Neue Abmahnwelle: AFP geht gegen Textdiebe vor, will Privat-Blogger in Ruhe lassen

André Vatter

afpJetzt gut aufgepasst und die Ohren gespitzt: Nicht nur die Musik- und Filmindustrie würde dem ein oder anderen Internetnutzer liebend gerne das Urheberrechtsgesetz um die Ohren hauen – sondern auch Textfabriken wie Agence France Presse (AFP). Die Nachrichtenagentur hat diese Woche damit begonnen, im großen Stile Abmahnungen zu verteilen, laut der „Frankfurter Rundschau“ wurden bereits „Tausende“ von Briefen verschickt. Hier ein O-Ton vom deutschen Vertriebschef Timo Peters: Er beobachte zum Beispiel seit Jahren, „dass unser Material nicht nur von unseren Kunden im Netz veröffentlicht wird sondern auch von anderen – zum Teil sogar kommerziell“. Von außen betrachtet wirkt es, als habe AFP schon lange mit den Hufen gescharrt, nun aber dank einer neuen Kooperation mit den C&P-Jägern Textguard endlich losglegen kann. Erstmals sei „eine systematische Suche“ möglich.

Bislang war mir Textguard nur als jüngstes Horrorschlagwort unter deutschen Studenten bekannt, aber so macht es natürlich auch einen Sinn. Peters spricht von einer „immensen“ Zahl von Verstößen, die bereits registriert wurden und schiebt unheilsvoll hinterher, dass bei der Überprüfung bislang lediglich „ein Teil“ des AFP-Textfundus zum Einsatz kam. In erster Linie habe die Agentur kommerzielle Meldungsdiebe im Blick, die erst unbezahlte AFP-News posten und sie dann mit Werbung garnieren. Wer dies einige Jahre lang getan hat, könnte sich nach Äußerungen im Interview schon jetzt auf eine Rechnung in Höhe von „mehreren Zehntausend Euro“ freuen.

Die gute Nachricht: Zwar werden bei erkannten Verstößen Unterlassungserklärungen rausgeschickt, „wir legen aber nicht bei allen Verletzungen gleich eine Rechnung bei“. Peters will kleinere Fehltritte bei Bloggern, Lehrern und im Uni-Betrieb durchgehen lassen. In allen anderen Fällen wird allerdings die Anwaltskeule geschwungen: Der AFP-Content habe „einen Wert, der bezahlt werden muss“.

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Na, dann: viel Spaß. Ich kann sie ja verstehen, die Agenturen. Und ich hoffe, dass AFP tatsächlich nur die großen Fische im Blick hat, die mit gestohlenen Texten den AdSense-Reibach machen. Aber ich kann mich auch an Zeiten erinnern, in denen Nachrichtenagenturen ihr Geld durch Relevanz, Qualität und Schnelligkeit verdient haben. Übrigens haben wir in der Redaktion AFP bereits vor langer Zeit den Stecker gezogen: Das war etwa zu dem Zeitpunkt, als wir zum dritten Mal die spektakuläre Nachricht über den Ticker bekamen, dass ein französischer Provinzler seinen verlorenen Hund über das Internetz sucht.

(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.