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Youtube ist der Platzhirsch, Filesharing boomt weiterhin: Ein Report zeigt, wofür wir unseren Internet-Traffic nutzen

geschrieben von Jürgen Kroder

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Mails schreiben, googeln, chatten, Youtube-Videos schauen – das sind wohl die typischen Dinge, die wir im Netz machen. Oder? Eine neue Studie zeigt, wofür wir unsere Internet- und Mobilfunk-Anschlüsse noch benutzen. Das Ergebnis dürfte nicht jedem gefallen.

Video bewegt

Laut dem neuen „Global Internet Phenomena Report“ der Firma Sandvine stehen die Europäer auf audiovisuelle Unterhaltung. 42,3 Prozent (Festnetz) bzw. 38 Prozent (Mobil) unseres Downstream-Traffics wird für Video- und Audio-Streaming genutzt. Das verwundert mich nicht. Immer mehr Menschen pfeifen auf das konventionelle Fernseh-Angebot und schauen sich lieber über Netflix, Maxdome, Watchever & Co. Serien und Filme an, wann sie Zeit und Lust haben.

Sind die Bezahldienst-Anbieter die großen Traffictreiber im Netz? Nein. An der Spitze der meistgenutzten Videodienste steht unangefochten Youtube. Laut dem Report entfällt mit großem Abstand der meiste Datenverkehr auf das Google-Portal. Dahinter folgt laut Sandvine der Punkt „MPEG-Other“, wohinter ich das Angebot der diversen Erotik-Anbieter vermute. Und wie siehts mit Branchengröße Netflix aus, der ja in aller Munde ist? Der verbraucht in Europa nur 3,4 Prozent des Traffics.

Wofür nutzen wir unseren Traffic noch? An Platz 2 mit 19,5 bzw. 26,6 Prozent steht das Surfen im WWW. Desweiteren schieben wir mit sozialen Netzwerken und Kommunikations-Tools wie WhatsApp und Skype unsere Daten durchs Web. Und der Google Play bzw. Apple App Store nehmen auf Smartphones und Tablets einiges vom Traffic ein.

Infografik: So setzt sich der europäische Traffic zusammen | Statista

Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Der dunkle Fleck

Einen Posten habe ich bislang noch nicht erwähnt. Ihn findet man in der obigen Statistik im Bereich Festnetz dunkelblau hinterlegt. Die Farbgebung wurde passend gewählt, denn dieser Traffic-Verbraucher ist quasi das schwarze Schaf des Internets, der Dorn im Auge der Industrie: Filesharing.

Laut des „Global Internt Phenomena Reports“ machen Tauschbörsen 11,6 Prozent des europäischen Downstream-Datenverkehrs aus. Noch viel größer fällt die Zahl aus, wenn man sich in der Sandvine-Analyse den Bereich Upstreams anschaut. Hier ist BitTorrent mit 36,5 Prozent mit weitem Abstand an Platz 1.

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Oha. Das Thema Raubkopien, Schwarzkopien oder wie auch immer man den illegalen Tausch von Daten nennen mag, scheint trotz populärer, legaler Dienste wie iTunes, Steam oder Netflix wohl immer noch ein wichtige Säule des Internets zu sein.

Etwas, das ich persönlich nur bedingt verstehen kann. Ja, kostenloser Konsum ist verlockend. Und nicht jeder Mensch kann sich neue DVDs oder Games für 20,30, 40 oder mehr Euro leisten. Aber genau deswegen gibt es mittlerweile unzählige Anbieter, bei denen man schnell, einfach und  günstig an sein Vergnügen kommt.

Videostreaming-Portale bieten Flatrates von unter 10 Euro im Monat tausende Filme an, bei Games-Portalen wie Steam oder Gog.com gibt es ständig massig Spiele zum Schnäppchenpreis, Apps sind meist kostenlos und auf eBay lässt sich beispielsweise günstig shoppen. Aber trotzdem wird noch „geshared“ wie verrückt. Nun ja… ein Thema, über das man lange vortrefflich diskutieren kann.

Deswegen – wie ist es bei euch: Videostreams, Facebook, Recherche, Mails oder Filesharing – wie nutzt ihr euren Internet-Traffic?

Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

7 Kommentare

  • Immerhin hat es Netflix in so kurzer Zeit geschafft über 3 Prozent des Traffics zu erreichen. Wie lange gibt es Netflix jetzt in Deutschland 2 Monate?

