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Onlinewerbung: Hoher Anstieg, aber mieses Niveau

via Hugo E. Martin, der auf die neueste Nielsen Pressemeldung (.pdf) eingeht (siehe Nielsen Media Research für weitere Meldungen), daß 2005 der Onlinewerbekuchen um fast 1/3 zugenommen hat. Nielsen schreibt:

Statt der für das Jahr 2005 erfassten 19,1 Milliarden Euro Bruttowerbeaufwendungen in den klassischen Medien addieren sich nun zusätzlich Direct Mail mit einem Volumen von 2,96 Milliarden Euro, Online mit 410 Millionen Euro und Kino mit 86 Millionen Euro zu einem Gesamtmarkt von insgesamt 22,6 Milliarden Euro (Plus 6,7 Prozent) aller von Nielsen Media Research erfassten Medien…. Für den Online-Markt ermittelt Nielsen Media Research für 2005 Bruttowerbeaufwendungen in Höhe von 410 Millionen Euro. Dieses entspricht einem Plus von 32,8 Prozent bzw. mehr als 100 Millionen Euro. Damit weist das Medium Online die stärkste prozentuale Wachstumsrate aller von Nielsen Media Research erfassten Medien auf. „Der Online-Werbemarkt schließt mit einem Rekordniveau in 2005 ab. Dies liegt auch daran, dass Dank schnellerer Internet-Verbindungen und den zunehmend attraktiven Angeboten an Internet-Services die Internet-Nutzung deutlich gesteigert werden konnte… Besonders stark fiel das Wachstum der Online-Werbespendings für die Online-Dienstleistungen (Plus 23 Millionen Euro bzw. 39,5 Prozent auf 82 Millionen Euro) aus. In diesem Bereich sind insbesondere die Online-Vermittlungsdienste hervorzuheben, die ihre Werbeaufwendungen im Online-Markt um knapp 185 Prozent steigerten, wobei ein Großteil dieses Wachstums vom Online-Partnervermittlungsunternehmen meetic.de stammt, welches in diesem Medium seine Werbeinvestitionen um 570 Prozent auf 5,7 Millionen Euro steigerte. Weiterhin haben die Bereiche Finanzdienstleistungen (Plus 14 Millionen Euro bzw. 61,2 Prozent auf 37 Millionen Euro) und Telekommunikation (Plus 13 Millionen Euro bzw. 54,4 Prozent auf 37 Millionen Euro) im Online-Markt verstärkt geworben.

Er fragt sich angesichts eines vergleichenden Blicks auf die absoluten Zahlen (Ausgaben für klassische Werbung beziffern sich auf 22 Mrd Euro gegenüber 410 Mio Euro im Onlinebereich):

– Ist Werbung in Klassischen Medien erfolgreicher?
– Wissen die Werbetreibenden (und Ihre Agenturen) nicht wie es und was geht?
– Gibt es dort zu wenige attraktive Plätze
– Ist Online-Werbung einfach nur zu billig?
– Springt bei der Effizienz von Online-Werbung zu wenig Honorar heraus?
– Macht Online-Werbung einfach zuviel Arbeit?
– Bringt Online-Werbung bei denen die Online sind keinen Nutzen (mehr)?
– Könnten Werbetreibende soviel Resonanz nicht händeln?

Ich denke, daß es beides ist. Einerseits springt zu wenig Honorar heraus und andererseits wissen viele Firmen nicht, wie und wo man gezielt bzw. gestreut Werbung machen soll.


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

9 Kommentare

  • Die (Brutto-)Werbeinvestitionen in 2005 waren ca. 19,1 Mrd. Euro – wären die anteilig auf den Medienkonsum (Zeitbudget) aufgeteilt, könnte Online Advertising in Deutschland (heute) bei ca. 3,8 Mrd. Euro liegen (also in der Größenordnung der Publikumsmagazine) …

  • Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb am Montag etwas positiver von dieser Entwicklung. Alleine schon die Überschrift „Online-Werbung schafft den Durchbruch“ weist auf die Stimmung im Branchenverband hin, der seine Schätzungen für das Marktvolumene nach oben korrigiert hat. Laut dem BVDW stieg der Online-Werbemarkt 815 Millionen Euro (47 Prozent Zuwachs). Auch Anbieter wie Yahoo kommen zu Wort, die vollstens zufrieden sind, da ihre Werbeplätze in den letzten Monaten mehr als ausverkauft waren.

