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Android übernimmt eindrucksvoll die Führung im Tablet-Markt, Microsoft’s Surface RT floppt

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Es war nur eine Frage der Zeit und die ist nun gekommen: Während Android im Smartphone-Markt dem iPhone schon lange den Rang abgelaufen hat, hat sich Googles mobiles Betriebssystem nun auch den Tablet-Markt unter den Nagel gerissen.

Apple und Google tauschen Position und Marktanteil

Wie das Marktforschungsinstitut IDC errechnet hat, wurden im ersten Quartal 2013 knapp 28 Millionen Android-Geräte und 20 Millionen iOS-Geräte ausgeliefert. Damit sichert sich Android einen Marktanteil von 56,5 Prozent. iOS liegt auf dem zweiten Rang mit 39,6 Prozent, Windows liegt mit 3,7 Prozent abgeschlagen auf Platz drei.

Pikant: Vor einem Jahr noch lag Apple mit 58,1 Prozent vor Google mit 39,4 Prozent – man hat also nicht nur die Positionen, sondern auch noch den Marktanteil getauscht. Für Android bedeutet das ein Wachstum von sagenhaften 248 Prozent im Jahresvergleich. Getoppt wird das nur noch von Microsoft Windows mit einem Wachstum von 700 Prozent – allerdings auf niedrigstem Niveau, doch um Microsoft’s Betriebssystem kümmern wir uns gleich.

Apple nach wie vor größter Hersteller, Samsung wächst um 283 Prozent

Die Erklärung für Googles Dominanz ist simpel: Durch die zahlreichen Hersteller werden Androiden en masse auf den Markt geworfen, Apple hingegen hat mit dem iPad und iPad mini nur zwei Geräte der aktuellen Generation im Angebot und das wird sich vermutlich auch nicht so schnell ändern.

Dennoch kann sich Apple freuen, nach wie vor der größte Hersteller zu sein. Mit 39,6 Prozent Marktanteil liegt man deutlich vor Samsung, die mit 17,9 Prozent auf Platz zwei landen. Allerdings sind die Absatzzahlen der Koreaner im Jahresvergleich um 283 Prozent gestiegen, die von Apple „nur“ um 65 Prozent.

Nun zu Microsoft: Während Steve Ballmer die Verkaufszahlen der Surface-Geräte nach wie vor unter Verschluss hält, bringt IDC Licht ins Dunkel. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass sich die geschätzten Absatzzahlen stets auf den Handel beziehen und nicht tatsächlichen Verkäufen an Endkonsumenten entsprechen.

900.000 abgesetzte Surface-Geräte, Surface RT floppt

Den Zahlen zufolge hat Microsoft im ersten Quartal 200.000 Surface RT-Geräte verkauft. 200.000 Geräte weltweit in drei Monaten – das kann getrost als Misserfolg gewertet werden. Insgesamt hat Microsoft wurden 1,6 Millionen Windows-Tablets verkauft, davon 900.00 Surface-Geräte, wovon wiederum ein Großteil Pro-Versionen sind.

Das ist sicherlich noch nicht in den Sphären von Apple und Samsung, aber ein Hoffnungsschimmer, zumal das Surface Pro erst seit Mitte Februar verfügbar ist und bislang auch erst in 15 3 Ländern erhältlich ist.

Doch die Marktforscher von IDC gehen ziemlich hart mit Microsoft’s Surface-Strategie ins Gericht: Das Pro sei zu teuer, zu schwer und schwächelt nach vier Stunden. Trotz seiner leistungsstarken Performance werde es mit anderen Tablets verglichen, die in der Regel zwischen acht und zehn Stunden schaffen.

Drei Betriebssysteme sind eins zu viel

Auch ist man sich bei IDC nicht sicher – und ich stimme dem zu – ob die Strategie zweier Betriebssysteme aufgeht. Rechnet man Windows Phone 8 dazu, kommt man sogar auf drei Systeme. Da ist Apple mit Mac OS X für Desktops und Laptops und iOS für iPhones und iPads schlichtweg besser aufgestellt.

Windows RT hingegen ist nicht wirklich Fisch noch Fleisch – die Absatzzahlen belegen ja, dass die User nicht ganz davon überzeugt sind. Das Surface Pro hingegen hat mehr Potential, wenn man bei dem Preis von 900 Dollar den Rotstift ansetzt und die Laufzeit verbessert.

Da der Trend zu kleineren Display-Größen hingeht, ist Microsoft auch gut beraten, sich hier zu engagieren – wobei dann die Bedienung von Windows 8 auch wieder etwas schwieriger wird. Dennoch: Microsoft muss den Wirrwarr um Windows 8 und RT beenden. Der relative Erfolg des Surface Pro ist ja schon einmal ein Anhaltspunkt, wohin die Reise gehen müsste.

Bild: Flickr / 3 Sverige (CC BY 2.0)

Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

14 Kommentare

  • Ich schmunzle über die Aussage zu Surface Pro: „Trotz seiner leistungsstarken Performance werde es mit anderen Tablets verglichen, die in der Regel zwischen acht und zehn Stunden schaffen.“ – wenn das Surface als Tablet mit anderen Tablets verglichen werden soll, dann bitte die RT-Version. Die Pro-Version lässt sich eher mit Netbooks vergleichen! Genau deswegen ist Windows RT gemacht.

