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Amerikaner beschuldigen Kanadier der Musikpiraterie – am 13. Juni 1897

musikpiraten-1897

Dachtet ihr, Urheberrechtsverletzungen seien ein Produkt unserer modernen Zeit? Dann seid ihr genau wie ich auf dem Holzweg. Werft doch einfach mal einen kurzen Blick auf den knapp 112 Jahre alten Artikel aus der New York Times – und ihr werdet euren Augen nicht trauen. In dem Text vom 13. Juni 1897 geht es um die Anschuldigungen durch US-Verleger, dass kanadische Musikpiraten allein im Mai (1897) über fünf Millionen Kopien von geschützten Musikstücken angefertigt und diese in den Staaten zu Dumpingpreisen verkauft hätten. Demnach verlangten die Kanadier pro Song zwischen zwei und fünf Cent, während die US-Verlage die Musikstücke zwischen 20 und 40 Cent verkauften.

Die Anschuldigungen gingen noch weiter: Demnach unterstützten kanadische Zeitungen durch entsprechende Anzeigen den Handel mit den Raubkopien und verdienten sogar kräftig daran mit. Zusätzlich sei das kanadische Recht im Vergleich zu den US-Gesetzen viel zu lasch, um gegen die Musikpiraten vorgehen zu können. Ob sich die Anschuldigungen am Ende bewahrheitet haben oder nicht, bleibt an dieser Stelle unbeantwortet. Allerdings ist der Kampf zwischen den Verlagen und den Musikpiraten auch nach 112 Jahren noch immer nicht vorbei. Und wird wahrscheinlich in den kommenden 112 Jahren auch nicht vorbei sein.

Via: BoingBoing

(Michael Friedrichs)


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Über den Autor

Michael Friedrichs

Michael Friedrichs hat als Redakteur für BASIC thinking im Jahr 2009 fast 400 Artikel veröffentlicht.

8 Kommentare

  • Böse, raffgierige Musikindustrie. Kopiert, was Ihr kriegen könnt, bis sie am Boden liegt…

    … und auch der letzte Musiker die Schnauze voll hat, für lau zu arbeiten.

  • musiker arbeiten schon lange fast für lau wenn du mal guckst wieviel sie anteilig bekommen im vergleich zum musikverlag. ach ja, die gehen ja so ein großes risiko ein und müssen merketing und prodution vorstrecken, etc.
    von risikio kann kaum die rede sein wenn man sich den einheitsbrei anschaut, der uns zum kaufen serviert wird. ausserdem fahren die milliarden gewinne ein.
    keiner will dass der künstler nichts verdient, aber jeder hat begriffen, dass man die plattenindustrie als unötigen middleman nicht mehr braucht. ihr job war es cds zu pressen, cds gibt es aber defacto nicht mehr.

  • Die Musik-, Film- und Software-Industrie hat ein Problem: Diese drei bieten Produkte an, die man per Internet kopieren kann.

    Könnte man auch Autos, Essen, Häuser runterladen, würden alle fettleibig mit dem Ferrari nach Hause ins Schloss fahren. Alles Zeug, was „zur Strafe“ kopiert wurde, weil auch die Milliardengewinne machen…

    Ein Autohersteller erzielt deutlich höhere Margen als ein Musikverlag aber die kann man so schlecht mit Raubkopien abstrafen…

  • @NewsShit so ein linkes Geschwafel ist mir ja lange nicht mehr untergekommen.

    „Ein Autohersteller erzielt deutlich höhere Margen als ein Musikverlag aber die kann man so schlecht mit Raubkopien abstrafen…“ wer Geld verdient gehört also bestraft? Ich verstehe…

  • hihi wie geil. jaja die arme musikindustrie ist damals schon wegen den bösen raubkopierern pleite gegangen. wo kämen wir auch hin wenn die nicht mehr milliarden um milliarden verdienen würden. am hungertuch würden die alle nagen!

  • @blublubb: Ich glaube, Du solltest mal einen VHS-Kurs „Ironie im 21. Jahrhundert“ besuchen. Mit dem von Dir zitierten Satz wollte ich das Pro-Raubkopie-Argument „Die verdienen doch so viel“ ad absurdum führen.

    Übrigens bin ich selbst Musiker und weiß, wie es ist, seine eigene Musik in Tauschbörsen zu finden…

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