Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

11 Kommentare

  • Habe vor einer Weile meine Diplomarbeit über das Thema geschrieben (Zwangsumsiedlungen in China, Entschädigungen usw.)

    Anfangs hatte ich vor das ganze empirisch vor Ort zu machen – wozu mir allerdings abgeraten wurde. Wenn ich die Szenen in dem Video sehe, bin ich auch froh darüber.

    Wer heute durch China fährt wird viele Häuser sehen, die mit weißen Schriftzeichen in einem Kreis sehen – diese sind zum Abriss freigegeben (in dem Video oben ist das Zeichen übrigens in der rechten unteren Ecke zu erkennen). Vor allem in Beijing wird wegen der Olympiade viel abgerissen; die Menschenrechtsverletzungen gehen weiter.

    Bei uns bekommt das Thema leider wenig mediale Aufmerksamkeit. Der Fall Fu Xiancai ist da eine große Ausnahme gewesen…
    http://de.wikipedia.org/wiki/Fu_Xiancai

    Danke Robert, dass du hier auch solche Themen blogst.

  • Dramatisch! Immerhin gut dass es Videokameras und das Internet gibt!!

    Es ist definitiv nicht alls Gold was glänzt … ich bin gespannt wie es mit China weitergeht.

  • Ihr solltet an diese Bilder denken, wenn ihr eurem täglichen Konsum nachgeht. Und ruhig mal auf „Made in (asian country, nicht Japan)“ achten.

    Irgendwie hängt das schon alles zusammen.

  • Nein, etwas neues ist das sicherlich nicht. Aber ich denke glaube, dass vielen nicht bewußt ist in welche Lebensbereiche sich das ganze erstreckt. Hier geht es um Zwangsenteignungen, fehlende oder zu geringe Entschädigungen, Verfolgung wenn Menschen auf ihr Recht pochen (im übrigen sind die Entschädigung auch in China gesetzlich verankert, im Gegensatz Meinungsfreiheit).

  • Das im Beitrag behandelte Thema verdient sicherlich eine ausführliche Diskussion (die es auch andernorts erfährt), aber die Behandlung in diesem Schocker-Filmchen stößt mir doch ein wenig auf. Niemand kommt enrsthaft zu Wort, höchtstens um sich in überschlagenden Tiraden zu ergehen oder sich die Seele auszuweinen, oder kurz seinen zernarbten Körper in die Kamera zu halten. Ansonsten verpasst der Guerilla-Filmer keine heroische Konfrontation mit den Autoritäten, gott sei dank lebt er augenscheinlich noch!
    Wie spießig von mir, mich über die Darstellung zu mokieren ohne überhaupt zur Sache Stellung zu beziehen! Aber im Ernst, diese Art „Journalismus“ zersetzt auf effiziente Weise, was es an Informationen in der weiten Welt gibt, um den aufgepornten Rest dem gierigen Publikum mit Karacho ins Gehirn zu ejakulieren.
    Da ist plötzlich alles nur ein einziger Kontrast, überall lauern SCHATTENSEITEN!!!!!!??!!!$/$&/$%&/&%
    Und was passiert jetzt also in China?

    Genau.

  • filip: die Art Journalismus macht die Probleme überhaupt erstmal sichtbar! Dieses zu sehen ist beeindruckender als es nur zu lesen. Wenn man es denn überhaupt liest.

    Darum finde ich deine Kritik verfehlt, respektive kann sie nicht nachvollziehen.

  • Aehm, so „underground“ und „Guerilla-Filmer“ ist der gute Mann nun auch nicht. Dominic Waghorn war bis vor kurzem China Korrespondent von Sky News (kann man ja auch am Ende sehen dass das Video von Sky News kommt).

    Solche und aehnliche Berichte sind aber auch nicht ganz neu, aehnliches habe ich schon zu anderen Gelegenheiten bei der BBC im Radio gehoert. Fernseher habe ich nicht, daher weiss ich nicht wie oft Sky (oder auch die BBC) solche Sendungen bringt.