    Unabhängig davon gibt es keine Aussagen zu den Verkaufszahlen von Microsoft. Alles nur Spekulation, mal werden mehr Stückzahlen genannt, mal weniger. Je nach Analysten-Bude.

  • Immerhin 7,5 Prozent aller ausgelieferten Tablets liefen mit Windows 8 oder Windows RT und Microsoft ist der Drittgrößte Tablet Hersteller. Das würde ich schon mal als gar nicht schlecht für Microsoft bezeichnen

  • Hier wird immer Windows RT nur von der Software Seite gesehen, aber es hängt mit der Hardware zusammen.
    Mit der Pro-Versionen bleibt MS was sie eigentlich nicht wollten von Intel und der x86er Chiptechnik weiter abhängig.
    Es bliebe nur noch eine Windows Phone Variante für ARM Tablets fit zu machen.

  • interessant wie BT immer wieder Windows- oder Nokia-Produkte in einen Kontext stellt, in dem sie mangels Relevanz eigentlich nichts zu suchen haben. Na ja, vielleicht wird’s ja nochmal was mit den beiden Ex-Monopolisten, aber aktuell brechen denen doch alle Märkte und Prognosen ein und die Finnen haben bereits Haus und Hof (die Firmenzentrale) verpfändet um überhaupt noch Komponenten bezahlen zu können.

    • Wenn die Lottozahlen so vorhersehbar wären wie deine Kommentare wäre ich ein reicher Mann…

  • Also ich konnte bisher auch keinen Vorteil bei Windows RT erkennen und habe eine ganze Weile auf Windows Surface Pro gewartet. Mittlerweile habe ich mir dann aber doch ein neues Notebook gekauft, da ich zum Arbeiten doch etwas mehr Platz benötige und auch auf den Komfort eines richtigen Notebooks nicht verzichten möchte. Aber diese abgespeckten Varianten von Software mag ich auch gar nicht. Ich finde auch das iPad sollte sich etwas mehr öffnen und auch richtige Mac-Anwendungen ermöglichen und vor allem auch ein Dateisystem besitzen, in dem man auch mal eine Datei abspeichern kann. Da ist Android dann doch besser, obwohl ich eigentlich ein begeisterter Apple-Nutzer bin.

  • Irgendwas stimmt hier nicht.

    Zitat: Insgesamt hat Microsoft 1,6 Millionen Tablets verkauft, davon 900.00 Surface-Geräte, wovon wiederum ein Großteil Pro-Versionen sind.

    Es gibt nur 2 Tablet Modelle von MS. Entweder hat MS 1.6 Millionen Surface Geräte verkauft oder nicht. Dass davon 900.000 Surface Geräte sind kann schon mal nicht sein, den die 1.6 MIllionen können nur Surface Geräte sein. Weil wie gesagt, mehr Tablet Modelle hat MS nicht.

    Zitat:
    zumal das Surface Pro erst seit Mitte Februar verfügbar ist und bislang auch erst in 15 Ländern erhältlich ist.

    Stimmt so nicht… Surface RT ist in 15 Ländern erhälltlich.. Die Pros sind nur in 3 Ländern erhälltlich. Nämlich USA, Kanada und China.

    Ich habe das Gefühl der Author verwechselt das RT Modell mit der Pro.

    Und wenn von den 1.6 Millionen verkauften Surface ca 700.000 Surface Pro Modelle sind, ist das eigentlich ne krasse Zahl. Da nur in 3 Ländern erhälltlich und nicht ganz billig (ab 900$).
    Ich hätte weniger geschätzt.

  • Vielleicht sollte man den Artikel noch mal neu schreiben oder zumindest gründlich überarbeiten und dabei bedenken…

    Android != Google
    Windows != Microsoft

    MSFT hat ca 900 Tsd Surface-Tablets verkauft.
    Insgesamt wurden ca 1,8 Mio Windows-Tablets verkauft.

    Windows Marktanteil 3,7%.
    Mircosoft Marktanteil 1,8%.

  • Ein Problem für MS ist das die meisten Tabelt also Android und Apple ARM Prozessoren Geräte sind und hier Floppt ausgerechnet ihr neues Windows RT und das mit Ansage, denn viele sagten schon vorher das MS auf Grund seiner Windows Kernelarchitekur seine Versprechungen nicht Einhalten wird bei der Portierung auf die ARM Architektur, zudem von den Dittherstellern abhängig sind welche ebenfalls ihre Software Anpassen müssen.
    Intel hatte bisher Probleme mit seiner x86er Entwicklungen für Mobile Geräte und zu hohe Preise, worunter nun auch Microsoft zu leiden hat.
    Dies alles findet leider im Beitrag keine Beachtung und es wird der Eindruck erweckt das Windows RT einfach ersetzbar ist.
    Es ist Ersetzbar aber zum Preis eine völlig andere Hardware und ein Desktop OS bei seinen Tablets Einsetzen zu müssen als Google oder Apple.