Virtual-Life: Spielgeld auf Geldkarte umbuchen

Robert Basic

entinteressant, passiert früher als ich dachte. Der Anbieter des Onlinespiels Entropia Universe (ein kleineres MMORPG) ermöglicht seit gestern den Spielern, virtuelles Geld in einem bestimmten Umtauschverhältnis an Auomaten in echtes Geld umzutauschen bzw. in harten USD abzuheben.


BusinessWeek
:

Today, Entropia Universe, the creation of MindArk in Sweden, is taking the idea a big step further. It’s debuting real-world ATM cards with which players can convert Project Entropia Dollars into real money and back using Versatel ATM machines. So players will be able, for instance, to sell a virtual item such as a chair or a weapon, then withdraw those proceeds from a Versatel ATM machine, in the form of real money, that same night to buy dinner. A real dinner.

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An Entropia Universe participant can acquire the ATM card from MindArk, the developer of Entropia Universe. The card is associated with the participants‘ Entropia Universe account (similar to a bank account), allowing one to efficiently and securely access funds to make a withdrawal of virtual money (Project Entropia Dollars) in real life currency using any Versatel machine around the world. All of the features of transferring, withdrawing, depositing, viewing account balances and more are available with this virtual ATM system. This innovative service for Entropia Universe members provides true economic freedom and puts them one step closer to bridging the gap between the virtual and real world… „I think the ATM card is the Holy Grail of Massive Multiplayer Gaming that everyone has been looking for,“ says Jon NEVERDIE Jacobs, recent winner of the Virtual Space Resort in Entropia Universe. „It is incredible to now think that it is possible to manufacture and sell a virtual item one minute and then go out and buy a real dinner the next minute, with the same funds!“

Ob diese neue Möglichkeit in der Onlinewelt für Furore sorgen wird? Glaube ich nicht. Dafür ist das Spiel zu klein. Und es hat eine Besonderheit, die ein solches System erst ermöglicht: Die Spieler in Entropia müssen aufgrund des Spielsystems mit echten Dollar virtuelle Dollar umtauschen. Schon vorher. Um sich damit im Spiel etwas kaufen zu können, das nicht zu den Standarditems gehört, zB virtuelles Land. So pumpt man quasi echtes Geld hinein und kann über einen passenden Umtauschkurs Geld auch wieder herausholen. Die üblichen MMORPG Onlinespiele funktionieren anders: Man kann nicht für harte Dollar Items von Anbieter kaufen. Man muss sie sich erspielen. Und das kostet Zeit. Viel Zeit (das wiederum nutzen Anbieter aus, die dem Spieler ihre Dienste anbieten. Spielegold gegen USD, Items, hochtrainierte Char, etcpp. das ist aber ein anderes Thema, das aber dennoch so spannend und lukrativ ist, dass Sony als erste eine eigene Börse anbieten werden, um endlich selbst mitzuverdienen). Da aber kein Geld hineingeflossen ist, kann man auch keine virtuelle Werte in echtes Geld umtauschen. Zudem sind die virtuellen Werte bestimmter Items höchst volatil und intransparent. Sprich: Die meisten Spielsysteme müssten komplett auf den Kopf gestellt werden, was das „virtuelle Finanzsystem“ angeht. Und das wird nicht so schnell passieren. Wie genau das nun bei Entropia vonstatten gehen soll, wer die Umtauschkurse festlegt, wie man galoppierende ingame Inflation verhindert, etc, all das weiss ich noch nicht. Werde die mal anschreiben.

cardIch denke dennoch, dass größere Anbieter dem Beispiel folgen werden. So weit weg ist das nicht mal. Denn, auch Spieler von einem populären Game wie World of Warcraft (über 5 Mio Kunden weltweit) haben sich bereits Gedanken über eine Kreditkarte gemacht. Siehe hierzu den Artikel auf dem Double Life Blog.

Und damit eröffnet sich eine völlig neue Dimension. Menschen, die nie zuvor auch nur im Traum daran gedacht haben, Onlinegames zu spielen, werden sich in diese Welten wagen. Zugleich wird es aber nicht mehr heissen „sind ja nur Pixel was du da hast“. Ärger, richtiger Ärger und ein neuer Ernst sind vorprogrammiert. Statt Spielspaß und Freizeitvertreib.

siehe auch Second Life: Vierteiler in der Business Week

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.