Handy als einer DER Transmitter von Social Media- um so absurder:

    Du kannst nicht auf der einen Seite ein technikfeindliches Handyverbot erteilen

    und auf der anderen Seite Social Media für Dich hemmungs- und grenzenlos nutzen.

    Die Diskussion um die menschlichen (!) Grenzen der Social Media und des Umgangs und Umgangstones mit und ihnen scheint mir dringend fällig.

    Die Kommentare auf den Post offenbaren da schon eine recht krude Haltung (in Einstellung und Wortwahl).

    Stellt sich also mehr und mehr die Frage: Wie gehen wir in und mit Social Media miteinander um?

  • Da ich mein halbes Leben im Kino verbringe(mein Blog) erlebe ich des öfteren, wie Leute später in die Filme kommen und den Weg mit dem Handydisplay suchen. Das kann ich natürlich voll nachvollziehen, genauso, wenn einem selbst etwas runter fällt und man es sucht, was ich jedoch nicht mag, ist, wenn es ständig passiert, oder etwas klingelt.

  • @Regina. Aber jetzt bitte mal den Ball flach halten. Hier ist ne Frau wegen Ihres nervigen SMS-Geklappers und der Bildschirmhelligkeit aus nem Kino rausgeflogen, weil es dort verboten war. That’s it. Und das ist richtig so.

    Und wenn sie sich selber nachträglich dann noch zum Affen macht, ist mein Mitleid sehr begrenzt. Auf Youtube laufen da wirklich „schlimmere“ Dinge.

  • @ Regina: Natürlich kann ich das Handy im Kino verbieten und gleichzeitig Social Media als Werbemittel nutzen. Was hier von Erwachsenen verlangt wird, ist situationsangepasstes Verhalten. Ich kann ja auch nicht im Kino singen, auch wenn ich das zu Hause beim Bügeln vielleicht mache. Wenn der Kinobetreiber mich deshalb rauswirft, aber trotzdem Musical-Filme zeigt: Handelt er dann widersprüchlich?

  • Wirklich eine gute Aktion von dem Kino. Schön ist dabei auch, dass eben das Unternehmen mal nicht das gemacht hat, was ihnen vielleicht von einem Social-Media-Experten normalerweise in einem solchen Fall geraten worden wäre, nämlich auf den Kunden hören und mit ihm kommunizieren.

    Man muss sich als Unternehmen auch nicht alles gefallen lassen. Wenn ich ein Kino betreiben würde, dann könnte ich gerne auf einen Kunden verzichten, der in meiner Vorstellung lieber textet als den Film zu schauen. Wenn er dann andere noch stört, dann hört der Spaß gänzlich auf.

    Problematisch an der Aktion ist aber sicherlich die Verwendung des AB-Mitschnittes. Ohne Einverständnis der Person ist das sicher auch in den USA eine Verletzung des Urheberrechts sowie in diesem Fall auch eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts.

  • Die Aktion macht doch ein schlanken Fuß!
    Ich bin zur Zeit sehr selten im Kino, aber mich nervt es ungemein wenn Leute während dem Film mit Ihrem Handy rumspielen. Zumal ich das eh nicht verstehe wie man sich mit dem Handy beschäftigen kann, wenn man Geld für eine Kinovorstellung ausgegeben hat. Aber das ist jedem selbst überlassen.

    Die Reaktion finde ich gut und ich würde das Kino auch besuchen, weil ich weiß, dass da keiner mitm Handy rumspielt! ^^

  • @ #15

    > Ein riesen Lob an die Marketing Abteilung des Kinos, aus einer Beschwerde eine Werbung zu gestalten ist schon ein fast wahnsinnig guter Einfall…wobei sowas in good ol’ germany wahrscheinlich wieder nicht machbar wäre.

    Von wegen! Bei uns macht sowas die Bild (vgl. Holofernes/Bild Kampagnenanfrage). Und da mir die Aktion von Bild da ungemein sauer aufgestoßen ist, sehe ich hier auch nicht gerade eine wahnsinnig tolle, kreative, geglückte Entscheidung in der „Antwort“ dieses Kinos. Menschen vorzuführen finde ich per se negativ, anderer Leute Fremdschämaktionen sind kein Grund, sich gleich auf ihr Niveau zu begeben. In so einer Welt will ich nicht leben. Aber nunja, das ist meine Meinung. Ich kann auch den wenigsten Pannenvideos was lustiges abgewinnen. Ist irgendwie die selbe Kerbe.

