Wirtschaft

S6, H1, H7, A, E, J führen zu WTF: Samsung verwirrt mit noch mehr neuen Modellen

geschrieben von Jürgen Kroder

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Samsung steht unter Beschuss: Auf der einen Seite feiert Apple mit seinem iPhone von Jahr zu Jahr immer dickere Gewinne, auf der anderen Seite überschwemmen Konkurrenten mit Billig-Handys den Markt. Was ist die Lösung? Eine stringente Strategie. Die kann ich aber nicht erkennen.

Weniger ist mehr

Das Ergebnis dieses Konkurrenzkampfes um die Handy-Kunden zeigt sich in der Bilanz von Samsung: Die Zahlen enttäuschen, die Koreaner gelangen ins Hintertreffen. Die Reaktion darauf war ein Strategiewechsel, den man im November 2014 verkündete. Die Ansage lautete: Man wolle ab nun weniger Modelle veröffentlichen und sich auf diese konzentrieren.

Das klingt nachvollziehbar und sinnvoll: Klasse statt Masse. Wie Apple eben. Mehr Fokus auf weniger Produkte heißt, man kann diese perfektionieren und gezielter vermarkten.

Mit dem kürzlich angekündigten Galaxy S6 und dem Schwestermodell S6 Edge schien man dieses Paradima zu leben: besser, edler, teurer. Ab in die Oberklasse, um mit dem Kontrahenten aus Cupertino Schritt halten zu können.

Friede, Freude, Eierkuchen? Nein.

Doch bei Samsung scheint man mittlerweile die vor ein paar Monaten angekündigte Strategie wieder vergessen zu haben. Anstatt sich auf wenige, aber hochwertigere Modelle zu beschränken, bringt man munter weitere Typen auf den Markt. Von der bekannten S-Serie über die A- und F- und die Note-Reihe bis hin zu Wasweißichnochalles. Und das sind nur die Smartphones. Wenn man bei Onlineshops wie idealo.de & Co. nach Samsung-Tablets schaut, wird die der Typologien-Dschungel noch größer.

Welches Modell steht in diesem Produktnamen-Konglomerat für was? Ehrlich gesagt: Ich blicke nicht mehr durch. Und damit dürfte ich nicht der Einzige sein.

Da Samsung aber wohl der Überzeugung ist, dass ihre (potentiellen) Kunden absolut Technik-affin und jederzeit top informiert sind, wollen sie laut aktuellen Meldungen in Zukunft das Alphabet weiter ausfüllen. Nach der eben kürzlich vorgestellten Z-, J- und E-Reihe plane man nun wohl auch veschiedene H-Typen auf den Markt zu bringen.

Srsly?

Samsung, ich verstehe euch nicht mehr. Bei der Benennung und Logik eurer Produkte habe ich schon lange aufgehört Schritt halten zu können. Auch bei der Strategie kann ich keinerlei klare Linie erkennen.

Einerseits will man einen auf Apple machen, also ein straffes, klares Portfolio, verbunden mit dem Griff in die Oberklasse, andererseits veranstaltet man das komplette Chaos. Welcher Kunde soll da den Überblick behalten?

Dazu fallen mir noch drei passende Buchstaben ein, die man auch noch für ein Modell verwenden könnte: WTF!

Wie geht es euch: Blickt ihr bei den vielen Modellreihen von Samsung noch durch? Ist das förderlich für eure Kaufentscheidung?

Bild: Samsung

Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

2 Kommentare

  • Ich denke die Mehrheit der Samsung-Interessierten kennt sich einigermaßen mit der Galaxy S Reihe aus und hat schon von dem neuen S6 Edge gehört. Ebenso Galaxy Note dürfte vielen ein Begriff sein. Dann hört es aber auf.
    Es ist allerdings nicht selten, dass in Unternehmen mit vielen Produkten und kurzen Produktlebenszyklen die Namensfindung irgendwann unübersichtlich wird. Samsung hat es verpasst, auf eine durchdachte Benennungslogik umzusteigen. Einfach den Buchstaben vorne austauschen reicht einfach nicht. Dafür sind es zu viele Produktlinien und sie sind zu kurz am Markt. Da gehen potentielle Kunden flöten, die da nicht mehr durchsteigen und auch keine Lust haben sich tagelang in die Materie einzuarbeiten.
    Es wäre also höchste Zeit, ein neues Namenssystem an den Start zu bringen.