  • China hat wirkliche Probleme mit sich selbst…

    China ist ohne Zweifel eines der Länder, in dem der große Knall als erstes zu hören und spüren sein wird. Die Menschen werden sich aufbäumen und es kommt zu einer Wiederauferlebung der Revolution. Kaum ein Land hat derzeit so viele Gegensätze auf…

  • Sicher, der Journalist steht bei Sky auf der Gehaltsliste, aber das bedeutet nicht, dass er sich nicht der Guerilla-Film Stilistik bedient. Ich will ihn nicht diskreditieren, was ich kritisiere, ist dass in dem Film keine Informationen vermittelt werden, abgesehen davon dass weinende und schreiende Chinesen in Zelten hausen und von der Polizei geschlagen werden. Es bleiben sämtliche Fragen zu den Details offen, schlicht gesagt das Journalistische 1-mal-1: Wer, Wo, Wann, Warum, Wie usw., Standardfragen halt. Natürlich werden diese Fragen beantwortet, aber eben auf die schlichteste denkbare Art: Die große böse Regierung enteignet und mißhandelt die armen wehrlosen Chinesen. Das ist sehr schlimm, das will ich nicht beschönigen. Aber was in dem Film verloren geht sind der übergreifende Kontext auf der einen und die Detailfragen auf der anderen Seite, will sagen: Die chinesische Regierung ist kein dunkler Monolith von Menschenverächtern, die krakengleich die Gesellschaft durchsetzt und die Wehrlosen ausbeutet. Es gibt da zum Teil harte politische Auseinandersetzungen zwischen Zentral-, Provinz- und Kommunalregierungen, und zum anderen auch konkurrierende Fraktionen innerhalb dieser Strukturen, wobei in manchen Teilen (weiter oben) das Bewusstsein für die Angespanntheit der sozialen Lage durchaus vorhanden ist, in anderen (weiter unten) noch nicht, und die Zentralregierung in Konflikten im Ernstfall auch schlichtend eingreift und die Menschen entschädigt, nachdem auf Provinzebene krumme Land-Deals abgesegnet wurden. Ich bitte darum, jetzt nicht als Advokat des Pekinger Politbüros verschrien zu werden, meine Ausführung ist nur ein stark vereinfachtes Beispiel der undurchsichtigen Zusammenhänge, die diesem Thema nunmal zugrunde Liegen.

    Ich möchte also zu meinem Grundvorwurf kommen: Sky ist nicht an einer differenzierten Darstellung gelegen, sondern an schnellverdaulichem Stimmungsjournalismus, der in diesem Fall eine weit verbreitete Ambiguität bis Animosität gegenüber China ausnutzt um das Land mit einem medialen Schleier des Bösen zu bedecken. An dieser Stelle möchte ich stark vereinfachen und behaupten das Sky unter der Ägide von R.Murdoch http://en.wikipedia.org/wiki/Rupert_Murdoch#Murdoch_and_politics
    einen sehr republikanischen Kurs eingeschlagen hat, und Teil dieser Position ist die Beschwörung eines militärischen Konflikts China/USA, der dieses Jahrhundert dominieren wird (und den die USA NICCHHHTTT verlieren darf!!!!).
    Und wenn man diesen Aspekt miteinbezieht wird hoffe ich deutlich, das ein gewisser Skeptizismus bezüglich der Informationsflut im Netz sehr dienlich ist, wenn man seine Überzeugungen selbst bestimmen will und sich nicht blind vor den pompösesten Karren spannen lassen will.

    Entschuldigt bitte mein Ausufern..

    PS: Ich habe wirklich einen anderen Anspruch an Journalismus, als beeindruckt zu werden. Die Themen hier sind zu ernst um sie zu einem bloßen Schwanzvergleich verkommen zu lassen, ..meine Katastrophe ist die längste.. – Aber dafür ist mein Problem dicker als deins..
    Danke nein.

  • einen sehr republikanischen Kurs eingeschlagen hat, und Teil dieser Position ist die Beschwörung eines militärischen Konflikts China/USA, der dieses Jahrhundert dominieren wird (und den die USA NICCHHHTTT verlieren darf!!!!).
    sorry, das ist Schmarrn…. Murdoch kontrolliert nicht jeden Bericht, damit eines Tages der Weltkugel das Licht ausgeknippst wird:))

  • „das ist Schmarrn…. Murdoch kontrolliert nicht jeden Bericht, damit eines Tages der Weltkugel das Licht ausgeknippst wird:))“

    Hab den Link im letzten Beitrag gesetzt, weil er auf ein interessantes Detail verweist:

    „Murdoch’s British media outlets generally support eurosceptic positions and generally show contempt for the European Union. Murdoch’s publications worldwide tend to adopt anti-French, pro-Israeli and pro-American views. During the buildup to the 2003 invasion of Iraq, all 175 Murdoch-owned newspapers worldwide editorialized in favour of the war. [8] Murdoch also served on the board of directors of the Cato Institute.“

    Und en Detail:
    http://www.guardian.co.uk/Iraq/Story/0,2763,897015,00.html

    Den Smiley vielleicht doch eher andersrum :-((