    Gedankenexperiment: Ihr seid von einem Produkt wahnsinnig enttäuscht und schickt der Firma eine wütende E-Mail. Die Firma macht daraus einen öffentlich publizierten Werbespot mit der Botschaft: „Unsere Produkte sind nicht für jeden was…“ (oder so ähnlich). Bitte Situation erneut bewerten.

  • @ #26 Oliver
    @ #27 Tanja

    Sorry, aber ihr vermischt hier zwei Dinge. Den Rauswurf würden viele sicher nicht kritisieren. Eine private Nachricht eines (vielleicht betrunkenen) enttäuschten Kunden öffentlich zu präsentieren (im Kino, im Internet) ist aber ne andere Nummer. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass sowas in den U, S and A rüschhhhtig teuer werden kann.

  • Oh mein Gott, was ist das für ein suuuuper Werbe-Gag!?
    Auch von mir ein Mega-Lob an die Marketing Leute. Das ist so eine coole Reaktion; mich hätte halt das Gesicht der Kundin interessiert, wenn sie den Werbespot das erste Mal sieht.

    @#30
    Ja, Ihr Kommentar hat natürlich auch was für sich. Aber im Gegensatz zur Bild-Holofernes Kampagne ist dieser Spot anonym gelaufen. Es wird imho also niemand wirklich vorgeführt. Unter vorgeführt verstehe ich etwas anderes. Ich persönlich kann Ihr Gedankenexperiment nicht ganz nachvollziehen, weil: natürlich habe ich mich auch schon bei Firmen beschwert, wenn mir irgendwas wirklich heftig gegen den Strich ging. Allerdings habe ich das nicht annähernd in so einem piep-Ton gemacht, wie es die Anruferin hier getan hat. Und das wäre dann bestimmt keine gute Vorlage für das „You’re welcome!“.

  • Klasse Reaktion, frage auch immer diese elenden Störer, ob sie das Ding nun ausmachen wollen oder in der ersten Reihe wieder finden wollen.

    Immerhin gebe ich ja mein Geld für den Film aus und nicht für das Geblende mit dem Handydisplay. Bringt einen immer wieder voll aus der momentanen Atmosphäre des Films heraus.

    Nach diesem Spot wäre dies mein Lieblingskino….

  • ich gehe schon lange nicht mehr ins kino, wegen solchen vollhorsten.
    in amerika scheinen es jetzt endlich einige kinobetreiber kapiert zu haben, warum sich die leute die filme lieber zu hause anschauen wollen als in einem saal voller …
    super aktion!

  • Hallo! Also ich finde es nicht wirklich in Ordnung, dass man im Kino keine SMS mehr schreiben darf. Klar ist es nervig, wenn jemand dauernd sein Handy hochhält, so dass kein Mensch mehr den Film anschauen kann, weil man von dem seinem Bildschirm abgelenkt wird, aber solange der Schreiber mal ein oder zwei SMS schreibt find ichs vollkommen ok. Vielleicht sollte man dafür sorgen, dass es spezielle Kinos gibt in denen man das Handy zum SMS schreiben benutzen darf und inn manchen Filmen nicht. dann wird man allen gerecht auch denen, die es so arg stört.

  • Also wenn es um den Film geht, den man sehen will, dann geht es um den Film. Darauf sollte man sich auch konzentrieren. Wenn man nicht mal 90 Minuten ohne Handy klar kommt ist das schade. Außerdem kann man auch vor die Tür gehen. Finde die Reaktion des Kinobetreibers ein tolles Beschwerdemanagement 🙂

  • Wenn man schon das Geld für den Kinobesuch leisten kann, dann sollte man sich auch den Film angucken. Richtige Reaktion seitens des Kino

  • Muss das wirklich sein, im Kino zu simsen? Gibt’s dafür nicht 22 andere Stunden, als genau zu dem Zeitpunkt?

    Und dann vielleicht noch ne halbe oder dreiviertel Stunde, oder wie?

    Das ist genauso widerlich, wie neulich eine Frau die ich beim Arzt im Wartezimmer erlebt habe: hat eine halbe Stunde oder sogar noch mehr mit einer Bekannten am Handy gesabbelt.

    Da frag ich mich doch ernsthaft, ob da nicht irgendwo irgendwas schief läuft.

    Die Leute – und sie selber ja auch schniefender Weise – sitzen schließlich nicht beim Dok weil sie sonst nix mit ihrer Zeit anzufangen wissen.

  • Richtig! Ich hätte sie gleich noch angezeigt! Ich hasse es, wenn ich schon mal ins Kino gehe und bis zu 12.50€ pro Karte zahle und dann noch von Uninteressierten gestört werde. Boah….