  • Deine Analyse zumindest in Bezug auf Videostreaming vs. Illegaler Download ist defintiv nicht richtig. Klar gibt es mittlerweile unzählige Anbieter, wo man „schnell, einfach und günstig“ an sein Vergnügen kommt. Zumindest wenn man die letzten Jahre im Urwald war. Wer aber aktuelle Serien und auch Filme sehen möchte wird schnell feststellen, dass das Angebot sehr begrenzt bis gar nicht vorhanden ist.

    Egal ob man sein Augenmerk nun auf Watchever, Amazon Prime Instant Video usw. oder lenkt: keiner der Anbieter kann Filmfreunde mit seinem Sortiment ernsthaft zufriedenstellen. Die echten Hits der Gegenwart sind gar nicht bzw. nur mit mehrjähriger Verspätung zu sehen.
    Auch kann das Sortiment in keinster Weise mit dem aktuellen DVD- und Blu-ray-Angebot mithalten – und erst recht nicht mit dem der Tauschbörsen. Dazu kommt das viele der Filme nur in SD – Qualität vorhanden ist. Und wer kann das bitte noch ertragen?
    Der einzige mir bekannte Anbieter, der sowohl beim Angebot als auch bei der Qualität super aufgestellt ist nennt sich iTunes. Aber dort fehlt der Begriff „günstig“. Filme sind teilweise teurer als im Handel, bei Serien gilt das gleiche. Denn nicht viele können sich für 65.- Euro eine komplette Staffel kaufen die man in einer Woche durch hat.

  • Habe den Verdacht, dass die Messung des Traffics das Bild extrem verzerrt.
    Wenn ich mir z.B. 1 Mal im Monat ein Youtube Video ansehe, gehen dafür sicher mehrere Megabyte durch die Leitung.
    Selbst wenn ich jetzt tagtäglich 200 Tweets auf Twitter los lasse, käme ich da nicht mal ansatzweise ran. Und doch zeigt die Statistik dann, dass ich Youtube öfters nutze als Twitter.

  • @Alex: Ja, Videostreams und VoD könne noch nicht mit dem gigantischen Angebot von DVDs und Blu-Rays mithalten. Aber wenn du bei Watchever & Co reinschaust, findest du hunderte Titel. Zugegeben, da ist viel Schrott dabei, aber auch einige Highlights. Das eine ultimative Angebot gibt es noch nicht – aber es wird überall stetig besser.

    Aber was heißt das: Was Streaming-Anbieter nicht anbieten, darf man sich raubkopieren, weil man es trotzdem haben will? Ich denke: nein!

  • @Jürgen Kroder

    Das mit den Angebot ist auch nur eine Ausrede. Es gibt ja nun gar keine rechtfertigung sich sachen einfach zu nehmen.

    Außerdem wenn man mal schaut, das selbst bei Apps wild kopiert wird. Die ja wirklich kaum was kosten.

    Kopiert wird was da ist. Und vor allem weil es relativ Risikolos ist. Man Gewinnt eher im Lotto als man erwischt wird.

    Gelegenheit macht Diebe. Es fehlt die Abschreckung.

  • @John Ich bin vollkommen deiner Meinung. Es gibt keinerlei Rechtfertigung für Raubkopien, Schwarzkopien, „dezentrale Sicherheitskopien“ oder wie auch immer man das nennen mag!

  • Wen wundert es denn auch. Bei Amazon , Netflix und co gibt es die aktuellen Serien und Filme zu wenig.
    Dvds und Blurays sind mit 5-17€(Filme) oder 10-40€ pro Staffel(Serien) auch nicht mehr so teuer, ABER bis man einen Film oder eine Serie auf Bluray/Dvd oder in einem legalem Streamingportal findet, dauert es einfach viel zu lange. Da ist es kein wunder, dass viele sich sowas runterladen. Eine meiner Lieblingsserien aus den USA läuft dort auf Englisch, etwa ein knappes Jahr später läuft sie auf Sky, noch ein Jahr später auf Pro7 und dann kommt erst die Bluray. Zum Glück gibt es die Serie nach der Ausstrahlung auf Sky irgendwo runterzuladen, ansonsten müsste ich 1,5 Jahre oder mehr auf die Bluray warten. Wenn die Bluray erscheint wird sie auch gekauft, aber solang muss halt das schlechte Material aus dem Internet reichen.
    Bei Filmen geht es mittlerweile, etwa 4 Monate nachdem ein Film im Kino gestartet ist, gibt es ihn auf Bluray, das ist in Ordnung. Aber bei Serien dauert das einfach viel zu lange.