    Betrachtet man also nur den Online-Markt, so kann man eine deutliche Steigerung verzeichnen, doch würde ich momentan noch nicht so große Erwartungen an das neuen Medium setzen, da Zeitung und Fernsehen über 200 bzw. 50 Jahre alt ist und sich auch erst entwickeln mussten. Außerdem kann man in einem 20 sekündigen Werbespot deutlich mehr übermittelt als in einem Werbebanner. In den nächsten Jahren sehe ich keine Chance, dass die beiden Gebiete gleichziehen.

  • Diesen Beitrag (und die Pressemitteilung) habe ich auch gelesen. Aber was bleibt einem Verband schon anderes übrig als gebetsmühlenartig zu wiederholen, dass an Onlinewerbung etwas dran sein muss …

    Was fehlt ist die „etablierte, akzeptable“ Struktur Online für Werbung und Verkaufsförderung einzusetzen. Die 815 Mio. Euro sind hochgerechnet (woher kommt z.B. die Zahl / Schätzung, dass Nielsen Media Research nur 75 % des Marktes erfasst – ich schätze Mal das sind deutlich weniger!).

    Und wenn wir Partnerprogramme, Suchmaschinen-Marketing und die fehlenden 25 % Nielsen einrechnen um zu 815 Mio. Euro zu kommen, dann müsste man solche Werbeinvestitionen auch bei den „klassischen Werbeinvestitionen“ dazurechnen und dann wird es noch immer nicht mehr als die 2,0 – 2,5 % gegenüber 20 % plus Zeitbudget für Online-Nutzung.

    Würde die Bemerkung von Christoph Hörl „da Zeitung und Fernsehen über 200 (es sind übrigens 400 Jahre!) bzw. 50 Jahre alt müssen wir noch etwas darauf warten, dass sich das Werbemedium Online noch entwickelt“ auch für die Entwicklung Mediennutzung gelten?

    Das vom „Online Werbung schafft den Durchbruch“ ist nicht ganz neu, e.g.

    24.02.2000 – Die Online-Werbung überholt schon bald etablierte Marketingformen (tecCHANNEL)
    http://www.tecchannel.de/netzwerk/networkworld/enterpriseapplication/403418

    24.02.2005 – Umsatzplus von 141 Prozent bei Online-Werbung (CW)
    http://www.computerwoche.de/index.cfm?pid=427&pk=1074898

    Damit kein Missverständnis aufkommt, ich habe nichts gegen den „Durchbruch“, es fehlt auch nicht an für Werbetreibende attraktiven Anwesenden im Internet, aber …

  • Das die Online-Werbung nicht immer auf höchstens Niveau ist, wird uns allen denke ich mal auch klar sein, aber Fakt ist das die Online-Werbung sehr gut eingeschlagen hat was das Internet und die Werbung für alles betrifft. Ich selber betreibe ein Frauenportal für die selbstbewusste Frau von Heute und gebe zur Steigerung des Traffics meiner Website regelmäßig unter [Scheiss Spamlink] Artikel und Berichte ein. Dort kann ich hautnah erleben, dass Werbung heutzutage das A und O im Business ist. Da das Internet ein stark anwachsendes Medium ist, wird wohl auch die Zunahme der Online-Werbung über der angegebenen Wachstumssteigerung liegen.

    [edited by Admin]

  • so, Anja U, das ist jetzt der X-te Kommentar auf einen meiner Blogs, nochmals so einen beschissenen Spamlink und die Rechnung geht direkt raus, für alle Beiträge.

  • […] Anja Uhlig fällt mir letzte Zeit sehr unangenehm auf. Mehrfach schon Blogkommentare zugespammt mit ihren Dreckslinks (zB just hier, Link editiert und hier). Faxen dicke langsam. Halt Dich oder Deine beauftrage Spamagentur zurück, die Rechnung wird dadurch nur höher. […]