"Einschreiten und abschalten": Junge Union verlangt Videobann auf YouTube

André Vatter

baby_fightOffenbar bringt die Debatte um staatlich errichtete Blockaden im Internet immer neue Gedankenspiele in Gang. Nun meldet sich auch die Junge Union NRW zu Wort und verlangt die konsequente Verbannung gewaltverherrlichender Inhalte in Jugendforen und auf Clip-Portalen wie YouTube und MyVideo. „Rivalisierende Jugendbanden putschen sich mit Hassbotschaften und Gewaltposen im Internet auf, um sich anschließend zu Straftaten zu verabreden, ähnlich den kriminellen Vorbildern aus der amerikanischen Rapper-Szene“, heißt es da gänzlich ungangsterhaft vom JU-Landesvorsitzender Sven Volmering. „Wer Probleme mit den Eltern oder der Freundin hat, versucht sich hier sein Selbstbewusstsein zu holen“.

Ordnungshüter sollen angesichts der steigenden Gewaltbereitschaft unter Jugendlichen im Internet „einschreiten und abschalten“. Betreiber von YouTube und Co. müssten ihre Plattformen sauber halten und Uploads schärfer kontrollieren, „zum Beispiel, indem sich jeder Nutzer erst mit voller Anschrift und seiner Personalausweisnummer registrieren muss“, meint Volmering. „Sperrt YouTube alle Musikvideos, gibt es große Aufregung. Wenn dort Gewalttaten gezeigt werden, wird geschwiegen. Das darf man nicht länger einfach hinnehmen, hier muss die Politik handeln.“

Die Junge Union will ihre Pläne durchdrücken und hat dafür bereits einen Antrag für den NRW-Landesparteitag der CDU eingereicht, der von der Spitze „mit Zustimmung“ aufgenommen wurde.

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Ich hätte dazu einige Fragen/Anregungen:
1.) Wer bestimmt, ob ein Video „gewaltverherrlichend“ ist und deutsche Kids tatsächlich zu Mord und Todschlag anregt?
2.) Wie soll die Logistik der Kontrolle funktionieren, wenn auf YouTube nach eigenen Angaben „jeden Tag Millionen von Videos abgespielt und Hunderttausende von Videos hochgeladen“ werden?
3.) Was machen die jugendlichen Prügler, während sie nicht Videos drehen, schneiden und anschauen?
4.) Warum kommt so ein Vorschlag kurz nach den vertraglich vereinbarten Netzsperren – und vor der Bundestagswahl?
5.) Wie wäre es, wenn wir auch Bilder und Videos verbannen, die ähnlich gefährlich sind, etwa Clips, in denen sich jemand eine Zigarette ansteckt, jemand unanständig flucht oder in denen überproportional häufig die Farbe Rot vorkommt?

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.